Child / Fetzer | Verführe niemals Deinen Mann | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1553, 192 Seiten

Reihe: Baccara

Child / Fetzer Verführe niemals Deinen Mann


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86349-251-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1553, 192 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86349-251-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nur zögernd nimmt Julie den verrückten Antrag ihres Jugendfreundes an: ein Jahr Ehe, rein platonisch, für 100 000 Dollar. Denn damit er nicht eine der unattraktiven Töchter seines Geschäftspartners heiraten muss, braucht Travis King eine Ehefrau. Doch schon gleich nach der Hochzeit gibt es Probleme: Erst taucht Julies Exmann auf und behauptet, gar nicht 'ex' zu sein. Und zu allem Überfluss gerät ein harmloser Kuss zwischen den platonischen Eheleuten auf einmal unerwartet leidenschaftlich. Unglaublich leidenschaftlich. Aber wie lautete noch die Regel? No Sex ...



Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...

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1. KAPITEL

„Auf keinen Fall. Es geht nicht. Tut mir leid, Travis, ich kann dich nicht heiraten.“ Julie O’Hara lehnte sich von innen gegen die geschlossene Tür und sprach so laut, dass der Mann auf der anderen Seite sie verstehen konnte.

Und er verstand sie. So viel war sicher.

„Und ob du mich heiraten kannst“, erwiderte er. Selbst durch die geschlossene Tür war seine Entschlossenheit deutlich herauszuhören. „Jetzt hör auf mit dem Theater und mach endlich auf.“

Julie lehnte den Kopf an die Tür und blickte zur Zimmerdecke. Die Sonne schien durch die Fenster, und die Schatten, die sie an die Wand warf, wirkten wie die Gitterstäbe einer Gefängniszelle.

War das nur Zufall?

Ihr kam es nicht so vor.

Das Ganze war ein Riesenfehler. Sie wusste es ganz genau. Schon die ganzen letzten Wochen hatte sie ein schlechtes Gefühl bei der Sache gehabt, und nun war sie sich völlig sicher.

„Travis, denk noch mal einen Augenblick über die Sache nach.“

„Das ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt dafür, Julie“, sagte er. „Die Gäste sind vollständig versammelt, der Pastor wartet. Und wir heiraten jetzt, basta.“

Sie biss die Zähne zusammen und atmete ein paar Mal tief durch die Nase. Half auch nichts. Wie hatte sie sich nur in diese unmögliche Situation bringen können? Wieder klopfte Travis King nachdrücklich an die Tür. Panisch blickte sie sich im Zimmer um, als ob sie irgendwo einen Fluchtweg entdecken könnte.

Aber es gab keinen, und das wusste sie genau. Sie war in diesem vornehmen Gästezimmer in Travis’ schlossähnlichem Anwesen auf dem Weingut der Kings gefangen. Das Gästezimmer war ebenso luxuriös und elegant eingerichtet wie der Rest des Hauses. Eine ganz andere Welt als die, der sie entstammte. Sie fühlte sich wie ein Dienstmädchen, das sich ins Schlafzimmer seiner Arbeitgeberin geschlichen hatte, um heimlich ihre Kleider anzuprobieren. Ein verflixt schlechtes Gefühl. Und das war alles ihre eigene Schuld.

Sie hatte doch genau gewusst, worauf sie sich einließ! „Julie, du bist so dumm“, murmelte sie.

„Mach endlich die Tür auf, Julie …“

„Der Bräutigam darf die Braut vor der Hochzeit nicht sehen“, sagte sie. „Das bringt Unglück.“

„Ach, in unserem Fall macht das nichts. Komm schon.“

In unserem Fall.

Ein besonderer Fall war es allerdings. Bei dieser Angelegenheit hier handelte es sich weiß Gott nicht um eine normale alltägliche Hochzeit.

Vor einem Monat schien alles noch so einfach zu sein. Ihre Gedanken wanderten zurück zu jenem schicksalhaften Tag.

„Ich brauche eine Frau“, hatte Travis gesagt. „Und du brauchst eine Zukunft. Es passt alles wunderbar zusammen.“

Julie sah ihn wortlos an. Sie saß ihm in Terry’s Diner gegenüber, im Ortszentrum von Birkfield in Kalifornien. In so einer Kleinstadt trafen sich alle immer im Diner, einer Art Schnellimbiss, in dem man aber halbwegs gemütlich sitzen konnte. Julie war auf diesen roten Plastiksitzen praktisch groß geworden.

Der erste Junge, mit dem sie sich verabredete, hatte sie hierher „ausgeführt“. Ihren ersten Liebeskummer hatte sie hier in einem Schokoladen-Milchshake nach dem anderen ertränkt. Und jetzt bekam sie hier einen Heiratsantrag. Eigentlich hätte man sie auf einer Gedenktafel im Restaurant verewigen müssen.

„So wunderbar passt das nun wirklich nicht zusammen“, kommentierte sie. Wenigstens einer von ihnen musste in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren – und das war sie. Travis war schon immer weniger besonnen gewesen als sie. Na gut, von dem einen Mal abgesehen. Als sie völlig überstürzt einen Mann geheiratet hatte, von dem sie glaubte, dass er sie liebte – und zu spät herausfand, dass dem nicht so war. Das hatte ihr ihre Unbesonnenheit eingebracht!

Mit fester Stimme sagte sie: „Es gibt eine viel bessere Lösung, Travis. Such dir einfach einen anderen Vertriebshändler für deine Weine.“

Er schüttelte so energisch den Kopf, dass ihm sein dunkelbraunes Haar in die Stirn fiel. Am liebsten hätte sie sich über den Tisch gelehnt und es ihm aus dem Gesicht gestrichen, aber sie widerstand dem Impuls.

„Das kann ich nicht. Thomas Henry ist nun mal der Beste in der Branche. Und du weißt, dass ich mich niemals mit dem Zweitbesten zufriedengebe.“

Stimmt, das hatte er noch nie. Travis war der Spross einer der reichsten und mächtigsten Familien in ganz Kalifornien. Er war es von Kindesbeinen an gewohnt, ganz oben zu sein, die Nummer eins. Und nichts lag ihm mehr am Herzen als das King-Weingut. Als sein Vater starb, hatte er es übernommen und alles darangesetzt, die King-Weine in ganz Kalifornien bekannt zu machen.

Und jetzt wollte er mehr, viel mehr. Die Weine sollten künftig nicht nur in den gesamten USA vertrieben werden, sondern nach und nach auch in anderen Ländern. Ganz offensichtlich war Thomas Henry für Travis der Schlüssel zur Wein-Weltherrschaft.

„Schön, schön. Aber du musst doch nicht mich heiraten, um mit ihm ins Geschäft zu kommen.“

„Nein.“ Er lehnte sich mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zurück. „Das muss ich nicht. Ich könnte stattdessen auch eine von Henrys hässlichen Töchtern heiraten. Ich hab’s dir doch erzählt, Julie, der Typ ist ein totaler Exzentriker. Er ist ein Selfmade-Millionär und hat jetzt nur noch ein großes Ziel im Leben: seine Töchter unter die Haube zu bringen. Und ich bin Single und äußerst wohlhabend. Eine gute Partie für eins seiner Mädels.“

Sie grinste. „Er kann dich nicht zwingen, eine seiner Töchter zu heiraten. Wir leben doch nicht im Mittelalter.“

„So verschroben, wie er ist, würde er es garantiert versuchen“, sagte Travis. „Und wenn ich seine Lieblinge zurückweise, dann kann – und wird – er sich weigern, meine Weine in seinen Vertrieb aufzunehmen. Das kann ich nicht riskieren. Das King-Weingut ist bereit für den nächsten großen Schritt. Wenn Henry unsere Weine vertreibt, ist der Rest nur noch ein Kinderspiel. Aber damit das passiert, brauche ich eine Alibi-Ehefrau. Denn wenn ich schon verheiratet bin, kann er mir ja schlecht eines seiner Herzblättchen zur Gemahlin andienen.“

„Und warum gerade ich?“

Er lächelte – und das war ein überaus verführerischer Anblick. Als sie noch ein halbes Kind war, war sie ganz schön in Travis verliebt gewesen. Kein Wunder – er war nun mal gut aussehend und charmant, und sein Lächeln ließ die Frauen selbst auf größere Entfernung dahinschmelzen. Nur gut, dass sie selbst gegen so etwas immun war. Ja, einmal einen Mistkerl zu heiraten und dann fallen gelassen zu werden – das wirkte wie eine lebenslange Schutzimpfung. Nur weil sie Travis’ Lächeln durchaus anziehend fand, würde sie nicht schwach werden. Sie nicht. Sie war immun.

„Warum ich dich heiraten will?“, fragte er zurück. „Dafür gibt es mehrere gute Gründe.“ Julie horchte auf. „Erst einmal kennen wir uns gut, und ich weiß, du kannst in deiner Situation das Geld gut brauchen. Und zum Zweiten vertraue ich dir. Bei dir weiß ich, dass du dich an unsere Vereinbarung halten wirst und nicht versuchst, mich über den vereinbarten Betrag hinaus finanziell zu melken.“

Julie wusste, dass Travis vom weiblichen Geschlecht ziemlich die Nase voll hatte. Die drei reichen King-Brüder zogen geldgierige Frauen an wie das Licht die Motten. „Aber wenn ich dich heirate – dann bin ich doch auch nicht anders als die berechnenden Goldgräberinnen, die du so verabscheust. Ich würde dich doch auch aus Geldgründen heiraten. Oder nicht?“

„Schon“, gab er lächelnd zurück. „Aber zu meinen Bedingungen.“

Hmm. Er fand das offenbar komisch. Sie aber nicht. Julie hatte immer wieder, über Jahre hinweg, beobachtet, wie sich ihm eine bestimmte Art von Frauen an den Hals warf: ein Auge auf seinen knackigen Po und das andere fest auf sein bemerkenswert gut gefülltes Bankkonto gerichtet. Wenn sie jetzt Geld von ihm kassierte, um ihn zu heiraten, dann war sie doch eigentlich keinen Deut besser als diese gierigen Schnepfen.

Nachdenklich nippte sie an ihrem Schoko-Milchshake. In schwierigen Situationen musste stets Schokolade, in welcher Form auch immer, in greifbarer Nähe sein. Eine Grundregel, um mit den Unbilden des Lebens fertig zu werden.

Einen Haken hatte sein Plan allerdings: Die Leute würden denken, sie wäre hinter seinem Geld her. Und dieser Gedanke behagte ihr überhaupt nicht.

„Ich will und brauche aber keinen Ehemann“, sagte sie fest. Doch sie merkte schon, wie sie sich beinahe gegen ihren Willen für seinen Plan erwärmte.

„Das vielleicht nicht. Aber du könntest das Geld gut brauchen. Dann kannst du endlich die Bäckerei eröffnen, von der du schon so lange träumst.“

Damit hatte er allerdings recht, auch wenn es ihr nicht gefiel. Seit Jahren schuftete sie wie eine Verrückte, legte eisern jeden Cent beiseite – und war doch noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. So eine Geschäftsgründung war teuer. Einen Kredit bekam sie nicht, weil sie keine Sicherheiten zu bieten hatte. Wie die Dinge standen, würde sie erst im Rentenalter genug Geld zusammen haben.

Aber war das ein Grund zum Heiraten?

Travis hatte ihr ja schon früher angeboten, ihr Geld zu leihen, auch ohne Sicherheiten, und sie hatte abgelehnt. Sie kannte ihn schon ihr ganzes Leben. Ihre Mutter war Köchin auf der King-Ranch gewesen. Aber dann, als Julie zwölf war, hatte Mary O’Hara den Gärtner geheiratet und die Küchenschürze an...



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