Child | Verführt über den Wolken | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2159, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Child Verführt über den Wolken


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2644-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2159, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2644-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Undercover-Einsatz für Fiona: Mit allen Mitteln soll sie Milliardär Luke Barrett dazu bringen, wieder in die Firma seiner Familie einzutreten. Kein Problem für einen Profi wie sie! Als Erstes arrangiert sie eine Zufallsbegegnung. Doch womit sie nicht gerechnet hat, ist Lukes unwiderstehliche erotische Anziehungskraft. Als er sie in seinem Privatjet über den Wolken verführt, ist das der Beginn einer berauschenden Affäre - und ein Tanz auf dem Vulkan. Denn der Tag wird kommen, an dem Luke ihre wahre Identität aufdeckt. Und dann?



Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...

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1. KAPITEL

„Du hast wohl den Verstand verloren.“ Luke Barrett starrte seinen Großvater an. „Du hast mich hergebeten, damit wir reden können. Das hier ist kein Reden, Pop. Das ist Schwachsinn.“

Jamison Barrett stand hinter seinem Schreibtisch auf. Luke bewunderte einmal mehr, wie aufrecht und militärisch gerade der alte Herr trotz seiner achtzig Jahre noch stand. Er war fit und kräftig, ein Mann, mit dem man rechnen musste – so wie er schon sein Leben lang gewesen war. Sein graues Haar war akkurat geschnitten, und er trug einen maßgeschneiderten Nadelstreifenanzug samt roter Krawatte. Der Blick, den er seinem Enkel zuwarf, war kampfeslustig.

„Was fällt dir ein, einem alten Mann zu sagen, er wäre verrückt“, meinte er. „Auf so etwas reagieren wir äußerst sensibel.“

Luke schüttelte den Kopf. Sein Großvater war schon immer stur gewesen, aber vor ein paar Monaten hatte der alte Mann eine Bombe platzen lassen, und wie es schien, hatte er seine Meinung zu dem Thema nicht geändert.

„Ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll“, widersprach Luke frustriert. „Wenn der Chef eines Unternehmens plötzlich eine Kehrtwende macht und den profitabelsten Zweig der Firma kappen will, geht das schon als Schwachsinn durch.“

Jamison kam um den Schreibtisch herum. „Ich habe nicht die Absicht, mich ganz aus dem Technikbereich zurückzuziehen. Ich will die Sparte nur ein wenig zurückfahren …“

„Ja“, unterbrach Luke ihn. „Zugunsten von Schaukelpferden, Fahrrädern und Skateboards.“

„Wir sind immer noch eine Spielzeugfirma“, erinnerte Jamison ihn. „Und zwar schon seit über hundert Jahren.“

„Und wir haben expandiert und sind zu Barrett Toys and Tech geworden.“

„Wir sind in die falsche Richtung gewachsen“, fuhr sein Großvater ihn an.

„Dem stimme ich nicht zu.“ Luke holte tief Luft und versuchte, seinen Ärger im Zaum zu halten. Er hatte Pops Urteilsvermögen immer vertraut. Aber in dieser Sache würde er gegen ihn ankämpfen, denn, verdammt, er wusste, dass der Weg in die Zukunft nicht über die Vergangenheit führte.

„Ich habe Studien, die meinen Standpunkt belegen.“

„Und ich habe Gewinn- und Verlustrechnungen, die beweisen, dass du falschliegst.“

„Ja, wir verdienen viel Geld, aber ist das alles, was wir wollen?“

Luke sah ihn entgeistert an. „Da das wohl Sinn und Zweck einer Firma ist, würde ich sagen: ja.“

Jamison schüttelte enttäuscht den Kopf. „Du hattest mal mehr Weitsicht.“

„Und du hast früher mehr auf mich gehört.“ Irritiert sah Luke sich im Büro seines Großvaters um.

Es war vertraut, gemütlich und passte perfekt zu dem alten Herrn. Hinter dem riesigen antiken Schreibtisch gab es eine Reihe von Regalen mit ledergebundenen Büchern und gerahmte Fotos von den beliebtesten Spielzeugen, die sie im Laufe der Jahre vertrieben hatten. Es war ein luxuriöses Büro, das viktorianisch und überhaupt nicht modern anmutete.

Genau wie Jamison.

„Ich will mich nicht mehr mit dir darüber streiten, Pop“, sagte Luke und bemühte sich, die Ungeduld aus seiner Stimme fernzuhalten.

Er verdankte diesem stolzen Mann alles. Jamison und seine Frau Loretta hatten Luke und seinen Cousin Cole großgezogen, nachdem die Eltern beider Jungs bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen waren. Luke war zehn und Cole zwölf gewesen, als sie unglücklich und verzweifelt bei ihren Großeltern eingezogen waren. Aber Jamison und Loretta hatten ihre eigene Trauer über den Tod ihrer beiden Söhne und Schwiegertöchter zurückgesteckt, um ihren Enkeln Liebe und Schutz zu bieten.

Luke und Cole waren mit Barrett-Spielzeug aufgewachsen und wussten immer, dass sie irgendwann die Firma übernehmen würden. Es gab sie seit mehr als hundert Jahren, und sie war bisher immer auf der Höhe der Zeit gewesen. Als Luke auf dem College war und seinen Großvater überzeugte, dass Computer-Spielzeug der große Renner werden würde, hatte Jamison nicht gezögert.

Er hatte die besten Tech-Designer engagiert, und die Firma war noch größer, noch erfolgreicher geworden. Jetzt belegten sie eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. In den letzten Jahren hatte Luke sich um die Digital-Sparte gekümmert, während Cole die traditionelleren Produktlinien betreute.

Okay, Cole war nicht glücklich darüber, dass Luke offensichtlich der Erbe war, zumal er zwei Jahre älter als Luke war, aber die Cousins hatten das geklärt. Mehr oder weniger.

Jetzt wusste allerdings keiner so recht, was Sache war. Und das nur, weil sich Jamison irgendwelchen Hirngespinsten hingab.

„Es geht nicht um einen Streit, Luke“, erwiderte Jamison ebenso verärgert. „Ich rede davon, was ich sehe, wenn ich dieses Büro verlasse. Verdammt, Luke, wenn du nicht, wie der Rest der Menschheit nur auf dein verdammtes Telefon starren würdest, könntest du es auch sehen.“

Luke verdrehte die Augen. „Nicht wieder die alte Leier.“

„Doch. Hier geht es um Kinder, Luke. Die sind genauso an ihre Handys, Bildschirme und Tablets gefesselt wie du.“ Jamison warf die Hände in die Luft. „Früher sind Kinder draußen herumgelaufen, haben mit ihren Freunden gespielt und dummes Zeug gemacht, sind auf Bäume geklettert oder waren schwimmen.“ Er funkelte Luke böse an. „Erinnere dich doch, wie du mit Cole ständig unterwegs warst. Wenn man euch gezwungen hat, mal im Haus zu bleiben und zu lesen, war das Folter!“

„Mag sein, aber die Zeiten ändern sich.“

Jamison schnaubte. „Nicht immer zum Besseren. Die Kinder heute haben nur noch Online-Freunde, sie tragen Headsets, damit sie miteinander reden können, ohne sich zu treffen. Statt nach draußen zu gehen, bauen sie ‚virtuelle‘ Baumhäuser. Und ihre Abenteuer erleben sie nach sorgfältig geschriebenen Vorgaben in Gameboxen. Wahrscheinlich können die meisten Kinder nicht einmal mehr Rad fahren.“

Luke schüttelte den Kopf. „Fahrräder bringen ihnen nicht bei, wie sie durch eine bald komplett digitalisierte Welt navigieren.“

„Sicher. Eine digitale Welt. Und wer soll dann eure Autos reparieren oder die Klimaanlage? Wer kümmert sich darum, wenn die Toilette nicht funktioniert? Wollt ihr auch digital pinkeln? Und es wird ziemlich heiß in euren Häusern werden, wenn ihr nur noch virtuelle Klimaanlagen benutzt.“

„Das ist doch lächerlich“, murmelte Luke, während er sich fragte, wo sein visionärer Großvater geblieben war. Passierte das mit allen alten Leuten? Verloren sie sich alle irgendwann in der Vergangenheit?

„Pop, du beklagst dich so, wie jede ältere Generation sich über die jüngere beklagt. Aber du warst doch nie ein Mensch, der zurückgeschaut hat. Du warst immer viel mehr an der Zukunft als an der Vergangenheit interessiert. Das passt gar nicht zu dir.“

„Die Zeiten ändern sich.“ Jamison konterte mit Lukes eigenen Worten. „Und ich rede von der Zukunft“, widersprach der ältere Mann. „Es gibt zahllose Studien, die belegen, wie schädlich es ist, wenn die Kinder nur noch auf die Bildschirme starren. Deshalb habe ich dich hergebeten. Ich wollte sie dir zeigen. Du sollst sie lesen und deinen verdammten Verstand einen Moment lang öffnen, um vielleicht zu begreifen, dass ich vielleicht recht habe.“

Jamison drehte sich zum Schreibtisch um und begann in seinen Papieren zu wühlen. Vor sich hin murmelnd suchte er alle Stapel erst einmal, dann ein zweites Mal durch.

„Die waren doch hier“, brummte er. „Donna hat sie heute Morgen erst ausgedruckt.“ Er sah zu Luke. „Ich finde sie gerade nicht. Weiß der Teufel, wo sie abgeblieben sind.“

Luke hob die Schultern. „Ist doch egal.“

„Nein, ist es eben nicht. Verdammt, Luke, ich will nicht dabei mitmachen, wenn eine ganze Generation von Kindern verdorben wird.“

„Verdorben?“ Erstaunt sah Luke ihn an. „Wir unterstützen Kinder, helfen ihnen lesen zu lernen …“

„Das könnten ihre Eltern tun, indem sie ihnen abends vorlesen.“

„Kleinkinder lernen mit unseren Spielen die Farben und wie man Rätsel löst.“

„Das können sie auch mit einer Schachtel Buntstifte.“

„Oh Gott, du bist so stur.“

„Erst verliere ich den Verstand, und jetzt bin ich alt und stur, richtig?“ Jamisons Augen blitzten auf. „Nun, ich denke, ich bin gewitzter als du, wenn du nicht begreifst, was ich dir zu erklären versuche.“

Luke fuhr sich durch die Haare. Vielleicht war er gar nicht ins Büro seines Großvaters gekommen. Vielleicht lag er im Bett und hatte einen Albtraum. Oder er war irgendwie in der Hölle gelandet.

Sein Großvater war immer mit der Zeit gegangen. Und jetzt wirkte er so, als würde er Luke nicht mehr zutrauen, die Firma zu führen. Als hätte er Luke bisher nur mit Nachsicht behandelt, um ihm jetzt den Boden unter den Füßen zu wegzuziehen.

Er atmete noch einmal tief durch und erinnerte sich daran, dass er den alten Mann, der ihn gerade schier verrückt machte, wirklich liebte. „Weißt du was? Wir werden in dieser Sache niemals einer Meinung sein, Pop. Wir müssen aufhören, uns deswegen die Köpfe einzuschlagen. Es ist wohl besser, wenn wieder jeder von uns das macht, was er kann.“

So wie in den letzten Monaten. Als Jamison Luke das erste Mal darüber informiert hatte, dass er die Tech-Sparte zurückfahren wollte, hatte Luke dagegenargumentiert, bis sein Kopf explodierte. Pop war keinen Argumenten zugänglich. Es war nicht das erste Mal, dass sie unterschiedlicher...



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