Child | Versuchung in der Weihnachtsnacht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2214, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Child Versuchung in der Weihnachtsnacht


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0395-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2214, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-0395-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Weihnachtskreuzfahrt nach Hawaii ist eine schwere Prüfung für Mia! Denn auch ihr Noch-Ehemann Sam Buchanan ist an Bord. Mia will, dass er endlich die Scheidungspapiere unterschreibt. Doch der sexy Milliardär stellt ihr eine freche Bedingung: Nur wenn sie seine Luxuskabine teilt, unterzeichnet er! Entgegen jeder Vernunft spürt Mia, dass die Leidenschaft zwischen ihnen immer noch so grenzenlos ist wie das Meer. Aber Sam will ihr nicht geben, was sie sich sehnlicher wünscht als jedes Weihnachtsgeschenk ...



Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...

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1. KAPITEL

Sam Buchanan hasste Weihnachten.

Das war schon immer so gewesen, doch in diesem Jahr wünschte er mehr denn je, er könnte diese schrecklichen Feiertage aus dem Kalender streichen.

„Stattdessen fährst du auf eine Weihnachtskreuzfahrt“, murmelte er düster vor sich hin. „Tolle Idee.“

Er hatte gewusst, dass es anstrengend werden würde, aber das war kein Grund, seine Pflicht zu vernachlässigen. Sam musste sich um sein Geschäft kümmern, und er würde nicht zulassen, dass ihm private Probleme in die Quere kamen.

Was aber noch lange nicht hieß, dass es ihm gefallen musste.

Sam stand in der Eigner-Suite auf dem obersten Deck des Kreuzfahrtschiffes Fantasy Nights aus der Flotte der Fantasy Cruise Line und blickte auf den Bug mit seinem himmelblauen Deck und das Meer dahinter …, denn er wollte das Spektakel auf dem Kai nicht sehen. Der Hafen von San Pedro in Kalifornien war voller Passagiere, die es kaum erwarten konnten, an Bord zu kommen und ihre Kreuzfahrt nach Hawaii zu beginnen. Und er hatte nicht die geringste Lust, sich all diese glücklichen, festlich gestimmten Leute anzutun. Sobald sie Anker gelichtet hatten, konnte er sich hier in der Suite verkriechen und nur rausgehen, wenn er irgendwelche Angelegenheiten regeln oder das Personal überprüfen musste.

Sam unternahm vier Kreuzfahrten im Jahr – auf unterschiedlichen Schiffen der Buchanan-Linie –, um den Kontakt sowohl mit der Crew als auch mit den Passagieren zu pflegen. Seine persönliche Anwesenheit, davon war er überzeugt, war die beste Art, am Ball zu bleiben, wenn es um die Bedürfnisse seiner Gäste und seiner Angestellten ging. Ganz zu schweigen davon, dass dies der einzige Weg war, um sicherzustellen, dass besagte Angestellte ihre Arbeit nach seinen Vorstellungen erledigten.

Mit dem Kaffeebecher in der Hand starrte er hinaus auf den Ozean, der sich hinter dem Hafen erstreckte. Sobald sie auf See waren, würde er die Suite verlassen, mit dem Kapitän sprechen und dann eine Runde durch die Restaurants drehen.

Er freute sich nicht darauf.

Normalerweise ließ die Fantasy Cruise Line keine Kinder an Bord. Kreuzfahrten nur für Erwachsene waren ihr Kerngeschäft, doch zu Weihnachten wurde diese Regel gelockert, damit Familien eine gemeinsame Kreuzfahrt auf den kleineren, persönlicheren Schiffen genießen konnten.

Auf dieser Kreuzfahrt würde er also nicht nur mit kilometerlangen Weihnachtsgirlanden, hell erleuchteten Bäumen und gedämpften Weihnachtsliedern konfrontiert werden, sondern auch mit Horden von Kindern, die in ausgelassener Weihnachtsstimmung waren. Trotzdem, sagte er sich, ist es besser, als zu Hause zu sein, wo das Fehlen von Weihnachten ihm noch mehr zusetzen würde.

„Tja“, brummte er, „in diesem Jahr kann ich nicht gewinnen.“

Als das Telefon klingelte, ging Sam hinüber und nahm ab. „Ja?“

„Der Kapitän sagt, dass wir in einer Stunde ablegen, Mr. Buchanan.“

„Gut. Vielen Dank.“ Er legte auf und lauschte auf die Stille in der Suite. Ruhe würde er in den nächsten beiden Wochen reichlich haben, und er freute sich darauf, während er sich gleichzeitig davor fürchtete.

Vor einem Jahr war alles anders gewesen. Er hatte auf einer Kreuzfahrt eine Frau getroffen, und zwei Monate später hatten sie geheiratet, um anschließend auf diese Weihnachtskreuzfahrt in die Flitterwochen zu fahren. Ja, Mia zuliebe hatte Sam sich ausnahmsweise auf Weihnachten eingelassen, sogar bei der Hochzeit, die unter diesem Thema stand. Er war nicht begeistert gewesen, hatte sich aber auch nicht ganz wie der Spielverderber verhalten, der er sonst war.

Jetzt war die Ehe gescheitert. Mia war weg. Und Weihnachten stand vor der Tür, als wollte es ihm alles noch einmal unter die Nase reiben.

Er stellte den Kaffeebecher ab, steckte die Hände in die Taschen seiner schwarzen Hose und blickte sich um. Die Eigner-Suite war ein riesiger, wunderschön eingerichteter Raum, zwölfhundert Quadratmeter reiner Luxus. Die Teakdielen glänzten im Sonnenlicht, Gemälde mit Meeresmotiven und Fotos von Sams Kreuzfahrtschiffen hingen an den Wänden. Die Meerseite war komplett mit Spiegelglas versehen, sodass man einen unvergleichlichen Blick auf den Ozean und den breiten Balkon hatte, der sich über die gesamte Länge der Suite erstreckte, aber gleichzeitig konnte niemand von außen hineinsehen.

Ledersessel und Sofas standen auf einem dicht gewebten burgunderroten Teppich in der Mitte des Wohnraumes zusammen mit Tischen, auf denen die Lampen festgeschraubt waren, falls es einmal stürmisch werden sollte. Ein großer Flachbildschirm hing an der Wand, und angrenzend gab es ein Esszimmer.

Zudem verfügte die Suite über zwei Schlaf- und drei Badezimmer, alle ebenfalls mit riesigen Spiegelglasfronten ausgestattet.

Aber trotz all dieser Annehmlichkeiten fühlte Sam sich nicht wohl. Er trat hinaus auf die Terrasse und spürte den kalten Wind im Gesicht. Als er hinunter auf das fast leere Deck des Bugs blickte, entdeckte Sam eine Frau mit langen, lockigen roten Haaren und hatte das Gefühl, als hätte ihm jemand einen Schlag in die Magengrube versetzt.

„Das ist sie nicht. Warum zum Teufel sollte sie auf diesem Schiff sein?“

Trotzdem konnte er den Blick nicht abwenden. Sie trug eine weiße Hose und ein langärmliges grünes Shirt, und als sie sich etwas drehte, erkannte Sam, dass sie schwanger war. Enttäuschung rang mit Erleichterung, bis die Rothaarige stehen blieb, aufschaute und ihn mit ihrem Blick zu töten schien.

Mia?

Sein Herz begann zu rasen, und er umklammerte die Reling. Sie ist schwanger? Warum hatte sie ihm nichts davon erzählt? Wieso zum Teufel war sie hier? Und warum nahm sie nicht ihre Sonnenbrille ab, damit er die grünen Augen sehen konnte, die ihn seit Monaten in seinen Träumen verfolgten?

Aber sie schüttelte nur grimmig den Kopf und stolzierte davon.

Mia. Schwanger.

Hier.

Sam ging hinein und war im nächsten Moment schon aus der Tür. Er wollte Antworten – sofort, also verschwendete er keine Zeit mit einem Anruf, sondern marschierte hinunter zum Hauptdeck, wo noch immer Gäste eincheckten. Der Purser sowie zwei weitere Angestellte begrüßten die Kreuzfahrer, und normalerweise wäre Sam beeindruckt davon, wie locker und freundlich seine Leute die Menschenmassen abfertigten. Doch heute interessierte es ihn nicht.

„Mr. Wilson“, sagte Sam, und der Purser drehte sich um.

„Mr. Buchanan“, sagte der ältere Mann mit einem Nicken. „Kann ich Ihnen behilflich sein?“

„Ja. Hat eine Frau namens Mia …“, fast hätte er Buchanan gesagt, erinnerte sich aber gerade noch rechtzeitig daran, dass Mia nach der Scheidung ihren Mädchennamen wieder angenommen hatte, „… Harper eingecheckt?“

Mr. Wilson sah schnell durch die Passagierliste auf seinem Klemmbrett, ehe er den Kopf hob. „Ja, Sir. Hat sie. Vor einer halben Stunde. Sie …“

Das war Mia. Eine schwangere Mia.

„Wo ist sie untergebracht?“

„In der Poseidon-Suite, Sir. Zwei Decks tiefer auf der Hafenseite und …“

„Danke, das genügt mir.“ Sam bahnte sich einen Weg durch die Menge, die sich bereits im Atrium tummelte.

Auf der Fantasy Nights wanden sich vom Atrium, dem Versammlungspunkt auf jedem Kreuzfahrtschiff, zweistöckige Treppenaufgänge aus einer Holz-Glas-Konstruktion nach oben. Jetzt waren sie mit Tannengirlanden geschmückt, und in der Mitte der Fläche stand ein gigantischer Weihnachtsbaum mit unzähligen funkelnden bunten Lichtern und Ornamenten. Eine Gruppe von Musikern unterhielt die Gäste mit Weihnachtsliedern.

Von der Decke hingen Hunderte von blinkenden weißen Lichtern, die Schneefall simulierten, und an einer Wand waren Tische aufgestellt, auf denen Weihnachtskekse und heiße Schokolade für die Passagiere bereitstanden.

Sam nahm nichts davon wahr. Er hatte keine Zeit, auf den Fahrstuhl zu warten. Stattdessen nahm er den nächsten Treppenaufgang und sprintete, zwei Stufen auf einmal nehmend, nach oben. Er kannte jedes Schiff der Flotte wie seine Westentasche, brauchte also keinen Blick auf die aushängenden Pläne zu werfen, um zu schauen, wohin er gehen musste.

Er wunderte sich, warum Mia die Poseidon-Suite, eine der größeren Suiten mit zwei Schlafräumen gebucht hatte. Wenn sie schwanger war, warum zum Teufel war sie nicht schon vor Monaten zu ihm gekommen? Er hatte keine Antworten auf all die Fragen, die ihm durch den Kopf schossen, also schob er sie zur Seite, in der Hoffnung, gleich all diese Rätsel lösen zu können.

Kurz darauf stand er vor Mias Suite und klopfte. Nur einen Moment später wurde die Tür aufgerissen. Langes rotes Haar. Grüne Augen. Grünes Shirt. Weiße Hose. Runder Bauch.

Aber nicht Mia.

Ihre Zwillingsschwester Maya.

Verspürte er Erleichterung? Enttäuschung? Beides? Sam starrte sie an und wusste nicht, was er sagen sollte.

Das Problem hatte Maya nicht. Wütend fuhr sie ihn an: „Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag, du Schuft.“

Im selben Augenblick trat Mia hinter ihre Schwester und verdrehte die Augen. „Hör schon auf, Maya.“

Maya starrte Mia ungläubig an. „Ernsthaft? Du verteidigst ihn auch noch?“

„Wieso verteidigen? Ich habe doch gar nichts getan“, sagte Sam.

Nichts getan?“, wiederholte Maya und warf ihm einen finsteren Blick zu, ehe sie sich wieder zu ihrer Schwester herumdrehte. „Das ist doch wohl nicht...



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