E-Book, Deutsch, 873 Seiten
Reihe: SAP Press
Chuprunov Handbuch SAP-Revision
3. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8362-8204-8
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Internes Kontrollsystem und GRC
E-Book, Deutsch, 873 Seiten
Reihe: SAP Press
ISBN: 978-3-8362-8204-8
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Prüfer kommt! Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie Ihr SAP-System aufstellen, um für die Wirtschaftsprüfung oder interne Revision gerüstet zu sein. Sie lernen, wie Sie ein Internes Kontrollsystem (IKS) in SAP ERP und SAP S/4HANA umsetzen , und werden mit Applikations- und Berechtigungskontrollen sowie Prüfungshandlungen vertraut gemacht. Zudem erfahren Sie, wie Sie ein IKS im Rahmen eines integrierten GRC-Ansatzes einrichten und automatisieren. So sind Sie als Wirtschaftsprüfer, IT-Verantwortlicher, Mitarbeiter in der Finanzabteilung, Security-Beauftragter und Berater für alle Fälle gewappnet ! Die 3. Auflage des Standardwerks umfasst die relevanten Neuheiten von SAP S/4HANA, Assurance für Cloud, neue gesetzliche Auflagen und Standards, neue SAP-GRC-Lösungen u. v. m.
Mit Beiträgen der folgenden Autorinnen und Autoren:
- Moldir Abdikerim: Abschnitt 21.2.2, "Marktwert eines Unternehmens"
- Reto Bachmann: Kapitel 14, "Exemplarische effizienz- und wirtschaftlichkeitsorientierte Analyseszenarien in SAP ERP"
- Günther Emmenegger: Kapitel 13, "Exkurs: FDA-Compliance und Kontrollen in SAP"
- Gerhard Jurasek: Kapitel 15, "Risk und Compliance in SAP S/4HANA"
- Maria Spöri: Kapitel 16, "Berechtigungen in SAP S/4HANA"
- Vishal Padiyar: Kapitel 17, "Unified Connectivity: Wirksamer Schutz in SAP-ERP-Umgebungen"
- Volker Lehnert: Kapitel 11, "Datenschutz-Compliance in SAP ERP Human Capital Management"
- Marc Michely: Kapitel 12, "Betrug im SAP-System"
Aus dem Inhalt:
- SAP ERP und SAP S/4HANA
- SAP Process Control 12
- Prozessübergreifende Kontrollen
- Kontrollen in Finanzwesen, Einkauf, Vertrieb und Personalwirtschaft
- Vorgehensweise in FI, MM, SD, HCM etc.
- FDA-Compliance, Betrug im SAP-System
- Risiko- und effizienzorientiertes IKS
- Assurance- und Compliance-Lösungen
- Cloud-Lösungen
- Business Integrity Screening (BIS) (ehemals Fraud Management)
- Audit Management
- Unified Connectivity (UCON)
- Datenschutz/DSGVO
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort ... 25
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist billiger: Einleitung ... 27
TEIL I Vom Paragrafen zum Konzept: IKS und Compliance im ERP-Umfeld ... 39
1. Gesetzliche Anforderungen im Bereich IKS-Compliance ... 41
1.1 ... Begriffsdefinitionen und Abgrenzung ... 41
1.2 ... IKS-Anforderungen in Europa ... 49
1.3 ... IKS-Anforderungen in der Finanzbranche ... 56
1.4 ... Unternehmenserfolg durch IKS? ... 60
1.5 ... Resümee ... 62
2. Der Prüfer kommt: Wann, warum und wie man damit umgeht ... 63
2.1 ... IKS im IT-Umfeld aus der Sicht der Wirtschaftsprüfung ... 64
2.2 ... IKS-Assurance in der Praxis ... 72
2.3 ... Interessenskonflikte in der Wirtschaftsprüfung ... 83
2.4 ... Resümee ... 87
3. IKS-Anforderungen und SAP-ERP-Systeme: Grundsätze, Frameworks, Struktur ... 89
3.1 ... IKS-Inhalte im SAP-ERP-Umfeld definieren ... 89
3.2 ... IKS-relevante Referenzmodelle ... 106
3.3 ... IKS und risikomanagementrelevante Standards und Modelle ... 116
3.4 ... Resümee ... 123
4. Wie geht SAP mit dem Thema Compliance um? ... 125
4.1 ... Softwarezertifizierung ... 125
4.2 ... Compliancerelevante Leitfäden ... 130
4.3 ... SAP-Lösungen für Governance, Risk and Compliance (GRC) ... 138
4.4 ... Resümee ... 170
TEIL II Vom Konzept zum Inhalt: Kontrollen in SAP ERP ... 173
5. Revisionsrelevante SAP-Basics ... 175
5.1 ... Am Anfang war die Tabelle: SAP-System als tabellengesteuerte Applikation ... 176
5.2 ... Berechtigungen ... 208
5.3 ... Resümee ... 227
6. Generelle IT-Kontrollen in SAP ERP ... 229
6.1 ... Organisatorische Kontrollen ... 229
6.2 ... Kontrollen im Bereich Change Management und Entwicklung ... 240
6.3 ... Sicherheitskontrollen beim Zugriff auf das SAP-System und bei der Authentifizierung ... 252
6.4 ... Sicherheits- und Berechtigungskontrollen innerhalb von SAP ERP ... 261
6.5 ... Resümee ... 279
7. Übergreifende Applikationskontrollen in SAP ERP ... 281
7.1 ... Grundsatz der Unveränderlichkeit ... 282
7.2 ... Kontrollen für die datenbezogene Nachvollziehbarkeit ... 288
7.3 ... Nachvollziehbarkeit der Benutzeraktivitäten im SAP-System ... 296
7.4 ... Prozessübergreifende Verarbeitungskontrollen ... 304
7.5 ... Resümee ... 315
8. Kontrollen in der Finanzbuchhaltung ... 317
8.1 ... Grundlegende Kontrollmechanismen im Hauptbuch ... 318
8.2 ... Kontrollen zur Richtigkeit und Qualität der Daten im Hauptbuch ... 328
8.3 ... Vollständigkeit der Verarbeitung im Hauptbuch ... 338
8.4 ... Sicherheit und Schutz der Daten im Hauptbuch ... 344
8.5 ... Kontrollen in der Anlagenbuchhaltung ... 355
8.6 ... Kontrollen in der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung ... 370
8.7 ... Resümee ... 378
9. Kontrollmechanismen im SAP-ERP-gestützten Procure-to-Pay-Prozess ... 379
9.1 ... Bestellwesen ... 381
9.2 ... Wareneingänge und Rechnungsprüfung ... 385
9.3 ... WE/RE-Konto ... 390
9.4 ... Kontrollen rund um das Thema Bestände ... 395
9.5 ... Corporate Governance ... 406
9.6 ... Resümee ... 407
10. Kontrollmechanismen im SAP-ERP-gestützten Order-to-Cash-Prozess ... 409
10.1 ... Kontrollen in der vorbereitenden Vertriebsphase ... 410
10.2 ... Kontrollen bei der Auftragserfüllung und Umsatzlegung ... 417
10.3 ... Resümee ... 430
11. Datenschutz-Compliance in SAP ERP Human Capital Management ... 431
11.1 ... Gesetzliche Datenschutzanforderungen ... 432
11.2 ... Datenschutzrelevante übergreifende Kontrollmechanismen im SAP-System ... 449
11.3 ... Besondere Anforderungen an SAP ERP HCM ... 454
11.4 ... Berechtigungen und Rollen in SAP ERP HCM ... 455
11.5 ... Datenlöschung und Datensperrung ... 468
11.6 ... Resümee ... 469
12. Betrug im SAP-System ... 471
12.1 ... Einführung ... 471
12.2 ... Betrugsszenarien in der SAP-Basis ... 476
12.3 ... Betrugsszenarien im Hauptbuch ... 478
12.4 ... Betrugsszenarien im Vertriebsbereich ... 482
12.5 ... Betrugsszenarien in der Personalbuchhaltung ... 488
12.6 ... Resümee ... 491
13. Exkurs: FDA-Compliance und Kontrollen in SAP ... 493
13.1 ... Gesetzliche Anforderungen im Bereich Arznei- und Lebensmittelherstellung ... 493
13.2 ... Validierung der IT-Systeme ... 498
13.3 ... FDA-Compliance in IT-gestützten Geschäftsprozessen ... 501
13.4 ... FDA-Compliance bei Systempflege, -aktualisierung und -änderung aufrechterhalten ... 506
13.5 ... Resümee ... 508
14. Exemplarische effizienz- und wirtschaftlichkeitsorientierte Analyseszenarien in SAP ERP ... 509
14.1 ... Prozessbezogene Datenauswertungen ... 510
14.2 ... Analyse der Stammdatenqualität ... 527
14.3 ... Manuelle Datenänderungen ... 535
14.4 ... Ergänzung von SAP-ERP-Standardreports ... 547
14.5 ... Resümee ... 550
15. Risk und Compliance in SAP S/4HANA ... 551
15.1 ... SAP S/4HANA im Überblick ... 551
15.2 ... Finanzbuchhaltung ... 558
15.3 ... Controlling ... 569
15.4 ... Resümee ... 572
16. Berechtigungen in SAP S/4HANA ... 573
16.1 ... Berechtigungen für SAP Fiori ... 574
16.2 ... Berechtigungen für das SAP-S/4HANA-Backend ... 587
16.3 ... Funktionstrennung in SAP S/4HANA ... 590
16.4 ... Berechtigungen in SAP HANA ... 593
16.5 ... Erfahrungswerte aus SAP-S/4HANA-Berechtigungsprojekten ... 602
16.6 ... Resümee ... 605
17. Unified Connectivity: Wirksamer Schutz der SAP-ERP-Umgebungen ... 607
17.1 ... Schnittstellenbezogene Risiken in SAP ERP ... 608
17.2 ... Die Funktionsweise von UCON ... 612
17.3 ... Phasen der UCON-Einführung ... 613
17.4 ... Konfigurationsschritte ... 615
17.5 ... Bereitstellungsszenarien für UCON ... 625
17.6 ... FAQ zu UCON ... 635
17.7 ... Resümee ... 637
TEIL III Von Konzept und Inhalt zur Umsetzung: Die Automatisierung eines Internen Kontrollsystems ... 639
18. IKS-Automatisierung: Wie bringt man den COSO-Cube ins Rollen? ... 641
18.1 ... Grundidee der IKS-Automatisierung ... 641
18.2 ... IKS-relevante Objekte und Dokumentation ... 646
18.3 ... Grundszenarien der IKS-Aktivitäten ... 655
18.4 ... Resümee ... 664
19. IKS-Automatisierung mithilfe von SAP Process Control ... 665
19.1 ... Einleitung: IKS-Umsetzung mit SAP Process Control ... 666
19.2 ... Technische Implementierung ... 668
19.3 ... Datenmodell ... 676
19.4 ... Implementierung des IKS-Prozesses ... 696
19.5 ... IKS- und Compliance-Umsetzung: Rollen ... 741
19.6 ... Resümee ... 752
20. Umsetzung von automatisierten Test- und Monitoring-Szenarien ... 753
20.1 ... Automatisierte Test- und Überwachungsszenarien im SAP-Umfeld ... 754
20.2 ... Automatisierte Tests und Monitoring in SAP GRC ... 766
20.3 ... Einrichtung von CMF-Szenarien in SAP Process Control ... 773
20.4 ... Resümee ... 800
21. SAP GRC - Erfolgsfaktoren und Erfahrungswerte ... 801
21.1 ... Wem nutzt GRC: Die drei Verteidigungslinien im Überblick ... 801
21.2 ... Der Mehrwert von GRC ... 805
21.3 ... Projekterfahrungen bei der Automatisierung von IKS und Risikomanagement ... 810
21.4 ... Resümee ... 822
Anhang ... 825
A ... Abkürzungsverzeichnis ... 827
B ... Literatur ... 839
C ... Der Autor ... 845
Index ... 851
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist billiger: Einleitung
Die Notwendigkeit, Risiken zu beherrschen und ein Internes Kontrollsystem (IKS) zu etablieren, steht ganz oben auf der Agenda des Topmanagements. Kann die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen einen tieferen Sinn und Nutzen haben, der über das simple »Paragrafen-Genüge-tun« hinausgeht? Sicherlich ja – wenn man es richtig macht. Die Praxis zeigt Folgendes:
-
Nicht-Compliance ist einfach zu teuer. Wem nutzt eine strategische Entscheidung, zum Beispiel Daten von Kunden aus dem EU-Raum zu bearbeiten, wenn im Unternehmen keine hinreichenden technischen und organisatorischen Maßnahmen für deren Schutz etabliert sind? Strafen in Höhe von 4 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens können dessen Position spürbar schwächen.
-
Oft wird übersehen, dass das Thema IKS aufgrund seiner traditionellen Fokussierung auf Compliance auch die Überwachung der Geschäftsprozesse hinsichtlich Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Performance umfassen kann. Außerdem setzt das im Vorwort angesprochene und das IKS mitumfassende intelligente GRC voraus, dass neben der Gesetzeskonformität auch operative und strategische Zielsetzungen im Fokus von Governance, Risk und Compliance stehen. Es geht daher nicht nur um Paragrafen.
-
Compliance als Spielregeln, die vom Staat in Ausübung seiner regulierenden Rolle aufgestellt wurden, schützt die Allgemeinheit vor vielen Übeln. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die spektakulären Pleiten von Enron, FlowTex etc.? Ihre Ursachen lagen unter anderem in der Manipulation der externen Finanzberichterstattung.
-
Diverse Compliance-Initiativen fordern, die komplexen Prozesse in einem Unternehmen (oft erstmals) sauber aufzunehmen. Transparentere Abläufe sind besser steuerbar, und die identifizierten Kontrollen kommen auch dem operativen Bereich zugute.
-
Ein ineffizienter Compliance-Management-Prozess bindet viele Ressourcen. Die Automatisierung dieses Prozesses kann die Unternehmensleitung spürbar entlasten.
-
Und nicht zuletzt: Compliance kann direkte finanzielle Vorteile bringen, wie etwa eine geringere Kapitalbindung infolge einer genaueren bzw. risikospezifischen Eigenkapitalhinterlegung oder günstigere Kredite aufgrund einer besseren Bewertung durch Ratingagenturen. Darüber hinaus wirkt sich ein IKS positiv auf den Unternehmenswert aus.
Es gibt demnach zahlreiche Gründe, Compliance-Anforderungen nicht ausschließlich als notwendiges Übel zu betrachten. Ihre effiziente Umsetzung und der Aufbau eines wirksamen IKS waren und bleiben jedoch nicht einfach:
-
IKS-Management in einem integrierten Ansatz als Teil von intelligentem GRC zu betrachten, ist für viele Unternehmen Neuland. Die Frage nach einem praktikablen Zusammenspiel von IKS und Risikomanagement stellt Unternehmen nicht nur vor konzeptionelle und GRC-lösungsspezifische Herausforderungen, sondern fordert organisatorisch eine engere Zusammenarbeit zwischen den drei Verteidigungslinien im Unternehmen.
-
Ohne hinreichende Aufmerksamkeit auf Governance-, Risk- und Compliance-Themen und ohne überzeugende Vorbildrolle der Führungsetagen geht nichts. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, ist es sehr schwierig, eine positive Risikokultur im Unternehmen zu fördern, bei der man einen Risikomanager als Freund, Helfer und Budgetbeschaffer für Problembereiche betrachtet.
-
Das komplexe SAP-ERP-Umfeld erfordert ein spezifisches Know-how, und bei IT-gestützten Geschäftsprozessen weiß man nicht immer, welche Risiken sich darin verbergen und welche Kontrollmechanismen es gibt.
-
Die Missachtung von Compliance-Anforderungen während der Implementierung eines SAP-Systems kann gravierende Folgen haben. Im Nachhinein ist man immer schlauer, im Falle nicht berücksichtigter Compliance-Anforderungen bei der SAP-Implementierung aber meist auch ärmer. Die SAP-Einführung ist ein kostspieliges Unterfangen, und ein nachträgliches Redesign ist aufwendig und teuer.
-
Kontrollen müssen gelebt werden: Nicht die Kontrollen sind wirksam, die richtig dokumentiert sind, sondern vielmehr die Kontrollen, die ausgeführt werden. Dabei sorgt die in der Praxis oft noch fehlende Automatisierung für viel administrativen Aufwand. Microsoft Excel Sheets, E-Mails und manuelle Systemauswertungen dominieren noch erschreckend oft die IKS- und Revisionswelt, auch in großen Unternehmen.
Die Automatisierung eines IKS könnte Antworten auf viele Fragen geben, die heutzutage die Welt der Compliance beschäftigen:
-
Wie lässt sich die Transformation von einem statischen IKS in Richtung eines integrierten und risikoorientierten GRC-Ansatzes bewerkstelligen?
-
Können alle drei Verteidigungslinien integriert zusammenarbeiten?
-
Lässt sich eine positive Risikokultur durch Tools fördern?
-
Wie bringt man die operativen und revisionsspezifischen Sichten auf Kontrollmechanismen zusammen?
-
Ist ein Realtime-Reporting über den Compliance-Stand auf Knopfdruck möglich?
-
Wie kann man das IKS so abbilden, dass unterschiedliche Anforderungen von Risikomanagement, interner Revision, externer Jahresabschlussprüfung und branchenspezifischen Kontrollanforderungen effizient erfüllt werden?
Um ein IKS richtig zu implementieren, müssen viele Puzzleteile zusammengefügt werden:
-
Integration zwischen Risiko-, IKS-, Richtlinien- und Revisionsmanagement
-
gesetzliche Anforderungen und deren Auswirkung auf die heutige Welt der ERP-gestützten Prozesse
-
Konzipierung und Aufbau eines IKS-Modells im IT-Umfeld
-
Automatisierung eines IKS-Compliance-Prozesses
-
Automatisierung der Test- und Überwachungsszenarien durch Integration
-
unternehmensinterne IKS- und Compliance-Ziele bezüglich Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Performance
-
Umgang mit interner und externer Revision
Das hochaktuelle und spannende Gesamtbild bzw. die Vision der automatisierten GRC-Management-Prozesse im SAP-ERP-Umfeld eines gut geführten Unternehmens, zu dem sich die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen lassen, hat uns dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben.
Thema, Aufbau und Inhalt des Buches
Die große Welle von gesetzlich getriebenen IKS-Projekten wurde Anfang der 2000er Jahre durch den Sarbanes-Oxley Act ausgelöst. Diese Welle hat auch in Europa alle in den USA börsennotierten Unternehmen erfasst. Auch in Europa wurde der Ruf nach mehr Transparenz und einer Risikominimierung lauter. Das schlug sich in EU-Richtlinien und weiteren lokalen gesetzlichen Initiativen nieder. Der weltweite Trend zeigt insgesamt, dass ein funktionierendes IKS als eine staatlich geforderte Compliance-Anforderung rasch durchsetzt. Aktuell erleben wir, dass die voranschreitende Digitalisierung und »Cloudisierung« der Geschäftswelt verschärfte Datenschutzauflagen mit sich bringt.
Das Thema Governance, Risk, and Compliance als einheitliches Konzept (man spricht von einem integrierten GRC-Ansatz) ist auf dem Markt längst angekommen, und das Berücksichtigen von allen drei Verteidigungslinien im Unternehmen spiegelt sich sowohl in den einschlägigen Softwarelösungen als auch in anerkannten Referenzmodellen und Standards wider. Das Thema Compliance kann somit nicht mehr isoliert betrachtet werden.
In diesem Buch wird Compliance als ein im Rahmen eines IKS abgebildeter Prozess verstanden, der Konformität mit den gesetzlichen Anforderungen und mit den unternehmenseigenen Richtlinien und Zielen (vor allem Effizienz und Wirtschaftlichkeit) gewährleisten soll. Ein IKS war schon vor dem Computerzeitalter bekannt, aber erst mit dem Voranschreiten der Informationstechnologie haben sich neue Besonderheiten ergeben: Die Systemprüfung als Prüfungsansatz, und insbesondere die Betrachtung von IKS und den softwarespezifischen Applikationskontrollen im Rahmen der externen Revision, haben sich als Pflicht durchgesetzt. Die Antwort auf die Frage, was all dies für Unternehmen bedeutet, deren Prozesse SAP-ERP-gestützt ablaufen, muss klar strukturiert und beschrieben werden.
Wie Sie es gesehen haben, gibt es zahlreiche Puzzleteile rund um die hochaktuellen Themen IKS und Compliance, die es zusammenzufügen gilt, um einen guten Überblick zu erhalten. Dieses Buch berücksichtigt die Verbindung von Compliance mit den weiteren...




