Clare | Ragpicker King - Die Chroniken von Castellan | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 704 Seiten

Reihe: Die "Sword Catcher"-Reihe

Clare Ragpicker King - Die Chroniken von Castellan

Roman - Die große High-Fantasy-Saga der Weltbestsellerautorin geht weiter!
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-30434-8
Verlag: Penhaligon
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman - Die große High-Fantasy-Saga der Weltbestsellerautorin geht weiter!

E-Book, Deutsch, Band 2, 704 Seiten

Reihe: Die "Sword Catcher"-Reihe

ISBN: 978-3-641-30434-8
Verlag: Penhaligon
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wem kannst du vertrauen, wenn jede Fehlentscheidung den Tod bedeutet? Der brandneue Bestseller von Cassandra Clare!

Ein Massaker hat den Palast von Castellan in Blut getränkt. Schwertfänger Kel muss die Schuldigen finden. Doch die einzigen Hinweise auf das Verbrechen hütet der Lumpensammlerkönig. Dieser Verbrecher hält aber nicht nur Kels Schicksal in der Hand: Auch die Heilerin Lin ist durch ein unheilvolles Bündnis dem Lumpensammlerkönig ausgeliefert. Dann entdeckt sie, dass der Wahnsinn, der vom König Besitz ergriffen hat, magischen Ursprungs ist – und diese uralte Kraft übt auf Lin eine ebensolche Anziehung aus wie Kronprinz Conor ...

Cassandra Clare ist eine internationale Bestsellerautorin. Ihre Bücher wurden weltweit über 50 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Seit dem Überraschungserfolg der »Chroniken der Unterwelt« waren all ihre Romane große Bestseller. So auch die neueste Serie »Die Letzten Stunden«. Cassandra Clare lebt in Massachusetts, USA.
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Prolog


Artal Gremont, Erbe der Tee- und Kaffee-Charta von Castellan, hatte das Meer nie besonders gemocht. Dabei war es die Quelle seines Reichtums: Tee und Kaffee im Wert von Millionen von Goldkronen, die in schnittigen Schiffen über die Ozeane zum Hafen von Castellan transportiert wurden, hatten seine Familie reicher gemacht als die Götter. Theoretisch schätzte er die Vorteile des Seewegs, aber in Wirklichkeit fand er das Meer flach, uninteressant und langweilig.

Andererseits fand Gremont die meisten Dinge langweilig. Der Großteil der Menschen neigte dazu, langweilig zu sein und generell kleingeistig. Die meisten Partys waren langweilig. Sein Dasein als Sohn eines Charta-Inhabers in Castellan, der zwar viel Geld, aber keine wirkliche Macht besaß, war ebenso langweilig gewesen. Und als er versucht hatte, sein Leben interessanter zu gestalten, hatten seine Eltern ihn ins Exil geschickt, um in fremden Gefilden ihre Geschäfte zu leiten – was langweilig gewesen war.

Doch jetzt begann die Situation, interessanter zu werden. Nach dem Tod seines Vaters hatte er die Tee- und Kaffee-Charta geerbt und war nach Castellan zurückgerufen worden, womit sein Exil beendet war. Daraufhin hatte er eine Passage auf dem nächsten Schiff gebucht, das den Hafen von Taprobana verließ: eine von Laurent Adens Galeonen, die gerade eine Ladung Teakholz nach Castellan transportierte. Das Schiff verfügte über sechs winzige Passagierkajüten in der Nähe des Hecks, während die riesige Kapitänskajüte sämtliche Fenster in Beschlag nahm. Gremonts Kajüte war kaum mehr als eine Abstellkammer mit einer in die Wand eingelassenen Koje und einem am Boden festgeschraubten Tisch, damit er bei den Bewegungen des Schiffs nicht hin und her rutschte.

Langweilig, langweilig, langweilig. Gremont lief in seiner Kajüte unruhig auf und ab. Auf diesem verdammten Schiff gab es keinerlei Abwechslung, und seine Unruhe wuchs von Tag zu Tag. Jedes Mal, wenn er sich in diesem Zustand befand, er einfach etwas tun, damit sich seine Laune hob. Es war ihm ein regelrechtes Bedürfnis, so wie andere Männer Nahrung oder Wasser brauchten.

Leider führte Laurent Aden als Kapitän ein strenges Regime auf seinem Schiff und hatte wenig Verständnis für Artals Vorlieben. In der Woche nach Verlassen des Hafens von Favár war eine blinde Passagierin an Bord entdeckt worden, und Artal hatte sich wenigstens etwas mit ihr vergnügen können, bevor Laurent davon erfuhr und das junge Mädchen in aller Eile aus Artals Kajüte holen ließ. Ein paar nicht besonders höfliche Worte waren gewechselt worden, und der Kapitän hatte Artal zu verstehen gegeben, sollte er sich auf der noch einmal auf derartige Vergnügungen einlassen, würde er ihn im nächsten Hafen kurzerhand an Land setzen, Charta hin oder her.

Gremont hatte keine Ahnung, was mit dem Mädchen passiert war, und es war ihm auch egal. Sie hatte Blut auf seine Lieblingsjacke getropft, was ihn geärgert hatte – allerdings weniger als die Tatsache, dass er jetzt in dieser Kajüte festsaß.

Laurent hatte ihm gesagt, er solle nicht auf dem Schiff herumlaufen. Aber der konnte ihn mal am Arsch lecken.

Gremont riss die Tür seiner Kajüte auf, trat hinaus auf den schmalen Gang, der sich über die gesamte Länge des Schiffs erstreckte, und nahm eine Sturmlaterne von einem Nagel an der Wand. Am besten ging er zielstrebig durch den Flur, dachte er, und marschierte durch das Schiff auf die Treppe zu, die zum Sturmdeck hinaufführte. Ein zielstrebiger Gang gaukelte den Leuten vor, man sei in einer wichtigen Angelegenheit unterwegs.

Sein Weg führte ihn an der Kombüse vorbei, wo der Smutje auf einem Stuhl schlief, zu seinen Füßen einen Holzeimer mit halb geschälten Kartoffeln. Den Göttern sei Dank würden sie nur noch ein paar Tage auf See verbringen: Gremont hatte die Nase voll von Pökelfleisch, Salzkartoffeln und Rindertalg.

Weiter oben auf dem Sturmdeck war die Luft rein. Der Mond schwebte nahe über dem Horizont und zeichnete einen weißen Pfad auf das Wasser. Mehrere Taue für die Segel lagen in ordentlichen Windungen zusammengerollt, wie schlafende Schlangen.

Manch einer hätte die Aussicht bewundert – die Sterne am Himmel so schimmernd wie Nagelköpfe, das Wasser unruhig wie Riffelglas. Doch Gremont hatte für all das nur einen missmutigen Blick übrig. Das Meer war eine Barriere zwischen ihm und Castellan, zwischen ihm und der Rückforderung all dessen, was er im Exil verloren hatte.

Das Knarren einer Planke unter seinen Füßen machte ihn darauf aufmerksam, dass er nicht allein war. Er drehte sich um und sah einen Moment lang nichts. Aber dann tauchte sie vor ihm auf – ein Schatten, der sich aus den Schatten entwickelte. (Als er sie das erste Mal dabei beobachtet hatte, war er vor Schreck fast in Ohnmacht gefallen, aber inzwischen hatte er sich an ihre Art von Magie gewöhnt.) Sie trug die typische Kleidung einer Attentäterin: Jeder Teil ihres Körpers war mit glattem schwarzem Stoff bedeckt. Dadurch wirkte sie gesichtslos, was Gremont nervös machte – obwohl er genau wusste, wie sie unter der Verkleidung aussah.

»Ich bin hier, um dir zu deiner bevorstehenden Hochzeit zu gratulieren, Artal«, sagte sie. Ihre Stimme klang tief und heiser. Hätte er ihr Geschlecht nicht gekannt, hätte er es wahrscheinlich nicht erraten können.

»Es hat wohl keinen Sinn, dich zu fragen, wie du vom Kontinent hierhergekommen bist«, erwiderte er missmutig. »Auf einer Fledermaus hergeflogen, wie?«

Sie lachte leise. »Für einen Mann, der im Begriff ist, eine sehr vorteilhafte Ehe einzugehen, bist du ziemlich verbittert. Wie amüsant.«

Er schnaubte. »Du weißt, dass ich mir mehr erhofft hatte als Antonetta Alleyne.«

»Ich weiß, dass du Anjelica von Kutani ins Auge gefasst hattest. Aber ihre Familie hätte dich niemals akzeptiert. Sie ist eine Prinzessin, und königliches Blut verlangt für eine Eheschließung nach königlichem Blut.«

»Du musst es ja wissen.«

Jetzt schnaubte sie, sprang dann leichtfüßig auf die Reling des Schiffs und balancierte mühelos darauf – während Gremont bei dem Gedanken an den tiefen Sturz ins Wasser mulmig wurde. »Sei nicht sauer, Gremont. Ich hoffe, du wirst dir das mit unserer Abmachung nicht noch einmal überlegen.«

Gremont spürte, wie ihm ein leichter Schauer über den Rücken lief. Er wusste, dass sie über Magie verfügte, obwohl er in dem Glauben aufgewachsen war, dass sämtliche Magie außer der Niederen Magie mit der Sonderung verschwunden war. Als sie ihm zum ersten Mal das Gegenteil bewiesen hatte, war er zutiefst schockiert gewesen. Und er trug noch immer die Narbe auf seinem Handrücken: ein glänzender Fleck verbrannter Haut, der einem Seestern ähnelte.

Selbst jetzt fürchtete er sie – obwohl ihn die Tatsache, dass sie es wusste, maßlos ärgerte. »Unsere Abmachung steht«, erwiderte er.

»Gut.« Sie blickte auf ihn herab, augen- und gesichtslos, ein dunkler Schatten vor dem weitläufigen Blau des Nachthimmels und des Ozeans. »Ich hoffe, du bist aus härterem Holz geschnitzt als dein Vater. Auch er hat uns seine Loyalität zugesichert, aber letztendlich wollte er uns verraten.«

»Er war immer schwach«, murmelte Gremont. Sein Vater hatte keinen Finger gerührt, um ihn vor dem Exil zu bewahren, und Gremont hatte das weder vergessen noch verziehen. Seine Mutter war genauso schwach, aber von einer Frau erwartete man weniger, und zumindest war sie ihm blindlings ergeben. »Du musst mich nicht daran erinnern, dass ich nicht so schnell aus dem Exil hätte zurückkehren können, wenn nicht gewisse Fäden gezogen worden wären. Ich weiß sehr wohl, wem meine Loyalität gilt.«

»Das freut mich«, sagte sie, »denn es hat sich eine neue Gelegenheit ergeben. Eine Chance für dich, deine Schlauheit unter Beweis zu stellen. Deine zukünftige Frau Antonetta, Erbin der Seiden-Charta, verfügt anscheinend über gewisse Informationen. Es gibt noch jemanden, den wir auf unsere Seite ziehen müssen, und sie weiß, wie wir ihn finden können.«

»Antonetta? Tatsächlich? Ich hätte nicht gedacht, dass sie Informationen in ihrem leeren Kopf hat.«

»Selbst eine Maus kann auf einen kostbaren Krümel stoßen. Wie dem auch sei, sobald ihr verheiratet seid, gebe ich dir die Erlaubnis, die Wahrheit aus ihr herauszupressen. Mit allen von dir bevorzugten Mitteln.«

»Wirklich? Mit allen Mitteln?« Gremont grinste. »Ich werde dich nicht enttäuschen.«

»Versuch bitte, dich dabei nicht allzu sehr gehen zu lassen, Artal. Im Moment hat Liorada Alleyne mehr Angst vor uns als vor dem Haus Aurelian, aber wenn sich dies ändert, könnte das all unsere Pläne durchkreuzen. Deine Heirat mit Antonetta ist ein weiteres Druckmittel, mit dem wir die liebe Liorada in Schach halten können. Also lass das Mädchen am Leben, in Ordnung? Mir zuliebe.«

»Selbstverständlich«, versicherte Gremont. »Es macht sowieso viel mehr Spaß, sie am Leben zu erhalten. Mein ganz persönliches Spielzeug. Wir werden sehen, wie sie reagiert, wenn ihre Seide zerrissen wird.«

Die dunkle Gestalt lachte leise. »Es freut mich, dass dich der Gedanke glücklich macht, Artal. Aber vergiss nicht: Auf dem Hügel gibt es viele, die uns gern scheitern sehen würden. Viele, die dem Haus Aurelian noch immer treu ergeben sind. Und trag dein Amulett! Es ist mächtiger, als du denkst.«

»In der Tat.« Artal hob die Hand, um den Anhänger zu berühren, den sie ihm in Taprobana geschenkt hatte, bevor er überhaupt einen Fuß auf dieses Schiff gesetzt hatte. »Ich wäre ein Narr, wenn ich...


Clare, Cassandra
Cassandra Clare ist eine internationale Bestsellerautorin. Ihre Bücher wurden weltweit über 50 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Seit dem Überraschungserfolg der »Chroniken der Unterwelt« waren all ihre Romane große Bestseller. So auch die neueste Serie »Die Letzten Stunden«. Cassandra Clare lebt in Massachusetts, USA.



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