Clay | Nachtwache | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 113 Seiten

Clay Nachtwache


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7427-9889-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 113 Seiten

ISBN: 978-3-7427-9889-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein gewöhnlicher Mann erlangt hellseherische Kräfte. Dennis Cruder erreicht eine entlegene Raststätte, um einen alten Bekannten zu treffen. Der Tod seiner Frau liegt einige Jahre zurück. Doch die gewöhnliche Verabredung nimmt eine grausame Wendung. In dieser Nacht kommt sein langjähriger Vertrauer Edgar ums Leben. Zuvor erzählt er ihm von einem geheimnisvollen Fund, den er einst in der Wüste Nevadas gemacht hatte. Dennis Cruder, der Lastwagenfahrer, wird danach von Alpträumen heimgesucht, die ihm die Zukunft vorhersagen. Allerdings kann er sich niemanden anvertrauen. In einer Tankstelle trifft er auf Susanna und ihren Sohn, eine Begegnung mit ungewissem Ausgang.

Robert Clay ist ein Thriller und Horror Autor. Er hat in der Schulzeit mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Comics angefangen. Im Mittelpunkt seines ersten E-Books: 'Nachtwache', steht ein gewöhnlicher Lastwagenfahrer, der in die Zukunft blicken kann. Überwiegend handeln seine Geschichten von Menschen aus dem Alltag, die unvermittelt mit dem Bösen konfrontiert werden. Zu seinen Vorbildern gehören Raymond Chandler, John Irving, Balzac und Don DeLillo.
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Autoren/Hrsg.


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Nachtwache


Robert Clay

NACHTWACHE

THRILLER

Bild,- und Textrechte Copyright © Robert Clay

2.Auflage 2017

Impressum:

Kontakt: twitter.com/RobertClayOxO

mailrobertclay@gmail.com

In Andenken an Michelle

Vorbemerkung des Autors

Sämtliche Personen und Orte in dieser Geschichte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu realen Personen, Firmen oder Orte ist zufällig.

Die Schattenseite des Lebens übersteigt all unsere Ängste, diese schreckliche Überraschung erwartete mich an einem Herbstnachmittag. Ich trat an unser Schlafzimmerfenster, meine Frau war schon vor mir aufgestanden und ins Bad nebenan gegangen. Es machte mir nichts aus, denn Rachel war zu nervös, um lange warten zu müssen. Ein Schulbus fuhr gerade an der Strassenkreuzung vorbei, dahinter waren Menschen unterwegs zu den angrenzenden Geschäften.

»Dennis, bevor wir losfahren muss ich dir was wichtiges sagen. Kannst du dich noch an meine Mutter erinnern?« fragte mich Rachel, als sie aus dem Badezimmer kam. Sie lief an unser Bett vorbei und blieb vor mir stehen. Ich hatte mich zu ihr umgedreht und sah das sie sich einen Bademantel übergezogen hatte, ihre Haare waren noch noch nicht ganz abgetrocknet. Sie wirkte auf mich besorgt und fuhr dann fort: »Gestern bin ich mitten in der Nacht aufgewacht. Es war kurz nach zwei Uhr. Ich musste an einem Vorfall denken. Ich war zusammen mit meiner Mutter auf einem Festival gewesen, als sie sehr starke Kopfschmerzen bekam. Es wurde immer schlimmer, so das ich sie stützten musste. Es sind die selben Beschwerden, die ich jetzt auch habe« 

Ich blickte in ihr feuchtes Gesicht und legte dann behutsam meine Hände auf ihre Schultern, um sie zu trösten. Durch das Fenster des Schlafzimmers fiel gerade soviel Sonnenlicht das ich glaubte, Tränen in Rachels Augen zu erkennen.

»Schatz. Wir werden gemeinsam zum Arzt gehen, deshalb bin ich heute auch Zuhause geblieben. Mach dir bitte keine Sorgen! Es wird schon nichts ernstes sein. Wichtig ist nur, das du dich warm genug anziehst. Wir wollen hinterher noch Essen gehen.«  Ich brachte sie zum Lächeln. Natürlich konnte ich mich noch an Rachels Mutter erinnern. Vor einigen Jahren war sie an gewöhnlicher Altersschwäche gestorben, längst nachdem ihre Symptome ganz von alleine abgeklungen waren.Trotzdem war ich überzeugt, das es richtig war meine Frau zu einem Neurologen zu begleiten.

Schließlich verließen wir kurz vor drei Uhr die Wohnung, stiegen in meinen Wagen und fuhren ins Stadtzentrum von Kansas. Der eingestellte Radiosender übertrug die Nachrichten und ich brauchte nicht unnötig schnell zu fahren, denn der Strassenverkehr war zu dieser Zeit sehr entspannt. Es hatte schon zu dämmern angefangen, als wir die Hochhäuser erreicht hatten. Ich schaltete das Autoradio aus, um mich besser konzentrieren zu können. Menschenmassen strömten aus einem Einkaufszentum. An einem angesagten Kino hatte sich eine drängelnde Warteschlange gebildet und ein Kerl überquerte plötzlich die Strasse, vorbei an die huppenden Autos, die im letzten Moment bremsen mussten. Ich entschloss mich langsamer zu fahren und hatte den Eindruck, das Rachel nachdenklich geworden war. Ich sagte zu ihr, das in einigen Wochen bestimmt Schnee fallen würde. Und fügte hinzu, das dann wie in jedem Jahr die gleichen bekannten Weihnachtslieder rauf und runter gespielt werden würden. Es war ein Versuch Rachel abzulenken und sie auf andere Gedanken zu bringen. Allerdings stellte ich fest, das ich sie kaum noch mehr erreichen konnte. Es fällt schwer zu sagen was man auf dem Herzen hat. Man neigt eher dazu unnötige Floskeln zu reden, als das wichtigste direkt zu sagen. Für mich war das wichtigste vor allem der dunkelblaue Wollmantel, den Rachel an diesem Nachmittag anzogen hatte.Nach allem was danach geschah, musste ich immer daran denken, warum ich es verschwiegen habe, ihr zu sagen, wie bezaubernd schön sie darin aussah.

Wir fanden einen Parkplatz neben einem chinesischen Restaurant, danach stiegen wir aus und liefen die restliche Strecke, bis wir ein graues mehrstöckiges Gebäude erreicht hatten. Rachel trat nach vorn, blickte zur Sprechanlage und drückte einmal kurz die Türklingel. Im Gebäude befanden sich einige Steuerberater und Handelsfirmen. Kurz darauf konnten wir die Messingtür öffnen und liefen zum Aufzug, der uns ins fünfte Stockwerk brachte. Als wir die Praxis von Dr. Kaminsky, einem empfohlenen Neurologen betraten, wurden wir von einer dunkelhaarigen Arzthelferin empfangen und von ihr in ein kleines Zimmer geführt. An der Wand fiel mir ein Kalender mit einer exotischen Inselformation auf, auf dem Schreibtisch stand eine Kaffee Tasse und ein Aktenordner.

»Es dauert nur noch einen kurzen Moment. Sie können gerne schon Platz nehmen. Er wird gleich bei ihnen sein.«  sagte seine Mitarbeiterin zu uns. Als ich mich zu ihr umdrehte, hatte sie uns schon verlassen und die Tür wurde geschlossen. Zuerst setzte sich meine Frau auf einen der Stühle, die hinter dem Eichenholzschreibtisch standen. Ich blieb noch eine Weile stehen und blickte aus dem Fenster hinaus auf die Autos, die unten wie dunkle Schatten entlangfuhren. Kein einziges Geräusch drang zu uns und ich dachte, das ich morgen, um dieser Zeit in meinem Lastwagen sitzen würde. Wir wären bestimmt wieder im gewohnten Alltag unserers Lebens. Niemand kann jedoch vorhersehen welche Zukunft vor einem liegt, vor allem wenn man keine Zukunft mehr hat.

Nach einer Weile setzte ich mich neben meiner Frau und griff nach ihrer kühlen Hand. Wir fingen ein kurzes Gespräch über unsere College Zeit an, darüber das einige unserer Mitschüler Medizin studieren wollten.Rachel entspannte sich dabei etwas. Der weiche Teppichboden sorgte dafür das wir es nicht mitbekamen, als sich die Zimmertür öffnete und erst, als die sehr tiefe Stimme des Arztes erklang, wurden wir aufmerksam. Ein großgewachsener Mann trat zu uns, reichte zuerst meiner Frau die Hand, danach begrüsste er mich und setzte sich an seinem Schreibtisch. Sein Aussehen kam mir vor wie ein Mann, der sich in seiner Freizeit auf Golfplätzen amüsierte. Er hatte einen ergrauten Vollbart und in seiner Brusttasche steckte ein Kugelschreiber. Sein Blick richtete sich zunächst auf meine Frau.

Er begann mit einer kurzen Erläuterung über die MRT Untersuchung, die Rachel vor einigen Tagen über sich ergehen lassen hatte. Danach setzte er seine rahmenlose Brille ab, behielt sie allerdings in seiner langen Hand, während sich sein Gesichtsausdruck veränderte. Sein schmaler Mund blieb kurz offen, sein Blick war immer noch konzentriert, aber er zögerte eine Bruchsekunde lang. Die Ruhe vor dem aussichtslosen Sturm. Es war eine schreckliche Ewigkeit die verging, bis er den Befund erwähnte.

»Ich muss ihnen sagen, das ich leider keine gute Nachrichten habe. In ihren Blutwerten liegt eine signifikante Erhöhung vor, die auf eine Entzündung der Hirnhaut hindeutet.«sagte er zu meiner Frau, dann wandte er sich an mich:»Ihre Frau muss dringend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Ich habe mich bereits mit ihrem Hausarzt  in Verbindung gesetzt. Er bekommt morgen früh die Ergebnisse der erfolgten Untersuchungen. Er wird sich dann mit ihnen für das weitere Vorgehen in Verbindung setzen.«

In all den Jahren war Rachel nur einmal an einer schweren Grippe mit hohem Fieber erkrankt. Sie trank fast gar kein Alkohol. Außerdem hatte sie nie geraucht. WIe konnte sie sich nun ernsthaft in Lebensgefahr befinden? Nachdem ich vor einigen Wochen von einer Fahrt aus Michigan nach Hause gekommen war, hatte sie sich nur über Kopfschmerzen beklagt gehabt. Wir hatten am Esstisch einen banalen Streit gehabt, danach lagen wir im Bett und schwiegen uns gegenseitig an. 

Im halbdunklen Raum der Praxis war es nun vollkommen still geworden und mir kam es vor, als wäre ein unsichtbarer Mörder zwischen meiner Frau und mir getreten. Rachel hatte ihr Gesicht mit den Händen bedeckt, dann stellte sie ihm die üblichen Fragen, darüber ob die Diagnose wirklich sicher war und vor allem, wie es weitergehen sollte.

»Wichtig ist nun zu erkennen, an welcher Krankheitsform sie erkankt sind. Das ist entscheidend für die weiteren Behandlungsmöglichkeiten und Therapien. Eine Gehirnhautentzündung ist lebensbedrohlich, aber je früher sie erkannt wird umso größer sind ihre Heilungschancen.«  hörte ich Dr. Kaminsky sagen. Als ich Rachel ins erschrockene verblasste Gesicht sehen konnte, waren wir alleine in dem Arztzimmer. Ich konnte spüren wie meine Unterlippen leicht zitterten.»Nein...Oh mein Gott. Nein, lass das nicht wahr sein! Ich wünschte wir könnten...



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