Claydon | Arzt gesucht - Liebe gefunden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Claydon Arzt gesucht - Liebe gefunden


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0557-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0557-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wie ein junger Gott steht Dr. Matteo Di Salvo vor ihr und bringt Roses Herz aus dem Takt. Der feurige Arzt ist ihr Traummann - aber kein Daddy für ihren Sohn. Sie kann mit Matteo nur kurz glücklich sein, dann muss Rose zurück in ihr altes Leben ...



Annie Claydon wurde mit einer großen Leidenschaft für das Lesen gesegnet, in ihrer Kindheit verbrachte sie viel Zeit hinter Buchdeckeln. Später machte sie ihren Abschluss in Englischer Literatur und gab sich danach vorerst vollständig ihrer Liebe zu romantischen Geschichten hin. Sie las nicht länger bloß, sondern verbrachte einen langen und heißen Sommer damit, ein eigenes Buch zu schreiben. Doch es wurde nicht veröffentlicht, und Annies Leben führte plötzlich in eine andere Richtung, sodass sie sich eines Tages in einem anderen Berufsfeld wiederfand: Sie hatte tatsächlich einen IT-Job! Glücklicherweise hörte das geschriebene Wort jedoch nie auf, sie zu reizen. Heute lebt sie in London und verfasst dort ihre erfolgreichen Arztromane. Sie bereut es nicht, den Weg zu ihrer wahren Leidenschaft zurückgefunden zu haben!

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1. KAPITEL

Der prächtige Bau leuchtete weiß in der Sonne. Der große Vorplatz und die Reihe hoher Palmen hinter dem Gebäude wiesen darauf hin, dass dies ein wichtiger Ort war. Rose Palmer nahm ihren kleinen Sohn bei der Hand und betrat durch die breite Eingangstür einen weitläufigen Empfangsbereich, in dem es nach der Nachmittagshitze draußen erfrischend kühl war.

Als Besucher sah man sofort, dass dieses Gebäude einem bestimmten Zweck diente. Jeder Archäologe – und Rose war da keine Ausnahme – wusste um die Wichtigkeit, dass man einen solchen Zweck auf Anhieb erkannte. In diesem Bau wiesen die hohen Decken und klaren Linien darauf hin, dass die Arbeit, die hier getan wurde, für die Menschen sehr bedeutsam war.

Aus Angst, William zwischen den anderen Besuchern zu verlieren, hielt Rose ihn fest an der Hand. Da sie keinen Empfangstresen sah, war es wohl am besten, jemanden zu fragen.

„Scusi …“

Eine Frau in einer weißen Bluse mit dem Logo des Krankenhauses auf der Brusttasche blieb stehen und fragte lächelnd etwas auf Italienisch.

„Inglese.“ Rose reichte ihr den Zettel, den ihre Freundin Elena ihr gegeben hatte. Darauf standen die Einzelheiten zu Williams Termin auf Italienisch.

„Ah. Sì.“ Rasch überflog die Frau den Zettel und warf William ein strahlendes Lächeln zu.

Allmählich war Rose mit der Art vertraut, mit der Sizilianer ihr liebevollstes Lächeln immer für kleine Kinder reservierten. Auch ihr Sohn hatte sich bereits daran gewöhnt. William hob den Arm, und die Frau nahm seine kleine Hand.

„Terzo piano.“ Die Frau zeigte auf den Lift, besann sich dann jedoch eines Besseren. Sie holte einen Stift aus der Tasche und lehnte sich an einen Wasserspender, um etwas auf den Zettel zu schreiben. Schließlich gab sie Rose den Zettel zurück, hielt den Daumen und zwei Finger hoch und zeigte wieder auf den Lift. Als Hinweis darauf, dass sie zur dritten Etage hochfahren sollte.

Dritte Etage rechts, dann die zweite Tür links. Rose nickte lächelnd und bedankte sich in gebrochenem Italienisch. Nachdem die Frau fröhlich etwas erwidert hatte, schaute sie ihnen bis zum Lift nach.

Oben wirkten die Flure weniger großartig und zweckmäßiger. Der Wegbeschreibung folgend, kam Rose in ein kleines, gemütliches Wartezimmer, in dem bereits mehrere Erwachsene und Kinder saßen. Eine Sprechstundenhilfe las ihren Zettel und lud sie mit einer Handbewegung ein, auf einem Stuhl Platz zu nehmen, ehe sie nach dem Telefonhörer griff.

Rose ging in die hintere Ecke des Raums, wo sie sich hinsetzte. Lieber wäre sie für die Untersuchung nach England zurückgeflogen, doch Elena und ihr Mann hatten davon nichts hören wollen. Alle Gastarchäologen, die an der Ausgrabung mitarbeiteten, waren privat versichert, und dieses Krankenhaus wäre eines der besten der Welt. Sie würden einen Termin für sie vereinbaren und einen Übersetzer anfordern, sodass William in den allerbesten Händen wäre. Schließlich war Rose zu Gast auf Sizilien, und alles andere würde als mangelhafte Gastfreundschaft gewertet.

Eins hatte Rose sehr schnell gelernt, nämlich dass man die sizilianische Gastfreundschaft unter keinen Umständen infrage stellen durfte. Also hatte sie das Angebot angenommen und war hierhergefahren. Falls die Sprachbarriere sich als zu groß herausstellen sollte, würde sie unter einem Vorwand einfach für zwei Tage mit William nach Hause fliegen.

Jemand lachte, und als Rose den Kopf hob, erblickte sie einen Mann, der mit der Sprechstundenhilfe plauderte. Diese lächelte ihn auf die Art an, wie Frauen es taten, wenn ein Mann, der ihnen sympathisch war, auch noch umwerfend gut aussah.

Selbst nach den strengen Maßstäben der Insel war dieser Mann geradezu atemberaubend attraktiv. Er hatte dunkles Haar, das ihm bis zum Kragen reichte, glatte, gebräunte Haut, hohe Wangenknochen und Lippen, zum Lächeln wie geschaffen. Zwar konnte Rose seine Augen nicht erkennen, sie nahm jedoch an, dass sie dunkelbraun waren.

Nur ein Mann wie er konnte ein solches Jackett tragen, in einem dunklen Beige und offenbar aus Leinen. An jedem anderen hätte es verknittert gewirkt. Aber an ihm schien es, als wäre jede Falte sorgfältig gestylt, um seine breiten Schultern und die schmalen Hüften zu betonen.

Plötzlich drehte er sich um und schaute Rose direkt an. Seine Augen waren tatsächlich von einem tiefen Braun, wie dunkle Schokolade. Verlegen senkte Rose den Blick.

„Mrs. Palmer?“ Er kam herüber und ließ sich auf einem Stuhl ihr gegenüber nieder. Sogar seine Stimme klang nach Schokolade.

Ms. Palmer.“ Ein Kompromiss für eine Singlefrau mit Kind. „Ähm … Parla inglese?“

Er lachte. „Ja, ich spreche Englisch. Ich bin Matteo Di Salvo, und ich soll für Dr. Garfagnini übersetzen. Er ist der Kinderarzt, bei dem William seinen Termin hat.“

Wunderbar. Sein Englisch war klar und fast akzentfrei, auch wenn es durch sein etwas langsameres Sprachtempo irgendwie verführerisch klang. Aber vielleicht war das einfach seine Art zu reden. Verführerisch von Kopf bis Fuß.

Rose atmete tief durch und versuchte, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Sie sind der Übersetzer hier?“

„Nein, ich bin Arzt. Unsere Übersetzerin ist gerade mit zwei englischen Touristen in der Notaufnahme beschäftigt.“ Er zuckte die Achseln. „Dr. Garfagnini wird sich ein paar Minuten verspäten. Deshalb dachte ich, ich könnte die Gelegenheit nutzen, um William ein bisschen kennenzulernen.“

Attraktiv und liebenswürdig. Und er sprach Englisch. Dieser Mann war zu gut, um wahr zu sein.

„Vielen Dank, Dr. Di Salvo. Das ist sehr freundlich von Ihnen.“ Rose streckte ihm die Hand entgegen.

„Bitte nennen Sie mich Matteo.“ Die sanfte Berührung seiner Finger war ebenso faszinierend wie der ganze Rest.

„Ciao.“ William, der in den vergangenen drei Wochen einige italienische Wörter gelernt hatte, hatte auch gemerkt, dass er damit Anerkennung ernten konnte.

Ciao, William.“ Matteo hielt ihm die Hand hin, und William nahm sie, wobei er zu dem großen Mann aufsah. „Dein Italienisch ist sehr gut. Molto bene.“

„Molto bene“, wiederholte William. „Dein Englisch ist auch sehr gut.“

Matteo nickte lächelnd. „Vielen Dank. Ich habe mal in London gelebt.“

„Ich wohne in London!“, rief William begeistert aus.

„Tatsächlich? Für welche Fußballmannschaft bist du denn?“

„Die Tufnell Park Cheetahs. Das sind die Besten.“

Niemand kannte die Tufnell Park Cheetahs, außer einer Handvoll Anhänger, die sonntags morgens auftauchten, um sie im Park spielen zu sehen.

Trotzdem nickte Matteo ernsthaft. „Und wie alt bist du?“

Es war schwer zu sagen, ob seine Fragen nur dazu dienten, sich die Zeit zu vertreiben, oder ob er William gleichzeitig auf irgendeine Art testete. Rose vermutete, dass es wohl beides war.

William zählte an seinen Fingern ab. „Uno, due, tre … vier. Und vier Tage.“

Wieder nickte Matteo. „Quattro. E quattro giorni.“ Aufmerksam hörte er zu, während William die Worte wiederholte, und lächelte dann. „Molto bene. Was heißt das, William?“

„Das heißt sehr gut.“

William war ein intelligenter kleiner Junge und hatte im Gegensatz zu Rose keine Hemmungen, sein Italienisch zu benutzen. In dieser Beziehung war alles in Ordnung. Was ihr Sorgen machte, war sein seltsames Verhalten, seitdem sie nach Italien gekommen waren.

Da die anderen Familien inzwischen alle das Wartezimmer verlassen hatten, stand die Sprechstundenhilfe von ihrem Schreibtisch auf, um das verstreute Spielzeug einzusammeln und in eine Kiste in der Ecke zu räumen.

„Wenn du willst, kannst du dir da was nehmen.“ Matteo deutete auf die Spielzeugkiste.

Sofort lief William hin, blieb jedoch zwei Schritte davor stehen. Die Sprechstundenhilfe lächelte, griff hinein und bot ihm ein Spielzeugauto an, das er erfreut in die Hand nahm.

Matteo wandte sich an Rose. „Warum haben Sie ihn zu uns gebracht?“

Sie öffnete ihre Handtasche. „Meine Freundin hat es auf Italienisch formuliert. Ich kann es schlecht beschreiben.“

„Danke, aber ich würde es zuerst lieber in Ihren eigenen Worten hören.“ Er nahm den Zettel entgegen, den sie ihm hinhielt, ohne einen Blick darauf zu werfen. „Ihr Gefühl als Mutter nehmen wir durchaus ernst.“

Noch eine Hürde, die unter diesen dunklen Augen einfach dahinzuschmelzen schien.

„Er kann sehen, aber manchmal scheint er nicht zu begreifen, was er sieht“, antwortete Rose. „Das ist merkwürdig, weil er normalerweise so aufgeweckt ist.“

„Das hat erst kürzlich angefangen?“

„In den letzten drei Wochen, seit wir hier in Sizilien sind, ist es mir aufgefallen. Ich mache mir Sorgen, ob er sich vielleicht irgendwo den Kopf angeschlagen hat, ohne dass ich es mitbekommen habe. Oder dass es etwas mit dem Flug zu tun hat“, erklärte sie.

Rasch überflog Matteo den Zettel. „Und sein Verhalten?“

„Er nimmt es sehr schwer, wenn er manchmal dumme Fehler macht. Aber im Allgemeinen scheint er ganz glücklich zu sein.“

„Ist das neu? Oder wäre es möglich, dass durch die unbekannte Umgebung ein lang andauerndes Problem erst deutlicher hervorgetreten ist?“, fragte er.

„Das kann ich nicht sagen. Ich...



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