Cnyrim | Erklärs mir, als wäre ich 5 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Cnyrim Erklärs mir, als wäre ich 5

Klimawandel. Das Buch rund um Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit und unsere Zukunft
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7453-1792-3
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Klimawandel. Das Buch rund um Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit und unsere Zukunft

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7453-1792-3
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was ist der Treibhauseffekt? Warum hat Plastik so einen schlechten Ruf? Was sind Kipppunkte im Klimasystem? Der Klimawandel ist das große Thema unserer Zeit. Ob wir Zeitung lesen, fernsehen oder Gespräche mit unseren Freunden führen - einen Bogen um das Thema zu machen, ist nahezu unmöglich. Doch oft akzeptieren wir dabei Begriffe und Meinungen, ohne sie richtig zu verstehen und damit auch angemessen hinterfragen zu können. In diesem Buch setzt sich Petra Cnyrim mit Begriffen rund um Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander und erklärt sie uns gleichermaßen verständlich und unterhaltsam. • Was ist der »Earth Overshoot Day«? • Was ist die CO2-Steuer? • Warum haben 1,5 Grad so eine große Auswirkung? u. v. m.

Petra Cnyrim, geb. 1975, arbeitet als Autorin bei München. Ihre Bücher »Vervollständige die Funktion«, »Das Buch der fast vergessenen Wörter« und »Erklärs mir als wäre ich 5« schafften es in die Spiegel-Bestsellerliste.
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Autoren/Hrsg.


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Die wichtigsten Umweltprobleme unserer Zeit


In den folgenden Kapiteln werden wir noch genauer auf die wichtigsten Umweltprobleme unserer Zeit eingehen. Um aber einen generellen Überblick über die größten Umweltprobleme zu erhalten, sind hier die Top 8 der momentan schwerwiegendsten Probleme für unsere Umwelt aufgelistet:

  1. Die globale Erwärmung/der Klimawandel: Seit Mitte des 18. Jahrhunderts das Industriezeitalter seinen Lauf nahm, gelangen immer mehr Schadstoffe in die Umwelt. Hauptverursacher sind die Emissionen, also die Ausstöße, die durch unseren Alltag in die Atmosphäre gelangen. Emissionen entstehen durch Verbrennung von Treibstoffen, wie beim Autofahren, Fliegen usw., durch die Industrie und die Landwirtschaft. Dadurch, dass gleichzeitig auch noch riesige Flächen der Wälder abgeholzt werden, kann die Luft zusätzlich weniger gereinigt werden. Das alles führt zur globalen Erwärmung der Erde und bringt den Klimawandel mit sich.
  2. Die Luftverschmutzung: Durch die Schadstoffausstöße wird die Luft immer mehr verunreinigt. Mittlerweile sind die Luftwerte an manchen Orten der Welt so schlecht, dass das Atmen schon gesundheitsgefährdend ist. Vor allem Kohlenstoffdioxyd und Feinstaub tragen dazu bei. Da wir aber alle Luft zum Leben brauchen und die Verschmutzung der Luft auch keine Grenzen zwischen bestimmten Ländern kennt, ist die Luftverschmutzung ein globales Problem.
  3. Der Müll: Vor allem der Plastikmüll, den wir produzieren, ist ein großes Problem für die Natur. Jedes Jahr werden ungefähr zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gekippt. Das ist umgerechnet so viel, wie wenn ein Lastwagen voll Müll jede Minute »entladen« wird. Das Problem ist, dass Plastik extrem lange braucht, um abgebaut zu werden. Es bleibt über Jahrhunderte im Meer. Es haben sich in den letzten Jahren sogar fünf richtige »Müllstrudel« entwickelt, die in den Meeren treiben. Jedes Jahr sterben etwa 100.000 Meerestiere und eine Million Seevögel an der Vermüllung der Ozeane.
  4. Das Wasser wird knapp: Jeder Deutsche verbraucht am Tag ungefähr 120 Liter Wasser. Das Problem ist, dass wir letzten Endes nur 1 Prozent unserer Wasservorräte auf der Erde nutzen können. Denn 97 Prozent sind salziges Meerwasser und 2 Prozent sind gefrorenes Eis. Es geht aber nicht nur um die Verschwendung von Wasser, sondern auch um die Verunreinigung von Wasser. Denn unser Trinkwasser muss mit immer aufwendigeren Verfahren gereinigt werden, weil es durch Kosmetik, Pflanzenschutzmittel und chemische Abfallstoffe verunreinigt ist.
  5. Das Sterben der Arten: Am Aussterben der Tier- und Pflanzenarten ist kurzgefasst der Mensch Schuld. Die einen Arten werden gejagt, die anderen finden immer weniger Platz in ihrem natürlichen Lebensraum. Am schlimmsten trifft es die Tiere im Meer und die Insekten. In den Meeren wird es immer schmutziger, zudem werden sie zunehmend leer gefischt. Diejenigen Fischarten, die dem Schmutz und den Booten entrinnen, bekommen immer mehr Probleme mit den ansteigenden Wassertemperaturen durch die globale Erwärmung. Laut Weltnaturschutzunion sind inzwischen knapp 26.000 Arten vom Aussterben bedroht.
  6. Die Wälder werden abgeholzt: Wälder sind wichtig für die Sauberkeit unserer Luft - das wissen wir. Wenn man aber sieht, dass von weltweit 4 Milliarden Hektar Wald 30 Millionen Hektar jährlich abgeholzt werden, wird einem schnell klar, dass das zu viel ist. Und abgesehen von der daraus folgenden Luftverschmutzung ergibt sich durch die Abholzung (Rodung) der Wälder noch ein anderes Problem:
  7. Die Qualität und Erosion der Böden: Man geht davon aus, dass inzwischen ungefähr ein Prozent der Böden unserer Erde nicht mehr fruchtbar ist. Das kommt zum einen von der Rodung der Wälder. Zum anderen ist die Art, wie wir die Böden nutzen, das Problem: Die Felder werden zu oft mit einer einzigen Pflanzenart (Monokulturen) bepflanzt, und die Erholungsphasen, die der Boden zwischen der Bepflanzung braucht, werden nicht eingehalten oder sind zu kurz. Das führt zur Austrocknung und zum Verlust von vielen Nährstoffen, sodass Böden nicht mehr genügend Nährstoffe haben oder sie vom Wind davongetragen werden.
  8. Überbevölkerung (und Hunger): Vor 100 Jahren lebten gerade mal 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde. Heute sind es bereits 8 Milliarden. Dass diese Anzahl Menschen wesentlich mehr Ressourcen verbraucht und Schadstoffe ausstößt, ist nur logisch.

Der Regenwald brennt - welche Folgen hat das?


Immer wieder gibt es Meldungen über Brände im Amazonasgebiet, das Thema ist ein wichtiges Problem in unserer heutigen Zeit. In den letzten 30 Jahren wurden aufgrund dieser Brände schon über eine halbe Million Quadratkilometer Regenwald vernichtet. Im Sommer 2019 nahmen die Brände ein nie zuvor gekanntes Ausmaß an. Der Regenwald brannte in drei verschiedenen Ländern gleichzeitig. Das Ausmaß der Katastrophe wurde sogar von der NASA aus dem Weltall beobachtet. Laut einem anderen Weltrauminstitut, dem Inpe (Nationales Institut für Weltraumforschung), waren die Waldbrände um über 80 Prozent angestiegen - nur zwischen den Jahren 2018 und 2019! Wenn man den Bränden in Zukunft nicht Herr wird, kann bis zur Mitte unseres Jahrhunderts bereits mehr als die Hälfte des Regenwaldes auf diese Weise ausgelöscht sein.

Welche Folgen haben die Brände, die immer mehr Wald vernichten? Der Regenwald im Amazonasgebiet ist sozusagen die »Lunge der Erde«. Er erstreckt sich über beinahe 6 Millionen Quadratkilometer und ist damit der größte Regenwald der Erde. Was passiert, wenn immer mehr Waldbestand durch Brände verloren geht? Zum einen werden durch die Brände Massen an CO2 freigesetzt, was sich nachhaltig schlecht auf den Klimawandel auswirkt. Laut Experten machen Waldbrände bis zu 35 Prozent des jährlichen Ausstoßes von Treibhausgasen aus. Dazu kommt, dass durch die Feuer das gesamte Ökosystem des Regenwaldes aus dem Gleichgewicht geraten kann. Das hätte zur Folge, dass die verbleibenden Pflanzen weniger Wasser zur Verfügung hätten und dadurch noch anfälliger für Brände werden. Außerdem liefern die Flüsse des Amazonas fast 20 Prozent des Süßwassers, das in die Meere fließt. Auch hier würde ein sensibles Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Zudem sorgen die Bäume des Regenwalds für Schutz, Nistplätze und Nahrung unzähliger Tierarten - wenn sie abbrennen, geht dadurch auch Lebensraum verloren. Das geht so weit, bis viele der Tierarten aussterben werden - auch die unfassbar große Vielfalt der Insekten, die im Regenwald ihre Heimat haben. Die Brände vernichten Bäume, deren Saatgut und Tiere. Abgesehen davon ist der Regenwald tatsächlich die Lunge unserer Erde. Der größte Anteil der Luft (des Sauerstoffes), die wir atmen, entsteht in den Regenwäldern unserer Erde. Gleichzeitig wird dort so viel CO2 abgebaut wie nirgends sonst. Wenn der Regenwald verschwindet, nimmt die Belastung durch die CO2-Ausstöße immer weiter zu und damit auch die Erwärmung des Klimas - es wird immer heißer werden. Und das ist wiederum das Todesurteil für viele nachwachsende Pflanzen.

Die Brände des Regenwaldes entstehen durch illegale Abholzungen und Rodungen. Auf diese Weise verschaffen sich die Bauern im Amazonas neues Gebiet für die landwirtschaftliche Nutzung. Viele Gegner dieser Art der »Landwirtschaft« machen dafür Politiker verantwortlich. Im Sommer 2019 war das Thema aktueller denn je - Filme und Bilder der Brände gingen um die Welt. Teile des Amazonas standen wochenlang in Brand - es waren die schlimmsten Waldbrände der letzten sieben Jahre in diesem Gebiet. Innerhalb eines Jahres hatte es mehr als 70.000 Brände im Regenwald gegeben. Die Politik vor Ort sah darin aber teilweise kein Problem - im Gegenteil, der Präsident Brasiliens befürwortete die Gewinnung von Fläche durch Brandrodung und streitet immer noch den Klimawandel ab. Anders sieht das Kolumbiens Präsident Iván Duque, er möchte gemeinsam mit anderen Amazonasländern ein Bündnis zum Naturschutz schließen.

Es brennt aber nicht nur im Amazonasgebiet - die ESA (Europäische Weltraumbehörde) meldete Anfang 2019, dass es auch immer wieder zu schweren Bränden in Afrika kam. Laut ihren Aufzeichnungen waren 70 Prozent der weltweit verbrannten Fläche südlich der Sahara auszumachen. Aber auch in Sibirien brannten die Wälder - bereits im ersten Halbjahr von 2019 waren dort laut der obersten Forstbehörde über 8 Millionen Hektar Wald abgebrannt.

Im Amazonasgebiet wurde im Sommer 2019 der Notstand ausgerufen, Soldaten versuchten, die Flammen zu besiegen. Das alles war und ist ein Spiegel der heutigen Wirklichkeit, die sich Jahr für Jahr von Neuem abspielt. Deshalb ist auch das Thema der weltweiten Waldbrände eines der dringlichsten Umweltthemen unserer Zeit.

WORAUS BESTEHT HOIZ?

Ohne Holz geht auch in unserem Zeitalter gar nichts. Der Rohstoff wird für so viele Bereiche in unserem Leben genutzt, dass man sich ein Leben ohne Holz gar nicht mehr vorstellen kann. Denn wir brauchen das Holz nicht nur zum Heizen, sondern auch als Papier, zur Herstellung von Möbeln, Instrumenten und ganzen Gebäuden. Holz ist einer der am meisten verwendeten Rohstoffe und vor allem wegen seiner Festigkeit einer der stabilsten. Holz ist beinahe überall um uns und dabei so selbstverständlich und alltäglich geworden, dass man es oft schon gar nicht mehr wahrnimmt. Deshalb macht man sich auch eigentlich nie Gedanken darüber, woraus Holz eigentlich besteht.

Holz ist das Gewebe von vielen Pflanzen, ähnlich wie das Gewebe beim Menschen. Es wächst direkt unter deren Haut, also im Fall von Bäumen, Sträuchern und anderen Gehölzen unter der Rinde. Generell unterscheidet man zwischen Laub- und Nadelhölzern.

Der Stamm eines Baumes enthält verschiedene Schichten: außen die Rinde, dann...


Petra Cnyrim, geb. 1975, arbeitet als Autorin bei München. Ihre Bücher »Vervollständige die Funktion«, »Das Buch der fast vergessenen Wörter« und »Erklärs mir als wäre ich 5« schafften es in die Spiegel-Bestsellerliste.



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