Cohen | Ein Mann für zärtliche Stunden: Hello, Kitty! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 120 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Cohen Ein Mann für zärtliche Stunden: Hello, Kitty!


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95649-504-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 120 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95649-504-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein zerschlissener Samtvorhang, marode Sessel - aber Kitty ist hingerissen: Sie soll ein altes Kino renovieren! Der Haken: Sie muss mit ihrem Jugendschwarm Jack zusammenarbeiten - den sie noch immer heimlich liebt ...



Ich schrieb meinen ersten Roman mit 11 Jahren. Er war über eine Hexe, die einen teuflisch gut aussehenden bösen Zauberer besiegen musste. Es war eine Kopie bekannter Romane von denen noch zahlreiche andere folgten, die alle schrecklich waren. Meine meiste freie Zeit verbrachte ich lesend mit allem was ich zwischen meine Finger bekam in der Bücherrei von Rumford. Dort bekam ich als Teenager einen Teilzeitjob und schmuggelte Liebesromane in die Biografienabteilung um dort heimlich zu lesen, während ich so tat als würde ich Bücher einsortieren. Als ich etwas reifer wurde, wurden auch meine Geschichten origineller. Meine beste Freundin Kathy und ich verbrachten in der Schule die meiste Zeit damit uns Geschichten über uns und verschiedene Berühmtheiten auszudenken. Ich studierte an der Brown Universität und erhielt dort die Höchstnote mit Auszeichnung in Englisch. Ich wurde ein gleichberechtigter Dozent und zeichnete einen wöchentlichen Cartoon für die Brown Daily Herald, mit dem Titel 'Georgie and Squid,' über einen Elvis Doppelgänger mit einem Kopffüßer als Haustier. Während meinem Auslandsaufenhalt im New Hall College der Cambridge Universität, verliebte ich mich in das englische Königreich. Ich zog 1992 dorthin, um meinen Doktor in englischer Literatur zu machen. Nachdem ich meinen Platz als Gymnasiallehrerin gefunden hatte, fing ich an witzige, sexy Liebesromane zu schreiben. Meistens schrieb ich mitten in der Nacht, nachdem ich meine Schulkorrekturen erledigt hatte. Aber gelegentlich schlich ich mich auch in der Schule davon um zu schreiben, während meine Schüler eine Prüfung ablegten. Meine ersten drei Romane wurden alle abgelehnt, einige von ihnen mehrere male. Der vierte schlug endlich ein, wurde verkauft und war 2004 Golden Heart Finalist. Einer meiner unvergesslichsten Tage in meinem Leben, war der, als der Redakteuer von Harlequin mich anrief um mir zu erzählen, dass sie mein Buch erwerben wollten. Ich glaube, ich schrie vor Freude. Dies war natürlich nicht mein letztes Buch für Harlequin. Ich gebe Seminare für Romanautoren in England und den USA, welche dafür berüchtigt sind eine ausführliche Erklärung dafür zu bekommen, wie man eine Sex Szene schreibt. Ich lebe in Berkshire in England mit meinem Mann, einem Gitarrentechniker für Rockbands und unserem kleinen Sohn, der es mag zu lesen, auf Dingen herumzutrommeln und sich wahllos alles auf dem Boden herumliegende in den Mund steckt. Vor kurzem habe ich meinen Job als Lehrerin gekündigt und bin ...
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2. KAPITEL


“Kitty Giroux …”, stieß Jack fassungslos hervor.

“Ich heiße jetzt Katherine Clifford”, unterrichtete Kitty ihn steif und musterte mit ausdrucksloser Miene seine abenteuerliche Erscheinung. In seinem Haar hingen Spinnwebreste und Holzspäne, das ehemals weiße T-Shirt war mit bräunlichen Schmutzstreifen übersät, und an seiner Jeans klaffte in Kniehöhe ein breiter Riss. “Anscheinend hast du an einem ziemlich verwahrlosten Ort festgesteckt”, fügte sie trocken hinzu.

Ihre Stimme klang nicht mehr warm und verlockend wie gerade eben, als sie noch mit Oz geredet hatte, sondern ausgesprochen kühl. Jack fragte sich, ob sie wegen dieses Vorfalls in der Highschool immer noch sauer auf ihn war. Aber das war jetzt zehn Jahre her.

Um die angespannte Stimmung zu entschärfen, schlug er einen lockeren Tonfall an. “Wie schön, dich nach all der Zeit wiederzusehen, Kitty. Als ich in deinem Büro anrief, hatte ich nicht die leiseste Ahnung, dass du Katherine Clifford bist, aber die Vorstellung, mit dir zusammenzuarbeiten, begeistert mich geradezu.” Er hielt kurz inne, bevor er mit einem jungenhaften Grinsen hinzufügte: “Das heißt, falls du noch an dem Job interessiert bist, nachdem du jetzt weißt, wer der Auftraggeber ist.”

“Natürlich”, erwiderte sie sachlich. “Schließlich ist es ein sehr interessantes Projekt.” Sie deutete auf die große Ledermappe, die sie unter dem Arm trug. “Ich habe einige Arbeitsproben mitgebracht. Vielleicht möchtest du sie dir ansehen, bevor du entscheidest, ob du mich engagieren willst oder nicht.”

“Warum machen wir nicht zuerst einen kleinen Rundgang?” Jack brauchte keine Arbeitsproben zu sehen, um zu wissen, dass er sie und keine andere für diesen Auftrag wollte.

Vielleicht lag es daran, dass er fast ein Jahr lang wie ein Mönch gelebt hatte, aber in diesem Moment erschien ihm Kitty Giroux als die schönste Frau, die er je gesehen hatte. Vor allem ihr Haar war ein Traum! Einige rebellische Locken hatten sich aus dem eleganten Knoten gelöst und umspielten ihr herzförmiges Gesicht und den zarten Nacken. Und dann ihre Figur! Ihr seidenes Businesskostüm saß wie angegossen und betonte überaus reizvoll ihre Rundungen, die genau an den richtigen Stellen saßen. Sie war schon damals ein hübsches Mädchen gewesen, aber jetzt war sie eine atemberaubend attraktive Frau.

Sie sieht aus wie Nicole Kidman, ging es Jack durch den Kopf. Etwas weniger ätherisch vielleicht, aber dafür umso sinnlicher.

“Lass mich deine Mappe für dich tragen”, riss Oz’ Stimme ihn unvermittelt aus seinen Betrachtungen. “Die sieht ziemlich schwer aus.”

Verdammt, warum habe ich nicht daran gedacht, schalt Jack sich verärgert, als Kitty seinem Freund mit einem dankbaren Lächeln ihr Portfolio überreichte. Offenbar hatte die Zeit der Enthaltsamkeit seine Manieren einrosten lassen.

“Also …”, begann er seine Führung. “Das Delphi ist 1926 erbaut worden. Ursprünglich war es ein Varietétheater, aber in den Dreißigerjahren wurde es zum Lichtspielhaus umgewandelt. 1996 wurde es dann geschlossen und war von 1999 bis vor zwei Jahren Portlands größtes nicht jugendfreies Kino. Ich habe das ganze Gebäude nach Relikten aus dieser Zeit abgesucht, aber bis jetzt nichts gefunden.”

Oz kicherte verhalten, während Kitty seinen Scherz mit eisigem Schweigen quittierte. Jack versuchte, lässig darüber hinwegzugehen, kam sich jedoch plötzlich ziemlich albern vor.

Während sie das weitläufige Foyer durchschritten, machte er Kitty auf verschiedene architektonische Besonderheiten aufmerksam, einschließlich der defekten Falltür, mit der er gerade nähere Bekanntschaft geschlossen hatte. Die ganze Zeit über brachte er seinen geballten Charme zum Einsatz, doch es gelang ihm nicht, ihr auch nur ein einziges Lächeln zu entlocken. Ihre Miene blieb ausdruckslos, und sie vermied jeden direkten Blickkontakt mit ihm.

“Und das ist die Lichtschleuse.” Jack stieß eine breite, hölzerne Flügeltür auf, die zu einem schwach beleuchteten Gang führte, an dessen Ende sich eine weitere Doppeltür befand. “Sie verhindert, dass die Vorführung durch zu spät kommende Zuschauer gestört wird.” Er öffnete die zweite Tür, und sie betraten den dunklen Zuschauerraum.

Als Jack die Deckenbeleuchtung einschaltete, lag ein siegesgewisses Lächeln auf seinen Lippen. Mochte Kitty Giroux noch so unbeeindruckt von ihm sein – das hier konnte sie unmöglich kaltlassen.

Er hatte richtig vermutet. Kaum war das Licht aufgeflammt, schnappte Kitty buchstäblich nach Luft. Zahllose, zur Bühne hin abfallende Stuhlreihen bildeten ein verschachteltes Muster, das an die Schuppen eines gigantischen Fisches aus Samt erinnerte. Die riesige weiße Leinwand, die den gesamten Hintergrund der Bühne einnahm, wurde von vergoldeten Säulen flankiert. Kunstvoll miteinander verflochtene Blätter, Früchte und Blumen rankten sich an den Wänden hoch bis zu der gewölbten, mitternachtsblauen Decke, an der Tausende von silbernen Sternen schimmerten.

Ein Tempel der Illusionen.

Ein Palast der Träume.

Für Jack war es der schönste Ort auf der Welt, und Kitty schien es in diesem Moment genauso zu empfinden. Mit leuchtenden Augen nahm sie jede Einzelheit in sich auf, während sie mit einer unbewussten Geste die Hand über den samtigen Rücken eines Stuhls gleiten ließ. “Es ist … überwältigend”, flüsterte sie andächtig.

Jack, der sie keine Sekunde lang aus den Augen gelassen hatte, sah die Sinnlichkeit, die in ihrer Berührung lag, und stellte sich vor, wie diese schlanken Finger ihn berührten …

“Hast du nicht auch das Gefühl, als könnten hier all deine Träume wahr werden?”, raunte er ihr zu und umfasste dabei leicht ihren Ellbogen.

Kitty versteifte sich und entzog sich seinem Griff. “Ich habe eher das Gefühl, dass hier noch jede Menge Arbeit zu tun ist.”

Ihr sachlicher Tonfall ernüchterte Jack schlagartig. Plötzlich sah er wieder die Risse an den Wänden, die Feuchtigkeitsflecken, die schadhaften Stellen in den Samtüberzügen der Stühle. Er roch den Schimmel und hörte die kratzenden Geräusche hinter den goldenen Säulen, die vermuten ließen, dass es hier Mäuse gab, wenn nicht sogar Ratten.

Und was Kitty Giroux betraf, so war sie zwar hinreißend attraktiv, aber nicht die Frau aus seinem Traum. Sie war eine alte Freundin von der Highschool, und als er die Schule verließ, waren sie nicht einmal mehr Freunde gewesen.

“Ja”, bestätigte er. “Eine Menge Arbeit. Also wie ist es, Kitty? Bist du an dem Job interessiert?”

“Es wäre mir lieber, wenn du mich jetzt Katherine nennen würdest.” Sie ging zur Tür und kehrte, gefolgt von Jack und Oz, ins Foyer zurück. “Wenn ich dich vorhin richtig verstanden habe, willst du also so viel wie möglich von dem ursprünglichen Zustand erhalten und das Mobiliar und die Einbauten stilistisch darauf abstimmen.”

“Das ist korrekt”, bestätigte Jack. Ihr unterkühltes Verhalten ihm gegenüber kränkte ihn zwar, aber da sie nicht die Frau aus seinem Traum war, kam sie für ihn ohnehin nicht infrage.

Kitty schien noch zu zögern. “Das ist eine ziemliche Herausforderung”, gab sie zu bedenken. “Aber wenn du keinen Aufwand scheust und bereit bist, sehr viel Geld auszugeben, könnte das Ergebnis spektakulär werden.”

“Ich bin zu allem bereit, und die Finanzierung ist kein Problem.”

Endlich schenkte sie Jack ein vorsichtiges Lächeln. “Wenn das so ist, werde ich den Auftrag mit Freuden annehmen.”

“Großartig!” Jack fand es extrem bedauerlich, dass sie nicht die Frau aus seinem Traum war, aber immerhin wollte sie ihm helfen, das Delphi in neuer Schönheit wiederauferstehen zu lassen. Und vielleicht konnten sie ja sogar wieder Freunde werden. “Dann also auf gute Zusammenarbeit”, sagte er und streckte ihr spontan die Hand entgegen.

“Auf gute Zusammenarbeit.” Kitty schlug ein und sah ihm zum ersten Mal direkt in die Augen.

Jack starrte sie an, als hätte ihn aus heiterem Himmel ein Blitz getroffen. Ihre Augen waren so grün wie Frühling und Sommer zusammen. So grün wie das ewige Versprechen des Lebens. So grün wie die Augen seiner Traumfrau.

Sie war es!

Wie in Trance trat er einen Schritt näher. Sie erwiderte wie hypnotisiert seinen Blick und öffnete leicht die Lippen. Noch eine winzige Bewegung, ein leichtes Neigen des Kopfes, und er würde im Himmel sein …

Dann war der Moment vorbei.

Abrupt entzog Kitty ihm ihre Hand und wich zurück. “Ich … muss jetzt gehen”, brachte sie leicht atemlos hervor.

“Aber wir müssen doch noch so viel …”

“Ich habe noch eine andere Verabredung”,...



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