Cole | Wolves - Die Jagd beginnt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: Ein New-Scotland-Yard-Thriller

Cole Wolves - Die Jagd beginnt

Thriller
20001. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8437-2131-8
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: Ein New-Scotland-Yard-Thriller

ISBN: 978-3-8437-2131-8
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der neue Thriller des Bestsellerautors Daniel Cole Ein toter Mann liegt in einem Zimmer, eine Pistole in der Hand. Tür und Fenster sind von innen verriegelt. Selbstmord, offensichtlich. Wäre der Tote nicht der ehemalige Polizist Finlay Shaw. Und wäre Finlay Shaw nicht der väterliche Freund von William 'Wolf' Fawkes. Denn der will es einfach nicht glauben. Mit der Kraft des Verzweifelnden kämpft er gemeinsam mit Emily Baxter gegen das Offensichtliche. Erfolglos. Zunächst. Bis Wolf etwas entdeckt. Der Tod Finlays könnte mit einem spektakulären Drogenfund in Verbindung stehen, der ihn vor 37 Jahren zum Helden machte. Aber Helden sind entweder unsterblich oder werden ermordet. Und selten von einem Feind...

Daniel Cole wurde 1983 geboren. Seine Romane erscheinen in 34 Ländern. Bevor er mit dem Schreiben begann, hat er als Sanitäter, Tierschützer und Seenotretter gearbeitet. Cole lebt im sonnigen Bournemouth in Südengland.
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Prolog


Montag, 4. Januar 2016
11:13 Uhr

»Es war einmal … nicht mehr.«

Die schneebedeckte Vorstadt zog an den schmutzigen Fenstern vorbei, schwaches Sonnenlicht wärmte den lederbezogenen Innenraum, während sie ihrem Ziel entgegenzuckelten.

»Aber Sie sind es doch, oder?«, bohrte der Mann am Steuer weiter nach. »Sie William Fawkes.«

»Einer muss es ja sein«, seufzte Wolf. Der Mann beobachtete ihn im Rückspiegel und richtete den Blick nur hin und wieder zurück auf die Straße. »Gleich hier links ist es.«

Das schwarze Taxi fuhr an den Straßenrand, kam vor einer Auffahrt zum Stehen, der Fahrer ließ den Motor stotternd weiterlaufen.

Wolf zahlte bar, auch wenn es darauf jetzt auch nicht mehr ankam, und stieg aus. Der Wagen fuhr mit Tempo an, noch bevor Wolf überhaupt die Tür hinter sich zuschlagen konnte, und bespritzte ihn mit eisigem Schneematsch, dann verschwand das Taxi um die nächste Ecke. Wolf bereute es bereits, dem aufdringlichen Spitzel ein Trinkgeld gegeben zu haben, und vermutete, dass es ohnehin zu optimistisch gedacht war, sich mit einem Bestechungsgeld in Höhe von einem Pfund vierunddreißig das Schweigen des Mannes für längere Zeit sichern zu wollen. Er wischte sich mit dem Ärmel des langen schwarzen Mantels, der einst Lethaniel Masse – dem Ragdoll Killer – gehört hatte, über die Hose – ein Souvenir aus einem vergangenen Leben, eine Art Trophäe, die ihn an all die Menschen erinnerte, für die er hätte da sein müssen.

Erfolgreich verschmierte er die nassen Spritzer zu noch auffälligeren schmutzigen Striemen und merkte, dass er noch immer beobachtet wurde. Obwohl er weit über zehn Kilo abgenommen und sich einen beeindruckend zotteligen Bart hatte stehen lassen, verrieten ihn seine stattliche Größe und seine strahlend blauen Augen, sobald jemand aufmerksam genug war und einen zweiten Blick riskierte. Auf der anderen Straßenseite stand eine Frau, starrte ihn an und machte sich dabei an einem Kinderwagen und einem vermutlich unter einem Berg Decken versteckten Baby zu schaffen. Sie zog ihr Handy heraus und hielt es sich ans Ohr.

Wolf rang sich ein trauriges Lächeln ab, dann wandte er sich um und trat durch das Gartentor. Ein ihm unbekannter Mercedes, nur zu erkennen an dem aus der Schneeschicht herausragenden Stern, parkte majestätisch und unbeachtet in der Auffahrt. Das vertraute Haus selbst war seit seinem letzten Besuch um ein Drittel gewachsen. Da die Haustür, wie er wusste, immer unverschlossen war, machte er sich nicht die Mühe anzuklopfen, sondern stampfte sich den Schnee von den Schuhen und trat ungebeten in das schwermütige Halbdunkel, das die Diele trotz des wolkenlosen Himmels draußen erfüllte.

»Maggie?«, rief Wolf, dessen Stimme schon brach, nur weil er sich wieder in dem Haus befand und gierig einen tiefen Atemzug aufgesogen hatte – die Luft hier roch nach alten Büchern, Blumenparfüm, gemahlenem Kaffee und hundert anderen Dingen, die unaufgefordert Erinnerungen an glücklichere Zeiten heraufbeschworen. Dies war der Ort, an dem er sich mehr zu Hause gefühlt hatte als an jedem anderen Ort der Welt, die einzige Konstante, auf die er sich seit seinem Umzug in die Hauptstadt hatte verlassen können. »Maggie?!«

Ein Knarzen im oberen Stockwerk durchbrach die Stille.

Auf dem Weg zur Treppe hörte er leichte Schritte über die Dielen huschen.

»Maggie?!«

Eine Tür ging auf. »Will …? Will!«

Kaum hatte Wolf die oberste Stufe erreicht, als Maggie auch schon so stürmisch die Arme um ihn warf, dass sie ihr Wiedersehen beinahe unten in der Diele hätten feiern müssen.

»Oh Gott! Du bist es wirklich!«

Sie umarmte ihn so fest, dass er kaum noch Luft bekam und nichts anderes tun konnte, als sie seinerseits zu drücken, während sie an seiner Brust weinte.

»Ich wusste, dass du kommen würdest«, schluchzte sie mit bebender Stimme. »Ich kann nicht glauben, dass er nicht mehr ist, Will. Was soll ich nur ohne ihn machen?«

Wolf löste sich aus der Umarmung, hielt Maggie auf Armeslänge Abstand, um mit ihr zu sprechen. Die sonst so makellose Frau war Mitte fünfzig, und aufgrund des verschmierten Make-ups und ihrer uneleganten schwarzen Kleidung sah man es ihr ausnahmsweise auch an. Ihre dunklen Locken, die sie sonst altmodisch hochsteckte, was aber natürlich längst wieder modern war, trug sie jetzt offen.

»Ich hab nicht viel Zeit. Wo … wo ist es passiert?«, fragte er und hatte schon mit der ersten der vielen unangenehmen Fragen, die er ihr stellen musste, große Mühe.

Mit zitternder Hand zeigte sie auf einen gesplitterten Türrahmen auf der Seite des Treppenabsatzes, die nicht mit einem Teppich bedeckt war. Er nickte und drückte ihr sanft einen Kuss auf die Stirn, dann betrat er den jüngsten Anbau an das Haus, während Maggie zurückblieb und an der Schwelle zu dem kargen Zimmer wartete. Wolf betrachtete stolz das letzte Projekt seines Freundes, das dieser entsprechend den strengen Maßstäben ausgeführt hatte, die er an alles legte, was seine Enkelkinder betraf. Es hätte ihr neues Zimmer werden sollen, wenn sie zu Besuch kamen, jetzt, da er pensioniert war und sie endlich mehr Zeit miteinander hätten verbringen können.

Mitten im Raum lag ein umgekippter Stuhl, darunter befand sich ein dunkelroter Fleck, der tief in die Bodendielen eingedrungen war.

Wolf hatte sich eingeredet, wenn er das Haus erst einmal betreten hatte, würde er ruhiger werden, unvoreingenommen und professionell mit der Situation umgehen, wie an jedem anderen Tatort auch …

Aber natürlich hatte er sich geirrt.

»Er hat dich geliebt, Will«, sagte Maggie von der Tür aus.

Wolf konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, rieb sich die Augen, hörte jemanden draußen auf dem Kiesweg.

»Du musst gehen«, drängte Maggie ihn, ignorierte das höfliche Klopfen. »Will?«

Die Haustür knarrte, jemand trat ein, und Maggie eilte die Stufen hinunter, um ihn abzufangen. Ihre Gesichtszüge entspannten sich, als ihr ein blonder, rattengesichtiger Mann entgegenkam. »Jake!«, seufzte sie erleichtert. »Ich dachte schon, du bist … ach, egal.«

Wolf betrachtete die beiden misstrauisch, als sie sich wie alte Freunde umarmten.

»Hab dir ein paar Kleinigkeiten besorgt«, sagte der Mann zu Maggie und reichte ihr ein paar Einkaufstüten.

»Lässt du uns kurz allein?«, fragte er und machte dadurch den ersten Anschein zunichte, es handele sich lediglich um einen Freundschaftsbesuch.

»Mach ruhig, Maggie«, sagte Wolf.

Besorgt ging sie die Treppe hinunter, um die Einkäufe zu verstauen.

»Saunders«, begrüßte Wolf seinen ehemaligen Kollegen, als dieser in den Raum trat.

»Wolf. Lange nicht gesehen.«

»Na ja, hab ein bisschen Zeit für mich gebraucht«, erwiderte er, als draußen auf der Straße ein Wagen vorfuhr. »Wusste gar nicht, dass ihr beiden euch kennt.«

»Tun wir eigentlich auch nicht«, erwiderte Saunders schulterzuckend, hielt dabei trotz des sehr höflichen Gesprächs einen gewissen Sicherheitsabstand. »Jedenfalls haben wir’s nicht getan, bevor das alles … passiert ist.« Er seufzte schwer. »Tut mir leid, das mit Finlay. Ehrlich.«

Wolf nickte dankend und blickte erneut auf den Fleck am Boden.

»Was willst du hier?«, fragte Saunders geradeheraus.

»Ich musste es selbst sehen.«

»Was?«

Wolf senkte die Stimme in Rücksicht auf Maggie. »Den Ort des Verbrechens.«

»Verbrechen?« Saunders rieb sich müde das Gesicht. »Ich war selbst dabei, mein Freund. Er wurde gefunden … in einem verschlossenen Raum … die Waffe lag neben ihm.«

»Finlay würde sich nicht umbringen.«

Saunders schaute ihn mitleidig an. »Man steckt nie drin in einem Menschen.«

»Apropos, du warst ganz schön schnell hier.«

»Ich war schon unterwegs … als der Anruf kam.«

Als sie noch Kollegen waren, hatte Wolf nie viel für den vorlauten Detective Constable übriggehabt, aber allmählich sah er ihn in neuem Licht.

»Danke, dass du dich um sie kümmerst.«

»Nicht der Rede wert.«

»Und … wie viele seid ihr da draußen?« Wolf stellte ihm die Frage, als wollte er sich nach der Uhrzeit erkundigen. Die Atmosphäre im Raum schlug sofort um.

Saunders zögerte.

»Zwei vorne, zwei hinten. Einer bei Maggie im Haus, und wenn es gut läuft, noch einer etwas über einen Meter von uns entfernt, da, hinter der Wand.« Er drehte sich zum geöffneten Türeingang um. »Gib mal Laut!«

Von der Treppe her ertönte das Geräusch eines Ladestreifens, der in ein halb automatisches Gewehr geschoben wurde. Er lächelte entschuldigend und zog Handschellen aus der Tasche.

»Ich hab denen versprochen, dass du nicht abhaust. lass mich nicht wie einen Idioten dastehen.«

Wolf...


Cole, Daniel
Daniel Cole wurde 1983 geboren. Seine Romane erscheinen in 34 Ländern. Bevor er mit dem Schreiben begann, hat er als Sanitäter, Tierschützer und Seenotretter gearbeitet. Cole lebt im sonnigen Bournemouth in Südengland.

Lösch, Conny
Conny Lösch lebt in Berlin und hat unter anderem Bücher von Ian Rankin, Don Winslow und Daniel Cole übersetzt.



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