Coleman | netwars - Der Code - Sammelband | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 479 Seiten

Reihe: beTHRILLED

Coleman netwars - Der Code - Sammelband

Thriller
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7325-0395-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, 479 Seiten

Reihe: beTHRILLED

ISBN: 978-3-7325-0395-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zum ersten Mal alle Folgen der Cyber-Thriller Serie in einem Sammelband!

-- Edward Snowden und die NSA sind erst der Anfang. Der aktuelle Thriller zum Thema Cyberwar, Hacker, Internet-Sicherheit, Internet-Kriminalität und Cyber-Terrorismus.

-- Willkommen im Deep Web. Dem Teil des Internets, das von keiner Suchmaschine erfasst wird. Dem Ort, wo man alles kaufen kann - Drogen, Kinder, Waffen. Jeder kann es. Jederzeit.

-- Anthony Prince, Chef der Sicherheitsfirma PrinceSec, die Software für die Regierung entwickelt, stirbt beim Absturz seines Privatflugzeugs. Verantwortlich für Prince' Tod war ein Hacker namens Strider. Unter seinem wirklichen Namen, Scott Mitchell, arbeitet er als Berater für die National Cyber Crime Unit. Als Mitchell verfolgt er die Bösen mit legalen Mitteln. Striders Mittel sind nicht ganz so legal. In derselben Nacht, als Anthony Prince getötet wird, gibt es einen Hackerangriff auf dessen Firma. Die Spur führt zu einer kriminellen Hacker-Gruppe namens Black Flag. Kann Mitchell seine Identität als Strider schützen und zugleich Black Flag aufhalten, bevor es zu spät ist?

-- 'Netwars: Der Code' ist Teil eines Transmedia-Projekts mit der Doku-Webseite 'www.netwars-project.com' zum Thema Internet-Sicherheit, einer Fernsehdokumentation für Arte und ZDF über Hacker-Angriffe und der interaktiven Graphic Novel App 'netwars: The Butterfly Attack'. Für Leser von Dave Eggers, DER CIRCLE, Marc Elsberg, BLACKOUT und ZERO, Daniel Suarez, DARKNET, für Fans von Filmen wie DER STAATSFEIND NR. 1 und alle, die Spionage und High-tech Thriller lieben.

-- Über den Autor: M. Sean Coleman begann als Scriptwriter für Douglas Adams' Hitchhikers Guide to the Galaxy Online. Für seine Beiträge für MSN, O2, Sony Pictures, Fox, die BBC und Channel 4 wurde er mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Er lebt in London.

Coleman netwars - Der Code - Sammelband jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Regel Nr. 1: Mach dich bekannt


Ein Ziel sollte wissen, dass es angegriffen wurde, und weshalb. Vor allem sollte es erkennen, dass sein Geheimnis ans Licht gekommen ist.

Er hasste Paris im Frühling. Es war so klischeehaft: Paare, die Hand in Hand über die Champs-Élysées schlendern und sich für gestellte Fotos unter dem Eiffelturm küssen oder sich überteuerte langstielige Rosen von Straßenverkäufern in Cafés andrehen lassen, nur weil die anderen Paare das auch tun. Natürlich war ihm klar, dass sie alle einem romantischen Stereotyp nacheiferten, schließlich waren sie deshalb hierhergekommen, aber diese Einfallslosigkeit ärgerte ihn maßlos. Letztendlich sorgte diese banale Zurschaustellung von Verliebtheit nur dafür, dass in der Stadt der Liebe der Tourismus boomte.

Strider, wie er online hieß, saß in seiner eleganten Wohnung in der Nähe der Rue de Sévigné und lauschte dem regen Treiben im 3. Arrondissement, während er sich wieder einmal fragte, weshalb er so zynisch geworden war. Was ging es ihn an, ob andere Leute ihr Liebesleben nach dem ausrichteten, was sie in Schnulzen zu sehen bekamen? Warum sollte er sich daran stören, wenn es sie glücklich machte?

Vielleicht ärgerte er sich über diesen Affenzirkus, weil er selbst kein Interesse an einer Beziehung hatte. Manchmal hatte er den Eindruck, ihn würde alles kaltlassen, was andere Menschen erstrebten. Und wenn es um Beziehungen oder auch nur um Freundschaften ging, erschien ihm vieles unlogisch. Aus welchem Grund sollte man einen anderen Menschen so nah an sich heranlassen? Oder zulassen, dass er einen von Grund auf kennenlernte? Wie konnte man jemanden so tief in die eigene Seele blicken lassen, dass der andere erkennen konnte, wer man wirklich war?

Ihn, Strider, jedenfalls hatte noch nie jemand so gut gekannt, nicht einmal die Leute, die sich als seine Freunde bezeichneten. Keiner von ihnen wusste, was er tat oder wer er war. Letzten Endes würde er immer alleine sein. Vielleicht war das der Grund, weshalb er Paris nicht allzu sehr mochte. Hier wurde ihm sein Alleinsein jedes Mal besonders deutlich bewusst. Aber das würde vorbei sein, sobald er im Hochgeschwindigkeitszug saß, auf dem Rückweg in die relative Normalität Londons.

Strider war nervös, wie jedes Mal, wenn ein Auftrag kurz vor dem Abschluss stand. Dann schien sich die Zeit zu verändern, schien ihr Tempo zu variieren. Zuerst schlich sie ermüdend langsam dahin, um dann, wenn der Augenblick der Wahrheit gekommen war, in Windeseile zu verstreichen, sodass man kaum etwas mitbekam.

Auch diesmal spürte Strider in der Magengrube, wie die Zeit immer schneller ablief, wie seine Unruhe wuchs. Und mit der Nervosität kam wie jedes Mal das beinahe spirituelle Gefühl, dass dies hier seine Bestimmung war, sein Schicksal.

Striders Wohnung, eines von mehreren Verstecken, die in ganz Europa verstreut lagen, war Labor und Büro zugleich. Er hatte die Wohnung umgebaut, um den Lärm der Stadt so gut wie möglich auszublenden. Heute genoss er die Stille mehr denn je, da er den Nachmittag damit verbracht hatte, seine Arbeit in Ruhe zu überprüfen und sicherzustellen, dass auch wirklich alles perfekt war. Nach der monatelangen Vorbereitung kam es nun vor allem auf diesen einen Augenblick absoluter Konzentration an.

Und er musste sich sehr konzentrieren.

Der Tod eines Mannes hing davon ab.

Anthony Prince verließ die kleine Privatlounge, trat hinaus auf die Startbahn des Flughafens Paris-Le Bourget und ging direkt zu seinem Privatjet, einer Cessna Citation Mustang. Sie war sein Ein und Alles. Wenn er sich zwischen seiner Frau und der Cessna entscheiden müsste, sagte er oft und gern im Scherz, würde die Cessna gewinnen.

Genau das war nun geschehen. An diesem Abend flog Prince unter anderem deshalb zurück nach London, weil er seiner Frau erklären wollte, warum er sie verlassen würde. Es war sinnlos, weiterhin eine Lüge zu leben, aber er wollte ihr zumindest eine Begründung liefern. Außerdem musste er in London noch einiges erledigen, bevor er endgültig untertauchte.

Prince zog den Kragen seines Designermantels bis zu den Ohren hoch und senkte den Kopf, um sich vor dem kalten Regen zu schützen. Eigentlich hatte er gehofft, längst in der Luft zu sein, bevor das Wetter schlechter wurde, doch er hatte noch ein paar Telefonate mit seinem Geschäftspartner in London führen müssen. Prince’ Firma, die PrinceSec, ein auf Sicherheitssoftware spezialisiertes Unternehmen, das Regierungen und Firmen in ganz Europa mit hochmodernen Cybersicherheitssystemen belieferte, würde in Kürze Upgrades ihrer Vorzeigesoftware Cryptos ausliefern. Prince hatte sein äußerst erfolgreiches Unternehmen auf ein paar Codezeilen aufgebaut und durch harte Arbeit und völlige Missachtung von Fair Play an die Spitze geführt. Im Laufe der Zeit hatte er sich eine Vielzahl von Großkunden im Vereinigten Königreich gesichert. Dank der neuen Version von Cryptos würde er sein Geschäftsfeld nun auf die EU erweitern.

Prince liebte es, die Zügel in der Hand zu halten und seine Macht auszudehnen, doch im Moment hatte er das Gefühl, jegliche Kontrolle verloren zu haben. Er musste zurück nach Großbritannien, damit er die Beweise beseitigen und so schnell wie möglich wieder von dort verschwinden konnte, bevor die Morgennachrichten die Leichen in seinem Keller publik machten.

Prince stieg alleine in den leeren Jet. Er saß gern selbst am Steuerknüppel, auch wenn das in der Firma nicht gern gesehen wurde. Aber für Prince waren diese Stunden kostbar, boten sie ihm doch die Möglichkeit, sich auf etwas anderes als auf die Führung seines Unternehmens zu konzentrieren. Dann gab es nur ihn, das Flugzeug und die Elemente. Keine Anrufe, keine Meetings, keine Termine. Es galt nur, den Vogel in der Luft zu halten und sicher zu landen. Und er war ein guter Pilot.

Mit einem grimmigen Lächeln stieg er in das kleine Cockpit und begann mit dem Preflight-Check. Sein Umfeld gefiel ihm: Paris-Le Bourget war ein Flughafen mit einer langen Geschichte. Der Höhepunkt seiner illustren Vergangenheit war die Landung von Charles Lindbergh am 21. Mai 1927, nachdem er in seinem einmotorigen Eindecker, der Spirit of St Louis, als erster Mensch alleine den Atlantik überquert hatte. Obwohl Prince’ Cessna technisch sehr viel fortgeschrittener war, stellte er sich in den Minuten vor dem Start gern vor, er wäre einer der großen Helden der Luftfahrtgeschichte, der nun angeschnallt in seiner primitiven Maschine saß und nicht wusste, ob der bevorstehende Flug sein letzter sein würde.

Doch an diesem Tag war alles anders. Heute fühlte Prince sich ganz und gar nicht wie ein Held der Lüfte. Er hatte eher das Gefühl, auf ein Schlachtfeld zu fliegen.

Er schob seinen Laptop in den kleinen Safe neben dem Copilotensitz. Auch wenn er alleine flog, wusste er seinen Rechner gern gut gesichert, schließlich befanden sich Geheimnisse darauf, die nicht für die Augen anderer bestimmt waren. Doch selbst wenn sein Laptop jemandem in die Hände fallen sollte – seine Dateien waren bestens verschlüsselt, und sein nahezu unknackbares Passwortsystem würde es selbst einem erfahrenen Hacker nicht leicht machen, etwas Belastendes zu finden.

Trotzdem beruhigte es ihn, den Laptop im Safe zu wissen. Insbesondere jetzt. Er musste zurück nach Großbritannien, die Daten auf seinen sicheren Server laden und die Festplatte löschen. Die Prozedur nach diesen kleinen, außerplanmäßigen Reisen war immer dieselbe, aber nun, da sein Geheimnis gelüftet worden war, schien sie ihm noch viel wichtiger zu sein. Prince musste sämtliche Beweise vernichten, die ihn mit seinen Kontaktpersonen in Verbindung bringen konnten. Möglicherweise gelang es ihm, den britischen Behörden zu entkommen, wenn er vorsichtig war, aber falls einer seiner neuen Geschäftspartner belastet wurde, würde man ihn, Prince, zweifellos finden und töten. Er durfte keine Spuren hinterlassen.

»Tower, hier Citation Charlie Juliet Four, halte vor Piste zwei rechts«, meldete er dem Kontrollturm. Er merkte, dass seine Stimme schwankte, und räusperte sich.

»Bestätigt, Citation Charlie Juliet Four. Wind zweihundert Strich sieben, Piste zwei rechts, Starterlaubnis erteilt«, kam die Antwort mit starkem französischen Akzent.

Prince drückte den Steuerknüppel leicht nach vorn und spürte, wie das Triebwerk reagierte. Er lenkte das Flugzeug durch den strömenden Regen zu Startbahn zwei, während die Scheibenwischer über die Windschutzscheibe huschten. Obwohl Prince mehrere hundert Flugstunden auf dem Buckel hatte, wurde er immer noch nervös, wenn er im Dunkeln und bei Regen starten musste. Doch heute hatte er keine andere Wahl. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit.

»Wenn Sie Zweifel haben, bleiben Sie am Boden«, hatte sein Fluglehrer ihm eingetrichtert. Prince war sich nicht sicher, ob der Ratschlag auch dann galt, wenn er Angst davor hatte, nach der Landung verhaftet zu werden, so wie diesmal.

»Vorwärts, Tony! Mit beiden Eiern!«, rief er über das Heulen des Triebwerks hinweg, um sich aufzuputschen. Diese seltsame Ermutigung war eine Art Familientradition. Mit diesen Worten hatte sein spanischer Vater ihn immer angetrieben, wenn er geschwächelt hatte. »Vamos, Antonio! Con dos cojones!«, hatte er dann fröhlich gerufen, und Anthony hatte seine Bemühungen tatsächlich verdoppelt. Eine einfache, aber effektive Methode der Motivation.

Als Prince den Steuerknüppel nach vorn drückte, rollte der kleine Jet auf die Startbahn und beschleunigte. Der Regen peitschte gegen die Windschutzscheibe, und die Scheinwerfer konnten die Finsternis kaum durchdringen.

»Paris im Frühling, was für eine Scheiße«, murmelte Prince, als die Cessna leicht schwankend...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.