E-Book, Deutsch
Collins Die geheimnisvolle Lady des Viscounts
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-180-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch
ISBN: 978-3-98778-180-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eine geheimnisvolle Unbekannte stiehlt das Herz des Viscounts …
Die leidenschaftliche Regency Romance mit viel Gefühl und knisternder Spannung
Wentworth Holmes – genannt Blake – ist überrascht, eine Frau in dem Haus seines besten Freundes Charles Bender anzutreffen. Die geheimnisvolle Schöne zieht ihn sofort in ihren Bann und schnell stellt sich heraus, dass es sich um Charles’ Zwillingsschwester Charlotte handelt, die verwitwet und ohne finanzielle Mittel ist. Blake sucht nach Möglichkeiten, Charlotte näher zu kommen, doch diese scheint keinerlei Interesse an ihm zu haben und zeigt ihm die kalte Schulter. Charles, der seine Schwester nur widerwillig bei sich aufgenommen hat, will sie so schnell wie möglich wieder aus dem Haus haben. Was wäre da besser geeignet als Charlotte zu verheiraten? Kann Blake das Herz der faszinierenden Lady für sich gewinnen und sie vor einer von Charles arrangierten Heirat retten?
Erste Leser:innenstimmen
„Wunderbare Regency Romance mit viel Herz und Gefühl.“
„Ich liebe historische Liebesromane mit geheimnisvollen Charakteren und starken Frauen – Blake und Charlotte haben es mir echt angetan!“
„geheimnisvoll, verführerisch, romantisch“
„Katherine Collins schafft es immer wieder mich in den Bann ihrer wundervollen Liebesgeschichten zu ziehen.“
Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Bender House, Bryanston Square, Marylebone, London, 1821
Wentworth Brandon Augustus Holmes, Baron Blackwell und Holmes und Viscount of Blackwell, genannt Blake, trottete gut gelaunt und mit einem lustigen Pfeifen auf den Lippen die Treppe des Stadthauses seines guten Freundes Charles Bender hinauf. Sie waren verabredet, um bei Tattersalls ein Pferd zu erstehen, die Sonne schien und das Leben war wundervoll.
Eine Dame bog im ersten Stock in das Treppenhaus ab. Der Blick aus ihren weichen, ungewöhnlich hellbraunen Augen glitt über ihn und sie nickte ihm zu, während er zunächst langsamer wurde und dann vor Überraschung stehen blieb.
»Lord Blackwell.« Auf seiner Höhe knickste sie angedeutet – noch immer, ohne ihn tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen – und ging weiter.
»Verzeihung?«, sprach er sie an. Sie war unauffällig, schon bieder gekleidet, das braune Haar zu aufwendigen Löckchen an beiden Seiten ihres aristokratischen Gesichts drapiert, und sie trug eine Kamee mit dem Abbild einer Blume an ihrem schlanken Hals. Dieser verdrehte sich, war sie doch bereits an ihm vorbei, und sie verharrte einige Stufen unter ihm, ohne sich völlig zu ihm umzudrehen. Die Frage stand bereits in ihrer Miene. Sie legte die Hände vor dem Bauch übereinander.
»Ja bitte?«
»Wer sind Sie?« Die Frage war vermutlich anmaßend, aber eine Frau in Bender House? Das hatte es noch nie gegeben.
Verblüffung huschte über ihr Antlitz. Sie hatte große Augen und hoch liegende Wangenknochen, wodurch ihr Gesicht schmal wirkte und etwas zu streng für seinen Geschmack. Besonders in Anbetracht dessen, dass ihr dunkles Kleid einen unmodern hohen Kragen besaß. »Erschleichen Sie sich eine Vorstellung, Lord Blackwell?« Ihre Augen waren gar nicht braun. Eher gelblich. Ungewöhnliche Augen, mit denen sie ihn auch noch abschätzig musterte.
»Keineswegs.«
Sie neigte den Kopf und wandte sich ab, um die Stufen weiter hinabzugehen. Ihr Kleid folgte ihr mit zwei Stufen Verspätung, aber mehr als die schlichten Pantoffeln war darunter nicht auszumachen.
»Also schön, vermutlich erschleiche ich mir doch eine Vorstellung.«
Sie hielt inne, drehte sich aber wieder nicht zu ihm um. »Neugierde ist keine Tugend, Lord Blackwell. Guten Tag.«
Sie ließ ihn stehen. Am Fuß der Treppe wandte sie sich in den Gang, der sie zu den Gesellschaftsräumen führen musste, die am Morgen natürlich nicht genutzt wurden. Die in Bender House nie genutzt wurden, schließlich lebte der Freund hier völlig allein. Blake war nah dran, der Unbekannten zu folgen. Allerdings war sie der Aufmachung nach deutlich von Stand. Sie kannte seinen Rang, hatte vor ihm in exakt vorgeschriebener Tiefe geknickst … Wer auch immer sie war, sie hatte wohl einen Grund, durch Charles’ Haus zu flanieren.
Irritiert stapfte er weiter. Der Freund hielt sich in seinem Arbeitszimmer in ersten Stock auf, das eher einer Bibliothek glich und vermutlich auch mal eine gewesen war, bevor Charles den Raum für sich beansprucht hatte.
Der Freund sah kurz von seinem Schreibtisch auf und ließ ein Lächeln aufflammen, das gleich wieder verschwand. »Zu spät.«
Blake schüttelte den Kopf. »Da war eine Frau auf deiner Treppe, die hat mich aufgehalten, sonst wäre ich selbstredend pünktlich gewesen.« Er wartete, aber Charles bot keine Erklärung an. »Eine junge Frau im Haus eines Junggesellen.«
»Ja, das klingt fragwürdig.«
»Charles, hörst du mir überhaupt zu?«
»Du sprichst über Frauen.« Der Freund stellte seine Feder ab und streute Sand auf sein Billett. »Oder nicht?«
Blake schüttelte den Kopf. »Eine Frau in deinem Haus. Jung, hübsch und nicht bereit, mir ihren Namen zu nennen.«
Charles wirkte verwirrt. »Ich hätte jetzt auf Charlie getippt, aber jung und hübsch passt da nicht.«
Blake starrte ihn an. Der Freund stöpselte das Tintenfass zu, kippte den Löschsand zurück in sein Behältnis und überflog sein Schreiben, bevor er es siegelte. Alles mit absoluter Gemütsruhe. Blake selbst war weit entfernt von irgendwie gearteter Ruhe. Dieser Morgen riss ihn aus seiner üblichen Gelassenheit und er konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, woran das lag. Möglicherweise an dem Mysterium, einer Frau in Bender House zu begegnen, oder daran, dass der Freund absolut nicht hilfreich war, dieses Rätsel aufzulösen. Wer war sie und was tat sie hier?
»Hast du was dagegen, wenn wir das Schreiben auf dem Weg bei Castlereagh vorbeibringen?«
»Charlie«, kam Blake auf das Kuriosum zurück und hob die Hände. »Ich komme hier nicht mit. Wer ist Charlie und was hat er mit der Frau zu tun, die …«
Charles lachte und stand auf. »Charlie«, wiederholte er, als sei damit bereits alles gesagt, und ließ sich dann doch zu einer Erklärung herab. »Meine Schwester.«
»Seit wann hast du eine Schwester?« Blake folgte ihm aus dem Raum und schloss rasch zu ihm auf, um in seiner Miene ablesen zu können, ob er ihn womöglich hochnahm.
»Seit meiner Geburt.« Charles verdrehte die Augen. »Oder etwa zwanzig Minuten später.«
Blake verlor den Anschluss. Sie waren sechsundzwanzig und seit geschlagenen sechzehn Jahren befreundet. Von einer Schwester hörte er heute zum ersten Mal.
»Blake?« Charles kam die Treppe wieder hoch und spreizte die Arme ab. »Wo bleibst du?«
»Du hast eine Zwillingsschwester, die Charlie heißt?«, fasste er zusammen, was er immer noch nicht glauben konnte.
»Selbstverständlich nicht.«
Der strafende Blick des Freundes beruhigte Blake. Er war ihm auf den Leim gegangen. Eine verleugnete Schwester! Ha!
»Sie heißt Charlotte. Jetzt komm endlich. Wir werden noch die Auktion verpassen, weil du so trödelst.« Er verschwand wieder, um die Treppe herunterzugehen, und Blake konnte nur verblüfft in den leeren Gang starren.
Hyde Park, London, 1821, am folgenden Tag
Der klare, frühe Morgen belebte Blakes Sinne. Noch netzte der Morgentau jeden Winkel und gab den Pflanzen einen übernatürlichen Schein. Natürlich bekam er davon nicht sonderlich viel mit, trabte er doch über die Rotten Row. Sein neustes Pferd war nicht aus dem Blakely-Stall, wie er gehofft hatte, aber die Tiere des Earls of Blakely waren exorbitant teuer, und somit hatte er nicht damit gerechnet, bei der Auktion als Höchstbietender herauszukommen. Sein Rappe war temperamentvoll, jung und von erhabener Schönheit. Das Fell glänzte und er war gut genug eingeritten, um Blake keine Probleme zu bereiten, sollte seine Aufmerksamkeit kurzzeitig abschweifen, wie just in diesem Moment. Sein Blick glitt über das saftige Grün des Parks und blieb an einer einsamen Person hängen.
Locken wippten bei jeder ihrer Bewegungen an beiden Seiten ihres Kopfes. Sie trug eine doppelreihig geknöpfte Redingote, die durch die voluminösen Röcke darunter aufgebauscht wurde. Charlie wirkte damit wie eine ältliche Gesellschafterin. Ihre Hände steckten in einem fuchsfellbesetzten Muff. Der Schleier an ihrem Hut war nicht vor das Gesicht geschlagen worden, sondern schwang bei jedem energischen Schritt oberhalb ihres Hutes mit.
Blake lenkte seinen Rappen von der Bahn und querfeldein auf die Dame zu, die stehen blieb, als sie ihn bemerkte. Allerdings wartete sie nicht auf ihn, sondern setzte ihren Weg unbeeindruckt fort. Damit kam sie ihm jedoch noch entgegen. Bevor sie erneut an ihm vorbeirauschen konnte, saß er eilig ab und zog sich den Zylinder vom Kopf, um sich vor ihr zu verbeugen. »Miss Bender.«
Sie war erneut nicht geneigt, ihn zur Kenntnis zu nehmen, und strebte an ihm vorbei. Blake griff nach dem Zaumzeug und drehte sein Pferd herum. Er musste laufen, um sie einzuholen.
»Es ist ein schöner Morgen für einen Ausflug.«
Sie warf ihm einen enervierten Blick zu. »Sind Sie häufig zu dieser Tageszeit unterwegs?«
Sie ging auf ihn ein, endlich! Er lächelte zufrieden. »Nein.« Er war sich der Aufmerksamkeit der Damenwelt stets bewusst und es irritierte ihn, dass sie ihm so mühelos widerstand.
»Gut, ich befürchtete schon, meine Routinen abändern zu müssen.« Sie lief schneller. Oder war er einfach langsamer geworden? Sie war unanständig rüde! Er hastete ihr nach. Er kannte wahrlich keine Frau, die ihn ähnlich links liegen ließe wie Charles’ bezaubernde Schwester. Moment, unangebracht abweisende Schwester!
»Miss Bender, ich verstehe nun, warum Charles Sie bisher versteckt gehalten hat. Ihr Benehmen lässt wahrlich zu wünschen übrig.« Er lief an ihr vorbei, denn sie war bei seiner Anklage, die ebenfalls recht unfein war, tatsächlich entrüstet stehen geblieben. Blake musste sein Pferd wenden.
» Benehmen lässt zu wünschen übrig?« Sie schnaubte, und sein Hengst tat es ihr gleich, wobei er den Kopf zurückwarf. Blake hatte Mühe, das Tier zu bändigen, während er die Dame im Auge behielt, die ihn böse anfunkelte. »Sie sprechen eine Ihnen nicht bekannte Frau an!«
So gesehen lag sie richtig. Sie musste ihn wohl ignorieren, allerdings war es ja nicht so, dass sie einander fremd waren. »Ihr Bruder ist mein bester Freund.«
Sie schüttelte den Kopf und deutete mit dem Muff an ihm vorbei. »Darf ich meinen Weg nun unbehelligt fortsetzen, Lord Blackwell?«
»Und Sie kennen meinen Namen. Unbekannte sind wir demnach nicht.«
»Ich kenne auch den Namen des Prinzregenten, dennoch würde er mir nicht auflauern und mir ein Gespräch aufzwingen.« Ihre Brauen verschwanden unter der Krempe ihres Hutes. Ein scheußliches Teil, weder modisch noch zeitgemäß. Blake streckte die Schultern und umfasste seinen eigenen Zylinder fester, der hübsch glänzte und selbstredend der neusten Mode entsprach. Er passte zudem...




