E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
Collins Einmal Schottin für immer, bitte!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96817-949-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
ISBN: 978-3-96817-949-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eine schottische Hochzeit und ein Quäntchen Chaos, bitte!
Die unterhaltsame Liebeskomödie von Katherine Collins
Verena Knappe hat gerade ihr Studium beendet und steht kurz davor, ihr eigenes Leben zu beginnen. Doch als die schottische Hochzeit ihrer Stiefschwester Sina ansteht, wird Verena als Aufpasserin für ihre 15-jährige Stiefschwester Zoe zwangsläufig mit eingeladen. Als dann so einiges schief läuft und Sina Verena die Schuld zuschiebt, droht die Situation zu eskalieren. Zu allem Überfluss ruiniert Verena auch noch versehentlich die Vorführung der Torte des attraktiven Zuckerbäckers Rory McCoy. Betroffen bietet sie ihm an, in seiner Confectionery auszuhelfen, was Rory widerwillig annimmt. Ein kleiner Lichtblick für Verena, doch Rory ist aus irgendeinem unerfindlichen Grund davon überzeugt, dass Verena minderjährig ist und wehrt somit ihre ernsteren Annäherungsversuche ab. Frustriert über Rorys Verklemmtheit stellt Verena ihm ein Ultimatum, doch dann kommt alles anders als gedacht ...
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Erste Leser:innenstimmen
„Turbulent, romantisch und unterhaltsam wie von Katherine Collins gewohnt!“
„Humorvolle Liebesgeschichte für entspannte Lesestunden, einfach schön.“
„Wer Schottland-Liebesromane mag, sollte sich diese Reihe dringend merken.“
„Macht Spaß und geht ans Herz!“
Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Eine Limousine stand bereit. Zugegeben, ich war beeindruckt, aber eigentlich hatte ich von Sina auch nichts anderes erwartet. Zoe quietschte begeistert und umrundete die Stretchlimousine, bevor sie mir um den Hals fiel. Wir waren gleich groß, von ähnlicher Statur und unterschieden uns hauptsächlich in unserem Wesen. Denn obwohl wir nur Halbschwestern waren, sahen wir uns leider zum Verwechseln ähnlich.
»Siehst du das?«, fragte sie. Ihre Begeisterung war ohrenbetäubend.
»Ich bin nicht blind, Zoe.« Und stand direkt davor. Da sie mich nun losließ, konnte ich den Wagen erneut mustern. Der Fahrer verstaute das Gepäck. Drei Koffer von meiner kleinen Schwester und einen von mir.
»Wir werden wie die VIPs vorfahren!«
Ich atmete tief ein und ließ den Blick schweifen. Der Flughafen war ebenso riesig wie jener zu Hause in Hamburg: monströs, voll und unübersichtlich. Auch die Straße davor machte nicht viel her. Etliche Taxen standen bereit, Busse in einiger Entfernung, und man sah das Meer der Blechkarossen auf den anliegenden Parkplätzen. Nun, eigentlich erahnte ich die nur.
Zoe kletterte in den Wagen und plapperte munter weiter. »Eine Bar! Lass uns den Sekt köpfen. Endlich wird es spaßig.«
Das riss mich augenblicklich aus meiner Betrachtung. »Du bist fünfzehn«, mahnte ich, dabei war ich es leid, die Mutter zu spielen. Wir hatten eine, sollte die sich mit Zoe herumärgern. Seufzend stieg ich ebenfalls ein und schlug die Tür hinter mir zu. Meine Schwester fummelte am Verschluss der Flasche, die ich ihr eilig aus den Händen riss. »Was wird das?«
»Na, wir feiern. Stell dich nicht so an.« Sie warf sich auf mich, um mir den Sekt wieder zu entwinden, und hielt die Flasche dann außerhalb meiner Reichweite, während sie den Schutzdeckel abnahm und den Korken löste. Der knallte im nächsten Moment quer durch die Limousine, schlug mit einem ohrenbetäubenden gegen die Zwischenscheibe zum Fahrer und hinterließ einen Riss.
Ich erstarrte augenblicklich, was Zoe nutzte, um die Flasche an die Lippen zu setzen und einen tiefen Schluck zu nehmen.
Warum genau saß ich hier allein, ohne Eltern, mit einem ungehorsamen Teenager?
»Bäh! Der ist ja trocken.« Trotzdem nahm sie einen weiteren tiefen Schluck, bevor sie mir die Flasche in die Hand drückte. In dem Moment ging auch die Tür wieder auf und der Fahrer streckte den Kopf herein. Seine fast schwarzen Augen legten sich auf das Corpus Delicti, dann auf mich.
»Ma’am, Sie müssen vorsichtiger sein«, sagte er.
Der Widerspruch lag mir auf der Zunge, aber ich nickte stattdessen und murmelte eine Entschuldigung. Ärger vibrierte in mir, aber ich wartete, bis die Tür geschlossen war. »Zoe!«
Sie zuckte die Achseln. »Der übertreibt.«
»Die Scheibe ist kaputt.«
»Na und? Sina heiratet einen Viscount. Der ist steinreich.« Sie warf sich auf die Bank längs zur Fahrtrichtung und trat mit ihren Schuhen auf das Polster nahe an meinen Knien. Ich fasste nach ihren Knöcheln.
»Lass es. Mann, du benimmst dich wie ein Kleinkind.«
Sie trat nur noch fester, wobei sie mir einen Blick zuwarf, der mir deutlich sagte, dass sie sich mit Absicht wie ein verzogenes Gör benahm, obwohl sie ein Teenager war und als Erwachsene angesehen werden wollte.
»Zoe! Kannst du dich einen Tag lang wie ein normaler Mensch benehmen und nicht wie die Pest, die du bist?«
Meine Schwester trat nun nach mir. Dabei streckte sie mir die Zunge heraus. Ja, sie mochte mich nicht besonders, aber da war sie auch nicht die Einzige, was meine Zwangsrekrutierung als Babysitter wohl deutlich bewies.
»Ich stopfe dich in den Kofferraum«, warnte ich. Jedoch hatte eine ähnliche Drohung am Flughafen wenig genutzt, denn am Check-in wollte man Zoe nicht als Frachtstück entgegennehmen.
»Warum fährst du überhaupt mit?«, fragte die Schreckschraube. »Sina mag dich nicht.«
Oh, danke! Natürlich lag sie richtig. Sina war Zoes Schwester, nicht meine. Wir hatten einige Jahre im selben Haushalt leben müssen, nachdem ihr Vater und meine Mutter geheiratet hatten, aber es hatte uns nicht zusammengeschweißt.
»Ich denke, das ist offensichtlich«, murrte ich. »Sie wollen dich von der Backe haben und können mich noch damit unter Druck setzen, dass ich schließlich meinen Beitrag zu leisten habe, solange ich mit euch unter einem Dach lebe.« Mein Stiefvater war da nicht subtil gewesen.
»Dann zieh doch aus.« Der nächste Tritt betäubte meinen Arm, hatte sie doch meinen Musikknochen getroffen, als die Hacke hochflog und ich ihre Schenkel zu Boden drücken wollte. Tränen schossen in meine Augen und ich zog die Gliedmaßen ein, wobei ich die Flasche an meine Brust presste. Zwar hatte ich derzeit keine Ahnung, was ich werden wollte, aber irgendwas mit Kindern schied definitiv aus. Obwohl mir der Job als Au-pair Spaß gemacht hatte. Ich nahm einen Schluck von dem Sekt, der auch mir zu trocken war.
»Mach ich.« Sobald ich wusste, wohin. Leider war mein Erzeuger keine Option. Er hatte den Unterhalt eingestellt, sobald es möglich gewesen war, und gesehen hatte ich ihn seit Jahren nicht.
»Super.« Sie riss sich los und rutschte über den Sitz zur Trennscheibe.
Ich ignorierte sie und richtete meinen Blick hinaus. Es regnete und ein Dunstschleier lag auf dem Land. Wir hatten den Flughafen längst hinter uns gelassen und kurvten über eine Landstraße, die sich tief in die Landschaft schnitt. Berge türmten sich zu beiden Seiten auf.
Unser Ziel war Farquhar, ein Szene-Hotel in den Highlands. Es gehörte Liny, Sinas bester Freundin aus Kindertagen. Sie war mir durchaus ein Begriff, schließlich hatte ich ein Zimmer mit meiner Stiefschwester teilen müssen und damit nur zu oft auch mit Carolina Hildebrecht, wenn die über Nacht blieb, sie lernten oder sich für eine Partynacht zurechtmachten. Nicht selten war ich ausquartiert worden, wenn auch andere Freundinnen kamen. Britta Maier, Ines Schmidt … und später die endlose Reihe an Verehrern.
Ich spielte mit der Flasche herum, knibbelte an der Folie, um mich zu beschäftigen. Die Aussicht war toll. Diffus und auch beängstigend, da der Blick eben durch die Nebelwand verschluckt wurde und man sich in einem Kokon wähnte. Es gab nichts weiter auf der Welt als diese Limousine. Den grimmigen Fahrer mit seinem orangefarbenen Turban und den glühenden Augen, die mir gefallen hätten, hätte er mich nicht für den Sprung im Glas verantwortlich gemacht.
Zoe und ich. Ein Albtraum. Ich runzelte die Stirn. Ich wollte nicht den Rest meines Lebens ausgerechnet mit meiner Schwester verbringen müssen. Ich schaute zu ihr. Der strohblonde Zopf hing schief an ihrem Hinterkopf. Die Nägel waren angekaut, wodurch die falschen French Nails grotesk wirkten. Ihr Oversized-Shirt mit riesigem Aufdruck hing an der einen Schulter herunter. Ihr knallpinkfarbener BH-Träger blitzte hervor. Ihre Jeans war kaum vorhanden, schließlich waren tiefe Schnitte hineingearbeitet worden, und der Stoff war ausgefranst.
Mir hätte man die Ohren lang gezogen, wäre ich so vor die Tür gegangen.
Zoe spielte an ihrem Handy herum und fluchte. »Hier ist kein Netz. In welches Hinterland steckt Sina uns wohl?« Sie drehte sich um und sah mich an. »Wann sind wir denn da?«
»Weiß ich nicht. Frag den Fahrer.« Das war ein Fehler, denn meine Schwester hämmerte gleich mit den Fäusten gegen die Trennscheibe. »Zoe!« Ich hastete ihr nach und riss sie fort, als die Scheibe herunterfuhr.
»Ma’am, wären Sie so freundlich und nutzen die Gegensprechanlage, anstatt die Einrichtung zu zerstören?«
Ich nickte. Meine Wangen glühten und mir wurde erneut bewusst, dass ich die Flasche Schampus in der Hand hielt.
»Verena will nur wissen, wann wir ankommen werden«, mischte Zoe sich ein. »Und Sie sind ziemlich unfreundlich für einen …«
Ich unterbrach sie mit einem Zischen.
Sie zuckte die Achseln. »Ist doch so!«
»Die Fahrt dauert drei Stunden.« Damit wurde die Trennwand wieder hochgefahren und ich sah mich erneut mit meiner Schwester konfrontiert.
»Was für ein Idiot.« Sie verdrehte die Augen. »Die Fahrt dauert drei Stunden«, äffte sie ihn nach. »Ma’am …«
»Hör auf«, befahl ich fest. »Ich kann nichts dafür, dass wir herkommen mussten.«
»Ha!« Sie stieß mich an. »Du wolltest zu Hause nicht auf mich aufpassen. Ich denke schon, dass es deine Schuld ist, dass ich hier in dieser Dreckskarre mit dir abhängen muss.« Sie griff nach der Flasche. »Nicht mal schönsaufen lässt sich dieser Trip.«
So konnte man es sehen. Allerdings hatte nie zur Debatte gestanden, ob Zoe der Hochzeit ihrer Schwester fernblieb. Nur meine Anwesenheit war rege diskutiert worden. Ich war schließlich nicht Sinas Schwester. Ich war nicht nötig, sondern überflüssig.
Ich nahm einen Schluck aus der Pulle. Verdammt, ja, ich sollte gar nicht hier sein!
»Ja, du bist zu bedauern«, murrte ich. »Du fliegst erster Klasse nach Schottland, verbringst sechzehn Tage in einem Luxus-Resort, um an der Hochzeit deiner Schwester mit einem Adligen teilzunehmen … Oh, arme Zoe, buhu!«
Sie schlug nach mir. »Ich kenne Sina nicht«, blaffte sie. »Sie ist mehr deine als meine Schwester!«
»Da sagen die Gene etwas anderes und: Du hast nichts verpasst.«
Sina hatte mir keine Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen oder Puppen mit mir gespielt. Nur zu oft hatte ich vor der geschlossenen Tür zu unserem Zimmer gestanden, weil ich .
»Habe ich auch nicht.« Zoe warf sich auf die Bank und verschränkte die Arme vor der Brust. »Es ist scheiße hier!«
Ich atmete tief durch. Weitere hundertfünfzig Minuten plus mit ihr auf engem Raum?...




