E-Book, Deutsch
Collins Liebe wider die Vernunft
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-337-1
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch
ISBN: 978-3-98778-337-1
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
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Kopierschutz: 0 - No protection
Eine eigensinnige Lady, die Suche nach der Liebe und ein unerwartetes Abenteuer …
Der kurzweilige Regency Roman für ein gemütliches Lesevergnügen
England, 1815: Lady Natalia ist die jüngste Tochter des Duke of Kent und wild entschlossen, die wahre Liebe zu finden. Wer wäre als Kandidat besser geeignet als der gutaussehende Earl of Leichester? Doch auf dem Weg zu ihrer heimlichen Verlobung führt eins zum anderen und plötzlich befindet sich Natalia zusammen mit dem unerschrockenen Schotten MacAllister auf der Flucht …
Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Liebe wider die Vernunft.
Erste Leser:innenstimmen
„Der schweigsame Highlander und die rebellische Adlige – eine perfekte Kombination!“„Eine kurzweilige Lektüre zum Träumen und Genießen.“
„Leidenschaftliche Liebesgeschichte mit faszinierenden Charakteren!“
„Gefühlvoll und spannend bis zum Schluss.“
„Eine mitreißende Geschichte voll mit Romantik, Drama und überraschenden Wendungen.“
Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Lady Natalia und die Liebe
London, Cormack House, Sommer 1815
Lady Natalia Mannings grinste zufrieden. Ihre Mutter, die Duchess of Kent, war in ein Gespräch mit ihrer Schwester, der Viscountess of Suffolk, vertieft und damit waren beide abgelenkt. Das traf sich hervorragend, denn Natalia hatte etwas recht Ungeheuerliches vor. Selbst für sie, die Tochter eines hoch angesehenen Dukes, war es ein Wagnis, sich mit einem Verehrer zu treffen. Privat. Aber es war etwas, was Natalias Herz schneller schlagen ließ. Was ihre Fantasie beflügelte und den Abend erst richtig aufregend machte. Sie traf sich heimlich mit einem Gentleman! Mit ihrem Galan! Mit ihrem etwas in Verruf gekommenen Verehrer, zumindest wenn man dem Gerücht Glauben schenkte, er sei ein Mitgiftjäger, wie Tante Marie erst kürzlich Natalias Mutter gegenüber verächtlich festgestellt hatte. Sie verkniff sich gerade noch zu kichern. Ihr Vater befand sich nicht in der Hauptstadt und so musste sie lediglich einem Dutzend Verwandter unbemerkt entrinnen. Aber das traute sie sich zu.
Sie sah sich um. Der Abend strebte seinem Höhepunkt entgegen und alle Anwesenden befanden sich im Ballsaal oder den angrenzenden Räumen. Die Flügeltüren zu der Terrasse und der Gartenanlage standen sperrangelweit offen und ließen hin und wieder einen Hauch kühler Abendluft herein.
Leichester hatte sie erst vor wenigen Augenblicken aus dem Saal gehen sehen. Charles. Sie erschauerte angenehm. Noch hatte sie nicht gewagt, ihn bei seinem Taufnamen zu nennen. Noch nicht. Die Zeit war dazu noch nicht reif, sagte sie sich. Bisher hatten sie sich lediglich ihr Sehnen eingestanden und ein paar zaghafte Küsse getauscht. Er war so ein vollendeter Gentleman!
Natalia seufzte verzückt und gelangte während ihres verträumten Rundumblicks wieder bei ihrer Mutter an. Es war Zeit. Sie wandte sich den Damen zu.
»Mama?« Sie berührte den Arm der Duchess leicht, die sich sofort zu ihr umwandte – eine Frage in den feinen Zügen. Natalia lächelte beruhigend.
»Ich habe gerade einen Blick auf Clarissa erhascht«, behauptete sie. Tatsächlich war sie sich recht sicher, dass sich die angeheiratete Cousine mit ihrem Gatten nicht in der Stadt aufhielt. »Und ich dachte, ich frage sie schnell, ob sie Nachricht von Amelie hat.«
Die Duchess runzelte die Stirn. »Clarissa?«
Sie wandte sich zur Schwester um, der Schwiegermutter besagter Lady. Lady Suffolk schüttelte den Kopf.
»Sie sind in Bath.«
Natalia biss sich auf die Lippe. Wie dumm, dass sie daran nicht gedacht hatte! Natürlich residierten Jonathan und Clarissa Beaufort in Beaufort House und damit wusste Tante Sarah genau Bescheid! Natalia suchte schnell einen anderen guten Grund, warum sie die Aufsicht der Mutter verlassen musste.
»Ich bin mir ziemlich sicher«, murmelte sie dabei und sah wieder in die Menge. Ihre Cousine fiel ihr ins Auge.
»Oh!« Schnell drehte sie sich wieder um und entdeckte Lady Argyll. »Cousine Marie! Sie weiß bestimmt etwas!«
Die Duchess of Kent hob eine schmale Braue. Roch sie den Braten? Nervös verkrampfte Natalia ihre Finger in ihrem Rock.
»Amelies letzter Brief war so nichtssagend!«, hob sie dünn hervor. »Findest du nicht?« Tatsächlich waren die Nachrichten der um ein Jahr älteren Tochter aus dem Hause Kent sehr dürftig ausgefallen. Ein jeder von ihnen lechzte nahezu nach Neuigkeiten.
Die Duchess seufzte. »Wie recht du hast, Natalia.« Dennoch schien sie Natalia nicht gehen lassen zu wollen.
»Es ist mir ernsthaft wichtig, Mama .«
Einen Moment blieb die Miene der Mutter abweisend, dann legte sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen.
»Also schön, mein Kind. Bitte halte dich nicht unnötig auf.«
Sollte heißen: Erlaubt wurde ein direkter Gang zur Cousine, die sie am besten gleich mit zurückbrachte.
Natalia verbiss sich ein Seufzen. Die Sorge der Mutter war nun in der Tat zu groß. Sie war auf einem Ball mit gut hundert Gästen. Überschaubar, zumal ein Großteil davon auch noch mit ihnen verwandt war!
»Natürlich, Mama«, versicherte sie schnell und machte einen Knicks, bevor sie sich gemessen umdrehte und langsam in die Richtung ging, in der sie Lady Argyll gesehen hatte. Um auf der sicheren Seite zu sein, bog sie erst im allerletzten Moment ab und verließ den Ballsaal durch eben die Tür, die auch Leichester genommen hatte. Ihr Herz pochte schnell und schneller in ihrer Brust und ein Grinsen lag fast schon schmerzhaft auf ihren Lippen. Ein närrisches Grinsen, das wusste sie sehr wohl. Aber Natalia wollte närrisch sein. Sie wollte das Himmelhochjauchzend! Ihre Schritte passten sich ihrem Herzschlag an und sie lief durch den schlecht beleuchteten Gang. Wo war er nur?
Natalia bog um eine Ecke und stoppte. Leichester stand am Fenster und sah hinaus. Sein blondes Haar wellte sich entzückend in seiner Stirn und über den Rand seines Justaucorps. Es juckte ihr jedes Mal in den Fingern, sie Hineinzugraben in sein sicherlich samtig weiches Haar. Letztes Mal hatte sie es sich nicht getraut, beim Kuss im Garten ihrer Cousine.
Er hatte sie noch immer nicht bemerkt und Natalia nutzte den Moment zur genügsamen Betrachtung. Er hatte sehr schmale Lippen, die er häufig auch noch verkniff. Es ließ ihn mürrisch wirken, wo er sonst doch so humorvoll war. Nicht nur die Lippen kniff er oft zusammen, auch die Lider, wodurch seine hübschen Augen nicht zur Geltung kamen. Sie waren leider nicht blau, sondern braun, aber das verzieh sie ihm gerne. Seine Nase hatte einen edlen Schnitt, wenn man das etwas knollige Ende übersah und sein Kinn war männlich, kantig. Na ja, nicht von der Seite betrachtet. Natalia runzelte die Stirn. Aus ihrem momentanen Blickwinkel war sein Kinn nicht kantig, sondern ein Doppelkinn! Natalia schalt sich energisch. Sie liebte ihn doch nicht, weil er hübsch war!
Um sich nicht weiterhin mit ihren dummen Gedanken beschäftigen zu müssen, trat sie schnell vor. Die Bewegung sicherte ihr seine Aufmerksamkeit. Er wandte sich um. Im ersten Moment meinte Natalia, einen alles anderen als angemessenen Gesichtsausdruck wahrzunehmen. Dann strahlte er sie an und sie schalt sich erneut.
»Natalia! Meine allerliebste Herzdame!« Er kam auf sie zu und ergriff die eilig gehobene Hand, um feste Küsse auf ihre Finger zu drücken. Dann auf ihren Handrücken. Er sah auf. »Wie verzaubert bin ich ein jedes Mal von Ihrem Anblick!«
Natalia atmete tief aus. Wie dumm sie war!
Sie lächelte zu ihm auf. »Lord Leichester.«
Sie brachte das Charles einfach nicht über die Lippen, aber vermutlich war dies noch immer nicht der richtige Moment.
Er zog sie sanft näher. Natalia ließ die Lider sinken und hob dabei ihr Kinn an. Sein Kuss war zart und sie seufzte verzückt. Es war perfekt! Es war Liebe! Ihr Herz erbebte und sie ließ sich enger in die Umarmung ziehen. Nach einigen weiteren Küssen, wobei seine Zunge sogar über ihre Lippen glitt, seufzte er tief. Natalia schlug die Augen auf und sah in sein betrübtes Gegenpaar.
»Stimmt etwas nicht, Mylord?«, hauchte sie erschrocken. Waren ihre Küsse nicht nach seinem Geschmack? Machte sie gar etwas fürchterlich falsch? War es so schlimm, dass sich seine Gefühle für sie änderten?
Leichester streichelte sacht ihre Wange. »Meine Holdeste!«
Das beruhigte sie zumindest ein wenig. Wenn sie ihm noch hold war, war doch alles gut. Warum dann diese Leichenbittermiene?
Sie runzelte die Stirn. Das passte so gar nicht in ihre Vorstellung. Sie sollten doch glücklich sein, in der Gesellschaft des jeweils anderen.
»Mylord, was trübt deine Ihre Stimmung?« Sie legte sacht die Hand auf seiner Brust ab und hielt dabei die Luft an. Wie vermessen, ihn zu berühren! Wieder durchfloss süße Aufregung ihre Adern und verdrängte die leise Furcht. Es war doch alles so herrlich aufregend!
»Meine süße Natalia, ich weiß nicht, wie ich es Ihnen gestehen soll!«, offenbarte er und ihr wurde regelrecht kalt ums Herz. Etwas Schauderhaftes würde sie nun vernehmen, ganz sicher! Was mochte es sein? Hatte er einer Anderen die Ehe angetragen? Ihr Herz sackte ab. Wie konnte er ihre Liebe so beflecken? Oder war er gar gebunden? An eine Frau, die er nicht lieben konnte? Ihr Herz zog sich mitleidig zusammen. Wie fürchterlich musste er sich da nach ihr sehnen!
Er zog ihre Hände an seinen Mund und küsste eine nach der anderen inbrünstig.
»Natalia, es bricht mir gar das Herz!«
»Hush, Mylord, was kann Sie dermaßen betrüben?« Sie riss die Augen auf, in Erwartung einer Schauermär. Welch fürchterliches Unglück mochte zwischen ihnen stehen?
»So sagen Sie es mir! Lassen Sie mich nicht fürchten!« Gemeinsam konnten sie dem Schicksal trotzen!
»Es wird mir verwehrt bleiben, der Ihre zu sein!« Der Schmerz seiner Eröffnung stand ihm in die Miene gemeißelt. Natalia keuchte. Wie schrecklich! Tränen der Enttäuschung brannten in ihren Augen und perlten über ihre Wangen. »Oh!«
»Liebste!« Er riss sie zurück an seine Brust und Natalia keuchte einmal mehr. Dieses Mal unter seinem Ansturm. Er küsste sie verlangend und ließ ihr damit kaum Möglichkeiten zu atmen. Seine Zunge drängte sich zwischen ihre Lippen. Natalia erstarrte erschrocken.
»Oh holdeste aller Damen! Welch Unglück mich bedroht!«
Natalia keuchte an seiner Brust. Ihr Herz schlug wild und eine Gänsehaut überzog langsam ihren Körper. Das Atmen fiel ihr noch immer schwer, schien gar noch schwieriger zu werden, obwohl er sie nicht fest umschlossen hielt. Es schauderte sie und dieses Mal war es kein angenehmes Gefühl.
»Warum?«, wisperte Natalia, mit ihren merkwürdigen Empfindungen beschäftigt. War es Furcht?
»Ihr Vater wird mir mein Glück...




