Collins | Melodie der Hoffnung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Ein-Regency-Roman

Collins Melodie der Hoffnung

Historischer Roman
15001. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95818-043-7
Verlag: Econ
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Historischer Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Ein-Regency-Roman

ISBN: 978-3-95818-043-7
Verlag: Econ
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



London im 18. Jahrhundert: Lady Frances und Lady Heather begehen ihre erste Saison in der Londoner Gesellschaft. Frances, genannt Fanny, ist ein pummeliges Mauerblümchen und leidet unter ihrer herrischen Schwester und der tyrannischen Mutter. Der charmante Jonathan Cavendish hatte eigentlich nicht vor, sich wieder zu verheiraten, doch als Frances in eine verfängliche Situation gerät, verbieten es ihm sein Ehrgefühl und die Etikette, ihr nicht nur beizustehen, sondern sie tatsächlich auch zur Frau zu nehmen. Was für Frances ein wahrgewordener Traum sein sollte, wird eine freudlose Verbindung. Denn Frances erkennt ihr Glück erst, als es schon zu spät zu sein scheint ... Von Katherine Collins sind bei Forever in der Regency-Reihe erschienen: Melodie der Hoffnung Tränen des Herzens Verliebt wider Willen

Katherine Collins, Jahrgang 1980, ist in Castrop-Rauxel geboren und teilweise dort, im Kreis Unna und Dortmund aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen in Mitten des Vest. Als passionierte Leseratte, die sich im Laufe der Zeit durch jeden Bereich der Belletristik fraß, kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Erst nach langer Testphase durch Leseproben auf Internetforen, stellte sie 2013 beim Latos-Verlag ihr Erstlingswerk 'Verzeih mir, mein Herz!' vor. Obwohl neben ihrem Laborantenjob und den Kindern wenig Zeit bleibt, wächst ihr Repertoire beständig. Derzeit befinden sich diverse abgeschlossene Werke in der Überarbeitung und mindestens ebenso viele warten auf ihr Ende.
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Kapitel 1


Lady Pembrokes Soiree


London, Curzon Street, Morecambie House, 1794
»Fanny!«, blaffte die Countess of Morecambie ihr jüngstes Kind an, als dieses den Salon betrat. »Was trägst du da?«

Das Mädchen blieb erschrocken stehen und strich über ihre cremefarbene Robe. »Es ist ein Abendkleid, Mutter.«

»Das sehe ich, Fanny! Du solltest doch das grüngemusterte Kleid tragen.« Lady Morecambie trat auf die Tochter zu, während sie fortfuhr: »Heather wird jeden Moment herunterkommen und du siehst aus « Die Countess machte eine Bewegung mit ihrer schmucküberladenden Hand und verzog angewidert die Miene. »Du bist wie dein Vater«, hielt Lady Morecambie der Tochter vor, welche ihre feucht werdenden Augen auf den teuren Aubussonteppich senkte.

»Ihr habt weder Geschmack noch ein Gespür für die vorherrschende Mode!«

Frances ließ die Schultern hängen und den täglichen Sermon über sich ergehen. Es war ein altbekanntes Lied. Frances war unschick, unmodern und nicht zu verheiraten. Es gab noch mehr »Uns«, die genauso demütigend waren, und an die Frances derzeit lieber nicht denken wollte. Sie konnte es niemandem recht machen.

Ihrer Mutter nicht, da sie nicht annähernd so hübsch war wie ihre ältere Schwester Heather. Der Vater stieß sich an ihrem Geschlecht, schließlich musste man einem Mädchen Benimm und Anstand erst einbläuen, und lediglich jahrelange Zucht und Maßregelung machten aus einem weiblichen Wesen eine anständige, gottesfürchtige Person. Ihr Bruder hielt sie schlicht für langweilig und Heather seltsamerweise konnte Frances nicht einmal sagen, was Heather an ihr auszusetzen hatte.

»Und dein Haar!«, giftete die Countess, wobei sie näher trat und die mühsam gerichtete Frisur aus der Form brachte. »Wirst du es denn nie lernen?«

Frances wich zurück, um den Händen zu entgehen, die aus der Haarpracht wieder ein Chaos machten, und flehte: »Bitte nicht! Ich mag es so!«

»Es ist unpassend!«, keifte die Lady und riss den Goldblatt-Kamm aus dem Arrangement. »Ich schicke dir meine Zofe, damit sie es vernünftig herrichtet.«

»Aber «

Die kühlen, blauen Augen der Countess durchbohrten in stiller Warnung das Mädchen. »Meiner Anordnung wirst du nicht zuwiderhandeln!«

Frances schluckte und gab auf. Es war gleich, wie ihr Haar gerichtet war. Sollte es die Zofe doch zu dem üblichen Staubwedel auftürmen. Im günstigen Falle würde sie so lediglich ihrem Cousin und seiner Gattin unter die Augen kommen müssen.

»Du wirst nach oben gehen und dich umkleiden.«

Frances horchte auf. Allein die Frisur zu ändern mochte eine Stunde in Anspruch nehmen. Sich dazu noch umzukleiden würde eine Ewigkeit dauern. Deshalb war der neuerliche Widerspruch über ihren Lippen, bevor sie die Konsequenzen bedacht hatte: »Aber dann werden wir uns verspäten! Sagtest du nicht, wir sollten auf jeden Fall vor sieben Uhr auf Lady Pembrokes Soiree erscheinen?«

»Pünktlich zum Dinner«, bestätigte die Countess und wedelte mit der Hand, um die Tochter aus dem Raum zu treiben. »Nun geh schon! Zieh dich um.«

»Aber es ist doch bereits …«

»Wenn du nicht fertig bist, bis Heather herunterkommt, bleibst du eben zu Hause!«

Frances klappte der Mund auf. »Aber … das geht doch nicht.«

»Ach, und warum nicht?«, höhnte die Countess und hob spöttisch eine Braue.

»Weil … Seine Lordschaft … Es ist doch meine Saison.«

Lady Morecambie sah an ihrer Tochter herab. »Und so willst du einen Mann finden?«

Frances schluckte und senkte die Lider. Dieses Thema also. Die Voraussetzungen, um für ein junges Mädchen einen Gatten zu finden, waren so vielfältig, dass die Mutter Stunden über sie schwadronieren konnte. Und für jeden Punkt auf der Liste gab es ein Beispiel, warum Frances eben keinem Herrn aus gutem Hause auffiel.

»Aber Vater«, begann sie schnell und korrigierte ihre unerwünscht vertrauliche Ansprache sofort mit: »Seine Lordschaft …«

»Ist ein Narr. Leider besteht Morecambie darauf, dir eine Chance zu geben. Ganz gleich wie aussichtslos deine Saison sein wird«, unterbrach die Lady scharf und setzte dann hintenan: »Als würde sich je jemand von Rang für dich interessieren!«

Tränen brannten in Fannys Augen und verzerrten ihre Sicht auf das aufwendige Muster zu ihren Füßen.

»Geh nun! Selbst wenn es keinen Zweck hat, dich dem Adel vorzustellen, kannst du doch zumindest deiner lieben Schwester eine Stütze sein.«

Drei Stunden später
Frances raffte ihren Umhang, um sich vor der aufziehenden Kälte der Nachtluft zu schützen und warf einen verstohlenen Blick auf ihre Mitreisenden.

Heather trug ein leicht ins Grün gehende Abendkleid mit einem Meer an Rüschen. Ihre Ärmel waren mit weißer Seide ausgestellt und liefen auf ihren Handrücken spitz zusammen. Sie sah märchenhaft aus, besonders mit ihrer blitzenden Saphirtiara und dem dazu gehörenden Ohrschmuck samt mehrgliedriger Kette der Mutter.

Obwohl Frances die Kombination aus Grün und Blau eher befremdlich fand, strahlten Heathers Augen mit den Edelsteinen um die Wette und machten die Schwester schier unwiderstehlich. Ihr blondes Haar war, anders als Fannys, streng zu einem Arrangement aus künstlich gedrehten Locken aufgesteckt. Die Frisur betonte den eleganten Hals der Verwandten und durch einige freihängende Locken wurde der Blick in das offenherzige Dekolleté gelenkt.

Frances runzelte die Stirn. Es war ihr gleich aufgefallen, als die Schwester vor gerade mal zwanzig Minuten in den heimischen Salon schwebte. Heather trug eben jene Frisur, die sie selbst zuvor getragen hatte. Frances hatte lediglich auf Perlen und Diamanten im Haar verzichtet und ihre Mähne musste nicht extra mit dem Brenneisen zu Locken gedreht werden.

Es war ungerecht, dass Heather so auf die Soiree gehen durfte. Zumal Frances ihr mühsam gebändigtes Haar neu frisieren lassen musste, weil die Aufmachung der Mutter nicht passte.

Die Countess unterhielt sich angeregt mit der älteren Tochter an ihrer Seite und ignorierte die Jüngere dabei. Wie an jedem Abend, den die Damen außer Haus verbrachten, zählte die Countess die zu erwartenden hoch titulierten Gentlemen auf, um sie dann nach ihrer Brauchbarkeit als zukünftigen Gatten für Heather abzuklopfen. Und wie jeden Abend kam man zu dem einen Schluss, dass keiner der Herren unter dem Titel eines Herzogs für die Lady infrage kam.

Der Kutscher verringerte bereits die Geschwindigkeit ihres Gefährts und es ging nur noch im Schritttempo weiter. Dies ließ vermuten, dass sie ihrem Ziel bereits sehr nahe waren.

»Fanny«, blaffte die Countess. Das Mädchen zuckte zusammen.

»Ja, Mylady?«

»Das heißt ›Bitte‹! Herrje, dein Benehmen ist beschämend! Und wie du ausschaust! Kannst du nicht gerade sitzen?«

Frances blinzelte, saß sie doch mit geradem Rücken auf der gegenüberliegenden Bank und achtete peinlichst darauf, dass sie die Kutschwand nicht berührte. Eine Dame lehnte nicht, sie thronte auf ihrer Sitzgelegenheit und sei es ein ordinärer Baumstamm.

»Wie oft soll ich es noch wiederholen, bis du es endlich aufnimmst? Eine Dame …«

Frances schluckte den Widerspruch herunter, denn ein wohlerzogenes, junges Mädchen widersprach seinen Eltern nicht. »Verzeiht, Mylady.«

Lady Morecambies Augen funkelten abgeneigt, als sie den Kopf schüttelte.

»Bauernmädchen ziehen ihre Mäntel um sich, eine Dame unter keinen Umständen!«

Die Gemaßregelte senkte die Augen, wobei ihr Blick unvermeidlich über die pelzverbrämten Aufschläge des Umhangs der Mutter wanderte. Er war mit einer aufwendig gearbeiteten Schnalle in Form des Familienwappens vor der Brust verschlossen und fiel in akkuraten Falten an der Lady herab. Fannys Exemplar, das aus dem Kleiderschatz der Schwester stammte und auf Grund seines Alters aussortiert worden war, warf an der molligeren Figur des jüngeren Mädchens kein Fältchen mehr und sei es noch so klein.

»Ich warnte Morecambie ausdrücklich, dass deine bloße Anwesenheit die Chancen deiner Schwester, endlich zu heiraten, ruinieren könnte!«, fuhr die Countess fort.

Heather presste die Lippen aufeinander. »Ich bin noch nicht verheiratet, Mutter, weil wir uns einig waren, dass eine weitere Saison bessere Aussichten böte!«

Lady Morecambie drehte sich zu der älteren Tochter um und tätschelte die starre Hand.

»Natürlich, mein liebes Kind, Fannys Unzulänglichkeit ließ mich meine Worte vergessen.« Sie warf der Jüngeren einen Blick zu. »Und nun müssen wir doppelt schnell agieren, bevor Fanny alles kaputtmacht! Nicht auszudenken, wenn sie einem der Auserwählten unter die Augen kommt! Kein Duke wird sich eine solche Bürde aufladen wollen! Eine Schwägerin, die, sollte sie überhaupt zu verheiraten sein, vielleicht einen Vikar erbarmt!«

Die Vorstellung war der Dame so ungeheuerlich, dass sie ihre beringte Hand an den Busen presste und gegen die Rückwand der Kutsche sank, gerade so, als wolle das Bewusstsein ihr schwinden.

Frances ließ die Schultern hängen. Zumindest war sie an diesem Abend in der Wertung der Mutter von unverheiratbar zur Vikarsgattin aufgestiegen.

»Nein!«, fasste sich die Countess und setzte sich wieder auf. »Du wirst mir nun gut zuhören, Fanny. Wagst du es unangenehm aufzufallen, sorge ich persönlich dafür, dass du keinen Fuß mehr vor die Tür setzt.«

Frances blinzelte. »Mylady,...


Collins, Katherine
Katherine Collins, Jahrgang 1980, ist in Castrop-Rauxel geboren und teilweise dort, im Kreis Unna und Dortmund aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen in Mitten des Vest. Als passionierte Leseratte, die sich im Laufe der Zeit durch jeden Bereich der Belletristik fraß, kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Erst nach langer Testphase durch Leseproben auf Internetforen, stellte sie 2013 beim Latos-Verlag ihr Erstlingswerk "Verzeih mir, mein Herz!" vor. Obwohl neben ihrem Laborantenjob und den Kindern wenig Zeit bleibt, wächst ihr Repertoire beständig. Derzeit befinden sich diverse abgeschlossene Werke in der Überarbeitung und mindestens ebenso viele warten auf ihr Ende.

Katherine Collins, Jahrgang 1980, ist in Castrop-Rauxel geboren und teilweise dort, im Kreis Unna und Dortmund aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen in Mitten des Vest. Als passionierte Leseratte, die im Laufe der Zeit durch jeden Bereich der Belletristik fraß, kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Erst nach langer Testphase durch Leseproben auf Internetforen, stellte sie 2013 beim Latos-Verlag ihr Erstlingswerk "Verzeih mir, mein Herz!" vor. Obwohl neben ihrem Laborantenjob und den Kindern wenig Zeit bleibt, wächst ihr Repertoire beständig. Derzeit befinden sich diverse abgeschlossene Werke in der Überarbeitung und mindestens ebenso viele warten auf ihr Ende.



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