E-Book, Deutsch, Band 3
Collins Schlagzeilen auf Schottisch
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96817-739-7
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 3
Reihe: Ein Schloss in den Highlands-Reihe
ISBN: 978-3-96817-739-7
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Wenn die Liebe anders Schlagzeilen macht als gedacht …
Der dritte Band der unterhaltsamen Ein Schloss in den Highlands-Reihe
Auf der Flucht vor ihrem lieblosen Ehemann versteckt sich Catriona in den Highlands. Das Familiengut Farquhar, auf dem ihr Bruder zurückgezogen lebt, scheint die perfekte Lösung zu sein – obwohl sie diesen Ort seit ihrer Kindheit meidet und er ihr Alpträume beschert. Doch als ihr Aufenthaltsort nicht lange unbekannt bleibt und auch andere, private Details an die Öffentlichkeit gelangen, beginnt sie zu zweifeln: Ist ihre Zufallsbekanntschaft, der verdammt attraktive Rick Harris, etwa nicht der charmante Autor, der er vorgibt zu sein, und spioniert er sie lediglich aus, um an neue Klatschgeschichten über ihren prominenten Bruder Ian McDermitt zu kommen?
Dies ist eine Neuausgabe des Romans Ein Schotte wider Willen
Erste Leserstimmen
„Herzklopfen und Drama vor einer traumhaften Kulisse!“
„Endlich geht es weiter mit den romantischen Highland-Liebesgeschichten.“
„Katherine Collins lädt alle Schottland-Fans zum Träumen ein …“
„Ein wunderbarer Roman darüber, was man erreichen kann, wenn man sich seinen Ängsten stellt!“
Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Mein Wecker schrillte. Automatisch schlug ich auf die Schlummertaste und hielt den Atem an. Hatte der Alarm auch Torin aus dem Schlummer gerissen? Vorsichtig drehte ich mich, um mich zu vergewissern, dass mein Mann noch schlief. Obwohl es Torin war, der am Morgen das Haus verlassen musste, und nicht ich, hasste er es, von meinem Wecker geweckt zu werden.
Noch immer die Luft anhaltend, rutschte ich aus dem Bett und huschte durch das dunkle Zimmer. Die schwarzen Blenden vor den riesigen Fenstern ließen kaum Licht durch, Torin konnte nicht schlafen, wenn es zu hell war. Oder zu laut. Oder zu warm, zu kalt, zu irgendwas. Er war sehr speziell. Leider auch unordentlich, weshalb ich stolperte und in voller Länge auf dem Boden aufschlug. Das Gegenstück zu dem Schuh, der mich zu Fall gebracht hatte, bohrte sich nun in meinen Bauch. Ich stöhnte leise, rieb mein Kinn, mit dem ich aufgeschlagen war, und betete stumm, dass ich Torin nicht geweckt hatte.
„Daingead, Weib!“, brüllte der aber auch schon und ließ mich zusammenzucken. Am frühen Morgen, da fing der Tag gleich prima an.
„Entschuldige“, flüsterte ich, wissend, dass es ohnehin nichts änderte. „Ich wollte nicht …“
„Ist es zu viel verlangt, dass du etwas Rücksicht nimmst!“
Ich rappelte mich auf, schob seine Schuhe zusammen und zu ihm hin. „Nein. Es tut mir leid, Torin, ich werde leiser sein.“
Er grollte etwas. Schritte näherten sich mir und ich wich schnell aus. Die Tür schlug zu. Einen Moment gönnte ich mir, in meiner Erleichterung zu baden, allerdings nur einen ganz kurzen, dann sprang ich auf und lief durch den engen Flur in den Wohnbereich. Die Edelstahloberflächen der offenen Küche begrüßten mich funkelnd. Es war eine Heidenarbeit, sie glänzend zu halten und es gab Tage, da hasste ich sie richtiggehend. Der Wassertank der Kaffeemaschine war leer und ich musste ihn auffüllen, was mich kostbare Sekunden kostete, außerdem zitterten meine Hände und mir fiel die Kapsel runter.
„Wo ist mein Frühstück?“, zischte Torin in meinem Rücken und schob mich zur Seite.
„Braucht noch einen Augenblick. Möchtest du dein Ei …?“ Sein Blick brachte mich zum Schweigen – und zum Zittern. Es fehlte nicht mehr viel, das sah man ihm an.
„Wo ist mein Kaffee?“
Mein Blick zuckte zur Maschine, die gurgelnd das geforderte Getränk bereitete. Das frische Aroma erfüllte bereits den Raum und machte die Frage unnötig.
„Noch nicht fertig?“, fragte er betont ruhig. Obwohl ich damit rechnete, traf mich sein Schlag, bevor ich ausweichen konnte. Er warf mich gegen die Kochinsel, an der ich mir die Hüfte prellte, sodass ich mir schnell auf die Lippe biss, um den Schmerzensschrei zu unterdrücken. „Es tut mir leid“, keuchte ich stattdessen. „Setz dich doch schon einmal, ich bringe dir den Kaffee und die Morgenzeitung.“ Die ich erst holen musste. Innerlich stöhnte ich. Ich befand mich auf verflucht dünnem Eis.
Torin trat auf mich zu, verstellte mir den Ausweg und zwang mich, zu ihm aufzusehen, indem er mein Kinn umfasste und es anhob. „Warum musst du so verflucht unzulänglich sein?“
Was mir auf der Zunge lag, schluckte ich schnell wieder herunter. Er hatte ja recht. Wie schwer konnte es sein, seinen Wünschen Folge zu leisten und ihn schlafen zu lassen, bis ich sein Frühstück gerichtet hatte, um ihn dann mit einer Tasse frischem Kaffees zu wecken und ihm derweil die Kleidung bereitzulegen? So manches Mal kam ich mir wie seine Leibeigene vor, dabei war ich die Tochter eines Dukes und er nur ein schottischer Baron. Vor hundert Jahren hätte man noch von einer Mesalliance gesprochen, so unvorteilhaft hatte ich mich verheiratet. Nun, meiner Mutter zufolge, war ein Baron besser als nichts, und unverheiratet zu bleiben wäre meine einzige Alternative gewesen.
Als er mich losließ, tat er es mit einer ruckartigen Bewegung, die mir eine Zerrung im Nacken zufügte.
„Du vernachlässigst einmal mehr deine Aufgaben. Ich frage mich, was du den ganzen Tag treibst, dass du es nicht schaffst, hier Ordnung zu halten.“ Er stieß den Früchtekorb um, während er um die Kochinsel herumging.
„Ich war … nachlässig, verzeih mir.“ Unauffällig reckte ich meine Schultern, aber die schmerzhafte Verspannung blieb. Torin setzte sich an den Tisch.
„Meinen Kaffee!“
Eilig kam ich seiner Forderung nach und stellte die Tasse vor ihm ab, um durch die Wohnung zu flitzen und die Zeitung zu holen. Dann machte ich mich augenblicklich daran, ihm seine Frühstückseier zu bereiten.
„Heute noch?“
„Natürlich!“ Fast wäre das Ei auf dem Boden gelandet, in meiner Hast es auf seinem gebutterten Toast abzulegen. Sein Blick glitt über mich und ich machte mich auf eine Beleidigung gefasst, weil seine Lippen sich geringschätzig verzogen.
„Du bist schlampig! Herrje, was hat mich nur geritten, dich zu heiraten?“
Eine zugegeben hervorragende Frage, die ich mir oft genug selbst stellte.
„Da fällt mir ein …“
Ich war bereits auf dem Rückzug und stoppte schnell.
„Daingead, was ist das für ein Fraß!“ Der Teller segelte mit Schwung zu Boden und zerbarst vor meinen Füßen. Splitter rissen meine Haut auf, aber ich wagte nicht, zurückzuweichen. Er käme ohnehin nach. Torin sprang auf und ragte über mir auf. Er war bullig und größer als ich. Nicht selten flößte er mir eine ungeheure Furcht ein. Sein Blick legte sich schneidend auf mich und seine Faust ballte sich. Bitte nicht. Aber es hatte selten einen Nutzen, eine Bitte an irgendwen zu richten. Das Unvermeidliche ließ sich nicht aufhalten. Seine Faust traf meine Schulter. Immerhin nicht mit voller Wucht, trotzdem torkelte ich rückwärts und stieß erneut gegen die Kochinsel, dieses Mal jedoch mit meinem Hinterteil.
Seine Faust hob sich wieder. Es gab nichts, was mich retten konnte, also schloss ich die Augen. Lange stellte ich mir die Frage schon nicht mehr, warum er mich schlug, oder warum ich es zuließ. In mir herrschte resignierte Stille, bis die Schmerzen mich durchzuckten.
Ein Klingeln rettete mich. Das Telefon. Ich spürte den Sockel der Kochinsel in meinem Rücken.
„Galloway?“, grunzte er in den Hörer. Er stand an der gläsernen Kommode neben dem offenen Durchgang zum Flur und starrte an die Wand. „Heute? – Wann? Wenn es sein muss.“
Vorsichtig rappelte ich mich auf und schob dabei die Scherben zusammen.
„Mach hier sauber!“, verlangte er harsch, nachdem er aufgelegt hatte. „Wenn ich wiederkomme …“
„Ja.“ Nur ein Wispern, aber er erwartete keine Antwort von mir, das tat er nie. Seine Erwartungen an mich waren, einfach und klar umrissen: nicht auffallen und ihm das Leben so angenehm wie nur möglich machen.
Ich kauerte am Boden, bis die Tür des Apartments hinter ihm zufiel, dann ließ ich die aufgeklaubten Reste seiner Mahlzeit fallen und kippte schlicht zur Seite. Noch in meinem Nachthemd auf den gewienerten, glänzendweißen Fliesen, Ei im Haar und Butter an der Wange, starrte ich vor mich hin. Das war also mein Leben. Ich war die Tochter eines Dukes, hatte ein nettes Vermögen mit in die Ehe gebracht und nur diesen einen Wunsch: Unsichtbar zu sein.
Das Gefühl blieb, selbst eine Dusche, kuschelige Kleidung und ein kleines Frühstück konnten nichts daran ändern. Immerhin schaffte ich es, das Chaos zu beseitigen und schrubbte gerade auf allen vieren den Boden, als es an der Tür klingelte.
Da ich nur selten Besuch bekam, machte es mich jedes Mal nervös, die Tür zu öffnen.
„Islay!“ Mein Cousin grinste mich an, was bereits bemerkenswert war. Dass er mich in den Arm nahm, zog mir fast den Boden unter den Füßen weg. Ich stöhnte auf, als sich seine starken Arme um mich schlossen.
„Catriona, ich musste es versuchen, bist du allein?“ Er ließ mich wieder los und strahlte mich an. Irritierend, denn glücklich wirkte Islay eigentlich nie. „Ich muss dir unbedingt Sina vorstellen.“ Er schob mich zurück und damit in den Flur hinein. Er streckte den Hals und sah hinter mich. „Du bist doch allein?“
Es war kein Geheimnis, dass Torin nicht wollte, dass ich Besuch bekam. Er verlangte, dass man sich vorher anmeldete und fand meist einen Grund, das Treffen abzusagen.
„Ja, Torin ist wie gewohnt früh raus.“ Ich räumte verdutzt den Weg und bemerkte nun, dass mein Cousin nicht allein gekommen war, weil er sich umdrehte und die Hand nach seiner Begleitung ausstreckte.
„Ich möchte dir Sina vorstellen, wenn wir schon mal in der Gegend sind.“ Er zog eine große Blondine näher und legte den Arm in ihren Rücken. „Sina, meine Cousine Catriona.“
Sie lächelte mich an. „Hallo.“
„Halò.“
Islay schob sie weiter und schloss dann die Tür. „Sie bevorzugt Kaffee.“
„So?“ Ich folgte ihm den Flur entlang bis in die Küche, wo er Sina den Stuhl hervorzog.
„Du übertreibst es wieder“, flüsterte sie und berührte ihn vertraut an der Wange. Ein leichtes Lächeln flackerte auf ihren Lippen, dass sich auf Islays widerspiegelte.
„Ich bin etwas überrascht …“ Gelinde gesagt, schließlich kam Islay sonst allein und warnte mich zumindest vor.
„Ich wollte die Chance nutzen.“ Er setzte sich an den Tisch. „Komm setz dich.“
Schön, Widerstand war zwecklos, also fügte ich mich und sank auf den Stuhl, den er mir bereitstellte, dann setzte er sich zu uns und ergriff Sinas Hand. „Du warst nicht auf der Hochzeit und wurdest vermisst“, offenbarte er angespannt. Nach einem Räuspern und einem Seitenblick fuhr er fort: „Du hast einiges verpasst.“
„Vielleicht nicht der beste Einstieg, Islay?“, mahnte Sina, wozu sie sich vorbeugte, um ihm etwas ins Ohr zu...




