Collins | Tränen des Herzens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 420 Seiten

Reihe: Ein-Regency-Roman

Collins Tränen des Herzens

Historischer Roman
16001. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95818-076-5
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Historischer Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 420 Seiten

Reihe: Ein-Regency-Roman

ISBN: 978-3-95818-076-5
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



England, Ende des 18. Jahrhunderts: Lady Marie Windermere feiert ihr Debüt in der Londoner Gesellschaft. Was niemand weiß: Ihr Vater kann sich weder ihre Aussteuer noch die Saison leisten. Verzweifelt sucht die temperamentvolle Schönheit deshalb nach einem geeigneten Gatten. Unterstützt wird sie bei ihrer Suche von dem attraktiven Draufgänger Lord Argyll, einem Freund der Familie. Doch Argyll ist bekannt für sein liederliches Verhalten und seine Affären. Und tatsächlich geraten die beiden schon bald in eine heikle Situation. Plötzlich scheint eine Hochzeit mit Argyll der einzige Weg zu sein, um Maries Ehre zu retten. Die junge Frau ist am Boden zerstört. Wie soll sie mit einem solchen Mann jemals glücklich werden? Zu spät erkennt sie, dass Argylls Gefühle für sie vielleicht doch aufrichtig sind ... Von Katherine Collins sind bei Forever in der Regency-Reihe erschienen: Melodie der Hoffnung Tränen des Herzens Verliebt wider Willen

Katherine Collins, Jahrgang 1980, ist in Castrop-Rauxel geboren und teilweise dort, im Kreis Unna und Dortmund aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen in Mitten des Vest. Als passionierte Leseratte, die sich im Laufe der Zeit durch jeden Bereich der Belletristik fraß, kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Erst nach langer Testphase durch Leseproben auf Internetforen, stellte sie 2013 beim Latos-Verlag ihr Erstlingswerk 'Verzeih mir, mein Herz!' vor. Obwohl neben ihrem Laborantenjob und den Kindern wenig Zeit bleibt, wächst ihr Repertoire beständig. Derzeit befinden sich diverse abgeschlossene Werke in der Überarbeitung und mindestens ebenso viele warten auf ihr Ende.
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Kapitel 1


Ein unmöglicher Gentleman


London, Westbrook House, 1800

Thomas Boyle, Viscount of Argyll, betrat den Salon im Hause seines Freundes Nathan Mannings, 8. Duke of Kent, Marquess of Westbrook und Träger weiterer erlauchter Titel. Wie erwartet, traf er dort auf die Dame des Hauses. »Ah, Bell, wie grausam mir bei jedem Besuch vor Augen geführt wird, was mir verwehrt bleibt.« Er seufzte theatralisch und ignorierte den sauren Blick des Dukes of Kent.

»Nicht komisch, Thomas!«, grollte der und löste sich von seiner Gattin, die Thomas mit einem Kopfschütteln rügte.

»Wie recht du hast, Nathan!«, klagte er dennoch mit einem Zwinkern. »Und doch ist sie dein Weib, die süße Bell, und ich vegetiere dahin!«

»Tee, Thomas, oder möchtest du dein Ableben beschleunigen, indem du die Nahrungsaufnahme verweigerst?«, mokierte sich Annabell Mannings, Duchess of Kent, und nahm die Kanne auf. »Sei doch so gut und rufe, wie auch immer du dich entscheiden magst, dennoch nach dem Mädchen.«

»Du solltest ihn nicht auch noch bestärken«, murrte Nathan und setzte sich widerwillig etwas von seiner Gattin weg, die er zuvor umarmt hatte.

»Tee! Dir erweise ich jeden Dienst, meine Holde!« Thomas zog an der Kordel, um eine Bedienstete herbeizurufen, und ignorierte auch weiterhin den Hausherrn. Da der Duke noch immer nahe bei Annabell saß und es nicht möglich war, sich dazwischenzuklemmen, setzte sich Thomas der Duchess gegenüber. »Was verschafft mir das Glück deiner Anwesenheit in der Stadt, Bell?«

Die Duchess seufzte tief auf, war die Frage doch durchaus berechtigt. Ihre Zeit verbrachte sie am liebsten auf ihrem kleinsten Landgut Woolhead im engsten Kreise der Familie. »Marie.«

Thomas stutzte. Lady Marie Windermere war ihm durchaus ein Begriff, allerdings nicht im Zusammenhang mit London.

»Sie debütierte in dieser Saison«, erklärte Nathan grummelnd, »Windermere kann sich aber weder Aussteuer noch besagte Saison leisten.«

»Nathan!« Annabell funkelte ihren Gatten an, der entschuldigend die Schultern zuckte.

»Wie indiskret, Nathan«, tadelte Thomas grinsend. »Wenn das an die falschen Ohren gerät!« Was durchaus ein Desaster für die junge Dame bedeuten konnte. Nämlich dann, wenn Lady Marie die feine Gesellschaft nicht im Sturm eroberte. Allerdings stand dies für Thomas außer Frage. Die Dame war eine Schönheit, wie jedes weibliche Mitglied ihrer Familie.

Nathan räusperte sich unangenehm berührt. »Es ist ja nicht so, dass dir die Fakten unbekannt wären.«

»Wer hat das Vergnügen, Lady Marie ...« Er verzog spöttisch die Lippen, weil ihm Maries Feuer sprühende Saphire vor Augen standen. »... auf ihrem Debüt beizustehen? Deine reizende Schwägerin, Ihre Gnaden, Madeleine of Kent? Sie kann die Übung sicherlich brauchen, schließlich kommen ihre Töchter ja auch bald in die Zwangslage.«

Annabell zog die Brauen zusammen. »Zwangslage? Sowohl Victoria wie auch Elizabeth sind finanziell abgesichert. Nathan kümmert sich ...«

Thomas hob die Hände: »Gnade, Bell. Die Zwangslage ist jene, einen geeigneten Gatten zu finden. Wenn man sich unbeteiligt umschaut ... Ich werde meine kleine Amelie wohl eigenständig beschützen müssen, oder wird sie von Suffolk in der Selbstverteidigung geschult wie du seinerzeit?« Es war als Scherz gemeint. Ausgesprochen klangen seine Worte jedoch ernsthaft beunruhigend. Amelie war die ältere Tochter des Dukes und seiner Duchess, und Thomas’ Patentochter. Er müsste sich tatsächlich während ihrer Saison aufmerksam umschauen, nicht, dass seine kleine Amelie an einen Mann wie ihn geriet. Oder gar wie den Duke. Ein ruchloser Verführer, Frauenheld ohne Drang zur Eheschließung. Es schauderte ihn bei der Aussicht.

»Ich werde meine Töchter schon im Auge behalten!«, echauffierte sich der Duke, wobei er die Stirn runzelte. Womöglich die Erkenntnis, die auch ihm gewahr werden ließ, welch Ungemach auf ihn wartete?

»Hm«, murmelte Annabell, im Gedanken bei ihrem Halbbruder, dem Viscount of Suffolk. »Vielleicht kein schlechter Hinweis. Marcus’ Tricks waren recht zweckdienlich.«

Der Duke grunzte. »Schmerzlich würde ich sie bezeichnen.«

»Nun, das sollen sie auch sein, schließlich sind sie dafür gedacht, die Tugend zu bewahren!«, murrte Annabell und sah erleichtert auf, als an der Tür geklopft wurde. Das Dienstmädchen erschien und trug eine Kanne und mehrere Tassen bei sich. »Ah, Libby, wie schön, dass du den Tee gleich mitbringst. Sag, hat Mrs Dean noch ein paar Maronen da?« Die Duchess nahm die Kanne entgegen und goss das Getränk ein.

»Ja, Euer Gnaden. Ich bringe Ihnen sogleich eine Auswahl Kekse.« Das Mädchen knickste und wartete auf die Entlassung, die Annabell mit einem freundlichen Lächeln und einem Nicken gab.

»Meine Maronen, Annabell?«, murrte Nathan und erntete einen verärgerten Blick der Lady und einen Heiterkeitsausbruch von Thomas.

»Ich liebe Maronen«, bemerkte er lachend. Nathan presste die Lippen aufeinander, aber er brauchte auch nichts sagen. Der Duke hatte dieselbe Vorliebe. »Aber ich würde durchaus tauschen.«

»Sie ist mein Weib, gewöhne dich daran, es wird sich nicht wieder ändern!« Nathan rückte wieder näher an besagte Lady heran und griff nach ihrer Hand. »Wir haben drei Kinder, und ein viertes lässt sicherlich nicht mehr lange auf sich warten.«

»Nathan!«, tadelte Annabell errötend und entzog ihm die Finger wieder. »Herrje, das ist nun wirklich nichts ...« Sie reichte Thomas eine Tasse, ohne ihn anzusehen, weil sie noch immer dabei war, stumm mit ihrem Gatten zu kommunizieren.

»Verzeih, Liebling, natürlich sollte ich nicht davon sprechen.«

Thomas nahm den Tee an. »Noch ein Kind?«, seufzte er und schüttelte den Kopf. »Bell, tu mir das nicht an!«

»Nicht in diesem Jahr«, versprach die Duchess. »Ich werde zu beschäftigt sein, Marie von Unsinn abzuhalten.« Einen Moment wurde sie von ihren Befürchtungen überrollt. Ihre Augen weiteten und ihr Mund öffnete sich, um einem schnellen Atemzug Raum zu geben.

»Du? Dann werde ich mich bei Marie wohl bedanken müssen.« Thomas grinste seinen Freund an.

»Du kannst es ihr anders danken«, bemerkte Annabell und runzelte die Stirn, während sie ihn musterte. Thomas verkniff sich ein Stöhnen.

»Ich wäre ein lausiger Gatte«, warnte er. »Sicherlich eine Enttäuschung für eine fordernde Lady wie diese.«

Nathan schnaubte. »Wie gut, dass Suffolk noch zur Vernunft kam und Annabell nicht zwang, dich zu nehmen!« Der Duke legte den Arm um die Gattin und zog sie an sich.

»Au contrair, mein Guter. Annabell wäre meine Rettung gewesen.«

»Thomas, das ist Unsinn«, mahnte die Duchess und beugte sich vor, um dem Hausfreund eine Hand auf den Arm zu legen. »Glaube mir, die Richtige wartet nur darauf, dass du über sie stolperst.« Ihre Augen lagen beteuernd auf ihm, und Thomas verkniff sich ein Seufzen. Er war es leid zu suchen. Zugegebenerweise war er noch nicht lange auf der Suche. Erst als er sich eingestehen musste, Annabell nicht für sich gewinnen zu können, hatte er recht lustlos begonnen. Aber die jungen Dinger, die sich auf Bällen tummelten, um einen Junggesellen einzufangen, waren ihm verhasst. Und deren Mütter erst! Er gehörte nicht unbedingt zu den besten Partien, die England zu bieten hatte, war aber auch bei weitem nicht die schrecklichste. Moralisch gesehen. Seine Vermögenswerte machten ihn interessant, aber seine Herkunft gab ihm etwas Luft. Schotten waren nicht die begehrtesten Ehekandidaten. Er wurde nicht annähernd so belagert von den hochwohlgeborenen Müttern, wie es andere Junggesellen waren. »Hoffentlich breche ich mir dabei nicht den Hals, Bell.«

»Das übernehme ich gerne für dich«, knurrte der Duke, und Annabell verdrehte die Augen. »Ich wollte dich lediglich bitten, hin und wieder mit Marie zu tanzen.«

Tanzen? Thomas schalt sich einen Narren. In den Jahren seit der letzten Eheschließung des Paars vor ihm hatte Annabell nicht einmal angedeutet, er möge sich verehelichen. Sie hatte ihm niemanden mit diesem Ansinnen vorgestellt. Nie eine diesbezügliche Frage gestellt oder über die Eigenschaft eines der Mädchen schwadroniert. Anders als der Duke, der ihm fast täglich dazu aufrief zu heiraten. »Selbstverständlich, Bell.« Maries erboste Miene tauchte vor seinem inneren Auge auf. Das Mädchen war herrlich leicht zu ärgern. Vielleicht versprach die kommende Saison abwechslungsreichen Trubel.

»Tanzen!«, warnte Nathan dunkel. »Glaube nicht, dass ...«

Thomas hob die Hände, durchaus indigniert. »Selbstverständlich! Marie würde mich wohl mit ihrem Fächer verprügeln, sollte ich ihr auch nur unbeabsichtigt zu nahe kommen!« Das war seine aufrichtige Befürchtung und kein Spaß. Das Mädchen hatte mit eben jenem Accessoire nach ihm geschlagen, als er auf der Hochzeitsfeier des Dukes und seiner Duchess sein Bedauern ausdrückte, keinen Widerspruch eingelegt zu haben.

»Sie ist impulsiv«, druckste Annabell mit einem Seitenblick zu ihrem Gatten herum, der bei der Bezeichnung schnaubte.

»Bevor wir sie unter die Haube bekommen, wird sie uns allen wohl mit ihrer scharfen Zunge den Verstand geraubt haben! Es ist zu früh!«

Annabell seufzte unglücklich. »Sie wird achtzehn! Und Windermere ...« Ihre Stimme zitterte bei der Nennung ihres Onkels und presste kurz die Lippen aufeinander. Eine Geste, deren sich ihr Gatte ebenfalls bediente, wobei seine schiefergrauen Augen aufblitzten. »Sie...


Collins, Katherine
Katherine Collins, Jahrgang 1980, ist in Castrop-Rauxel geboren und teilweise dort, im Kreis Unna und Dortmund aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen in Mitten des Vest. Als passionierte Leseratte, die sich im Laufe der Zeit durch jeden Bereich der Belletristik fraß, kam sie schon in ihrer Jugend zum Schreiben. Erst nach langer Testphase durch Leseproben auf Internetforen, stellte sie 2013 beim Latos-Verlag ihr Erstlingswerk "Verzeih mir, mein Herz!" vor. Obwohl neben ihrem Laborantenjob und den Kindern wenig Zeit bleibt, wächst ihr Repertoire beständig. Derzeit befinden sich diverse abgeschlossene Werke in der Überarbeitung und mindestens ebenso viele warten auf ihr Ende.



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