Collins | Verlieben verboten, Prinzessin! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2627, 144 Seiten

Reihe: Julia

Collins Verlieben verboten, Prinzessin!


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1898-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2627, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1898-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Prinz Felipe von Nazarine muss dringend heiraten - sonst verliert er den Anspruch auf den Thron. Eine sentimentale Liebesheirat kommt für ihn zwar nicht infrage, doch seit wenigen Tagen gibt es eine Frau in seinem Leben, die er sich als die zukünftige Königin vorstellen kann: die attraktive Claudine, nach einem gefährlichen Badeunfall sein persönlicher Gast im Palast. Wird sich die blonde Schönheit auf eine Vernunftehe einlassen - und schwören, dass sie sich trotz der heißen Leidenschaft, die zwischen ihnen herrscht, niemals in ihn verliebt?



Dani Collins verliebte sich in der High School nicht nur in ihren späteren Ehemann Doug, sondern auch in ihren ersten Liebesroman! Sie erinnert sich heute immer noch an den atemberaubend schönen Kuss der Helden. Damals wurde ihr klar, dass sie selbst diese Art von Büchern schreiben möchte. Mit 21 verfasste sie ihren ersten Roman und übte trotz verschiedener Bürojobs seither unerbittlich. Sie probierte sich an verschiedenen Genres, kehrte aber immer wieder zu ihrer Leidenschaft, den Liebesromanen, zurück. Oft dient ihr als Inspiration ihre eigene Überzeugung, dass man sein Happy End findet, wenn man bereit ist, sich voll und ganz reinzuhängen. Sie selbst hatte damit Glück, mit ihrem Mann lebt sie heute am idyllischen Christina Lake in Kanada. Ab und an gelingt es Doug, seine Frau von einer Schreibpause zu überzeugen. Das gemütliche Dachbodenbüro wird meist verlassen, um ihre zwei erwachsenen Kinder zu besuchen.

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1. KAPITEL


„Du wirst hier draußen sterben!“, rief der Prinz aus seinem Schnellboot heraus. „Ich fahre dir bestimmt nicht hinterher!“

Gut so, dachte Claudine Bergqvist, obwohl das Meer so kalt war, dass sich ihre Muskeln verkrampften. Das Wasser war dunkel, und ihr langes Kleid zog sie hinab. Als sie versuchte, einen Schwimmzug zu machen, verhedderte sich die Seide um ihre Beine. Um sie herum rollten hohe Wellen, was es ihr schwer machte, Luft zu holen, ohne Wasser zu schlucken.

Sie versuchte, die Insel nicht aus den Augen zu verlieren. Aber obwohl sie eine gute Schwimmerin war, war die schwarze Landzunge mit den wenigen, funkelnden Lichtern immer noch erschreckend weit entfernt. Während Panik in ihr aufstieg, lief ihre Fantasie auf Hochtouren. Was lauerte noch in diesen Gewässern außer ihr und diesem schrecklichen Mann, der sie auf sein Boot gelockt hatte?

Als sie hörte, wie der Motor wieder ansprang, hielt sie inne und drehte sich um, um zu sehen, ob er hinter ihr herkam.

Nein. Die Bootslichter wendeten sich von ihr ab. Das schnittige Schnellboot schoss mit einem Aufheulen davon und spritzte Gischt hinter sich her. Durch die Wellenberge konnte sie weder das Boot sehen noch die Superjacht, auf der dieser furchtbare Abend begonnen hatte.

Wie bei einer russischen Puppe war an diesem Abend eine gefährliche Situation der nächsten gefolgt, auch wenn sie es nicht sofort gemerkt hatte: „Kommt heute Abend zu einer großen Party auf eine Jacht.“ Dann später: „Warum kommen nicht einige von euch mit zu einer kleineren Party auf meine kleinere Jacht?“ Und noch später: „Lass uns eine Spritztour mit meinem Flitzer machen, nur du und ich.“

Jetzt kehrte nur einer nach Stella Vista zurück, der größten Insel der Kette, aus der das Königreich Nazarine bestand: der Prinz. Sie selbst, Claudine, blieb allein im Meer zurück. Ihr Herz schlug unregelmäßig. Ihre Brust zog sich vor Angst zusammen, sodass sie kaum noch atmen konnte. Das Kielwasser des sich entfernenden Schnellboots hob sie empor und ließ sie dann zurück ins nächste Wellental fallen. Als sie sich wieder umwandte, war die kleine Insel verschwunden.

Verzweifelt drehte sie sich um sich selbst.

Keine Panik!

Dort war die Insel. Während Claudine gegen den Stoff ihres Kleides ankämpfte, ließ sie das rettende Land nicht mehr aus den Augen. Entschlossen streifte sie die Träger ab, dann schob sie das Kleid über Taille und die Hüften herunter, bis sie endlich befreit war.

Ich kann es schaffen!

Sie hatte schon viele schwierige Dinge geschafft, einschließlich dies: als Vertreterin Schwedens bei der Wahl zur Miss Pangea anzutreten, obwohl sie die letzten fünfzehn Jahre in Amerika gelebt hatte.

Mom braucht mich, ermahnte sie sich. Ich darf hier nicht sterben.

Doch der Gedanke an ihre Mutter machte sie nur noch ängstlicher. Ann-Marie Bergqvist hatte nicht gewollt, dass ihre Tochter Claudine an dem Schönheitswettbewerb teilnahm. Weder an diesem noch an irgendeinem anderen. Sie hielt diese Wettbewerbe für unzeitgemäß und sexistisch.

Das sind sie auch, hatte Claudine zugestimmt. Aber sie war aus Spaß mit Freundinnen in den ersten hineingestolpert und hatte dann einfach immer weiter gewonnen. Der bescheidene Ruhm und die Fernsehinterviews hatten ihr geschmeichelt.

Als sich die Multiple Sklerose ihrer Mutter plötzlich drastisch verschlechterte, hatte Claudine das Auto, das sie gewonnen hatte, zusammen mit allen anderen Gewinnen verkauft. Das Geld hatte ihrer Mutter eine Auszeit von der Arbeit sowie eine Reihe von Facharztuntersuchungen verschafft. Aber die Krankheit war insgesamt nicht heilbar, sie konnte nur verlangsamt werden.

Jedes Mal, wenn Claudine einen größeren Wettbewerb gewann, konnte sie sich eine bessere Versorgung ihrer Mutter leisten. Und der Schönheitswettbewerb zur Miss Pangea mit Teilnehmerinnen aus allen Ländern der Welt war einer der einträglichsten. Er hatte sie nach Nazarine geführt, ein kleines Königreich vor der italienischen Südküste. Wenn sie als eins der Models für den berühmten sexy Badeanzug-Kalender ausgewählt wurde, würde ihr das ein sehr großzügiges Honorar einbringen. Und falls sie es als Siegerin des Schönheitswettbewerbs gar aufs Cover schaffte, würde sie noch mehr verdienen.

Falls sie es bis ans Ufer schaffte.

Hatte der Prinz es deshalb auf sie abgesehen? Weil sie Chancen auf den Sieg hatte?

Sie versuchte, nicht daran zu denken. Sie war müde. Das Schwimmen an sich war nicht das Problem, aber dies war kein ruhiges Schwimmbecken, in dem sie durch das Wasser gleiten konnte. Die Gewalt des Meeres warf sie hin und her, Wasser drang in ihre Nase, sie schluckte Salzwasser.

Was, wenn sie nicht überlebte? Wenn sie es morgen nicht zum Shooting für die Auswahlfotos schaffte? Wenn sie kein Preisgeld gewann und ihre Mutter keine ärztliche Versorgung mehr bekam?

Was, wenn sie ertrank und ihre Mutter nie wiedersah?

Denk nicht daran! Beinschlag, Armschlag, atmen. Beinschlag, Armschlag, atmen.

„Ein Eindringling, Eure Hoheit.“ Gerade als Prinz Felipe sich zu einem späten Abendessen setzte, reichte ihm ein Wachmann ein Tablet.

Francois. Immer wenn etwas Unvorhergesehenes und Unangenehmes passierte, dachte er als Erstes an seinen Zwillingsbruder. Kalter Hass überflutete ihn, aber ganz automatisch schob er die düsteren und wenig hilfreichen Gefühle beiseite und konzentrierte sich auf das Problem.

„Wie viele?“ Er nahm das Tablet.

„Nur einer, Sir.“ Der Wachmann tippte auf den Monitor, um die Sicherheitsaufnahmen sowohl in Nachtsicht als auch in Infrarot zu zeigen. Ein Schwimmer näherte sich der Westseite der Insel.

Am weitesten von den anderen Inseln des Nazarine-Archipels entfernt, war Sentinella vor Hunderten von Jahren nach den Schutzarmeen benannt worden, die damals auf der Insel stationiert waren.

Die hohen Klippen ermöglichten eine Überwachung der umliegenden Gewässer, und das Fehlen flacher Sandstrände erschwerte das Eindringen. Der Zugang war nur durch einen natürlichen Hafen in einer Lagune möglich, und jedes Boot und jeder Schwimmer, die versuchten, in diese Lagune einzudringen, mussten zuerst Strömungen aus allen Richtungen überwinden. Einmal drinnen, lauerten dann Hunderte scharfer Felsen unter der Oberfläche der flachen Bucht. Sie zerstörten Schiffe und zerschmetterten auch mal ein Knie, wenn man nicht genau wusste, wo sie sich befanden. Und falls man den Strand am Fuß der Klippen erreichte, warteten Steine und grober Sand.

Wie seine Bewohner war Sentinella Furcht einflößend und Fremden gegenüber abweisend.

Felipe versuchte, das Bild auf dem Tablet zu vergrößern, aber es war zu grobkörnig.

„Wie ist die Person dorthin gekommen? Ist ein Schiff in der Nähe?“

„Auf der Favorit der Königin wurde heute zum Sonnenuntergang ein Abendessen für die Kandidatinnen des Schönheitswettbewerbs veranstaltet. Die Gäste haben wie üblich Abstecher zu den kleineren Inseln unternommen. Vor einer Stunde haben wir etwa eine Meile entfernt ein Schnellboot gesehen. Das kam uns am nächsten.“

Die Lippen des Wachmanns waren angespannt. Er kannte die Feindseligkeit, die zwischen den Prinzen bestand.

Felipe war nicht von der Nachricht überrascht, dass sein Bruder in der Nähe war. Francois verbrachte den größten Teil seines Lebens damit, rund um den Globus von einer Party zur anderen zu jetten und den Frauen nachzujagen. Zu dieser Jahreszeit kam er jedoch immer nach Hause und brachte seinen schmutzigen kleinen Schönheitswettbewerb ins Inselreich mit. Normalerweise allerdings schickte er seine Leute nicht dreist direkt bis zu Felipes Haustür. Was hatte er diesmal vor?

„Gehen wir zum Strand und begrüßen wir unseren Besucher.“ Ohne die geschmorte Ente gekostet zu haben, erhob sich Felipe.

„Sir, er könnte bewaffnet sein.“

Er? Felipe sah wieder auf den Bildschirm. Der Schwimmer hatte einen Felsen gefunden, an dem er sich festklammern konnte.

Als ein Arm aus dem Wasser kam, erschien der Träger eines Bikinioberteils.

„Ich glaube nicht, dass sie eine Waffe trägt. Es sei denn, sie hat vor, mir eine Zyanidkapsel ins Gesicht zu spucken.“

Er ging über den gepflasterten Hof der Burg hinüber zu dem Tor in der Mauer. Zwei Wachen folgten ihm, zwei weitere flankierten ihn, als er durch ein zweites Tor in der Mauer zu den Treppen ging, die die Klippe hinunterführten. Die schmalen Stufen waren vor langer Zeit von Soldaten aus der Steinmauer geschlagen worden. Ein verwittertes Seil bot etwas Halt, falls ein Fuß ausrutschen sollte.

Seit Jahren war Felipe diese Stufen nicht mehr hinuntergegangen und niemals nachts, aber er winkte ab, als ein Wächter versuchte, den Weg mit einer starken Taschenlampe zu beleuchten. Er wollte sich dem Eindringling unbemerkt nähern.

Die schmale Mondsichel machte den Abstieg tückisch. Als sie das Ende der Treppe erreichten, konnte er hören, wie die Wellen außerhalb der Lagune gegeneinander ankämpften. In der Nähe des Ufers hörte er ein Husten und keuchenden Atem.

Er schob sich an dem Wachmann vorbei, der einen Arm ausstreckte und versuchte, Felipe davon abzuhalten, sich dem Ufer zu nähern.

Wie gebannt sah er zu, als sich im fahlen Mondlicht eine Frau – eine Meerjungfrau? eine Sirene? – aus dem glitzernden, schwarzen Wasser schob. Dann richtete sie sich auf und kniete im seichten Wasser. Wellen schwappten um ihre Oberschenkel. Im Mondlicht war...



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