Colter / Marsh / Wood | Romana Exklusiv Band 275 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 0275, 384 Seiten

Reihe: Romana Exklusiv

Colter / Marsh / Wood Romana Exklusiv Band 275


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-4355-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0275, 384 Seiten

Reihe: Romana Exklusiv

ISBN: 978-3-7337-4355-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



ERBLÜHT DIE LIEBE IN PORTUGAL? von WOOD, SARA
Plantagenbesitzer Dex Fitzgerald ist entsetzt, als seine Freundin seit Kindertagen Maddy zugibt, es nur auf sein Geld abgesehen zu haben. Er tut alles, um sie aus Portugal und aus seinem Leben zu vertreiben ... bis sie ihm eine andere Seite von sich zeigt. Warum nur hat sie ihm etwas vorgespielt?
EINSAM - ODER GEMEINSAM? von COLTER, CARA
Stille, Natur, Berge - Tyler liebt die Einsamkeit seiner Ranch in den Rocky Mountains. Aber er liebt auch Harriet. Doch sie kann sich nicht vorstellen, ohne den Lärm und den Trubel einer Großstadt zu leben. Ist ihre Liebe groß genug, um diesen Konflikt zu überbrücken?
LIEBESERWACHEN AM TAJ MAHAL von MARSH, NICOLA
Bei einem Ausflug zum Taj Mahal lässt sich Tamara nicht nur vom märchenhaften Flair dieses Wahrzeichens der Liebe verzaubern - sondern auch von dem Charme ihres unverhofften Begleiters. Und auf einmal werden die Nächte in Indien sinnlicher, als sie je gedacht hätte ...



Cara Colter hat Journalismus studiert und lebt in Britisch Columbia, im Westen Kanadas. Sie und ihr Ehemann Rob teilen ihr ausgedehntes Grundstück mit elf Pferden. Sie haben drei erwachsene Kinder und einen Enkel. Cara Colter liest und gärtnert gern, aber am liebsten erkundet die begeisterte Reiterin auf ihrer gescheckten Stute Dakota die kilometerweiten Waldwege, die direkt an ihrem Haus vorbei- und in die freie Natur führen. Als Autorin von insgesamt 40 Büchern wurde Cara Colter mehrfach ausgezeichnet. 2006 erhielt sie von der Romantic Times einen Sonderpreis für ihre humorvollen Romane, 2007 kam sie erstmalig auf die Bestellerliste von Waldenbooks.

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1. KAPITEL

„Darf ich endlich gucken?“, fragte Madlyn ungeduldig. „Du hast mich jetzt wirklich lange genug auf die Folter gespannt!“

„Einen Moment noch“, sagte Debbie lachend. „Ohne Lipgloss geht es nicht. So, fertig. Du kannst dich umdrehen.“

Gespannt wandte Maddy sich um und schaute in den Spiegel, aus dem ihr eine völlig unbekannte Frau entgegensah. „Himmel! Bin ich das etwa?“, rief sie überrascht.

Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr das flammend rote Haar stehen würde. Doch die Farbe passte wunderbar zu ihren rauchgrauen Augen und schmeichelte ihrem hellen Teint. Auch der tiefrote Lippenstift wirkte nicht billig, wie eigentlich geplant, sondern eher sexy. Als hätte sie den halben Abend damit verbracht, wild herumzuknutschen.

Als ob! Der einzige Mann, der sie in letzter Zeit geküsst hatte, war ihr Großvater. Auf die Wange wohlgemerkt. Und auch das kam nur äußerst selten vor. Von derartigen Gefühlsbekundungen hielt Grandad nämlich nichts, auch wenn er sie sehr liebte.

Weshalb lag ihm sonst so viel daran, dass sie den Enkel seines ehemaligen Geschäftspartners heiratete? Um ihn nicht zu verletzen, musste sie das Spiel mitspielen und so tun, als wäre sie von diesem Plan vollkommen begeistert. Erst einmal zumindest. Aber sie würde schon dafür sorgen, dass Dexter Fitzgerald die Lust aufs Heiraten verging! Mit Debbies Hilfe hatte sie sich in eine Frau verwandelt, die als Braut für einen Multimillionär aus guter Familie absolut unpassend war. Trotzdem klopfte ihr Herz bei dem Gedanken daran, dass sie in nur wenigen Stunden nach Portugal fliegen würde, in das Land ihrer Kindheit, das sie vor beinahe fünfzehn Jahren verlassen hatte.

„Findest du meine Aufmachung nicht ein bisschen übertrieben?“, fragte Maddy und betrachtete kopfschüttelnd ihr Spiegelbild.

„Doch, schon! Aber genau das ist ja der Plan: Sexbombe mit leicht billigem Beigeschmack, ohne jegliche Manieren und Schamgefühl trifft auf stockkonservative Millionärsfamilie. Vertrau mir, wenn die Fitzgeralds dich so sehen, setzen sie dich gleich ins nächste Flugzeug zurück nach London!“

Ein hoffnungsvolles Lächeln umspielte Maddys Lippen. „Da könntest du allerdings recht haben.“

„Jetzt musst du nur noch lernen, dich wie ein Vamp zu bewegen. Los, schwing mal die Hüften beim Gehen“, kommandierte Debbie. „Nein, nicht so. So.

Kichernd imitierte Maddy den übertriebenen Hüftschwung ihrer Freundin, was mit der hautengen schwarzen Lederhose gar nicht so einfach war. „Nein, das ist wirklich zu lächerlich“, stöhnte sie schließlich und ließ sich in gespielter Verzweiflung aufs Sofa sinken. „So kann ich mich doch nicht in der Öffentlichkeit zeigen!“

„Ich fürchte, du musst. Sonst geht unser Plan nicht auf. Du darfst nicht einfach nur wie verkleidet wirken. Entweder du spielst die Rolle richtig, oder die Wirkung verpufft.“

Maddy seufzte. Worauf hatte sie sich da nur eingelassen?

„Du hast keine andere Wahl“, sagte Debbie, die anscheinend ihre Gedanken gelesen hatte. „Dein Großvater ist so versessen darauf, dich mit diesem Dexter zu verheiraten – wenn du da einfach Nein sagst, kriegt er entweder einen Herzanfall oder macht dir das Leben zur Hölle. Oder beides. Nein, die Fitzgeralds müssen dich ablehnen, damit dein Großvater die Schuld auf keinen Fall bei dir sieht.“

„Eigentlich meint Grandad es ja nur gut“, gab Maddy zu bedenken. „Er glaubt, ich brauche einen Mann an meiner Seite. Vor allem jetzt, wo das Kinderheim geschlossen wurde und ich meinen Job verloren habe. Und ich weiß auch wirklich im Moment nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Und er ist alt und krank. Er macht sich Sorgen, was aus mir wird, wenn er einmal nicht mehr da ist.“

„Trotzdem hat er sich aus deinem Liebesleben herauszuhalten! Aber nett, wie du bist, kannst du ihm das natürlich nicht ins Gesicht sagen. Also musst du das Millionärssöhnchen auf andere Weise loswerden. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Dexter keine Frau will, die nur auf sein Geld aus ist. Zeig mir mal deinen verführerischsten Augenaufschlag!“

Gehorsam klimperte Maddy mit den Wimpern.

„Super!“

„Wirklich?“

„Ja, du bist die geborene Verführerin. Schau dich nur einmal an!“ Energisch zog Debbie ihre Freundin vor den Spiegel. „Und hör auf, an deinem Top herumzuzupfen! Der Ausschnitt ist genau richtig!“

„Ob das die alte Mrs. Fitzgerald auch finden wird? Soweit ich weiß, hat Dexters Großmutter schon immer etwas gegen geldgierige, aufgedonnerte Frauen gehabt.“

Und nach dem, was sie von Dexter selbst noch in Erinnerung hatte, bevorzugte er sicherlich auch eher zurückhaltende Frauen ohne provozierenden Hüftschwung.

Energisch schob Maddy alle Zweifel beiseite. Am Ende könnte die Sache sogar Spaß machen. Theater hatte sie schließlich schon immer gern gespielt. Und Grandad hatte gestern Herzschmerzen bekommen, als sie auch nur angedeutet hatte, was sie von den Hochzeitsplänen hielt. Entweder sie flog nach Portugal und tat wenigstens so, als würde sie auf seinen Vorschlag eingehen, oder sie würde ihn demnächst im Krankenhaus besuchen müssen. Nein, sie hatte wirklich keine Wahl. Aber sie musste absolut sichergehen, dass die Fitzgeralds sie auf direktem Weg wieder nach Hause schickten. So viel stand fest.

„Okay“, seufzte sie. „Sag mir, was ich tun soll, Debbie.“

Dafür brauchte ihre Freundin keine Extraeinladung. Am Ende ihrer Unterrichtsstunde gingen sie in die Stadt. In einer Londoner Fußgängerzone sollte Maddy üben, wie man provozierende Blicke warf und Männer anflirtete. Schüchtern, wie sie war, fiel ihr das anfangs gar nicht so leicht. Doch nach und nach wurde sie selbstbewusster.

Wow, das funktioniert ja wirklich, dachte sie erstaunt, als der dritte junge Mann auf ihre Flirtversuche einging. So fühlte es sich also an, eine Frau zu sein, die begehrt wurde. Und wer hätte gedacht, dass ich derart zwanglos sein kann, wunderte sich Maddy. Die Fitzgeralds würden bald ihr blaues Wunder erleben!

„Vergiss einfach für eine Weile, dass du ein liebenswerter, hilfsbereiter Mensch bist“, riet Debbie ihr auf dem Weg zum Flughafen. „Du interessierst dich nur für dich selbst und für Geld. Klar?“

„Ja, Dex findet das sicher abstoßend. Ich war zwar gerade erst sechs Jahre alt, als seine Eltern ihn auf ein englisches Internat schickten, aber ich weiß noch, dass ihn alle für einen außergewöhnlich lieben Jungen hielten. Wie alt mag er damals wohl gewesen sein? Zehn, glaube ich.“

„Was blieb ihm denn anderes übrig, als nett zu sein? Mit besonders gutem Aussehen konnte er ja schließlich nicht punkten“, erwiderte Debbie spöttisch.

„Er trug eine scheußliche Brille, hatte Sommersprossen und war noch dazu spindeldürr“, bestätigte Maddy. „Aber das hat mich nicht gestört. Hauptsache, der Charakter stimmt. Allerdings würde ich niemals jemanden heiraten, den ich nicht liebe.“

Ihr Ehemann müsste außerdem ganz besonders verständnisvoll sein. Jemand, dem es nichts ausmachte, dass sie keine Kinder bekommen konnte. Mit dieser Tatsache hatte sie selbst sich schon vor Jahren abfinden müssen, auch wenn diese Sehnsucht nach einem Baby vermutlich nie ganz verschwinden würde. Doch welcher Mann würde sich nur mit ihr zufriedengeben, ohne die Aussicht auf eine eigene Familie?

„Du weißt gar nicht, wie sehr ich dich bewundere“, sagte ihre Freundin anerkennend. „Seit Jahren kümmerst du dich hingebungsvoll um deinen Großvater. Dabei ist er überall als Tyrann verschrien. Manchmal muss das alles sehr schwer für dich sein.“

„Er braucht mich“, erwiderte Maddy schlicht. „Und ich habe gelernt, dass es nichts bringt, sich selbst zu bemitleiden. Damals schon, als Großvaters Firma bankrott machte und wir unser ganzes Vermögen verloren. Besser die Zähne zusammenbeißen und zusehen, dass es weitergeht.“

„Das muss schrecklich gewesen sein.“

„Für Grandad war es weitaus schlimmer als für mich.“ Lange hatte es gedauert, bis er sich an den Gedanken gewöhnen konnte, arm zu sein. Zwar hatten die Fitzgeralds ihm seinen Anteil an der Plantage zu einem fairen Preis abgekauft, doch die Schuldner ließen von der großen Summe kaum etwas für ihn und sein verwaistes Enkelkind übrig.

„Wenn er doch nur endlich aufhören würde, die Fitzgeralds zu hassen“, seufzte sie. „Seiner Ansicht nach steht mir die Hälfte von Dexters Vermögen zu. Darum ist er auch so versessen darauf, mich mit ihm zu verheiraten.“

„Du hast mir nie erzählt, weshalb er die Fitzgeralds so verachtet.“

Nach kurzem Schweigen erklärte Maddy: „Er gibt ihnen die Schuld an dem Autounfall, bei dem meine und Dexters Eltern ums Leben gekommen sind. Wie du weißt, haben unsere beiden Familien damals zusammen in einer riesigen alten Villa in Portugal gewohnt.“

Das Land meiner Kindheit! Vor ihrem geistigen Auge stieg das Bild der zerklüfteten Algarve auf, der weltberühmten Steilküste Portugals mit ihren unzähligen Grotten und bizarren Felsformationen, den weißen feinsandigen Stränden und kleinen Buchten, die teilweise nur mit dem Boot erreichbar waren. Wie sehnte sie sich danach, die majestätischen, gelb und rötlich braun schimmernden Felsen wiederzusehen. Oft hatte sie dort gesessen, ganz allein, und den Flamingoschwärmen zugesehen, die sich von Zeit zu Zeit wie eine rosa Wolke über den glitzernden Fluten des Atlantiks erhoben. Sie vermisste die jahrhundertealten Oliven- und Johannisbrotbäume. Und die...



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