Colter | Sinnliches Wintermärchen mit einem Prinzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 222020, 144 Seiten

Reihe: Julia

Colter Sinnliches Wintermärchen mit einem Prinzen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1451-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 222020, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1451-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eingeschneit mit einem Prinzen? Die erfahrene Hotelmanagerin Imogen kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Doch das Flair von Macht und die samtig-tiefe Stimme von Prinz Luca erwecken in ihr Gefühle so unberechenbar wie der Schneesturm, der sie beide von der Außenwelt abschneidet. Und die vorweihnachtlichen Stunden, die sie am knisternden Kaminfeuer miteinander verbringen, sind erst der Anfang ihres sinnlichen Wintermärchens. Doch als der Sturm sich legt, ist Imogen verzweifelt, denn Luca hat ihr etwas Unglaubliches verheimlicht ...



Cara Colter hat Journalismus studiert und lebt in Britisch Columbia, im Westen Kanadas. Sie und ihr Ehemann Rob teilen ihr ausgedehntes Grundstück mit elf Pferden. Sie haben drei erwachsene Kinder und einen Enkel. Cara Colter liest und gärtnert gern, aber am liebsten erkundet die begeisterte Reiterin auf ihrer gescheckten Stute Dakota die kilometerweiten Waldwege, die direkt an ihrem Haus vorbei- und in die freie Natur führen. Als Autorin von insgesamt 40 Büchern wurde Cara Colter mehrfach ausgezeichnet. 2006 erhielt sie von der Romantic Times einen Sonderpreis für ihre humorvollen Romane, 2007 kam sie erstmalig auf die Bestellerliste von Waldenbooks.

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2. KAPITEL

Als Prinz Luca Valenti erwachte, war es stockdunkel. Fast wünschte er sich diese gnädige Desorientierung, die mit dem Aufwachen in einem fremden Bett und dann auch noch in einer anderen Zeitzone einherging!

Aber sie war ihm nicht vergönnt. Er wusste nur zu genau, wo er sich aufhielt und was für ein Tag heute war. Er hatte gerade erst in der Crystal Lake Lodge in den Rocky Mountains von Kanada eingecheckt, und es war der schlimmste Tag seines Lebens.

Trotzdem galten seine ersten Gedanken nicht dem drohenden Ansturm von Problemen, sondern Imogen Albright.

Und das lag weder an dem windzerzausten blonden Haar, dem karierten Holzfällerhemd und ihren ausgeblichenen Jeans, die sie als Lodge-Managerin ebenso unkonventionell wie unprofessionell aussehen ließen, noch an der fehlerhaften Anrede oder ihrer spontan ausgestreckten Hand zur Begrüßung. Nicht einmal ihre sichtbare Bestürzung und Sorge, als sie die hochschwangere Angestellte auf dem Badezimmerboden liegend gefunden hatten, war dafür verantwortlich. Und auch nicht, dass sie wie der frische, belebende Duft in diesem Raum war, der ihn in den Schlaf begleitet hatte und den er beim Aufwachen als Erstes wahrgenommen hatte.

Nein, es war der Moment gewesen, als sich ihre Blicke begegnet waren, nachdem er ihr ein Kompliment zu der wunderbaren Lage des Hotels gemacht hatte. In ihren außergewöhnlichen dunkelsaphirblauen Augen hatte er einen Ausdruck wahrgenommen, als könnte sie bis in die Tiefe seiner Seele schauen und ihn verstehen …

Natürlich war das absurd, trotzdem vermittelte es ihm das Gefühl, als wisse sie von seiner Bedrängnis. Nicht, was den Umfang und die drohenden Folgen betraf, aber etwas über seinen Seelenzustand. Einen Herzschlag lang hatte er sogar befürchtet – oder besser erwartet –, sie würde auf ihn zukommen und ihn berühren … und nicht nur seine Hand.

Das Gefühl war so real und intensiv gewesen, dass er instinktiv zurückgewichen war – nicht sichtbar, aber innerlich.

Zum Glück war es nur seine überbordende Fantasie, die ihm vorgaukelte, Imogen Albright hätte Kenntnis von etwas, das absolut geheim bleiben musste. Dass sie aus irgendeinem unerfindlichen Grund fähig wäre, Ruhe in das aufgewühlte Meer seines Lebens zu bringen. Und tatsächlich hatte er in diesem kurzen Moment geglaubt, in dem endlos blauen Himmel ihrer Augen etwas entdeckt zu haben: einen Rastplatz für seine Seele.

In einem Moment, wo sein von der Geburt bis zum Tod strategisch geplantes Leben aus allen Fugen zu geraten drohte …

Exakt in dieser Sekunde sollte er eigentlich ein frisch verheirateter Mann sein und nicht allein in einem Bett in einem winzigen Bergdorf in Kanada liegen, sondern in der prächtigen Flitterwochen-Suite, die im Casavalle-Palast für ihn und seine Braut Prinzessin Meribel vorbereitet worden war.

Meribel war die Tochter des benachbarten Königspaares in Aguilarez. Ihre Heirat sollte die jahrelangen Spannungen zwischen den beiden Reichen ausräumen und beenden. Stattdessen fanden sie sich unerwartet im absoluten Chaos wieder. Um die unabsehbaren Folgen so gering wie möglich zu halten, hatte er heute Morgen eine Erklärung abgegeben: unüberbrückbare Differenzen.

Das entsprach nicht der Wahrheit, denn diese hätte beide Königreiche in einen schrecklichen Skandal gestürzt, was Luca unbedingt vermeiden wollte.

Wie es aussah, war aus der ersten Ehe seines Vaters – die mit einem Skandal geendet hatte, wie Luca ihn gerade unter allen Umständen zu vermeiden versuchte – möglicherweise ein Kind hervorgegangen, das dann sein älteres Geschwisterkind wäre.

Was bedeuten würde, dass die Rolle, auf die Luca sein Leben lang vorbereitet worden war, Gefahr lief, ihm entrissen zu werden.

Der älteste Nachkomme des verstorbenen Königs Vincenzo würde die Monarchie von Casavalle weiterführen. Was, wenn nicht ich das bin?

Man hatte Luca dazu erzogen, seine persönlichen Interessen zugunsten seiner Position im Königreich zurückzustellen. Er war es gewohnt, ebenso pflichtbewusst wie kontrolliert zu agieren. Doch dieses verfluchte letzte Jahr voller Erschütterungen und Fallstricke drohte, ihn langsam in den Wahnsinn zu treiben.

Möglicherweise war heute gar nicht der schlimmste Tag, vielleicht lag dieser bereits vier Monate zurück, als sein Vater König Vincenzo gestorben war und so viele unausgesprochene Dinge mit ins Grab genommen hatte, die Luca jetzt das Leben zur Hölle machten. Vor allem anderen betraf das die Akzeptanz und Anerkennung, nach der er sein Leben lang gehungert hatte und die ihm durch den Tod des Vaters versagt blieben.

Und nun brachte auch noch die Annullierung seiner Hochzeit mit Prinzessin Meribel die Festigung der Beziehung zwischen Casavalle und Aguilarez erneut in Gefahr.

Laut Gesetz bestand die Möglichkeit, dass der Thron an jemanden fiel, der nicht darauf vorbereitet war, diese ebenso verantwortungsvolle wie diffizile Aufgabe zu bewältigen. Jemand, der nicht in der Lage war, sich auf das vorzubereiten, was unweigerlich kommen würde: die Zügel zum Wohl einer ganzen Nation in die Hand zu nehmen und dieser Aufgabe alles andere unterzuordnen.

Wieder wanderten Lucas Gedanken zu Imogen.

Eigentlich sollte sein Bruder Antonio heute hier in der Crystal Lake Lodge sein. Doch angesichts der Dringlichkeit und Brisanz hatte Luca spontan beschlossen, sich selbst um die Krise zu kümmern, zumal sie mehr Auswirkungen auf sein Leben als auf das der anderen Mitglieder des Königshauses haben würde.

Die Tatsache, dass seine Hochzeit, auf die sich die Einwohner zweier Königreiche gefreut hatten, nun doch nicht stattfinden würde, hatte seinen Entschluss nur noch bekräftigt. In seinem leichten Gepäck, zu dem er sich entschieden hatte, führte er allerdings auch ein echtes Schwergewicht mit sich: einen Namen, nach dem er Imogen fast gefragt hätte, ob er ihr vertraut sei …

Sie kenne alle Dorfbewohner, hatte sie gesagt.

Aus dem Dorf, in das Sophia – die erste Frau seines Vaters – geflohen war, um sich dort nach dem katastrophalen Ende ihrer königlichen Ehe vor der Welt zu verstecken.

Im letzten Moment hatte er sich die Frage verkniffen. Er brauchte mehr Zeit, um sie, wie alle weiteren Fragen, die ihm auf der Seele brannten, sorgfältig zu formulieren.

Apropos Zeit … Luca schaute auf die Uhr und runzelte die Stirn.

Das Dinner, das Imogen vorbereiten wollte, hatte er auf jeden Fall verpasst. Ein Blick auf sein Handy verriet ihm, dass es drei Uhr morgens war.

Jetlag!

In Casavalle war es Frühstückszeit. Plötzlich wurde sich Luca seines nagenden Hungers und der tiefen Stille um ihn herum sehr bewusst. Warum hatte ihn das Geräusch des zurückkehrenden Helikopters nicht geweckt? Das war mehr als ungewöhnlich.

Auch Cristiano hatte sich gar nicht bei ihm gemeldet. Was gab es für Neuigkeiten von der hochschwangeren Frau? Was war mit dem Baby?

Luca seufzte.

Gute Babynachrichten wären zumindest erfrischend, dachte er nicht ohne eine Spur von Verbitterung und wollte das Licht auf dem Nachttisch anknipsen. Nichts. Er stand auf, suchte die Wand nach dem Lichtschalter ab, drehte daran. Wieder nichts. Auch sein Koffer, den Cristiano in jedem Fall ins Zimmer gestellt hätte, war nirgends zu finden beziehungsweise zu ertasten.

Luca ging zum Fenster – in der Hoffnung, trotz der Dunkelheit wenigstens die Umrisse des Helikopters auf dem Rasen sehen zu können.

Stattdessen bot sich ihm eine fremde Welt in Weiß und Schwarz. Aus dem pechschwarzen Himmel fielen unaufhörlich dicke Schneeflocken herab, auf eine geschlossene weiße Decke. Noch nie zuvor hatte er so viel Schnee in so kurzer Zeit fallen sehen.

Den Helikopter hatte er nicht gehört, weil er nicht zurückgekommen war.

Erneut griff Luca nach seinem Handy. Keine Nachricht, was nicht überraschend war, da er kein Signal hatte. Hatte Miss Albright ihn nicht diesbezüglich gewarnt? Ob sich das auch aufs Festnetz bezog?

Luca erinnerte sich, beim Betreten des Raumes ein altmodisches Telefon gesehen zu haben. Es stand auf dem Schreibtisch neben dem Kamin. Er tastete sich durch die Dunkelheit und nahm den Hörer ab. Nichts.

Grundgütiger! Abrupt legte er den Hörer wieder auf. Hat sich denn alles und jeder gegen mich verschworen? Von Amor bis zum Wettergott?

Sein Handy funktionierte nicht, sein Tablet war samt Leibwächter im Helikopter, irgendwo im Nirgendwo. Und dank eines unerwarteten Wintereinbruchs war er hier gefangen, am schlimmsten Tag seines Lebens …

So gesehen müsste er am Boden zerstört sein. Und doch machte sich unerwartet ein neues, ebenso unbekanntes wie aufregendes Gefühl in ihm breit, das er kaum zu benennen wagte.

Freiheit.

Energisch schüttelte er einen verwegenen Anflug von Euphorie ab, den sein Vater niemals gebilligt hätte. Die herrschenden Umstände erforderten höchstens noch mehr Verantwortung und Einsatz von seiner Seite, statt ihn zu entlasten.

Doch, ob er wollte oder nicht, es sah so aus, als könnte er seinen Pflichten und Verantwortungen wenigstens für eine kleine Weile entfliehen … ganz ohne sein Zutun!

Wie lange die Gnadenfrist dauern würde, stand allerdings in den Sternen.

Luca ertappte sich dabei, wie er lächelte. Er überlegte, was er mit der gewonnenen Zeit anstellen könnte, wobei Punkt eins auf der Liste nicht zu verkennen war: Sein Magen knurrte hörbar und forderte etwas Nahrhaftes.

...



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