E-Book, Deutsch, Band 2124, 144 Seiten
Reihe: Julia
Conder Die Kronprinzessin und der Bodyguard
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0054-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2124, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0054-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Diese Frau ist ein Sicherheitsrisiko - für jeden Mann! John Wolfe staunt nicht schlecht, als er die sexy Fremde erwischt, die in High Heels über die Schlossmauer klettert. Der Security-Experte ahnt nicht, wen er vor sich hat: Kronprinzessin Ava, die trotz Autopanne pünktlich zum Ball erscheinen will. Avas Widerspenstigkeit erregt ihn, und er spürt: auch in ihr brennt das heiße Verlangen. Eine Nacht lang können sie nicht voneinander lassen ... doch am Morgen verwandelt Ava sich wieder in eine Eisprinzessin. Bis sie bedroht wird, und ihr Vater einen Top-Bodyguard engagiert: Wolfe.
Schon als Kind waren Bücher Michelle Conders ständige Begleiter, und bereits in ihrer Grundschulzeit begann sie, selbst zu schreiben. Zuerst beschränkte sie sich auf Tagebücher, kleinen Geschichten aus dem Schulalltag, schrieb Anfänge von Büchern und kleine Theaterstücke. Trotzdem hätte sie nie gedacht, dass das Schreiben einmal ihre wahre Berufung werden würde. Um ihren kreativen Drang zu stillen, stürzte sie sich voller Elan in ihr Studium, nahm einige Jobs an, die sie nie wirklich glücklich machten und reiste viel. Trotzdem konnte sie den Wunsch zu schreiben, nie ganz vergessen. Ein kurzer mutiger Moment, in dem sie den Anfang ihres ersten Romans schrieb und an Mills & Boon schickte und eine anschließende Woche erholsamer Meditation, in der sie Kraft und Selbstsicherheit schöpfen konnte, waren die Auslöser, sich endgültig ihrer großen Leidenschaft zu widmen. Heute schreibt sie erfolgreich von starken Helden, die auf spritzige und moderne Heldinnen treffen, die einander nicht widerstehen können. Für Michelle ist damit ein Traum wahr geworden, den sie gemeinsam mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und einigen Haustieren glücklich in Melbourne lebt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Gerade noch galoppierte Ava in halsbrecherischem Tempo über das unebene Gelände, und im nächsten Augenblick bewegte sich plötzlich nichts mehr vorwärts. Als sie versuchte, den Hengst erneut anzutreiben, warf dieser nur gereizt seinen Schweif hin und her. Und als ihr dann bewusst wurde, weshalb sich das Tier nicht mehr rührte, hatte der Ursprung allen Übels sie schon fast eingeholt.
„Komm schon, du Gaul, hör nicht auf ihn! Er ist ein Niemand“, zischte sie.
„Sie sind ein ziemlich überhebliches Frauenzimmer, kann das sein?“, erkundigte sich Wolfe spöttisch.
„Und Sie sind unerträglich arrogant.“
Er stemmte eine Hand in die Hüfte. „Das sagt die Richtige.“
„Ich bin nicht arrogant“, verteidigte sie sich. „Ich bin selbstbewusst. Darin liegt ein großer Unterschied.“
Darüber lachte er schallend. „So groß, dass er in einen Fingerhut passen würde!“
Wieder stieß sie französische Verwünschungen aus, anscheinend in der festen Annahme, er könne sie nicht verstehen. Er schüttelte den Kopf und schnalzte mit der Zunge.
„Was für ein Temperament. Wissen Sie was? Ihnen würden feuerrote Haare auch gut stehen – wie bei einer Hexe.“
Ein Chauvinist, dachte sie. Wie originell! „Na, wenigstens haben Sie nicht blond gesagt.“
„Hätte ich nie, Blondinen mag ich nämlich“, schoss er zurück. „Und jetzt rücken Sie gefälligst hinter den Sattel! Ich habe keine Lust auf weitere Spielchen.“
Als er die Zügel packte, fiel Ava auf, wie groß seine Hände waren. Das hatte sie schon gespürt, als sie in seine Arme gesprungen war und er sie anschließend fest an sich gepresst hatte, damit sie nicht zu Boden stürzte. Dabei war ihr ganz mulmig zumute geworden … aber nicht im negativen Sinne. Es überraschte sie, wie erregt und angetan sie auf diesen Neandertaler reagiert hatte. Dabei schien er wirklich mehr Muskeln als Köpfchen zu haben, und das war normalerweise nicht ihr Fall.
Sie beobachtete, wie er eine kleine Pistole hinterm Rücken hervorholte und sorgfältig im Stiefel verstaute. Ein verräterisches Gefühl von Abenteuer und Lust breitete sich in ihr aus. Trotzdem: sie hoffte, er würde sich damit versehentlich in den Fuß schießen!
„Bestimmt sind viele Frauen von Ihrem barbarischen Auftreten angetan“, begann sie. „Aber ich versichere Ihnen, ich gehöre nicht dazu.“
„Gut zu wissen.“ Er tätschelte dem Hengst beruhigend den Hals. „Denn schließlich versuche ich auch nicht, bei Ihnen Eindruck zu schinden.“
Ihr Herz klopfte schneller. Du meine Güte, hoffentlich ahnte dieser Kerl nicht, wie attraktiv sie ihn fand!
Er legte eine Hand auf den Sattelknauf und schob seinen Stiefel in den Steigbügel. „Meinetwegen können Sie auch zwischen meinen Schenkeln sitzen, Prinzessin. Wer weiß, könnte vielleicht Spaß machen?“
Erschrocken rückte Ava nach hinten, ehe er aufsteigen konnte.
Spontan lachte er auf, und nachdem er im Sattel saß, redete er beruhigend auf das tänzelnde Pferd ein. „Sie sollten sich besser gut festhalten.“
„Mach ich schon.“
Über die Schulter hinweg sah er, wie sie die hinteren Zipfel der Satteldecke umklammerte. „Ich meinte, an mir.“
Ava hatte nicht die Absicht, auf Tuchfühlung zu gehen. „Träumen Sie weiter!“
Nach kurzem Zögern trieb er den Hengst voran, und das Tier setzte sich kraftvoll in Bewegung.
Panisch krallte Ava sich in das schwarze Poloshirt des Reiters und spürte seine harten Muskeln unter ihren Fingerspitzen. Um mehr Halt zu haben, schob sie die Hände weiter nach vorn über den festen, flachen Bauch. Colyn hatte sich immer darüber beschwert, sie würde ihn zu wenig berühren. Vielleicht hatte es gestimmt. Hier und jetzt aber konnte sie kaum der Versuchung widerstehen, diesen herrlich männlichen Oberkörper vor sich zu erkunden. Sie wollte streicheln, kneifen, liebkosen …
Zum Glück brauchten sie zu Pferd nicht lange bis zum Hauptgebäude. Die Zeit hatte allerdings ausgereicht, um Ava lustvoll und willig zu machen. Vielleicht waren es die Bewegungen beim Reiten gewesen, vielleicht der unwiderstehliche Mann in ihren Armen. Mon Dieu!
Sicherlich war es lange her, seit sie mit jemandem geschlafen hatte. Allerdings war das wohl kaum ein Grund, völlig die Beherrschung zu verlieren. Und dann noch bei einem Kerl, der so gar nicht ihr Typ war!
Zu ihrer Verwunderung befanden sie sich am Seiteneingang des Châteaus. Doch bevor sie fragen konnte, was sie hier wollten, hatte der Mann sie schon rückwärts gepackt und ließ sie mit einer kräftigen Bewegung vom Pferderücken runtergleiten.
Mit geschlossenen Augen genoss Ava das Gefühl, schwerelos zu sein, und sog ein letztes Mal den maskulinen Duft ein, der ihre Sinne benebelte.
„Falls Sie mal wieder fliegen lernen wollen, Prinzessin, brauchen Sie bloß Bescheid zu sagen. Okay?“
Ohne abzuwarten, ob sie vielleicht eine freche Antwort für ihn parat hatte, stob er auf seinem Hengst davon. Gott sei Dank! Es würde ganze zwei erstklassige Masseure brauchen, um die Verspannungen wegzuarbeiten, die sie in den vergangenen Minuten aufgebaut hatte!
„Ma’am? Haben Sie sich verlaufen?“
Ein Angestellter tauchte an ihrer Seite auf. Erst jetzt realisierte Ava, dass der Fremde sie im Privatbereich des Anwesens abgeliefert hatte. Weit weg von den neugierigen Augen der übrigen Hochzeitsgäste.
Wahrscheinlich nur, weil ihm der Personaleingang vertrauter war! Bestimmt hatte er es nicht darauf abgesehen, ihr eine peinliche Situation zu ersparen. Oder doch?
Wolfe stand im Schatten einer Trauerweide neben dem weißen Zelt, das extra fürs Personal aufgestellt worden war. Zwar hatte er offiziell keinen Dienst mehr, trotzdem taxierte er die Menschenmenge mit professionellem Blick, während er über die gelungene Hochzeitszeremonie nachdachte, der sie alle gerade beigewohnt hatten.
Die meisten anwesenden Männer trugen klassische Anzüge, so wie er selbst, und die Frauen liefen in Sommerkleidern und Sonnenhüten umher. Es wurde gelacht, Champagner nachgeschenkt, und später zum Ball würden sich die Damen in eleganter Abendgarderobe präsentieren.
Endlich entdeckte er seine Prinzessin. Sie stand mit ein paar anderen Frauen beisammen, die allesamt der Braut gratulieren wollten. Und erschrocken stellte Wolfe fest, dass er die ganze Zeit über unbewusst nach ihr gesucht hatte.
Er fluchte leise und ärgerte sich über seine primitiven Instinkte. Nur weil sie hübsch war? Und weil sie ihn herausgefordert hatte? Andererseits, ihre selbstsichere Art in Verbindung mit ihrer natürlichen Schönheit wirkte sicherlich auf jeden Mann magisch anziehend. Eine innere Stimme rief Wolfe streng zur Vernunft.
Sobald es um Frauen ging, hielt er sich an strikte Regeln – ausnahmslos. Keine längerfristigen Affären, keine Streitereien und vor allem: keinen Tiefgang. Und diese besagte Prinzessin gehörte zweifellos zu den komplizierten Kandidatinnen.
Wolfe hatte genügend Beziehungen scheitern sehen. Und er wollte nicht riskieren, dass ihm dasselbe passierte. Dieses Risiko würde er nicht eingehen, denn je schöner der Beginn einer Liebe war, desto härter traf einen später das unweigerliche Ende.
„Dieses Gesicht kenne ich. Du grübelst über etwas Bestimmtes nach.“
Er sah seinen Freund Gilles an, der mit zwei Gläsern Champagner in der Hand vor ihm stand. Wolfe nahm ihm eines davon ab und lächelte. „Ich amüsiere mich lediglich über die ausgelassene Gesellschaft hier.“
Das schien ihm Gilles nicht ganz abzunehmen. Früher hatten sie beide nämlich jede Hochzeitsfeier, zu der sie eingeladen gewesen waren, zum Teufel gewünscht. „Wolltest du heute nicht jemanden mitbringen?“
Um etwas Zeit zu gewinnen, trank Wolfe einen großen Schluck. „Nicht wenn ich arbeite“, brummte er dann.
„Sie hat dich also sitzenlassen?“, hakte Gilles grinsend nach.
Wolfe dachte an Astrids wutverzerrtes Gesicht, nachdem er ihr mitgeteilt hatte, sie könnten sich nicht länger treffen. „Jep.“
„Nach wie vielen Stunden?“ Gilles lachte.
Der Scherz ging auf Wolfes Kosten, aber damit konnte er gut leben. Er hatte sich vor einem Monat in Wien fünf wunderbare Nächte lang mit Astrid amüsiert. Als er sich von ihr verabschieden wollte, war es leider hässlich geworden. Sie hatte ihm vorgeworfen, sie bloß ausgenutzt zu haben und ihn rüde beschimpft. Dabei war er zu jedem Zeitpunkt ehrlich mit ihr gewesen. Er sah allerdings keinen Sinn darin, lange um den heißen Brei zu reden und Gefühle vorzutäuschen, die er nie gehabt hatte.
Ganz egal, was Astrid heute über ihn verbreitete: Er schlief nicht mit vielen Frauen. Das ließ sein Arbeitspensum gar nicht zu.
„Was soll ich dir erzählen? Sie gehört eben zur schlauen Sorte.“
Geduldig wartete Wolfe ab, ob ihm sein Freund einen weiteren Vortrag darüber hielt, wie wichtig es sei, irgendwann sesshaft zu werden. Anne hatte den ehemaligen Schwerenöter Gilles gezähmt, wie es schien.
„Schau mich nicht so misstrauisch an!“ Gilles lachte. „Ich versuche schon nicht, dich zu bekehren.“
„Dem Himmel sei Dank.“
„Allerdings möchte ich dich um einen Gefallen bitten.“
„Sicher, gern.“
„Da gibt es ein Mädchen, auf das du heute gut aufpassen sollst.“
Seufzend strich sich Wolfe eine Strähne aus der Stirn. „Dabei handelt es sich nicht zufällig um eine von Annes...




