Condie | Cassia & Ky – Die Ankunft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Cassia & Ky

Condie Cassia & Ky – Die Ankunft

Band 3
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-10-402323-6
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Cassia & Ky

ISBN: 978-3-10-402323-6
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



WENN JEMAND STIRBT, DEN DU LIEBST - WÜRDEST DU DEN RETTEN, DER IHN GETÖTET HAT? Das fulminante Finale über die Liebesgeschichte von Cassia & Ky beschert den Leserinnen ein unvergessliches Leseerlebnis. Stell dir vor, du konntest fliehen - vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden - eine Liebe, die das System töten wollte. Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist. Es wird alles verändern. Dein Leben. Deine Liebe. In den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden- sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen? Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen ... ***Noch spannender, noch überraschender und noch dramatischer!***

Ally Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die phänomenal fesselnde Serie »Cassia & Ky« wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und war ein überwältigender internationaler Erfolg.
Condie Cassia & Ky – Die Ankunft jetzt bestellen!

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Erster Teil Der Pilot


Kapitel 1 Xander


Bei Sonnenuntergang nähern sich drei Funktionäre dem Eingang eines kleinen Hauses. Das Haus gleicht zum Verwechseln allen anderen in der Straße: zwei Läden an jedem der drei Fenster auf der Vorderseite, eine Eingangstreppe mit fünf Stufen und ein kleiner, stacheliger Dornenbusch rechts neben dem Gartenweg.

Der älteste Funktionär, ein Mann mit grauem Haar, hebt die Hand, um anzuklopfen.

Die Funktionäre stehen so dicht vor der Glasscheibe, dass ich das aufgenähte Abzeichen auf der rechten Uniformbrusttasche des jüngsten Funktionärs erkennen kann. Es ist leuchtend rot und sieht aus wie ein Blutstropfen.

Ich lächle. Er auch. Denn der Funktionär bin ich.

Früher wurde die Ernennung zum Funktionär mit einem großen Fest und einer Zeremonie in der Stadthalle gefeiert. Die Kandidaten brachten ihre Eltern, Partnerinnen oder Partner mit. Aber die Ernennungsfeierlichkeit ist keine der drei großen Zeremonien – wie das Willkommensbankett, das Paarungsbankett oder das Abschiedsbankett –, und so ist sie nicht mehr das, was sie einmal war. Die Gesellschaft versucht zu sparen, überall da, wo es möglich ist. Und sie gehen wohl davon aus, dass angehende Funktionäre loyal genug sind, sich nicht darüber zu beschweren, dass ihre Zeremonie etwas von ihrer Festlichkeit einbüßt.

Bei meiner Ernennung stand ich dort zusammen mit vier anderen, jeder von uns in einer neuen weißen Uniform. Der Oberfunktionär heftete mir mein erstes Abzeichen an: den roten Kreis, der das Gesundheitsministerium repräsentiert. Dann schworen wir alle den Eid auf die Gesellschaft, wobei unsere Stimmen unter der Kuppel des fast leeren Saales widerhallten, und versprachen, unser von der Gesellschaft ermitteltes Potential auszuschöpfen. Das war alles. Mir machte es nichts aus, dass die Zeremonie nichts Besonderes war, denn ich bin nicht ein Funktionär. Der bin ich nur nach außen, denn meine wahre Loyalität gilt der Erhebung.

Ein Mädchen in einem lilafarbenen Ballkleid eilt hinter uns den Bürgersteig entlang. Ich sehe ihr Spiegelbild in der Scheibe. Sie hält den Kopf gesenkt, als hoffe sie, dass wir sie nicht bemerken. Ihre Eltern folgen kurz darauf. Die drei sind unterwegs zur nächsten Airtrain-Haltestelle. Heute ist der Fünfzehnte, also findet heute Abend das Paarungsbankett statt. Es ist nicht einmal ein Jahr her, dass ich gemeinsam mit Cassia die Treppe zur Stadthalle hinaufgeschritten bin. Jetzt sind wir beide weit von unserer Heimat Oria entfernt.

Eine Frau öffnet die Haustür. Sie hält ihr kleines Baby im Arm. Ihm sollen wir seinen Namen geben. »Bitte treten Sie ein«, sagt sie. »Wir haben Sie schon erwartet.« Sie sieht müde aus, obwohl dies einer der glücklichsten Tage ihres Lebens sein sollte. Zwar wird das Thema in der Gesellschaft kaum diskutiert, aber hier in den Äußeren Provinzen ist das Leben härter. Es scheint, als konzentrierten sich die Ressourcen auf die Provinz Central und dünnten sich zu den Rändern der Gesellschaft hin immer weiter aus. Alles hier in Camas, einer der entlegensten Provinzen, ist irgendwie schmutzig und abgenutzt.

Nachdem sich die Tür hinter uns geschlossen hat, zeigt uns die Mutter den kleinen Jungen. »Er ist jetzt sieben Tage alt«, erzählt sie, obwohl wir das natürlich schon wissen. Deswegen sind wir hier. Die feierliche Namensgebung findet immer genau eine Woche nach der Geburt statt.

Das Kind hält die Augen geschlossen, doch wir wissen, dass sie tiefblau sind. Das steht in unseren Daten. Haarfarbe: braun. Wir wissen auch, dass er zum errechneten Termin geboren wurde und sich unter der fest gewickelten Decke zehn Finger und zehn Zehen verbergen. Die Gewebeprobe, die ihm nach der Geburt im medizinischen Zentrum entnommen wurde, war exzellent.

»Sind Sie bereit?«, fragt Funktionär Brewer, der von uns den höchsten Rang hat. Wie immer schwingt in seiner Stimme genau die richtige Mischung von Wohlwollen und Autorität mit. Er hat das schon Hunderte Male gemacht. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, ob Funktionär Brewer der Steuermann sein könnte. Es würde jedenfalls zu ihm passen, und er ist sehr diszipliniert und effektiv. Doch jeder könnte der Steuermann sein.

Die Eltern nicken auf Brewers Frage hin.

»Laut unseren Unterlagen fehlt ein Geschwisterkind«, bemerkt die Zweithöchste, Funktionärin Lei, mit ihrer sanften Stimme. »Möchten Sie, dass Ihr Sohn bei der Zeremonie anwesend ist?«

»Er war nach dem Essen so müde«, antwortet die Mutter entschuldigend. »Er konnte kaum noch die Augen offen halten, da habe ich ihn schon zu Bett gebracht.«

»Aber das ist doch völlig in Ordnung«, beruhigt sie Funktionärin Lei. Da der kleine Junge erst knapp über zwei Jahre alt ist – wobei zwei Jahre als der ideale Abstand zwischen Geschwistern gelten –, ist seine Anwesenheit nicht erforderlich. Er würde sich später wahrscheinlich ohnehin nicht an das Ereignis erinnern.

»Welchen Namen haben Sie ausgewählt?« Funktionär Brewer nähert sich dem Terminal in der Diele.

»Ory«, sagt die Mutter.

Funktionär Brewer gibt den Namen ein, und die Mutter dreht das Baby dem Bildschirm zu. »Ory«, wiederholt Funktionär Brewer. »Und als zweiten Vornamen?«

»Burton«, sagt der Vater. »Das ist in unserer Familie so üblich.«

Funktionärin Lei lächelt. »Was für ein hübscher Name!«

»Schauen Sie sich mal an, wie es aussieht«, fordert Funktionär Brewer die Eltern auf, und diese nähern sich, um sich den Namen des Babys anzusehen: ORY BURTON FARNSWORTH. Unter dem Schriftzug verläuft der Barcode, den die Gesellschaft ihm zugeteilt hat. Wenn er ein planmäßiges Leben führt, wird die Gesellschaft nach seinem Tod mit diesem Barcode auch die letzte Gewebeprobe markieren, die auf seinem Abschiedsbankett entnommen wird.

Aber so lange wird es die Gesellschaft nicht mehr geben.

»Falls Sie keine Änderungswünsche haben«, sagt Funktionär Brewer, »schicke ich ihn jetzt ab.«

Mutter und Vater überprüfen noch einmal den Namen. Die Mutter lächelt und hält das Baby noch ein wenig näher vor den Bildschirm des Terminals, als könne es seinen eigenen Namen lesen.

Funktionär Brewer sieht mich an und sagt: »Funktionär Carrow, Zeit für die Tablette.«

Das ist meine Aufgabe. Ich nicke und öffne den Metallbehälter.

»Wir müssen ihm die Tablette vor dem Terminal verabreichen«, erinnere ich die Eltern. Die Mutter hält den Kleinen noch ein wenig höher, so dass sein Gesicht für die Aufzeichnungen der Terminalkamera deutlich sichtbar ist.

Mir haben diese kleinen Immunisierungstabletten, die bei der Zeremonie zur Namensgebung verabreicht werden, schon immer gut gefallen. Sie sind rund und wie aus drei winzigen bunten Kuchenstücken zusammengesetzt: ein Drittel blau, ein Drittel grün und ein Drittel rot. Obwohl die Wirkung dieser Tablette vollkommen anders ist als die der drei Tabletten, die Ory später stets bei sich tragen wird, repräsentieren die Farben das Leben, das er in der Gesellschaft führen wird. Die Immunisierungstablette sieht fröhlich, kindgerecht und bunt aus und erinnert mich an die Farbpaletten auf unseren Bildschirmen in der Primarschule.

Die Gesellschaft verabreicht diese Tabletten allen Babys, um sie vor Krankheiten und Infektionen zu schützen. Sie sind auch für die Allerkleinsten leicht einzunehmen, denn sie lösen sich im Mund sofort auf. Diese Methode ist wesentlich humaner als die Schutzimpfungen früherer Gesellschaften, bei denen mit einer Nadel in die Haut des Babys gestochen wurde. Sogar die Erhebung plant, nach dem Umsturz die Immunisierung beizubehalten, wenn auch mit einigen Änderungen.

Das Baby regt sich, als ich die Tablette auswickle. »Könnten Sie ihm bitte den Mund öffnen?«, frage ich die Mutter.

Sie nickt. Als sie es versucht, dreht das Baby den Kopf, macht Sauggeräusche und will trinken. Wir alle lachen, und als der Kleine den Mund öffnet, lasse ich rasch die Tablette hineinfallen. Sie löst sich sofort auf der Zunge auf. Jetzt muss er nur noch schlucken, und das tut er, als hätte er nur auf seinen Einsatz gewartet.

»Ory Burton Farnsworth«, deklamiert Funktionär Brewer, »wir heißen dich in der Gesellschaft willkommen.«

»Danke«, antworten die Eltern im Chor.

Funktionärin Lei sieht mich an und lächelt. Das lange Haar fällt ihr seidenglatt über die Schulter. Manchmal frage ich mich, ob sie auch zur Rebellion gehört und weiß, was ich tue – ich ersetze die Tabletten der Gesellschaft durch die, die ich von der Erhebung erhalten habe. Fast jedes Kind, das in den letzten zwei Jahren in den Äußeren Provinzen geboren wurde, hat seine Immunisierung durch die Erhebung empfangen. Schon andere vor mir haben mit dem allmählichen Austausch begonnen.

Dank der Erhebung wird der kleine Junge nicht nur gegen die meisten Krankheiten immun sein. Auch die rote Tablette wird keine Wirkung bei ihm zeigen, so dass die Gesellschaft ihm nicht seine Erinnerungen rauben kann. Jemand hat das für mich getan, als ich ein Baby war, ebenso wie für Ky und wahrscheinlich auch für Cassia.

Schon vor Jahren hat die Erhebung die...


Condie, Ally
Ally Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die phänomenal fesselnde Serie 'Cassia & Ky' wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und war ein überwältigender internationaler Erfolg.

Ally CondieAlly Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die phänomenal fesselnde Serie 'Cassia & Ky' wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und war ein überwältigender internationaler Erfolg.

Ally Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die phänomenal fesselnde Serie »Cassia & Ky« wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und war ein überwältigender internationaler Erfolg.



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