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Connelly | Die süße Rache des spanischen Verführers | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2394, 144 Seiten

Reihe: Julia

Connelly Die süße Rache des spanischen Verführers


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1228-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2394, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1228-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich hat er sie aufgespürt! Der spanische Milliardär Antonio Herrera ist entschlossen, der reichen Amelia diSalvo das Erbe abzujagen, das eigentlich seiner Familie gehört. Doch als er nach England fliegt, wo Amelia unter falschem Namen ein bescheidenes Leben als Grundschullehrerin führt, verschlägt es ihm die Sprache: Ihr Sex-Appeal fesselt seine Sinne, er begehrt sie wie keine andere je zuvor! Aber kann eine einzige heiße Nacht mit seiner wunderschönen Feindin wirklich seinen brennenden Rachedurst löschen?



Clare Connelly liebt Liebesromane - von Jane Austen bis E L James. Nachdem sie lange erfolgreich Selfpublisherin war, ging 2017 ihr Traum in Erfüllung, als ihr erstes Buch bei einem Verlag erschien. Seitdem ist sie nicht mehr zu stoppen. Clare liest und schreibt leidenschaftlich gerne, und lebt in einem kleinen Bungalow am Meer mit ihrem Traum-Ehemann, zwei kleinen Kindern und einem fleißigen Team von MacBooks.

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1. KAPITEL

Es war ein perfekter Tag gewesen. Warm und wolkenlos, sodass die späte Nachmittagssonne durch die Fenster ihres Zuhauses flutete und alles in ein goldenes Licht tauchte. Doch als die Dämmerung hereinbrach, zogen Wolken auf, und die Luft roch anders – nach einem nahenden Sommerregen.

Der erste Tag der Schulferien war genauso verlaufen, wie Amelia es sich erhofft hatte. Sie hatte lange geschlafen, ein Buch komplett durchgelesen und war zu Fuß in den Ort gegangen, um sich im Pub einen Cidre zu gönnen. Nun stand sie in der Küche und bereitete einen Fischauflauf zu, während im Hintergrund The Crown im Fernsehen lief. Amelia kannte die Serie schon, liebte es aber, sich vom Fernseher Gesellschaft leisten zu lassen. Und wer wäre dazu besser geeignet als die Königin?

Ja, mein erster Ferientag war perfekt, dachte sie, während sie die Mehlschwitze anrührte. Dabei ignorierte sie den kleinen Stich der Einsamkeit in ihrem Herzen. Anderthalb Monate ohne Arbeit waren ziemlich lang, vor allem für jemanden, dessen Lebenssinn die Arbeit war.

Lehrerin zu sein bedeutete für Amelia eine Berufung, und die Vorstellung, ganze sieben Wochen ohne Klassenzimmer auszukommen, war nicht so erfreulich, wie viele meinen würden.

Einige ihrer Kollegen hatten sie zu einer Reise nach Ägypten eingeladen, aber sie hatte abgelehnt. In ihrer Kindheit war sie so viel gereist, dass es für den Rest ihres Lebens reichte. Ständig war sie von ihrer Mutter dorthin mitgeschleppt worden, wohin ihr neuester Auftrag oder Geliebter sie gerade geführt hatte. Amelia zog es vor zu bleiben, wo sie war: in diesem charmanten kleinen Dorf mitten in England.

Als sie den Blick durch ihr Häuschen gleiten ließ, legte sich ein leicht reumütiges Lächeln auf ihre Lippen. Man konnte guten Gewissens sagen, dass Bumblebee Cottage das genaue Gegenteil von dem Leben war, das sie als Kind geführt hatte. Ihre ersten zwölf Lebensjahre hatte Amelia hauptsächlich in Fünf-Sterne-Hotels verbracht, mitunter sogar mehrere Monate am Stück. Der Schulbesuch war in den Augen ihrer Mutter ein Luxus gewesen, den sie nicht für nötig gehalten hatte. Es war allein Amelias Wissbegierde und ihrem nicht endenden Strom an Fragen zu verdanken, für den Penny die Geduld gefehlt hatte, dass sie schließlich einen Privatlehrer bekommen hatte.

Doch dann war Penny gestorben, und die zwölfjährige Amelia war in ein komplett anderes Leben geworfen worden. Genauso exklusiv und luxuriös, aber wesentlich öffentlicher. Nach Pennys Tod durch eine Überdosis Drogen waren die Reporter Amelia auf Schritt und Tritt gefolgt. Und ihr Vater – ein Mann, von dessen Existenz sie bis dahin nichts gewusst hatte – hatte nicht verstanden, wie das Leben für die junge Amelia gewesen war.

Vom Regen in die Traufe, so konnte man es wohl bezeichnen. Wenn Amelia schon durch ihr Leben als Tochter von Penny Hamilton zu einem Paparazzi-Magneten geworden war, so hatte die Anerkennung als eine diSalvo das Problem noch verstärkt.

Sie war als eine diSalvo aufgezogen worden. Geliebt, angebetet und geschätzt. Doch das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören, hatte sie nie abschütteln können.

Nie hatte sie irgendwo hingehört, bis sie in dieses kleine Dorf gezogen war und die Stelle als Lehrerin an der Hedgecliff Academy angenommen hatte. Ihr Blick glitt zum Kühlschrank, der mit selbst gemalten Bildern ihrer Schüler beklebt war. Bunte, fröhliche Zeichnungen, die Amelia immer wieder ein Lächeln entlockten.

Sie schob den Auflauf in den Ofen und schaute sich einen Augenblick in der Küche um. Es war albern, sich jetzt schon so einsam zu fühlen. Die Sommerferien hatten gerade erst begonnen. Gestern noch war sie von siebenundzwanzig neugierigen Achtjährigen umringt gewesen. Außerdem hatte sie die Einladung in den Urlaub abgelehnt, weil sie lieber zu Hause bleiben wollte.

Was für einen Sinn hatte es also, sich mit diesem klaffenden Loch aus mangelnder Gesellschaft aufzuhalten? Sie hatte dieses Leben gewählt, hatte ihrem Vater, ihrem Halbbruder und der Welt, in der sie lebten, freiwillig den Rücken gekehrt.

Ich will es nicht anders haben. Oder?

Das Häuschen war so malerisch, als wäre es einem Kinderbuch entsprungen. Geweißelte Steinmauern, Rosen im Vorgarten, eine Glyzinie, die sich an einem Bogen emporrankte, der zu den Stufen an der Haustür führte, und ein Reetdach mit kleinen Fenstern im ersten Stock. Im Inneren des Häuschens brannte Licht, das eine wohlige Wärme ausstrahlte, die etwas sehr Seltsames in Antonio auslöste.

Mit gerunzelter Stirn betrachtete er das Haus und überdachte für einen kurzen, untypischen Moment noch einmal die Notwendigkeit dieser Aktion.

Über Strohfirmen und Mittelsmänner hatte er bereits viele Aktien von Carlo diSalvos Unternehmen gekauft. Es waren zwar nicht genug, um die Kontrolle über die Geschäfte auszuüben, aber ausreichend, um den Mann zu nerven, den er aus tiefstem Herzen hasste.

Er würde auf alles andere verzichten, wenn er nur diese eine Firma unter seine Kontrolle bekäme. Und sollte Amelia diSalvo sich als schwierig entpuppen und er sie mit einem Appell an ihren Anstand nicht überzeugen können, müsste er ihr zeigen, was er getan hatte und wie nah er dran war, ihren Bruder zu ruinieren.

Antonio verschränkte in dem Moment die Arme vor der Brust, als der erste Regentropfen fiel. Ein Sommergewitter zog heran und brachte den Geruch nach sonnenwarmem Gras und die Ahnung von drohenden Blitzen mit sich. In dem Häuschen bewegte sich etwas. Er schaute genauer hin.

Amelia.

Unbewusst hielt Antonio den Atem an, als sie, die blonden Haare zu einem unordentlichen Dutt hochgebunden, in sein Sichtfeld kam. Ihr Gesicht war blass. Aus der Ferne war es schwer zu sagen, aber er vermutete, dass sie nicht geschminkt war. Einen Moment schaute sie aus dem Fenster, dann drehte sie sich weg.

Sie war eine diSalvo.

Damit war sie zur Jagd freigegeben.

Es war nicht einmal einen Monat her, dass er seinen Vater beerdigt hatte. Und in dieser Sekunde, hier vor dem kleinen Cottage mitten in England, bedauerte Antonio, dass Javier nicht lange genug gelebt hatte, um diesen letzten Akt der Rache mitzuerleben.

Mit langen, selbstbewussten Schritten ging er den gewundenen Pfad hinauf. Der Kies knirschte unter seinen Schuhen, und für einen Moment schaute der Mond hinter einer Gewitterwolke hervor und hüllte alles in ein gespenstisches silbriges Licht. Einige hätten das als Omen bezeichnet, aber nicht Antonio.

Bumblebee Cottage verkündete ein Messingschild neben der Tür. Antonio ignorierte das Bild, das diese Worte hervorriefen. Ein Bild von Frieden und Ruhe und im Garten herumfliegenden Hummeln. Er durfte nicht vergessen, dass Amelia die Tochter des rücksichtslosesten Mistkerls auf der Erde war – und das fehlende Teil zu seinem Puzzle. Der Sieg war greifbar nah.

Als hätten die Gedanken über Einsamkeit ihr Gesellschaft herbeigezaubert, klingelte es an der Haustür. Amelia war allerdings nicht so gefühlsduselig, dass sie darüber ihren gesunden Menschenverstand vergaß. Es war beinahe neun Uhr abends. Wer kam um diese Zeit noch zu Besuch?

Sie hatte Bumblebee Cottage wegen seiner einsamen Lage gekauft. Keine neugierigen Nachbarn, keine vorbeifahrenden Autos. Es lag am Ende einer Sackgasse und war der perfekte, abgeschiedene Schlupfwinkel, den sie gebraucht hatte, als sie vor ihrem vorherigen Leben weggelaufen war.

Sosehr Amelia die Einsamkeit hier liebte, nun lief ihr doch eine Gänsehaut über den Rücken. Sie schnappte sich das Fleischerbeil aus der Küche und ging zur Tür.

„Wer ist da?“, fragte sie.

Eine tiefe Männerstimme mit leichtem Akzent erwiderte: „Können Sie mir aufmachen?“

„Das kann ich, aber ich werde es nicht“, murmelte sie vor sich hin. „Wer sind Sie?“, rief sie etwas lauter. „Was wollen Sie?“

„Etwas, das sich leichter von Angesicht zu Angesicht besprechen lässt.“ Über den prasselnden Regen war der Mann kaum zu verstehen.

„Was genau?“

„Wie gesagt …“ Antonio stieß einen leisen Fluch auf Spanisch aus. Amelia hatte bereits mit acht Jahren in sieben Fremdsprachen fluchen können. Das hatte sie vom Personal einer Jacht gelernt, auf der sie sich unter den ganzen Erwachsenen gelangweilt hatte. „Es ist wichtig, Amelia“, sagte Antonio schließlich.

Dass er ihren Namen kannte, erregte ihre Aufmerksamkeit. Misstrauisch drehte sie den Schlüssel herum, ließ aber die Kette vor, sodass sie die Tür nur einen Spalt öffnen konnte.

Auf der Veranda war es dunkel, doch aus dem Haus fiel ausreichend Licht, um sein Gesicht zu erkennen. Es war stark und interessant.

„Woher kennen Sie meinen Namen?“

Nach einem kurzen Schweigen sagte er: „Ich bin ein Geschäftsfreund Ihres Bruders. Ich muss mit Ihnen sprechen.“

„Worum geht es? Ist mit Carlo alles in Ordnung?“

In den Augen des Mannes flackerte etwas auf, und für einen Moment war Amelia besorgt, doch dann lächelte der Fremde. „Soweit ich weiß, geht es Carlo gut. Ich habe ein Angebot, das nur für Sie bestimmt ist.“

Amelia runzelte die Stirn. „Was für ein Angebot?“

Sein Blick war geheimnisvoll. „Eines, das zu vertraulich ist, um es zwischen Tür und Angel zu besprechen.“

„Es ist schon spät. Hätte das nicht bis morgen warten können?“

„Ich bin eben erst angekommen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ist es gerade schlecht?“

Sie wollte ihm sagen, dass er verschwinden sollte, denn etwas an ihm...



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