Connelly | Sündige Winternacht mit der Verräterin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2418, 144 Seiten

Reihe: Julia

Connelly Sündige Winternacht mit der Verräterin


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1264-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2418, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1264-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie ist eine Lügnerin! Wutentbrannt verbannt Businesstycoon Gabe Arantini die schöne Abby nach einer sündigen Winternacht aus seinem Leben. Er ist überzeugt, dass sie ihn nur ausspionieren wollte. Doch ein Jahr später läuft sie ihm erneut über den Weg. Wieder ist es kurz vor Weihnachten, wieder knistert es zwischen ihnen. Aber diesmal hat Abby ein Baby - seinen Sohn. Der Milliardär besteht auf einer Blitzhochzeit. Nicht etwa aus Liebe, sondern aus Pflichtbewusstsein! Gabe ist überzeugt, dass er der schönen Verräterin niemals verzeihen kann ...



Clare Connelly liebt Liebesromane - von Jane Austen bis E L James. Nachdem sie lange erfolgreich Selfpublisherin war, ging 2017 ihr Traum in Erfüllung, als ihr erstes Buch bei einem Verlag erschien. Seitdem ist sie nicht mehr zu stoppen. Clare liest und schreibt leidenschaftlich gerne, und lebt in einem kleinen Bungalow am Meer mit ihrem Traum-Ehemann, zwei kleinen Kindern und einem fleißigen Team von MacBooks.

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1. KAPITEL

Gabe langweilte sich zu Tode. So wie eigentlich immer, wenn er an einem dieser verflixten Investoren-Dinner teilnehmen musste. Doch sie gehörten nun mal zu seinem Job, und er war nicht der Typ Mann, der vor einer Herausforderung davonlief.

Dennoch – eines stand fest: Noah – sein Geschäftspartner und bester Freund – würde ganz bestimmt nicht freiwillig an einer solchen Veranstaltung teilnehmen. Eine Party in einem Club? Sicher, da wäre er mit großer Begeisterung dabei. Aber ein ödes Dinner in einem Sternerestaurant? Nein, diese Methode, potenzielle Geldgeber bei Laune zu halten, überließ er lieber Gabe.

Und zwar ausschließlich.

Gabe setzte ein professionelles Lächeln auf und nickte hier und da, obwohl er dem Gespräch nur ganz am Rande folgte. Insgeheim fragte er sich, wie lange er noch bleiben musste, ehe er sich entschuldigen und das Restaurant verlassen konnte. Ihm fielen ungefähr eine Millionen Dinge ein, die er an einem Abend wie diesem lieber tun wollte.

Seit einem Jahr war er nicht mehr in New York gewesen – und das letzte Mal …? Nun, das konnte man nur als ausgemachte Katastrophe bezeichnen. Kein Wunder, dass er die Stadt so lange wie die Pest gemieden hatte.

Weihnachten machte ihn immer so melancholisch, das war das ganze Problem. Nur deshalb hatte er sich von seinem Selbstmitleid einlullen lassen und war dumm genug gewesen, auf ihre Masche hereinzufallen.

„Calypso wird den Markt revolutionieren.“ Bertram Fines klang zuversichtlich. „Sie haben es wieder mal geschafft, Gabe. Gratulation!“

Gabe ignorierte die Schmeicheleien. Leute wie Fines waren damit immer schnell bei der Hand, seit Noah und er es mit ihrem Unternehmen aus eigener Kraft bis ganz nach oben geschafft hatten. In den frühen Jahren, als sie finanziell stets gefährlich nah am Abgrund entlangbalanciert waren, hatten sie nicht so viele Freunde gehabt.

Er griff nach seinem Glas und stellte fest, dass es leer war. Ohne aufzublicken winkte er mit einer knappen Handbewegung die Kellnerin heran.

„Es ist augenblicklich das Nonplusultra in Sachen technischer Innovation. Calypso ist nicht irgendein neues Smartphone, es ist eine Lebensart“, entgegnete er mit einem lässigen Schulterzucken.

In Wahrheit war Calypso das Ergebnis einer Idee, die Noah und er vor ein paar Jahren gehabt und an deren Verwirklichung sie seitdem unermüdlich gearbeitet hatten. Bis zu diesem Punkt, kurz vor der Markteinführung, an dem sie sich jetzt befanden.

Calypso war mehr als nur irgendein weiteres Smartphone. Es war intelligenter. Sicherer. Es garantierte seinem Benutzer den Schutz seiner Privatsphäre.

Bei dem Gedanken daran, dass er vor einem Jahr das alles beinahe verloren hätte, überlief es ihn eiskalt. Um ein Haar wären die Informationen, die Calypso von den Produkten der Konkurrenz abhob, an einen ihrer Konkurrenten gegangen.

Doch dazu war es nicht gekommen. Dafür hatte er gesorgt.

„Was kann ich für Sie tun, Sir?“ Eine Frau stand zu seiner Linken – eine Rothaarige mit weiblichen Kurven und einem Lächeln, das zeigte, dass sie sich ihrer Reize nur allzu bewusst war.

Früher einmal hätte Gabe ihr Lächeln erwidert. Verdammt, er hätte sehr viel mehr getan, als zu lächeln. Er hätte eine Charmeoffensive gestartet, sich erkundigt, wann ihre Schicht endete, und sie dann nach allen Regeln der Kunst verführt.

Doch er hatte seine Lektion gelernt. Nie wieder würde er einen Wolf im Schafspelz in sein Bett einladen. Oder eine Frau, die es nur darauf abgesehen hatte, ihn zu betrügen.

Bevor er Abigail Howard kennenlernte, hätte er nicht im Traum daran gedacht, auch nur einen Monat ohne eine schöne Frau zwischen seinen Laken zu verbringen. Nun war es schon fast ein Jahr her. Ein Jahr seit Abigail. Ein Jahr ohne Frauen. Und es machte ihm überraschend wenig aus.

Er bestellte die teuerste Flasche Wein, die auf der Karte stand – ohne zu lächeln –, und wandte seine Aufmerksamkeit wieder seinen Gästen zu.

Die Unterhaltung war mittlerweile beim Thema Immobilien angekommen. Er lehnte sich zurück und gab vor, aufmerksam zuzuhören, während er sich umblickte.

Im Restaurant war es ruhiger geworden. Es war eines der ältesten und angesehensten Etablissements von Manhattan, doch die Gäste gehörten eher zum konservativen Schlag, und es war schon beinahe Mitternacht.

Gabe ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Es war genau, wie man sich ein Lokal wie dieses vorstellte. Glitzernde Kronleuchter, prächtige tiefrote Samtvorhänge vor den Fenstern, und Menü- und Weinkarten, die sternewürdig waren.

Die Kellnerin kam mit dem Wein, und er bedeutete ihr, dass sie auch die Gläser seiner Gäste auffüllen sollte. Was ihn selbst betraf … nun, er war grundsätzlich kein großer Trinker, und er kannte diese Männer kaum. Vorsicht ist besser als Nachsicht, sagte er sich immer. Eine weitere Lektion, die er vor einem Jahr gelernt hatte.

Nein, das stimmte so nicht. Er hatte es im Grunde schon immer gewusst. Sie hatte es ihn nur vergessen lassen.

Sein Blick begann wieder zu wandern – dieses Mal in Richtung Küche, die hinter weißen Schwingtüren verborgen lag. Diese schwangen nun auf, und er erblickte einen weißblonden Haarschopf und helle, fast schon durchscheinende Haut.

Gabe erstarrte.

Das war nicht sie. Natürlich nicht. In der Küche? War das ein Spültuch in ihrer Hand gewesen?

Nein, unmöglich.

Er zwang sich, zur Unterhaltung am Tisch zurückzukehren, und lachte über einen Witz, den jemand gemacht hatte. Doch er schaute immer wieder verstohlen zu der Schwingtür und versuchte, einen besseren Blick auf seinen persönlichen Geist der vergangenen Weihnacht zu erhaschen.

Gabe war niemand, der etwas in seinem Leben dem Zufall überließ. Niemals wieder würde er sich vom Leben überraschen und auf dem falschen Fuß erwischen lassen.

Sie hatte ihn überrascht, damals, in jener Nacht.

Was hatte diese Frau nur an sich, dass sie ihm derart unter die Haut ging? Sie war schön, aber das galt für viele Frauen, und Gabe war niemand, der sich vom Aussehen einer Frau überwältigen ließ. Im Gegenteil rühmte er sich sogar damit, dass ihm der Verstand einer Frau viel wichtiger war. Ihr Intellekt. Ihr Charakter.

Und dennoch hatte sie nur in die Bar seines Hotels treten müssen, und es war um ihn geschehen gewesen.

Welcher Wahnsinn hatte damals von ihm Besitz ergriffen?

Natürlich war ihr Treffen nicht zufällig gewesen. Alles, was sie tat, war von langer Hand geplant gewesen.

Erneut zwang er sich zur Aufmerksamkeit seinen Gästen gegenüber, doch mit den Gedanken weilte er in der Vergangenheit. Bei einer Nacht, an die er sich sonst lieber nicht erinnerte. Einer Nacht, die er wohl niemals vergessen würde.

Nicht, weil sie so wunderbar gewesen wäre – obwohl er das damals gedacht hatte –, sondern aufgrund der Lektion, die sie ihn gelehrt hatte.

Vertraue niemandem.

Niemals.

Die einzige Ausnahme war Noah. Gabe war allein auf dieser Welt, und das war genau das Leben, das er führen wollte.

Und doch … Die Vision von Abby ließ ihn einfach nicht los. Und so winkte er, als die Investoren nach ihren Wagen schickten, den Oberkellner zu sich.

„Hatten Sie einen angenehmen Abend, Mr. Arantini?“, fragte der Mann mit einer kleinen Verbeugung.

Gabe mochte in Armut aufgewachsen sein, doch er war schon lange genug reich, dass so ein Verhalten ihn nicht überraschte. Er fand es irgendwie sogar amüsant.

„Ich würde gern mit Rémy sprechen“, sagte er, anstatt zu antworten.

„Dem Koch?“

Gabe hob eine Braue. „Arbeiten heute Abend zwei Rémys für Sie?“

Der Oberkellner lachte ein wenig nervös. „Nein, natürlich nicht, Sir. Nur der eine.“

„Nun, dann werde ich ihn in der Küche aufsuchen.“

Er gab dem Kellner keine Gelegenheit, zu protestieren. Als er die Tür erreichte, zögerte er kurz bei dem Gedanken, sie womöglich wiederzusehen. Doch es sprach nicht viel dafür. Also – worauf wartete er noch?

Wenn er Abigail Howard hätte wiedersehen wollen, dann hätte es zahllose Möglichkeiten gegeben. Sie hatte ihn tausendmal angerufen, um sich für ihre Beteiligung an dem Betrug zu entschuldigen. Sie wollte ihn treffen, Wiedergutmachung leisten. Begriff sie denn nicht, wie vergeblich ihre Bemühungen waren?

Als würde Gabe ihr so diesen Verrat jemals verzeihen!

Er hatte ihr diesbezüglich keine Illusionen gelassen, als sie vor seinem Büro in Rom aufgetaucht war und regelrecht darauf bestanden hatte, zu ihm geführt zu werden.

Das war jetzt sechs Monate her.

Sechs Monate, seit sie versucht hatte, für ihren Vater an streng vertrauliche Daten des Projekts Calypso zu gelangen. Der Gedanke daran, wie weit sie für einen geschäftlichen Erfolg zu gehen bereit gewesen war, brachte sein Blut noch immer zum Kochen.

Ihm waren im Laufe seiner Karriere schon viele manipulative Menschen begegnet, aber niemand, wirklich niemand, konnte ihr das Wasser reichen.

Er hatte ein immenses Gefühl von Befriedigung verspürt, als er vom Fenster aus beobachtete, wie der Sicherheitsdienst seines Büros sie vom Grundstück gebracht hatte. Sie war nach Rom gekommen, um ihn zu sehen. Und er hatte ihr glasklar zu verstehen gegeben, dass es dazu nicht kommen würde.

Warum also stand er noch immer vor der...



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