E-Book, Deutsch, Band 01, 416 Seiten
Reihe: Save the date
Connelly The Wedding Dates - Fast gar nicht verliebt
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-3813-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 01, 416 Seiten
Reihe: Save the date
ISBN: 978-3-7517-3813-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ty traut seinen Augen kaum, als im Flugzeug nach Paris plötzlich die Anwältin Viktoria Westin neben ihm Platz nimmt. Vor einer Stunde stand er ihr noch im Gerichtsaal gegenüber, wo sie die Dreistigkeit besaß, hartnäckig einen Freispruch für ihren Mandanten erwirken zu wollen. Dabei sprachen alle Beweise dafür, dass er Tys Frau vor sieben Jahren in betrunkenem Zustand totgefahren hatte. Ty gewann den Prozess mühelos - und war froh Victorias eisblauen Augen endlich zu entkommen. Dass sie jetzt auf dem Weg zur selben Hochzeit sind, kann nur ein schlechter Scherz sein! Ty weiß weder, wie er den Flug noch die Hochzeit mit dieser schrecklichen Person überstehen soll. Doch in der Stadt der Liebe wirkt die Anwältin plötzlich gar nicht mehr so eiskalt, wie er anfangs dachte ...
»Cara Connellys Debütroman schlägt ein wie eine Bombe!« Library Journal
Cara Connellys Save-the-Date-Reihe - nie haben sich Gegensätze heißer angezogen!
The Wedding Dates - Fast gar nicht verliebt
The Wedding Dates - Küssen eigentlich verboten
The Wedding Dates - Liebe eher ausgeschlossen
The Wedding Dates - Bis auf weiteres verliebt
The Wedding Dates - Beinah gar kein Herzklopfen
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cara Connelly schreibt gefühlvolle Liebesgeschichten, für die sie vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Die Autorin lebt mit Mann und Hund in New York.
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1
»Diese Frau«, Tyrell zeigte mit dem Finger wie mit einer Waffe auf die blonde Frau am anderen Ende des Flurs, »ist ein eiskaltes Miststück.«
Angela legte ihm besänftigend die Hand auf den Arm. »Deswegen ist sie hier, Ty. Genau deshalb hat man sie hergeschickt.«
Er entfernte sich ein paar Schritte von Angela und kehrte zurück, ohne das Objekt seiner Wut dabei auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Die Blonde sprach gerade in ihr Handy. Sie hatte ihnen den Rücken zugewandt, sodass er nur ihre glatte Haarbanane und die einfache Goldkreole in ihrem rechten Ohr sehen konnte.
»Die hat Eiswasser in den Adern«, murmelte er. »Oder Arsen. Oder das, womit man Menschen einbalsamiert, wie auch immer das Zeug heißt.«
»Sie macht nur ihren Job. Und der ist in diesem Fall ganz schön undankbar. Sie kann nicht gewinnen.«
Ty verdrehte die Augen. Er hätte erneut losgelegt, über Rechtsanwälte, die extra von New York nach Texas eingeflogen wurden und glaubten, sie hätten es hier mit unterbelichteten Leuten zu tun, die nie über die achte Klasse hinausgekommen waren – aber genau in diesem Moment trat die Gerichtsdienerin aus dem Richterzimmer.
»Ms Sanchez«, sagte sie zu Angela, »Ms Westin« zu der Blonden. »Das Urteil ist da.«
Die Blonde klappte ihr Telefon zu, ließ es in ihre Handtasche gleiten, packte ihren Aktenkoffer und marschierte – ohne Angela oder Ty oder sonst jemanden eines Blickes zu würdigen – durch die schwere Eichentür in den Gerichtssaal. Ty folgte ihr in gebührendem Abstand und schoss dabei tödliche Blicke auf die Rückseite ihres maßgeschneiderten dunkelblauen Hosenanzugs ab.
Zwanzig Minuten später verließen sie den Saal. Ein Reporter von Houston Tonight hielt Ty ein Mikrofon unter die Nase.
»Die Geschworenen haben Ihnen offensichtlich geglaubt, Mr Brown. Fühlen Sie sich rehabilitiert?«
Ich fühle mich gemeingefährlich, hätte er am liebsten geknurrt. Aber die Kamera lief bereits. »Ich bin einfach nur froh, dass es vorbei ist«, sagte er. »Jason Taylor hat diese Geschichte sieben Jahre lang verschleppt, in der Hoffnung, mich mürbe zu machen. Es ist ihm nicht gelungen.«
Er eilte weiter den breiten Flur entlang, und der Reporter lief neben ihm her.
»Mr Brown, die Geschworenen haben Ihnen jeden einzelnen Cent der Schadenersatzsumme zugebilligt, die Sie eingefordert haben. Was hat das Ihrer Meinung nach zu bedeuten?«
»Es bedeutet, dass die Geschworenen etwas Wichtiges begriffen haben: Auch wenn alles Geld der Welt die Tote nicht wieder lebendig macht, für den Überlebenden kann es eine herbe Strafe bedeuten.«
»Taylor wird nächste Woche entlassen. Wie geht es Ihnen bei dem Gedanken, dass er frei herumlaufen darf?«
Ty blieb abrupt stehen. »Während meine Frau in der Erde verrottet? Was glauben denn Sie, wie es mir da geht?« Der Mann wich vor Tys wütendem Blick zurück und beschloss, Ty nicht nach draußen zu folgen.
Rushhour in Houston, das war ein Blick durch die Tore der Hölle. Aufgeheizter Asphalt. Hupende Autos. Kompletter Verkehrskollaps.
Ty bemerkte nichts davon. Auf dem Bürgersteig holte Angela ihn ein und zupfte ihn am Ärmel. »Ty, mit diesen Absätzen kann ich nicht so schnell gehen.«
»Tut mir leid.« Er verlangsamte seinen Schritt. Auch wenn er noch so sauer war, Höflichkeit war bei ihm als Texaner tief verankert.
Er nahm ihr den prall gefüllten Aktenkoffer aus der Hand und lächelte in einer gelungenen Imitation seiner sonst so lässigen Art. »Angie, Liebes«, sagte er in seinem breiten texanischen Dialekt, »mit diesem Ding könntest du dir glatt die Schulter auskugeln. Und glaub mir, eine ausgekugelte Schulter ist kein Vergnügen.«
»Damit kennst du dich bestimmt aus«, erwiderte sie und richtete den Blick ihrer von dichten schwarzen Wimpern umrahmten Augen auf seine breiten Schultern. Sie rückte noch ein wenig näher an ihn heran, strich ihr lockiges schwarzes Haar nach hinten und verstärkte den Griff an seinem Arm.
Ty spürte genau, wie sie ihre Brust dabei an seinen Arm drückte. Das Signal war eindeutig.
Und es kam nicht überraschend. Während der langen Tage, an denen sie sich gemeinsam auf das Gerichtsverfahren vorbereitet und bei zwanglosen Mahlzeiten in Angelas Büro seine Aussage wieder und wieder durchgesprochen hatten, hatte Angela genügend Andeutungen fallen lassen. In Anbetracht der Umstände hatte er sie nicht ermutigt. Aber sie war eine Schönheit, und um ehrlich zu sein – entmutigt hatte er sie auch nicht gerade.
Und nun, in der Aufregung über das glänzende Urteil, das ihr vermutlich die Partnerschaft in ihrer Kanzlei einbringen würde, strahlte alles an ihr ›Bin zu haben‹ aus. Gerade kamen sie am Alden Hotel vorbei. Ein winziger Schubs in diese Richtung, und sie würde mit ihm zur Tür rasen. Fünf Minuten später würde er bis zu den Eiern in ihr stecken und alle Erinnerungen auslöschen können, die er am Morgen im Zeugenstand wieder durchlebt hatte. Erinnerungen daran, wie Lissa zerschmettert und geschunden dalag und ihn anflehte, sie gehen zu lassen. Sie sterben zu lassen. Ihr zu erlauben, ihn allein zu lassen. Ohne sie weiterzuleben.
Angela verlangsamte ihre Schritte. Er war in Versuchung, ernsthaft in Versuchung.
Aber er durfte es nicht tun. Sechs Monate lang war Angela sein Fels in der Brandung gewesen. Es wäre gemein und beschämend, sie jetzt auszunutzen und noch am selben Abend wieder abzuservieren.
Denn abservieren würde er sie so oder so. Sie hatte zu viel von dem gesehen, was in ihm vorging. Wie schon Legionen von Frauen vor ihr hatte sie den Schmerz in seinem Innern entdeckt und brannte darauf, ihn zu heilen. Aber für ihn gab es keine Heilung. Er wollte gar keine. Er wollte nur vögeln und vergessen. Und dafür war sie nicht die Richtige.
Glücklicherweise hatte er die perfekte Entschuldigung parat.
»Angie, Liebes.« Seine gedehnte Sprechweise verlieh seiner tiefen Stimme immer etwas Wohlklingendes, auch wenn es nicht galt, einen Schlag abzumildern. Jetzt flossen die Silben so weich dahin wie Sirup. »Ich kann dir gar nicht genug für all das danken, was du für mich getan hast. Du bist die beste Rechtsanwältin in Houston, und ich werde eine ganzseitige Anzeige in die Zeitung setzen, damit das auch jeder erfährt.«
Sie schmiegte sich an ihn. »Wir sind ein gutes Team, Ty.« Sie schenkte ihm einen heißblütigen Blick und deutete mit dem Kopf auf das Marriott. »Lass uns reingehen. Du kannst … mir einen Drink spendieren.«
Sein Tonfall drückte tiefes Bedauern aus, und nur ein Teil davon war gespielt. »Das täte ich nur zu gern, Schatz. Aber ich muss zum Flughafen.«
Sie blieb wie angewurzelt stehen. »Zum Flughafen? Wo willst du denn hin?«
»Nach Paris. Ich muss zu einer Hochzeit.«
»Aber bis Paris ist es doch nur ein Katzensprung! Kannst du nicht morgen fliegen?«
»Frankreich, Liebes. Paris in Frankreich.« Er warf einen Blick auf die Uhr an der Straßenecke, dann sah er Angela in die Augen. »Mein Flugzeug geht um acht, ich muss mich beeilen. Komm, ich suche dir ein Taxi.«
Sie ließ seinen Arm los und strich erneut ihr Haar nach hinten, trotzig diesmal. »Mach dir keine Umstände. Mein Wagen steht beim Gericht.« Sie nahm ihm die Aktentasche ab und sah auf ihre Armbanduhr. »Ich muss auch los, ich bin verabredet.« Sie wandte sich zum Gehen.
Doch gleich darauf ließ der Trotz sie im Stich. Sie blickte über die Schulter zurück und lächelte unsicher. »Vielleicht könnten wir feiern, wenn du wieder da bist?«
Ty lächelte ebenfalls, weil es so einfacher war. »Ich rufe dich an.«
Er fühlte sich schuldig, weil er damit einen falschen Eindruck erweckte, aber meine Güte, er wollte nur noch weg von ihr, weg von allen Menschen, und in Ruhe seine Wunden lecken. Außerdem musste er wirklich zum Flughafen.
Da die Fahrt im Taxi jetzt in der Hauptverkehrszeit vermutlich lange gedauert hätte, ging er die sechs Häuserblocks bis zu seinem Wohnhaus zu Fuß. Dabei geriet er ins Schwitzen, wie man nur unter einem Anzug schwitzte. Er ignorierte den Fahrstuhl und eilte die Treppe hinauf in den fünften Stock – warum auch nicht, durchgeschwitzt war er sowieso schon –, schloss seine Wohnung auf und schaltete aufatmend die Klimaanlage ein.
Die Wohnung war nicht etwa sein Zuhause – das war seine Ranch –, sondern nur eine gemietete Unterkunft für die Zeit bis zum Prozess. Sparsam möbliert und in einem tristen Weiß gestrichen, hatte sie gut zu seiner düsteren Stimmung gepasst.
Und sie besaß eine Vorrichtung, die er jetzt mit Begeisterung benutzte. Er ging schnurstracks in die Küche, zog auch die Teile des Anzugs aus, die er nicht unterwegs schon abgelegt hatte – Hemd, Hose, Socken – und knüllte sie mit Jacke und Krawatte zu einem Bündel zusammen. Dann stopfte er alles in den Müllzerkleinerer und stellte ihn an. Zum ersten Mal an diesem Tag verspürte er eine gewisse Befriedigung.
Die Uhr auf dem Kamin zeigte ihm, dass er bereits spät dran war, aber er konnte unmöglich vierzehn Stunden im Flugzeug sitzen, ohne vorher zu duschen. Und natürlich hatte er noch nicht gepackt.
Er mochte es gar nicht, sich zu hetzen, aber ein bisschen schneller als sonst bewegte er sich doch. Trotzdem, bis er bei dem starken Verkehr seinen Wagen geparkt und sämtliche Hürden auf dem Weg zum Terminal hinter sich gebracht hatte, war das Boarding beendet, und die Gangway sollte gerade abgekoppelt werden.
Obwohl er nicht in der Stimmung dazu war, zwang er sich,...




