Connelly / Thompson / Douglass | Bianca Extra Band 88 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 88, 448 Seiten

Reihe: Bianca Extra

Connelly / Thompson / Douglass Bianca Extra Band 88


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4814-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 88, 448 Seiten

Reihe: Bianca Extra

ISBN: 978-3-7337-4814-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



BESTE FREUNDE IM BABYGLÜCK von KATHY DOUGLASS
Auf einer Hochzeit gibt Joni ihren besten Freund Lex als ihren Lover aus - natürlich nur, damit sie nicht allein dasteht! Ein Fehler, der ihre Freundschaft zerstört? Denn als es plötzlich sinnlich prickelt, verbringt Joni eine Liebesnacht in Lex' Armen - die alles verändert ...
BLEIB BEI MIR, GELIEBTE NICOLE! von ROCHELLE ALERS
Die hübsche Anwältin Nicole lässt Fletchers Herz spontan höherschlagen. Doch obwohl sie seine zärtlichen Küsse erwidert, scheint ihr Glück ohne Zukunft: Sie ist nur vorübergehend in der Stadt, um für ihre Neffen da zu sein. Wie kann er sie zum Bleiben bewegen?
DAMALS, HEUTE UND FÜR IMMER von NANCY ROBARDS THOMPSON
Sie galten als das Traumpaar auf der Highschool: Jude und Juliette! Beim Klassentreffen sprühen sofort wieder die Funken zwischen ihnen. Aber Vorsicht: So sehr er Juliette immer noch begehrt, Jude darf nicht vergessen, warum sie einst seinen Heiratsantrag abgelehnt hat ...
WAS UNS TRENNT, WAS UNS EINT von STACY CONNELLY
Nach ihrer kurzen romantischen Affäre mit dem attraktiven Fotografen Chance entdeckt Alexa schockiert: Sie trägt sein Kind unter dem Herzen! Doch sie und ihn trennen Welten: Sie sucht Ruhe und Sicherheit, der freiheitsliebende Chance das Abenteuer. Was jetzt?



Als Stacy Connelly ihr erstes Buch veröffentlichte, schenkte ihr eine Freundin ein Armband mit zwei Anhängern: Eine Eins als Symbol für den ersten Verkauf, und einen Brief, symbolisch für den Vertrag. Stacy Connelly beschloss kurzerhand, diese Tradition beizubehalten, und wirklich kommen seitdem regelmäßig neue Anhänger dazu. Denn Stacys Passion ist die Schriftstellerei. Schon als Kind verfasste sie kleine Geschichten, da waren allerdings Pferde die Hauptdarsteller, später dann Jungen. Mittlerweile hat sie natürlich noch mehr Interessen, wenn sie nicht grade ihren süßen, aber sehr chaotischen Hunden Riley und Shadow hinterherputzt, fährt sie gern nach Disney World und geht zu Football-Spielen. Doch selbst wenn sie ausnahmsweise meilenweit von ihren Manuskripten entfernt ist, erinnert ihr Armband sie immer wieder an ihre größte Leidenschaft: das Schreiben von Liebesromanen.

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1. KAPITEL

Wie kann man seinen besten Freund hassen? Darüber hatte sich Joni Danielson unzählige Male den Kopf zerbrochen, aber noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Und sie wusste auch nicht, wie sie das ungute Gefühl abschütteln sollte, das sie seit sechs Wochen beschlich. Als sie im Besprechungszimmer im Rathaus zu Bürgermeister Alexander Devlin III hinüberschaute, zu ihrem einstigen Freund, da fühlte sie nur Zorn und Enttäuschung und leider auch Hass. Es tat ihr weh. Nach fünf Jahren, in denen sie beste Freunde gewesen waren, wollte sie ihn ja gar nicht hassen, aber sie hatte keinen blassen Schimmer, wie sie ihre negativen Gefühle ummünzen konnte.

Seit anderthalb Monaten ging sie ihm jetzt schon aus dem Weg. Weil sie Lex so gut kannte, gelang es ihr meistens. Ein oder zwei Mal hatte sie Marbel’s Diner betreten und ihn darin essen und mit Leuten reden sehen, aber dabei hatte es sich um Ausnahmen gehandelt. Manche Dinge allerdings ließen sich nicht vermeiden, wie diese Besprechung mit dem Stadtrat und den Abteilungsleitern. Als Leiterin des Jugendzentrums von Sweet Briar musste sie wohl oder übel daran teilnehmen.

Ratsfrau Alana Kane schwebte in einer Parfümwolke herein und ließ Joni kurzzeitig die Luft anhalten. Selbst morgens um halb acht war Alanas Make-up makellos, und jedes Haar saß perfekt. Ihre Ohrringe und die Halskette passten zu der Diamantkette am linken Fußgelenk. Alana würdigte Joni keines Blicks, als sie auf zehn Zentimeter hohen Absätzen durch den Raum stöckelte. Erst als sie Lex erreichte, lächelte sie strahlend.

„Puh, noch auffälliger geht es wohl nicht, was?!“

Joni drehte sich zu Denise Harper um, Lex’ Sekretärin, und tuschelte ihrerseits: „Tja, Männer fühlen sich dadurch geschmeichelt, selbst wenn die Frau eine Schlange ist.“

„Ich habe Lex ja für schlauer gehalten.“

Joni runzelte die Stirn. „Nein, in der Hinsicht ist er wie die meisten Männer.“

Mrs. Harper zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts.

„Okay, wie es aussieht, sind wir vollzählig, also lasst uns anfangen“, begann Lex. Alana lächelte noch immer.

Joni ging zu einem Platz am Fußende des Tischs, aber ein Ratsmitglied war schneller. Alle anderen saßen bereits, nur der Stuhl rechts von Lex war noch frei. Joni unterdrückte ein Seufzen, nahm Platz und suchte in ihrer Handtasche nach einem Kugelschreiber.

Lex wartete, bis jeder sich ein Kopenhagener Gebäckstück oder einen Donut genommen und Kaffee eingeschenkt hatte. Er warf Joni einen fragenden Blick zu. Sie begriff nicht, warum. Er weiß ganz genau, was er verbockt hat.

„Starten wir mit dem ersten Punkt auf der Tagesordnung“, fuhr Lex fort. „Das Herbstfestival und der Ball.“

Darüber hatte Lex schon vor Monaten beim Frühstück mit Joni gesprochen, aber damals waren sie noch befreundet gewesen und hatten stundenlang neue Ideen ausgetauscht – vor dem Ereignis, das alles geändert hatte.

Sie waren zu einer Hochzeit eingeladen gewesen. Joni kannte die Braut aus ihrer Studentinnenverbindung. Sie und Lex wollten so tun, als wären sie ineinander verliebt, damit Joni vor ihrem gleichfalls anwesenden untreuen Ex-Verlobten und dessen Ehefrau nicht als einsame Verlassene dastand. Der Plan funktionierte bestens, bis die Sache völlig außer Kontrolle geraten war. Jetzt verdrängte Joni die Erinnerung an jenen Abend, auch wenn es sich nicht so verhielt, dass die Hochzeitsgesellschaft komplett alles zwischen ihnen zerstört hatte. Nein, Joni konnte so ehrlich zu sich sein, sich einzugestehen, dass die Nacht in Lex’ Armen die schönste ihres Lebens gewesen war.

Erst seine ungelenke Entschuldigung am nächsten Morgen hatte es unmöglich gemacht, weiterhin miteinander befreundet zu bleiben. Zehn Minuten lang hatte er sich darüber ausgelassen, wie leid ihm alles tat, und er hatte überhaupt nicht gemerkt, was er damit überhaupt anrichtete. Aus Jonis Scham war erst Wut und dann Hass geworden. Sie war ins Bad ihres Hotelzimmers stolziert, hatte sich in Rekordzeit geduscht und angezogen. Zum Glück waren sie in Chicago gewesen und nicht in Sweet Briar in North Carolina, wo jeder mitbekommen hätte, was vorgefallen war. Niemand musste also erfahren, dass Lex mit ihr geschlafen hatte, um danach vorzuschlagen, so zu tun, als hätte es die gemeinsame Nacht nie gegeben.

Joni versuchte sich wieder auf die Besprechung zu konzentrieren. Alana, diese Hexe, schlug gerade vor, den Ball auch aus dem Budget des Jugendzentrums zu finanzieren, weil er schließlich dort stattfinden sollte. Joni biss sich auf die Zunge, bis Alana zu Ende gesprochen hatte. Dann lächelte sie den anderen sechs Ratsmitgliedern und Polizeichef Trent Knight zu, bevor sie Trent ansah. „Dazu würde ich gern etwas sagen.“

Lex nickte. „Nur zu.“

„Der Ball ist für die ganze Stadt, nicht nur für die Jugend, deshalb sollte die Jugendabteilung auch nicht dafür bezahlen.“

„Er richtet sich in erster Linie an die Kids, Jocelyn“, sagte Alana hochnäsig und verwendete Jonis vollständigen Vornamen statt ihres Spitznamens, der ihr allerdings viel lieber war. „Deshalb veranstalten wir den Ball ja im Jugendzentrum.“

Joni gelang es, die Augen nicht zu verdrehen. Es war ein offenes Geheimnis, dass Alana den Tanzabend nach Charlotte verlegen wollte, und zwar in ein Hotel, das ihr Bruder leitete. Charlotte befand sich zwei Stunden entfernt, und das Herbstfestival sollte dafür werben, dass Sweet Briar nicht nur als ein Urlaubsort für die Sommermonate taugte, sondern das ganze Jahr hindurch einiges zu bieten hatte – der Ball war als Belohnung für all diejenigen gedacht, die viel Arbeit in das Herbstfestival gesteckt hatten.

Joni suchte Alanas Blick und hielt diesem stand. „Er ist für die Familien von Sweet Briar“, sagte sie ruhig. „Das Jugendzentrum ist ideal, weil wir dort am meisten Platz haben.“

„Wenn du darauf bestehst, den Ball im Jugendzentrum stattfinden zu lassen, sollte das Geld aus deinem Budget kommen. Schließlich werden die Sicherheitsvorkehrungen aus dem Polizeibudget finanziert.“

„Ich verstehe.“

Alana nickte selbstgefällig. „Es freut mich, dass du mir zustimmst.“

„Ich stimme dir nicht zu. Im Gegenteil, ich finde, wir sollten von der Stadt Geld dafür bekommen, dass wir unsere Räume zur Verfügung stellen, denn wir haben Kosten für Strom und Wasser und die Haustechnik. Ich kann mich mal umhören, was Hotels dafür nehmen würden, und schicke der Stadt dann eine Rechnung.“

Alana schnappte entrüstet nach Luft. Joni unterdrückte ein zufriedenes Lächeln.

„Der Ball kommt der ganzen Stadt zugute, also bezahlen wir ihn aus unserem allgemeinen Haushalt“, entschied Lex.

Alana bedachte Joni mit einem finsteren Blick und wandte sich wieder Lex zu. Sie klimperte mit den falschen Wimpern. „Ich bin dagegen. Vielleicht gibst du mir noch Gelegenheit, dich zu überzeugen.“

„Meine Entscheidung steht. Kommen wir zum nächsten Punkt.“

Sie gingen die Tagesordnung durch, und nach dem Ende der Sitzung brachen die meisten Ratsmitglieder sofort auf, weil sie noch andere Jobs hatten. Joni wollte nicht allein mit Lex zurückbleiben und sprang vom Stuhl auf. Als ihr schwindlig und übel wurde, hielt sie sich an der Lehne fest. Sie hatte heute Morgen verschlafen und keine Zeit zum Frühstücken gehabt. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, das Plundergebäck zu verschmähen und nur einen Kaffee zu trinken.

„Alles in Ordnung?“

Die unüberhörbare Besorgnis in Lex’ Stimme ließ sie eine bissige Bemerkung herunterschlucken. Wütend zu sein, war unvernünftig. Lex und sie hatten die Nacht freiwillig miteinander verbracht. Dass er es am Morgen danach bereut hatte, machte ihn ja nicht zu einem schlechten Menschen – Gefühle folgten nun einmal keiner Logik.

„Ja.“ Sie holte tief Luft und atmete seinen verführerischen Duft ein. Lex’ Familie war mit Kosmetik reich geworden und stattete ihn stets mit einer Palette an teuren Produkten aus, daher roch er immer gut. „Ich habe nicht gefrühstückt. Sobald ich etwas gegessen habe, geht es mir besser.“

„Vielleicht brauchst du nur etwas Zucker.“ Er nahm einen gefüllten Donut und hielt ihn ihr hin. Ihr Magen revoltierte. Das fettige Teil war das Letzte, was ihr jetzt guttun würde.

„Nein danke. Ich esse heute Mittag etwas Richtiges.“

„Ich fahre dich.“

„Ich bin mit dem Auto hier.“

Sie wollte davongehen, aber er legte eine Hand auf ihre Schulter. Die Berührung ließ ihre Haut kribbeln. Hastig wandte sie sich ab.

„Es macht mir nichts aus. Ich habe auch noch nichts gegessen. Wir könnten zusammen frühstücken, wie früher.“

„Ich hole mir nur etwas zum Mitnehmen. Ich muss zur Arbeit.“

Lex atmete tief durch. „Joni, ich weiß, was ich getan habe, war falsch, und ich entschuldige mich noch einmal, wenn es dir hilft. Was in der Nacht passiert ist, tut mir sehr leid. Ich hätte mich beherrschen müssen. Mir fehlt unsere Freundschaft. Du fehlst mir!“

Joni hörte den Schmerz aus seiner Stimme heraus, aber sie ignorierte es. In jeder Nacht während der vergangenen Wochen hatte sie Lex’ Nähe vermisst. Doch es gab kein Zurück. Ihre Freundschaft war an einem wolkigen Sonntagvormittag zu Ende gegangen. Sie konnte nicht so tun, als hätte es die Nacht nicht gegeben oder diese als einen bedeutungslosen One-Night-Stand abtun. So war sie nun einmal nicht drauf. Und jedes Mal, wenn er sich...



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