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E-Book, Deutsch, Band 2676, 144 Seiten
Reihe: Julia
Connelly Zurück in den Armen des Prinzen?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2513-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2676, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2513-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sein letzter heißer One-Night-Stand hat ungeahnte Folgen für Playboy-Prinz Adrastos. Als kompromittierende Fotos von Anwältin Poppy und ihm auftauchen, droht ein Skandal! Um Poppys und seinen Ruf zu retten, muss er so tun, als hätte er schon lange eine heimliche Beziehung mit ihr - baldige Trennung selbstverständlich inklusive. Ein gewagtes Spiel! Denn jetzt sollen Poppy und er die gesamten Weihnachtsfeiertage gemeinsam im Palast verbringen. Wider alle Vernunft kann er seinem Verlangen, sie erneut zu verführen, nicht widerstehen ...
Clare Connelly liebt Liebesromane - von Jane Austen bis E L James. Nachdem sie lange erfolgreich Selfpublisherin war, ging 2017 ihr Traum in Erfüllung, als ihr erstes Buch bei einem Verlag erschien. Seitdem ist sie nicht mehr zu stoppen. Clare liest und schreibt leidenschaftlich gerne, und lebt in einem kleinen Bungalow am Meer mit ihrem Traum-Ehemann, zwei kleinen Kindern und einem fleißigen Team von MacBooks.
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1. KAPITEL
Zum zehnten Mal feierten sie ihren Geburtstag zusammen. Seit zehn Jahren waren sie beste Freundinnen, und obwohl Poppy Henderson viel verloren hatte, war sie für den mit Gästen gefüllten Raum dankbar. Was wäre aus ihr ohne Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Eleanor Aetos und die königliche Familie geworden?
Nach dem Tod ihrer Eltern hatte Poppy geglaubt, diese Art von tiefer Zufriedenheit nie wieder empfinden zu können; die Liebe einer Familie, ein solches Zugehörigkeitsgefühl nie wiederfinden zu können. Doch die engsten Freunde ihrer Eltern, der König und die Königin von Stomland, hatten Poppy wie eine Tochter bei sich aufgenommen – und das, obwohl sie selbst um ihren verstorbenen ältesten Sohn trauerten. Ihre Liebe half Poppy, ihren Schicksalsschlag zu überwinden. Sie war dem König und der Königin so dankbar, dass sie alles für sie getan hätte.
Eleanor, die Tochter des Königspaares, war Poppy sofort wie eine Schwester gewesen, während der Sohn Adrastos … nun, das war etwas schwieriger zu definieren. Bis zu ihrem einundzwanzigsten Lebensjahr hatte sie ihn als eine Art Bruder betrachtet, der, fünf Jahre älter, etwas zu ernst war und sich gern überlegen gab. Doch er war nett zu ihr gewesen und hatte ihr nie das Gefühl vermittelt, dass er sich an ihrer Aufnahme in der Familie störte.
Poppy ließ den Blick durch den Raum schweifen und entdeckte Adrastos so schnell wie jedes Mal. Das Herz begann ihr zu trommeln, und ihr krampfte sich der Magen zusammen. Seit Ellie und Poppy vor drei Jahre ihren einundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatten, war zwischen ihr und Adrastos kaum mehr als ein Wort gefallen. Bilder, an die sie lieber nicht denken wollte, trieben ihr die Röte ins Gesicht; Erinnerungen an das Gefühlschaos, das entstanden war, als er, der ihr fast wie ein Bruder war, sie in die Arme genommen und geküsst hatte, bis sie ihn als Mann wahrnahm – als einen Mann, den sie mit ihrem ganzen Sein begehrte.
Wenn sie jenen erregenden, verwirrenden Moment doch nur vergessen könnte. Die Art, wie er sie mit beiden Händen an seinen harten Körper gedrückt hatte; seine fordernden Blicke, bevor er den Kopf senkte und seine Lippen auf ihre presste. Verlangen war Poppy durch die Adern gerauscht, und sie hatte endlich verstanden, was Begierde war. Sie hatte sich in dem Gefühl verloren, bis die Sekunden sich zu einer Ewigkeit dehnten und die Zeit stillzustehen schien. Adrastos küsste sie, und Poppy hätte fast vergessen, wer und wo sie war, bis ein Geräusch sie erschreckte und sie auseinanderfuhren. Sie waren beide schockiert und hatten sich angestarrt, konnten nicht verstehen, was sie überkommen hatte.
„Das hätte nicht passieren sollen. Bitte verzeih mir.“
Seine Entschuldigung überraschte sie, denn Adrastos unterliefen keine Fauxpas. Er machte nie Fehler, wie selbst die Medien bestätigten: Die Zeitungen bejubelten ständig Adrastos’ große Taten. War der Kuss ein Fehler gewesen? Die Realität brach schnell über Poppy herein, und sie wurde sich ihrer Situation bewusst, der Tatsache, dass sie seit dem Tod von Poppys Eltern fast wie Geschwister miteinander aufgewachsen waren. Aber sie waren keine Geschwister, hatte sie sich schnell getröstet.
Jetzt starrte Poppy wie eine Verhungernde vor einem Büfett zu Adrastos hinüber, der glücklicherweise zu abgelenkt war, um es zu bemerken.
Während Eleanor die blonden Haare und die schlanke Figur ihrer Mutter hatte, sah Adrastos wie seine Kriegervorfahren aus dem Altertum aus. Seine breiten Schultern und muskulösen Arme verdankte er dem Sport, besonders Autorennen und dem Rudern. Poppy erinnerte sich, wie er stets früh aufgestanden war und mit seiner Mannschaft auf dem Mittelmeer trainiert hatte, bis er schweißgebadet gewesen war. Nach Meerwasser und Macht riechend kehrte er danach wieder in den Palast zurück.
In den Tagen nach dem Kuss wurde unmissverständlich deutlich, dass Adrastos nicht mehr daran dachte. Er vergnügte sich wie üblich, wurde von den Zeitungen mit einer schönen deutschen Schauspielerin fotografiert, eine Woche später mit einem spanischen Model und sechs Wochen danach mit einer berühmten Schweizer Sportlerin. Adrastos war überzeugter Junggeselle und machte mit seinem Leben einfach wie vor dem Kuss weiter. Warum also konnte Poppy ihn nicht vergessen? Warum konnte sie nicht einfach mit einem anderen Mann ausgehen und versuchen, das Feuerwerk, das Adrastos’ Kuss in ihr ausgelöst hatte, bei einem anderen Mann zu finden?
Adrastos, der sich gerade mit einem seiner Cousins unterhielt, wandte sich zur Seite und sah zu Poppy hinüber, als wüsste er genau, wo sie stand, fast als …
Sie verbat sich den Gedanken. Er beobachtete sie ganz bestimmt nicht.
Als ihre Blicke sich trafen, spürte sie dasselbe Knistern wie vor drei Jahren, eine wilde, unbeherrschbare Elektrizität, die sie vorher nie gekannt hatte und die seit jenem Abend still und unerforscht in ihr ruhte. Es war nicht ihre bewusste Entscheidung gewesen, Jungfrau zu bleiben. Vor dem Kuss hatte Poppy sich als Studentin darum bemüht, in die akademischen Fußstapfen ihrer Eltern zu treten und dem Königspaar einen Grund zu geben, stolz auf sie zu sein. Und danach? Allein schon beim Gedanken an einen anderen Mann wurde ihr Körper wie zu Eis. Es war ihr leichtgefallen, mit niemandem auszugehen, nicht zu flirten, niemanden zu begehren. Doch jetzt, als Vierundzwanzigjährige im selben Raum mit Adrastos, glühte ihr Körper stärker als alle Sonnen des Universums.
Vielleicht lag ihr Zögern, was die Männer anging, auch an dem grässlichen letzten Date, zu dem sie sich gewagt hatte. Vor einem Monat hatte Eleanor sie dem Freund eines Freundes vorgestellt. Er war nett gewesen, und Poppy hatte seine Gesellschaft genossen. Doch als er sie zum Abschied küssen wollte, wurde ihr so schlecht, dass sie wusste, sie würde sich übergeben müssen, falls seine Lippen sie berührten. Zu Tode beschämt wich sie ihm aus, entschuldigte sich und verschwand schnell in ihrem denkmalgeschützten Reihenhäuschen. Sie hatte dagesessen, sich wie eine Verliererin gefühlt und sich gefragt, was um alles in der Welt mit ihr los war.
Wie ein Magnet zog Adrastos ihre Aufmerksamkeit jetzt wieder auf sich, und prompt fühlte Poppy sich von ihrem zielstrebigen, unerbittlichen Verlangen, zu verstehen, was vor drei Jahren zwischen ihnen vorgefallen war, wie besessen. Sie wollte begreifen, warum nur er und kein anderer sie mit solcher Sehnsucht erfüllte. Hatte sie einfach keine starke Libido? Vielleicht hatte sie ihre Reaktion auf Adrastos auch einfach falsch interpretiert. Oder würde sie immer noch dasselbe fühlen, wenn sie sich wieder küssen würden …?
Poppy nahm sich ein Glas Champagner von einem Tablett, trank drei große Schlucke und schlenderte mit dem Glas auf Adrastos zu. Das Herz hämmerte ihr so hart in der Brust, als wollte es ihr aus der Kehle springen.
Aber gewiss kam ihr die Idee zu spät; es war schließlich drei Jahre her. Mit wie vielen Frauen war er wohl seitdem zusammen gewesen? Erinnerte er sich überhaupt noch daran?
Gerade als sie sich die Frage stellte, drehte Adrastos sich um, ihre Blicke trafen sich, und die Welt blieb stehen. Plötzlich war Poppys Mund wie ausgetrocknet. Beflügelt von genau der richtigen Menge Champagner, der Tatsache, dass es ihr Geburtstag war und sie heute ein Stellenangebot in den Niederlanden angenommen hatte, das sie aus Stomland wegführen und ihr einen neuen Anfang ermöglichen würde, bewegte sie sich unbeirrt auf Adrastos zu.
Sie musste es einfach wissen, musste es verstehen … sich wieder lebendig fühlen … Ihr stockte der Atem, und als sie ihn ansprach, wäre sie fast über ihre Worte gestolpert.
„Hätten Sie einen Moment Zeit, Eure Königliche Hoheit?“ Obwohl sie quasi miteinander aufgewachsen waren, wurden noch gewisse Förmlichkeiten wie die Anrede gewahrt, wenn sie sich in Gegenwart anderer befanden.
Fast unmerklich verengte Adrastos die Augen, und der Gedanke, dass er Nein sagen könnte, machte Poppy nervös. Besorgt wartete sie auf seine Antwort. Doch dann neigte er den Kopf.
„Was ist denn?“ Er entfernte sich einen Schritt von der Gruppe, mit der er sich unterhalten hatte.
Poppy umklammerte ihr Champagnerglas so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten. Adrastos sah ungemein gut aus; er war ihr so vertraut und gleichzeitig ganz fremd. Vor Aufregung spürte sie jede Faser ihres Körpers prickeln.
„Können wir nicht irgendwo ungestört reden?“
Außer dass er einmal schluckte, zeigte er keine Reaktion auf ihre Frage. Schließlich nickte er. „Auf dem Balkon. Hast du was zum Überziehen?“
Poppy warf einen Blick an den dicht gedrängten Gästen vorbei zu der improvisierten Garderobe auf der anderen Seite des Penthouses und winkte ab.
„Du kannst meine Jacke nehmen“, sagte er, und als Poppy seinen Blick auffing, musste sie sich die Fingernägel in die Hand krallen, um bei ihrem Entschluss zu bleiben.
„Die brauche ich nicht, es dauert nicht lange.“ Doch noch während sie das sagte, war ihr, als hätte sie die Tür in eine Welt voller Möglichkeiten aufgestoßen, die sie noch nie zuvor in Betracht gezogen hatte. Wie albern. Es musste am Champagner und ihrer Neugier liegen, an den Fantasien, die der Kuss damals ausgelöst hatte, durch den Adrastos ihr einen kurzen Blick auf das gewährt hatte, was Sinnlichkeit sein konnte.
Sie berührten sich nicht,...




