E-Book, Deutsch, 400 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
Contreras Mit jedem Wort von dir
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95576-662-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebesroman
E-Book, Deutsch, 400 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95576-662-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Er hatte sie verloren. Nein, wenn er ehrlich war, war das nicht ganz richtig. Er hatte sie weggeworfen. Mia war Jensens beste Freundin gewesen und er hatte ihr das Herz gebrochen, weil er zu feige gewesen war. Jetzt ist Mia wieder in sein Leben getreten. Gemeinsam müssen sie an einem Projekt arbeiten und all seine Gefühle von damals sind zurück. Doch dieses Mal will er alles anders machen. Dieses Mal wird er sie nicht einfach wieder gehen lassen ...
'Makellos und wunderschön geschrieben. Ich kann nicht genug betonen, wie sehr ich dieses Buch liebe.' The Romance Cover
'Herzerweichende Geschichte einer Liebe, die eine zweite Chance bekommt. Süß, sexy und voll Emotionen!' Leylah Attar, NYT Best Selling Author
New York Times-Bestsellerautorin Claire Contreras ist vor allem bekannt für ihre zeitgenössischen Liebesromane, schreibt aber auch Romantic Suspense und erotische Geschichten. Wenn sie nicht schreibt oder auf Social-Media-Plattformen unterwegs ist, lässt sie sich gern von den Geschichten anderer Autoren begeistern und träumt von den Orten, die sie eines Tages bereisen möchte.
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1. Kapitel
MIA
Ich frage mich oft, was ich machen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte, die Zeit zurückzudrehen und die Dinge dann richtig zu machen. Würde ich es tun? Würde ich die zweite Chance nutzen, oder würde ich sie verstreichen lassen, weil ich an all das denke, was ich durchgemacht und woraus ich gelernt habe?
Voller Unbehagen betrat ich das Gebäude, in dem ich nun arbeiten würde, wenn auch nur vorübergehend. Das mulmige Gefühl in meinem Magen blieb, breitete sich immer weiter in mir aus. Als ich im 20. Stock aus dem Fahrstuhl stieg und die Lobby des Zeitschriftenverlags betrat, begrüßte mich eine lächelnde Brünette, während sie eine bunte Stiftebox durchwühlte. Irgendetwas an ihr wirkte beruhigend auf mich – vielleicht ihr Herumgezappel, ihr Lisa-Loeb-Look oder ihr gewinnendes Lächeln.
„Was kann ich für Sie tun?“, trällerte sie und drehte sich leicht in ihrem Stuhl zu mir.
„Ich habe einen Termin bei Frau … ich meine Dr. Zamora.“
„Fran“, entgegnete sie. „Sie wird lieber Fran genannt. Sie sind Mia?“
„Genau.“
Noch immer lächelnd, musterte sie mich kurz von oben bis unten. „Schön. Ich bin Katie. Ich frage mal nach, ob sie da ist. Nehmen Sie doch Platz.“
Erleichtert atmete ich aus, stellte meine Tasche auf den Boden und setzte mich Katie gegenüber auf einen schicken weißen Stuhl. Dann ließ ich den großen Raum mit den Fotos auf mich wirken, Arbeiten von Menschen, die ich bewunderte. Um meine Nerven zu beruhigen, griff ich nach einer Zeitschrift und blätterte sie durch. Ich ging sogar so weit, dass ich versuchte, mein inneres Zen zu kanalisieren, während ich mir die wunderbare Yogastunde vom Morgen ins Gedächtnis rief. Aber nichts half. Das hartnäckige Gefühl des Was habe ich mir da nur angetan? blieb.
Es erinnerte mich daran, wie ich mich von meinem Zwillingsbruder bequatschen und mir von ihm die Haare hatte schneiden lassen, damit wir wie „richtige Zwillinge“ wirkten. Zwei Monate lang sah ich aus wie Peter Pan, und meine Mutter weinte sich Nacht für Nacht in den Schlaf. Ich kramte mein Handy hervor und überlegte, Rob eine Nachricht zu schicken. Er war immer der Tapfere von uns beiden gewesen, der mich mit weisen Worten über solche Situationen hinwegrettete. Aber diese Suppe hatte ich mir selbst eingebrockt, also musste ich sie auch allein auslöffeln.
Als ich vor einigen Monaten zufällig meine Lieblingsdozentin vom College getroffen hatte, waren in der Sonderausgabe einer lokalen Zeitschrift gerade einige meiner Fotos erschienen. Das gute Gefühl, das ich hatte, als ich ihr davon erzählte, war bei der gefürchteten Frage Und was kommt als Nächstes? sofort dahin gewesen. Aber dann bot sie mir die Chance meines Lebens an: als Fotografin für eine große Zeitschrift zu arbeiten. Eine, bei der ich wohl nie eine Chance gehabt hätte, wäre nicht die für das Projekt zuständige Person zufällig die Schwester meiner Dozentin gewesen. Der Haken an der Sache, von dem meine Dozentin und ihre Schwester natürlich nichts wussten, war, dass mein Exfreund, der „Dream Crusher“, für dieselbe Zeitschrift arbeitete. Aber ich wäre schön blöd gewesen, hätte ich seinetwegen abgelehnt. Wo auch immer ich danach arbeiten würde, es wäre einfach nur genial, diese Station in meinem Lebenslauf zu haben.
„Sie ist gerade gekommen“, sagte Katie und riss mich aus meinen Gedanken. Schnell stand ich auf und hängte mir die Tasche über die Schulter, als sich die Glastür zu meiner Rechten öffnete und eine große Frau heraustrat, die meiner Dozentin verblüffend ähnlich sah: rote Mähne und leuchtend grüne Augen.
„Mia“, begrüßte sie mich mit einem strahlenden Lächeln. „Ich bin Fran.“
„Schön, Sie endlich kennenzulernen“, entgegnete ich und schüttelte ihr die Hand.
„Sie meinen, persönlich. Janna spricht in den höchsten Tönen von Ihnen, und wir kennen uns ja auch schon von Twitter.“
Ich lachte, als sie mir zuzwinkerte. Nachdem sie mich für diesen Auftrag engagiert hatte, folgten wir uns gegenseitig auf allen sozialen Plattformen, die sich zum Stalken eigneten.
„Fast so, als wären wir schon immer Freundinnen.“
„Was Soziale Medien so alles bewirken“, sagte sie lachend und drehte sich auf dem Absatz um. „Dann führe ich Sie mal herum.“
Wäre Fran ein Auto, würde sie immer Vollgas fahren. Als wir den Rundgang beendet hatten und wieder in ihrem Büro waren, brannten mir die Beine. Ich war mir nicht sicher, ob das an meinen hohen Absätzen lag oder eher daran, dass ich doppelt so viele Schritte machen musste wie sie. Klein zu sein konnte manchmal echt nerven.
„Wir haben bereits das Okay vom W Magazine und bleiben beim Titel ‚Was würden Sie tun, wenn Sie eine zweite Chance bekämen?‘. Das hat man Ihnen bestimmt schon gesagt“, erzählte sie, als wir uns hinsetzten.
Nichts hatte man mir gesagt. Nicht dass das von Belang gewesen wäre. Ich hatte bereits Fotos zu einem Artikel mit demselben Thema für ein kleines Lokalblatt geschossen, aber nicht für eine Zeitschrift dieses Formats.
„Ihre Freunde stört es hoffentlich nicht, dass wir ihnen die Show stehlen“, fügte Fran lächelnd hinzu. Sie war vollkommen angetan gewesen, dass das Pärchen auf der Titelseite, meine beste Freundin und ihr jetziger Ehemann, ihre Liebe erst im zweiten Anlauf gefunden hatten.
„Keinesfalls“, antwortete ich lachend. „Als sie die Zeitschrift im Supermarkt sahen, hätten sie mich am liebsten umgebracht, also ist es gar nicht mal so schlecht, wenn wir sie verdrängen.“
Sie stimmte in mein Lachen mit ein. „Waren sie nicht so begeistert, weil sie offiziell noch gar nicht zusammen waren?“
„So ungefähr. Ihr Bruder hätte Oliver am liebsten den Hals umgedreht … dem Mann auf dem Bild“, fügte ich erklärend hinzu, „als er von der Sache erfahren hat.“
„Aber es ist so romantisch“, entgegnete Fran und seufzte tief auf.
„Mag sein.“
„Oh nein, sagen Sie nicht, Sie gehören zu der Kategorie Frau!“
„Zu welcher denn?“
„Zu der Kategorie ‚Ich brauche keinen Mann‘ und ‚Ich hasse Romantik‘.“ Sie verdrehte die Augen, aber ich war mir sicher, dass sie dabei ein Lächeln unterdrücken musste.
Ich zuckte mit den Schultern. „Ich gehöre zu gar keiner Kategorie. Ich brauche keinen Mann, aber ich habe nichts gegen Romantik, wirklich nicht, was vielleicht auch der Grund dafür ist, dass ich noch Single bin.“
Fran grinste. „Irgendwie verrückt, oder? Soll ich Ihnen mal was sagen? Ohne die Partnerbörse Match wäre ich meinem Mann gar nicht begegnet. Aber ich bin mir sicher, dass Sie keine Hilfe brauchen, um jemanden kennenzulernen.“ Sie zeigte auf meinen Oberkörper, als würde sie mich jemandem als eine Art Trophäe anpreisen.
„Jemanden kennenzulernen ist auch nicht das Problem. Ihn zu halten ist viel schwieriger und den Richtigen zu finden das Schwierigste überhaupt.“
Fran nickte verständnisvoll. „Oh ja. Das kenne ich. Aber hey, auch Sie werden den Richtigen finden. Sie sind jung, bezaubernd, witzig, talentiert und klug. Was für eine Mischung!“
Lächelnd wich ich ihrem Blick aus. „Irgendwann vielleicht mal.“
„Wie dem auch sei, genug von Männern. Lassen Sie uns über die Arbeit sprechen. Wie in der E-Mail bereits angekündigt, werden Sie heute die Porträtaufnahmen machen. Sie müssen nicht jeden Tag ins Büro kommen, aber Sie dürfen natürlich jederzeit unsere Räume nutzen. Die Kontaktdaten der Paare, die Sie fotografieren werden, hatte ich Ihnen geschickt, sodass Sie die Probeaufnahmen absprechen können, und danach geben wir Ihnen Bescheid, wer in die engere Wahl kommt. Wir werden nur vier Paare auswählen: zwei junge und zwei ältere. Ihre Geschichten sind sowieso verschieden, also passt das.“
Sie hielt kurz inne, ich nickte und machte mir in Gedanken Notizen.
„Und … ach ja, folgende Redakteure arbeiten an diesem Projekt mit: Carlos und Deborah sind fest bei uns angestellt, die anderen beiden sind Freiberufler, die oft für uns arbeiten. Ich habe Ihnen die E-Mail-Adressen notiert und werde ihnen auch Ihre geben, damit sie Sie kontaktieren können. Manchmal sind sie gern bei den Aufnahmen dabei und führen direkt dort die Interviews.“
Nickend ging ich die Liste durch – und erstarrte, als ich seinen Namen sah. Nichts als Buchstaben auf einem Stück Papier, aber sie ließen mein Herz ein, zwei Sprünge machen, bevor es mir in die Hose rutschte. Warum reagierte ich derart heftig auf seinen Namen? Schließlich hatte ich doch damit gerechnet, früher oder später auf ihn zu treffen.
„Kommen Sie doch am Mittwoch was mit uns trinken“, schlug Fran vor und riss mich aus meinen Gedanken.
„Ich treffe meine Kollegen also nur bei den Shootings?“, wollte ich wissen und wedelte leicht mit dem Zettel herum.
„Nur, wenn sie die Menschen direkt in ihrem Umfeld interviewen wollen. Sonst sehen wir uns alle bei den Meetings, und davon gibt es nicht so viele. Aber diesen Mittwoch treffen wir uns wie gesagt. Danach dann erst wieder zur abschließenden Redaktionssitzung.“
Ich schluckte hörbar und nickte. „Gut.“
„Es wäre toll, wenn Sie Mittwoch dabei wären, um alle kennenzulernen“, sagte sie noch einmal.
Ich fühlte mich wie in einem Teufelskreis: Einerseits war ich hierhergezogen und wusste, dass ich ihm durch den Job womöglich schrecklich nah sein würde, wobei ich insgeheim hoffte, dass dies der...




