E-Book, Deutsch, 214 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Contreras Royal Sins – Das Spiel des Prinzen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1617-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 214 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-1617-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eigentlich sollte es ein leichter Job werden: Eine Frau für den Prinzen finden und damit das Ansehen der königlichen Familie schützen.
Doch nichts in Bezug auf Prinz Aramis ist jemals leicht - das hätte ich wissen müssen. Als ich schon kurz davor bin, alles hinzuschmeißen, präsentiert er mir seinen 'perfekten' Plan: Ich würde seine feste Freundin werden. Nur zum Schein. Keine Gefühle.
Und hat Aramis sich einmal was in den Kopf gesetzt, ist er davon nicht mehr abzubringen. Also akzeptiere ich das Angebot - aber ich setze klare Grenzen. Grenzen, die Aramis jeden Tag aufs Neue zu übertreten versucht. Die ich ihn täglich immer weiter übertreten lasse. Und ich merke viel zu spät, dass ich den Unterschied zwischen leidenschaftlichem Spiel und Realität kaum noch erkennen kann.
Dass ich damit meinen Job riskiere, ist die eine Sache. Aber mein Herz werde ich nicht aufs Spiel setzen ...
Ein Prinz der genau weiß, was er will: Sie. Der zweite Band der sinnlichen Royal Romance von New-York-Times-Bestseller-Autorin Claire Contreras.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
New-York-Times-Bestsellerautorin Claire Contreras schreibt Geschichten voller Romantik und Knistern. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen, drei Bulldoggen und zwei Streunerkatzen im Süden Floridas - auch wenn sie nie zugeben würde, dass ihr die beiden Streuner gehören. Wenn sie nicht selber schreibt, liest sie gern Romane und verliert sich darin.
Weitere Infos & Material
Kapitel 3
Joslyn
Er hatte eine Schwäche für das Unerreichbare. Das war der Hauptgrund, weshalb ich mich beim Erstellen der kurzen Liste potenzieller Kandidatinnen, mit denen er ausgehen sollte, auf unnahbare Frauen konzentrierte. Zwar wusste ich nicht, ob man eine Liste von zwölf Frauen noch als kurz bezeichnen konnte, aber das war eben das Ergebnis meiner Bemühungen. Es war unmöglich, Aramis zufriedenzustellen. Wenn irgendjemand das wusste, dann war ich es. Eigentlich war ich die Sekretärin von Pilar, seiner Schwester, aber ich hatte ihm im Lauf der letzten Monate geholfen, während sie sich mit ihrem Verlobten Ben zurückgezogen hatte. Ich jonglierte mit ihrer Hochzeit und Aramis’ Benehmen, während er sich von seinem Autounfall erholte, und ich hätte nicht sagen können, was stressiger war. Nicht dass Pilar eine kapriziöse Braut war, es machte mir Spaß, an der Planung der Hochzeit meiner besten Freundin beteiligt zu sein, aber mich mit unzähligen Lieferanten herumzuschlagen und Babysitter für einen erwachsenen Mann zu spielen forderten langsam einen gewissen Tribut von mir. Das war einer der Gründe, weshalb ich so erleichtert war, als Adeline mich anrief, um mir mitzuteilen, dass wir die Weihnachtstage in Versailles verbringen würden. Es lag abgeschieden, und es war unmöglich für Aramis, sich hier draußen irgendwelchen Ärger einzubrocken. Es waren keine Erbinnen in der Nähe, keine Presse, keine Paparazzi, niemand, den er ernsthaft erzürnen konnte, was wiederum bedeutete, dass es keinen Schlamassel geben würde, den ich in Ordnung bringen musste. Endlich konnte ich mich auf meine beiden besten Freundinnen konzentrieren und darauf, was im Moment in ihrem Leben passierte: Eine von ihnen würde bald heiraten, und die andere sollte in zwei Monaten ein Baby zur Welt bringen, und beides machte mich überglücklich. Natürlich hinderte mich meine Freude darüber nicht daran, mich zu fragen, was in meinem eigenen Leben los war und warum bei mir selbst nichts dergleichen passierte, aber auch das war in Ordnung. Ich hatte mich mit der Tatsache abgefunden, dass ich mich aufrichtig für sie freuen und trotzdem auch für mich selbst mehr wollen konnte.
Ich traf mich jetzt seit einem Monat mit David, und obwohl wir uns in dieser kurzen Zeit noch gar nicht richtig kennengelernt hatten, wusste ich doch, dass er nicht der Mann war, den ich heiraten würde. Es kam mir nicht so vor, als stünde ein häusliches Leben weit oben auf seiner Prioritätenliste. Wann immer wir darüber sprachen, dass unsere Freunde Familien gründeten, machte er einen Witz und sagte, er hoffe, der Kelch würde an ihm vorübergehen. Doch ich mochte David. Ich verbrachte gern Zeit mit ihm. Er war witzig, klug, charismatisch und gut aussehend.
Als der Wagen hielt, schaute ich aus dem Fenster und sah, wie Aramis seiner Mutter die Tür öffnete. Mein Herz vollführte einen kleinen Tanz. Das verabscheute ich. Ich hasste es, dass sein Anblick immer diese unerwünschten Gefühle in mir aufsteigen ließ. Ungeachtet der Tatsache, dass ich ihn jetzt seit zehn Jahren regelmäßig sah, ungeachtet der Tatsache, dass er sich mir gegenüber wie ein totales Arschloch verhielt. Ungeachtet der Tatsache, dass ich es ertragen musste, ihn jeden zweiten Tag mit einer anderen Frau zu sehen, und dass ich so tun musste, als sei es mir gleichgültig. Nun, es war mir gleichgültig. Es war mir tatsächlich gleichgültig. Es war nur … ich hielt inne und runzelte die Stirn über meine eigenen Gedanken. War es mir etwa doch nicht gleichgültig? Nein. Der Mensch, dem man seine Jungfräulichkeit schenkte, blieb eben in Erinnerung, das war alles. Ich würde unsere gemeinsame Erfahrung nie vergessen, und das war in Ordnung. Ich würde auch nie vergessen, dass ich ihn, kurz nachdem wir zum dritten Mal miteinander geschlafen hatten, dabei erwischt hatte, wie er mit einer meiner Mitbewohnerinnen vom College rummachte. Das war das Gefühl, an das ich mich am liebsten klammerte, wenn ich in seiner Nähe war. Es war kein Hass, jetzt nicht mehr, aber ich war auf der Hut.
Der Fahrer hielt direkt hinter Aramis’ Wagen und stellte den Motor aus, während ich meine Sachen zusammensammelte. Als er mir den Schlag öffnete, sah Aramis mich an, und mein Herz vollführte wieder diesen kleinen Hüpfer. Verdammt. Glücklicherweise würde David bald für einige Tage zu mir stoßen. Das würde mich von dieser seltsamen Situation ablenken, in die ich immer tiefer hineinrutschte. Es wäre dumm, sich in ein Mitglied der königlichen Familie zu verlieben, es wäre desaströs, mich in meinen Boss zu verlieben, in den Mann, der mir vor all jenen Jahren das Herz gebrochen hatte. Ich stieg aus und begrüßte seine Mutter mit einem Kuss auf die Wangen.
»Sie sehen wunderbar aus. Wann haben Sie Sonne abbekommen? Ich habe seit Monaten die Sonne nicht mehr gesehen.«
»Selbstbräuner. Die beste Erfindung, die ich in letzter Zeit entdeckt habe.« Ich lächelte.
»Das habe ich einmal ausprobiert. Anschließend habe ich ausgesehen wie eine Orange.« Sie lachte und ging davon. Ich schaute zu Aramis hinüber, der einfach nur dastand und in die Luft starrte.
»Hallo, Aramis.«
»Joslyn.« Er nickte mir zu und sah mich unter seinen langen, dunklen Wimpern hervor an, ehe ich an ihm vorbeieilte und seiner Mutter folgte.
»Ich habe gehört, dass David Sie besuchen wird«, sagte seine Mutter. »Wie nett. Pilar, Ben und Sie beide könnten während seines Aufenthaltes hier zu einem Doppeldate ausgehen. Und vielleicht können Sie ja sogar eine der Junggesellinnen auf der Liste dazu bewegen, sich Ihnen zusammen mit Aramis anzuschließen.«
»Das kann ich bestimmt arrangieren.«
»Ich stehe übrigens gleich hier, falls ihr es nicht bemerkt habt«, unterbrach Aramis’ Stimme unser Gespräch.
»Oh, mein Lieber, du weißt, dass es nur zu deinem eigenen Besten ist.« Seine Mutter lächelte. »Lass dir von Joslyn helfen.«
»Ja, lass mich helfen.« Ich schaute grinsend zu ihm rüber.
»Wenn du dir solche Sorgen um mein Image machst, warum gehst du dann nicht mit mir aus, Joslyn?«
»Ich … was?« Mir blieb das Herz stehen.
»Hören Sie nicht auf ihn. Er weiß, dass wir unserem Personal dringend davon abraten, mit Mitgliedern der Familie auszugehen.«
»Warum?« Aramis wirkte ehrlich verwirrt.
»Um unsere Angestellten und die Krone zu schützen.« Seine Mutter sah ihn an, als hätte er nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ich versuchte, nicht zu lachen. »Früher gab es im Vertrag eine Klausel diesbezüglich, bis Elias sie abgeschafft hat.«
»Es gab eine Klausel, die unseren Angestellten ausdrücklich verboten hat, mit mir auszugehen?«
»Nicht nur mit dir. Mit jedem hier.«
»Wer hat das in die Verträge geschrieben?«, fragte er.
»Dein Vater. Vor Jahren. Wie gesagt, Elias hat die Klausel abgeschafft, obwohl ich wünschte, er hätte es nicht getan.« Sie winkte ab. »Ich sehe mal nach deinem Bruder und Adeline, und danach mache ich einen Spaziergang durch den Park. Bis später, Joslyn.« Sie lächelte, ich winkte. Dann ging sie davon, und ich schaute mich um.
Es würde mir niemals normal vorkommen, in Versailles zu sein. Es war zu prächtig, zu majestätisch, zu viel. Es war eine Sache, Versailles im Zuge von Schulexkursionen zu besuchen, aber es war unmöglich, sich daran zu gewöhnen, als Gast hier zu sein. Adeline empfand genauso, und sie war jetzt Königin. Bei meinen wenigen Aufenthalten hier hatte ich in einem der Gästehäuser auf dem Gelände gewohnt, dort würde ich auch diesmal unterkommen. Es schien, dass niemand wirklich im eigentlichen Palast schlafen wollte, so sehr liebten alle die Parkanlagen. Manche Leute sagten auch, es spuke im Palast, und ich glaubte das sofort, obwohl ich persönlich nie etwas Derartiges gesehen hatte.
»Hast du von dem Vertrag gewusst?«, unterbrach Aramis meine Gedanken. Stirnrunzelnd drehte ich mich zu ihm um.
»Was?«
»Der Vertrag. Hast du gewusst, dass er mal eine Klausel enthalten hat, die Dates mit einem Familienmitglied verbietet?«
»Ja. Ich meine, ich habe den Vertrag in der alten Fassung unterschrieben, Aramis.« Ich lachte und schüttelte den Kopf. »Es ist wirklich keine große Sache.«
»Findest du?«
»Ja. Warum sollte ich das auch anders sehen?« Ich zog eine Schulter hoch und ging in Richtung des Seitenflügels, in der Hoffnung, dort entweder Pilar oder Adeline zu begegnen.
»Man sollte dir nicht vorschreiben, was du in deiner Freizeit tust.«
»Warum interessiert dich das?« Ich sah ihm in die Augen. »Das alles war dir bisher gleichgültig.«
»Bisher habe ich nichts davon gewusst.«
»Warum spielt es jetzt eine Rolle?«
»Es spielt keine Rolle. Nicht für mich. Aber für dich sollte es eine Rolle spielen.« Die Falte zwischen seinen Brauen vertiefte sich.
»Nun, tut es aber nicht. Ich hatte nicht vor, mit jemandem auszugehen, mit dem ich zusammenarbeite.«
»Aber jetzt kannst du nicht einmal so tun, als würdest du mit mir ausgehen – selbst wenn du es wolltest.«
»Das ist eine Unverschämtheit.« Ich lachte laut. »Warum sollte ich so tun wollen, als würde ich mit dir ausgehen?«
»Damit würdest du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir tun so, als würden wir miteinander ausgehen, die Paparazzi ziehen sich endlich zurück, und der Ruf der Königsfamilie ist gerettet.« Er zuckte die Achseln. »Das wäre erheblich einfacher, als auf deiner Liste eine Frau zu finden, für die ich mich tatsächlich interessiere.«
Ich blieb stehen, kurz vor dem Seitenflügel, wo ich Pilar, Ben, Adeline, Elias und seine Mutter im Eingangsbereich der dazugehörigen Gartenanlage stehen sah. Aramis hielt ebenfalls inne und wandte...




