Cornelius | Der Butler 04: Die Puppe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2404, 200 Seiten

Reihe: Der Butler (Kriminalromane)

Cornelius Der Butler 04: Die Puppe


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-505-0
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2404, 200 Seiten

Reihe: Der Butler (Kriminalromane)

ISBN: 978-3-95719-505-0
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Mitarbeiter einer streng geheimen US-Organisation findet seinen Arbeitsplatz nicht wieder. Schnell wird ihm klar, dass etwas Schreckliches von schier unglaublicher Tragweite passiert sein muss. Er bittet Lady Marbely und ihren Butler um Hilfe.

Cornelius Der Butler 04: Die Puppe jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Im Gegensatz zu ihrer Tochter, hatte Claudia Monot eine gewisse Abneigung gegen Handys entwickelt. Wegen dieser zum Teil unerklärlichen Funktionen, deren Anzahl und Vielfältigkeit unüberschaubar waren. Jetzt aber starrte auch sie unentwegt auf ihr Smartphone. Sie hatte bereits drei Nachrichten an ihren Mann versandt und entgegen jeder Gewohnheit hatte Kevin ihr nicht geantwortet. Das war nicht seine Art. Er schrieb stets zurück, und wenn es nur ein kurzer Gruß mit Info war. Dies tat er, wenn im Büro Hochbetrieb herrschte und sich keine Gelegenheit für ein kurzes Gespräch fand.

Und Claudia hatte stets darauf verzichtet, ihren Mann während der Arbeitszeit anzurufen. In der Regel fiel nichts an, was nicht auch bis zum Abend warten konnte. Doch nun war Abend. Kevin hätte längst hier sein müssen. Eigentlich schon vor über einer Stunde. Und dieser Umstand in Kombination mit der fehlenden Rückantwort ließ Claudia nervös werden.

„Hat sich Paps immer noch nicht gemeldet?“, fragte ihre Tochter Nina, ohne von ihrem eigenen Smartphone aufzublicken. Sie lag bäuchlings auf dem Sofa, beide Ellenbogen angewinkelt. Ihre Finger huschten dabei unentwegt über das Display und über die dort integrierte Tastatur.

„Ich versteh das nicht.“ Claudia blickte gedankenverloren in Richtung Wand. „Irgendetwas muss passiert sein.“

„Es muss doch nicht immer gleich etwas passiert sein.“ Nina sah zu ihrer Mutter. „Vielleicht ist sein Akku leer.“

Ihre Mutter schüttelte den Kopf. Auf solche Dinge achtete ihr Mann. Und wenn doch irgendetwas mit seinem Smartphone nicht in Ordnung war, dann machte er es möglich, um sie davon zu unterrichten. Nein, es musste etwas passiert sein. Dieses bohrende ungute Gefühl hatte sie inzwischen komplett in Besitz genommen. Zumindest kam es ihr so vor. Etwas wirklich Furchtbares! Sie konnte das nahende Unglück fast körperlich spüren. Sie hörte sich laut aufseufzen.

„Mama!“

„Ja?“ Claudia blickte zu ihrer Tochter und strich sich fahrig durch das schulterlange Haar. „Du hast recht, Kind. Es wird schon alles in Ordnung sein.“

„Nenn mich doch nicht immer noch Kind“, antwortete ihre Tochter und spielte beleidigt. Dann lachte sie. „Ach mach ruhig. Ich sag ja auch noch Mama zu dir, Mama.“

Für einen kurzen Moment konnte Claudia lächeln. Sie erhob sich und ging zum Fenster. Zum wievielten Mal? Sie wusste es nicht, sie hatte nicht mitgezählt. Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte sie, dass sich ihre Tochter vom Sofa rollte und auf Strümpfen zu ihr tapste. Gemeinsam schauten sie aus dem Wohnzimmerfenster.

„Jetzt kann Paps aber wirklich kommen.“ Nina nahm ihre Mutter in den Arm. Irgendwie war ihr danach, die gedrückte Stimmung aufzuheitern. „Vielleicht hat er auf seine alten Tage was nebenbei laufen, und muss das erst mal erledigen.“

Claudia sah ihre Tochter mürrisch an und Nina wurde klar, dass diese Art zu scherzen im Augenblick eher unpassend war. „Sollte ein Spaß sein, Mama, mit vierzig ist er doch noch nicht alt“, plapperte sie weiter. „Und er würde nie ...“

„Da!“ Der laute Ausruf ihrer Mutter unterbrach die Zwanzigjährige.

Gebannt starrten beide Frauen nach draußen. Licht aus zwei Scheinwerfern kroch die schmale Auffahrt hoch.

„Ist er das?“ Nina drückte sich näher an die Scheibe.

Ihre Mutter neben ihr hielt den Atem an. „Das muss er sein.“

Das eingeschaltete Fernlicht blendete sie. Der Wagen kam langsam näher.

Claudia ging in die Hocke, um besser sehen zu können. „Er ist es!“, rief sie erleichtert aus.

Jetzt hatte auch ihre Tochter den weiß lackierten Familienwagen erkannt. „Na also, unser Familienoberhaupt ist wieder da.“

Claudia war schon auf dem Weg zu Tür.

„Du fängst jetzt aber keinen Streit an, Mama?“, fragte Nina und lief ihrer Mutter hinterher.

„Unsinn!“ Claudia war mehr als nur erleichtert, aber keinesfalls wütend.

Durch das Fenster zum Hof konnten die beiden Frauen erkennen, dass der Wagen angehalten hatte. Die Fahrertür öffnete sich und eine dunkle Gestalt kletterte heraus. Erst jetzt bemerkten sie, dass es draußen zu nieseln begonnen hatte. Wenige Sekunden später wurde der Regen stärker.

„Wäre Papa nur fünf Minuten früher gekommen“, meinte Nina. „Jetzt wird er richtig nass.“ Sie hielt ihre Mutter fest, die nach draußen wollte. „Mein Gott, Mama, bleib hier. Dein geliebter Mann kommt doch schon.“

Kevin, Claudias Mann und Ninas Vater, hatte die Kapuze seines königsblauen Pullovers wegen des Starkregens tief ins Gesicht gezogen. Seine Kleidung war bereits Sekunden nach dem Aussteigen dunkel vor Nässe. Doch er schien es nicht eilig zu haben. Auffällig war sein mechanischer Gang. Er stakste wie ein alter Mann.

„Was ist mit Papa?“, fragte Nina und zog die Stirn kraus.

Ihre Mutter hatte die Haustür bereits aufgerissen. „Kevin!“

Ihr Mann antwortete nicht. Schwerfällig wie ein angeschlagener Boxer stapfte er den Kiesweg hoch.

„Kevin!“, rief Claudia erneut. „Ist etwas passiert?“

Keine Antwort. Ihr Mann trottete langsam näher.

Nina hatte ein Badetuch aus der Ablage neben der Tür genommen und verharrte etwas ratlos neben ihrer Mutter. „Papa ist nass wie ein Hund.“ Der schwerfällige Gang ihres Vaters war auch ihr aufgefallen, doch sie sagte nichts dazu.

Noch ein paar Meter. Kevins Schritte wurden zusehends langsamer.

„Nun komm doch endlich rein!“ Claudias Stimme klang plötzlich weinerlich. „Was hast du denn?“

„Willst du im Regen aufweichen?“, rief Nina ihrem Vater entgegen.

Doch ihr Vater blieb plötzlich stehen. Claudia hatte genug. Trotz des peitschenden Regens, denn inzwischen hatte es auch noch zu stürmen begonnen, lief sie nach draußen. „Kevin!“ Ihre Stimme klang schrill. „Hast du etwa getrunken? Was ist mit dir?“

Ihr Mann bewegte sich keinen Meter mehr weiter. Seine Gestalt begann zu schwanken. Claudia stand jetzt dicht vor ihm. „Kevin!“ Sie fasste an seine Schultern und zog die nun vornübergebeugte Gestalt hoch. Dabei rutschte die klatschnasse Kapuze über Kevins Stirn nach oben. Claudia stockte der Atem. Das Gesicht ihres Mannes war kalkweiß, über seine Wangen lief heller Schleim.

„Mama!“, rief ihre Tochter hinter ihr. „Mama!“ Sie schrie wie von Sinnen immer wieder nach ihrer Mutter. Nur wenige Meter vor ihr schwankte ihr Vater im Sturm. Sein Körper erschlaffte, der Kopf kippte erneut vornüber, doch Nina hatte auch gesehen, was ihre Mutter aus nächster Nähe ertragen musste. Kevin, ihr Vater, verlor beide Augen. Sie rannen in schmierigen Fäden über sein Gesicht.

*

Der Butler sah, wie sich ein Schatten seitlich über seine Schulter legte.

„Danke, Mylady“, sagte der Spezialagent des SSI ohne aufzublicken. „Was sind das nur für Zeiten, in denen sich der Butler von seiner Herrin bedienen lässt.“

Lady Marbely hatte das Zimmer mit zwei Tassen dampfenden Tees betreten. Eine hielt sie in der Hand, die andere hatte sie auf dem riesigen Schreibtisch abgestellt. „So wie ich Sie verstanden habe, James, bewegen wir uns momentan in sehr schweren Zeiten.“

Der Butler lehnte sich zurück und zog sein Heißgetränk zu sich heran, griff nach der Tasse und setzte sie an seine Lippen. Kaum merklich blies er hinein und nippte daran. „Irgendetwas ist passiert, Mylady.“ Er war umgeben von mehreren sich ständig verändernden Bildschirmen, einer Tastatur und einem Headset.

„Ihre amerikanischen Freunde melden sich nicht mehr?“, fragte Mylady und tunkte einen großen Keks mit der Spitze in ihren Tee.

„Keine der gewohnten Verbindungen existiert noch. Sie sind tot, als hätte es sie nie gegeben, Mylady.“

Lady Marbely sah ihn mit großen Augen an. „Was hat das zu bedeuten, James?“

Der Butler zuckte mit den Schultern. „Dass tatsächlich schier unglaubliche Dinge zwischen Himmel und Erde geschehen. Dinge, unter denen wir Normalsterblichen uns nichts vorstellen können.“

„Ihre Kollegen standen tatsächlich im Clinch mit der Unterwelt?“

Der Butler registrierte still die etwas verfehlte Wortwahl von Lady Marbely. „Sie bekämpfen die negativen Mächte aus dem Jenseits. So hat man es mir erklärt.“

Lady Marbely nahm zwei große Schlucke. „Mir ist das nicht geheuer. Seien Sie mir nicht böse, James, aber mit diesen Dingen kann ich nur wenig anfangen. Doch ich bin mir sicher, dass Sie bald wieder mit Ihren Freunden sprechen können.“

Das hoffte der Butler ebenfalls, obwohl er sich inzwischen sicher war, dass etwas Furchtbares geschehen sein musste. Neben seinen eigenen Versuchen war er zahlreiche andere Wege gegangen, um den bekannten Kontakt herzustellen. Sogar den offiziellen Weg über das Außenministerium hatte er beschritten. Doch diese Möglichkeit hatte sich als die erwartete Farce erwiesen. Eine Organisation, die das Übersinnliche bekämpfte, war in den USA angeblich komplett unbekannt. Wer seinen Job professionell betrieb und geheim sein wollte, der schaffte es auch. Nur wie sollte man helfen, wenn es nichts gab, an dem man ansetzen konnte. Der Butler wollte etwas tun, doch er war im Augenblick chancenlos. Er wusste nichts, außer, dass die internationalen Geheimagenten von einer Sekunde zur anderen wie vom Erdboden verschwunden waren.

„Habt ihr Probleme?“ Claire hatte ebenfalls das Büro des Butlers betreten und die letzten Worte von Lady Marbely aufgeschnappt.

Mylady klatsche...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.