Corvus | Perry Rhodan 3217: Griff nach den Sternen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3217, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Corvus Perry Rhodan 3217: Griff nach den Sternen

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8453-6217-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"

E-Book, Deutsch, Band 3217, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6217-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Wie es aussieht, könnte Perry Rhodan, der als erster Mensch von der Erde auf Außerirdische gestoßen ist, sich endlich seinem großen Ziel nähern: der alte Traum von Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmung ein, man arbeitet intensiv und gleichberechtigt zusammen. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Doch ES weilt nicht mehr in der Galaxis - das Geisteswesen scheint zwischen den Sterneninseln verschollen zu sein, zersplittert in Fragmente. Diese Fragmente zu finden und wieder zu vereinen, ist Rhodans Ziel. In der Galaxis Morschaztas unweit Gruelfins muss er zunächst das Raumschiff MAGELLAN wieder in seinen Besitz bringen. Atlan nimmt in der Zwischenzeit zur Herrscherin der Galaxis Kontakt auf - der Ewigen Ganja. Er erhält dabei Einblicke in die Vergangenheit und erlebt den GRIFF NACH DEN STERNEN?...

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Basis 1


Alschoran zog seine Uniform glatt, zum dutzendsten Mal in der vergangenen halben Stunde. Er hatte abgenommen, war aber bislang nicht dazu gekommen, die Jacke enger machen zu lassen.

Alle Stationen innerhalb der Zentrale der WAYKUSCH waren auf das große Bugfenster ausgerichtet. Die Transplastscheibe diente auch als Projektionsfläche für Holodarstellungen. Momentan war die Sicht in den offenen Weltraum jedoch unverstellt. Wie Silberkörner, die auf schwarzem Samt lagen, hingen die Sterne Gruelfins vor dem Flaggschiff der Asen in der Stille.

Um den Eindruck nicht zu stören, hatte Alschoran die Zentrale abdunkeln lassen, was auch dazu passte, dass sich die WAYKUSCH im Nachtmodus befand. Die Stationen waren nur einfach besetzt, und Alschoran führte als Zweiter Offizier den Befehl in dieser ruhigen Schicht.

Er sah hinüber zur Sensorstation, wo der Spezialist die Daten in dem vor ihm schimmernden Holo ordnete. Hätte Alschoran eine weitere Fernsonde ausschleusen lassen sollen? Ihn überzeugten die gesammelten Informationen, aber darauf kam es nicht an?...

Nochmals zog er seine Uniformjacke glatt. Wirkte er dadurch nervös? Schielten die Soldaten zu ihm herüber?

Er legte die Hände auf dem Rücken zusammen, wie er es bei Kommandant Ginworasch oft beobachtete. Wobei dessen Hände speziell waren. Alschoran durfte auf keinen besonderen Effekt hoffen, wenn er seine ins Blickfeld brachte. Erschien die Geste deswegen als hilflose Nachahmung?

Die Offiziersakademie bescheinigte Alschoran Eifer, Sorgfalt und eine Stärke in logischem Denken. Dass er als Pedotransferer unterhalb des Mittelmaßes rangierte, sogar im unteren Viertel aller Begabten, war für eine Kommandoposition nicht entscheidend. Aber zugunsten seiner Karriere müsse er seine Schwäche im Umgang mit anderen, die ständige Unsicherheit, wie sie ihn wahrnahmen und beurteilten, in den Griff bekommen.

Die aufzischende Tür erlöste ihn aus dem Grübeln.

Alschoran nahm Haltung an. »Kommandant in der Zentrale!«

Die Spezialisten an den Stationen erhoben sich.

Der Blick aus Ginworaschs weißblauen Augen schwenkte über die Anwesenden. »Weitermachen!« Er kam zu seinem Zweiten Stellvertreter, die Tür schloss sich hinter ihm.

Der Kommandant war größer als Alschoran, aber sehniger. Sein schwarzes Haar trug er in kurzen Locken, auch den Vollbart. Das Auffälligste an Ginworasch waren jedoch die Hände, merklich heller als Arme und Gesicht. Manche wollten wissen, dass er den Angriff eines Meuchelmörders nur knapp hatte abwehren können und dabei seine Hände verloren hätte. Andere spekulierten, ein übernatürlich starker Griff sei ihm so wichtig, dass er seine biologischen Hände dafür geopfert und sie durch Implantate ersetzt hätte. Niemand stand ihm nahe genug, um ihn danach zu fragen. Er war ein Vhane, Angehöriger jenes Bundes, der die Asen führte, und pflegte kaum Umgang mit Niederen.

»Ich habe den Weiterflug verzögert«, meldete Alschoran. »Dadurch liegen wir drei Stunden hinter dem Plan, aber ich denke, wir haben vielleicht einen Kandidaten gefunden.«

Ginworasch sah zum Bugfenster und verengte die Lider bis auf Schlitze. »Ein Doppelsternsystem?«

»Fünf Sterne.« Mit einer Geste forderte Alschoran den Mann an der Sensorstation auf, die vorbereitete Darstellung einzublenden.

Markierungen hoben die beiden etwas helleren Punkte hervor, das Holo schien sie näher heranzuziehen. Sie teilten sich.

»Jeweils zwei umkreisen einander«, erklärte Alschoran. »Um eines der Paare kreist ein dritter Stern, um das andere ein Felsplanet. Das Gesamtsystem hat selbstverständlich ein gemeinsames Gravitationszentrum.«

Statt im Kommandosessel Platz zu nehmen, ging Ginworasch einige Schritte auf das Holo zu. »Was wissen wir über den Planeten?«

»Er hat zwei Monde?...«

»Korrektur: drei«, warf der Sensorspezialist ein.

Überrascht sah Alschoran ihn an.

»Die Information kam gerade herein«, ergänzte er, aber Alschoran glaubte ihm nicht. Der Spezialist war einer von Eschirs Günstlingen.

»Also: drei Monde«, stellte Ginworasch fest. »Was noch?«

»Eine stabile Atmosphäre«, nahm Alschoran den Faden wieder auf. »Laut Spektralanalyse besteht sie nahezu ausschließlich aus Stickstoff und Sauerstoff. Die Landmasse verteilt sich im Wesentlichen auf zwei Kontinente, Ozeane nehmen zweiundsiebzig Prozent der Oberfläche ein. Wegen der fünf Sterne und der Monde zerren stark wechselnde gravitative Kräfte an diesem Planeten.«

»Hinweise auf eine technische Zivilisation?«, verlangte Ginworasch zu wissen.

»Keine.«

»Hätte mich auch gewundert«, murmelte der Kommandant. »Die Völker dieser Galaxis werden sich nicht der Mühe aussetzen wollen, einen solchen Himmelskörper zu kolonisieren.«

»Und er liegt weitab der uns bekannten Handelsrouten«, ergänzte Alschoran.

»Deswegen suchen wir ja auch in diesem Sektor.«

»Selbstverständlich. Ich bitte um Entschuldigung.«

Ginworasch stand vor ihm, die hellen Hände im Rücken zusammengelegt, und betrachtete schweigend das Holo, in dem der Sensorspezialist Datenreihen ergänzte.

»Im kosmischen Maßstab wird dieser Planet nicht lange durchhalten«, sagte Alschoran, um die unangenehme Stille zu vertreiben. »Die Gravitation wird ihn in einen der Sterne ziehen. Aber ein paar Jahrtausende wird das wahrscheinlich noch dauern.«

»Du hast richtig entschieden, den Erkundungsflug zu unterbrechen.« Ginworasch drehte sich um, seine eisfarbenen Augen sahen Alschoran an. »Wir landen und nehmen eine genauere Prüfung vor.«

*

Alschorans vollautomatischer Gleiter flog einen Hügel hinauf. Sein Prallfeld drückte das lange Gras zur Seite, hinter ihm fanden die bei Nacht blaugrau erscheinenden Halme schwankend zurück in die ursprüngliche Position. Die Schatten der gelandeten Beiboote waren schwarze Berge im Sternenmeer.

Erst auf der Hügelkuppe kam das Lagerfeuer in Sicht, das zwischen den Stahlkolossen brannte. Die sauerstoffreiche Atmosphäre erleichterte das Feuermachen, aber brennbares Material gab es auf diesem Planeten kaum. Holz oder äquivalente Biomasse hatte sich offenbar nicht entwickelt, soweit es die Asen bisher herausgefunden hatten. Dafür gab es Unmengen an Gräsern, die vielleicht halbwegs brennen würden, wenn man sie schnitte und trocknete. Für den Moment nahmen sie mit Briketts vorlieb, die beim Verbrennen einen Geruch freisetzten, der nicht zu dieser Welt passte.

Alschorans Gleiter landete neben den anderen. Im Aussteigen hörte er die ausgelassenen Gespräche und das Gelächter der Erkundungstrupps. Ginworasch war bislang nicht eingetroffen.

Alschoran entschied, sich einen Moment fernzuhalten und am Rand des Feuerscheins entlangzuwandern. Er gewöhnte sich an den Gedanken, nach einem Tag in der Natur wieder in Gesellschaft zu sein.

Die drei fernen Sonnen waren leicht am Nachthimmel zu finden, wenn man wusste, wonach man suchen musste. Sie waren größer als die anderen Lichtpunkte am Himmel, aber die beiden, die eng umeinanderkreisten – ein Umlauf um ihr gemeinsames Gravitationszentrum in 17 Stunden –, konnte Alschoran mit dem Daumennagel am gestreckten Arm abdecken. Sein Zeigefinger reichte aus, um den Abstand zur dritten Sonne zu messen.

Ihr Licht erhellte die Nacht kaum, wohl aber das der beiden Monde, von denen einer als Sichel über dem Horizont stand und der andere beinahe voll war. Der dritte befand sich auf der Tagseite des Planeten.

Auf dieser Welt war der Großteil des Lebens in den Ozeanen zu finden, wie sie bereits wussten. Auch die Gräser bildeten eine Art von Meer, überlegte Alschoran. Der sanfte Wind schuf Muster in den Halmen, die Wellen ähnelten.

Die Gespräche am Lagerfeuer verstummten. Der Zweite Offizier drehte sich um und sah, dass die Soldaten aufstanden.

Kommandant Ginworasch schwebte gemeinsam mit Eschir, seinem Ersten Stellvertreter, aus der Bodenluke des größten Beiboots. Normalerweise begegneten Alschoran und Eschir sich nur kurz, weil sie an Bord der WAYKUSCH unterschiedliche Schichten abdeckten. Während der Erkundung des Planeten galt diese Einteilung jedoch nicht.

Alschoran beeilte sich, kam aber trotzdem erst nach den beiden am Lagerfeuer an.

»Na, hast du auch endlich deinen Schutzanzug abgelegt?«, rief Eschir ihm entgegen.

»Ich bin eben lieber vorsichtig«, gab Alschoran zurück.

Eine goldene Schulterkette wies den Ersten Offizier als begabten Pedotransferer aus. Um dieses Abzeichen zu erlangen, musste Eschir mehrmals seinen Geist in Zielpersonen verschoben haben, die er nur flüchtig und aus der Entfernung gesehen hatte – etwas, das Alschoran heillos überfordert hätte.

»Ich habe die Berichte gesichtet«, erklärte Ginworasch der fünfzigköpfigen Erkundungsmannschaft, die sich um das Feuer versammelt hatte. »Weder die Aufklärungsflüge noch die Inaugenscheinnahme am Boden haben etwas ergeben, das uns in die Quere kommen könnte. Falls euch Gegenteiliges bekannt ist, korrigiert mich.«

Er blickte in die Runde. Niemand sagte etwas, alle sahen zufrieden aus.

»Gut«, befand Ginworasch. »Die fünf Sonnen bringen einen besonderen Nutzen: Ihre Strahlung wird auch Emissionen im Hyperspektrum weitgehend überdecken.«

Zustimmendes Gemurmel erhob sich.

»Und ihre komplexe Gravitation wird die Einheimischen davon abhalten, sich mit dem System zu befassen«, ergänzte Eschir das längst Bekannte.

Alschoran ärgerte sich, dass der Erste den Anschein erweckte, er habe diesen Vorzug entdeckt. Dabei hatte Alschoran aufgrund dieser Überlegung den Weiterflug verzögert.

»Es gibt bereits Einheimische auf...



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