E-Book, Deutsch, 90 Seiten
Costa Zwei in seinem Bett! Liebesroman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95573-294-3
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 90 Seiten
ISBN: 978-3-95573-294-3
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der exzentrische Künstler Emanuel liebt seine Freiheit und hasst Verpflichtungen! Umso gereizter ist er, als er sich gezwungen sieht, auf die vorlauten Zwillinge seiner alleinerziehenden Nachbarin Roberta aufzupassen. Durch diesen Babysitter-Einsatz verpasst er nicht nur sein heißes Date, sondern gerät Schlag auf Schlag sein ganzes Leben aus den Fugen! Und dann kommt auch noch die Liebe ins Spiel...
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2. Kapitel
Falljan sah auf die Uhr. Gleich musste diese Constanze kommen, um die Kinder abzuholen. Er verließ das Badezimmer, die Zeitung blieb zerknittert auf dem Behälter für Schmutzwäsche zurück. Er würde sie noch wegräumen, bevor Rebecca Storm kam. Die Annahme, dass sie das Bad benutzen würde, erschien ihm berechtigt. Ein Mann von siebenunddreißig Jahren und seines Kalibers kann sich schließlich auf einschlägige Erfahrungen stützen, eine Tatsache, die Falljan einem Knirps von sieben Jahren absprach. Was weiß so ein Grünschnabel schon von Frauen und Beulen! Ein unverschämter Bengel, dieser Benjamin. Und seine reizende Schwester war um keinen Deut besser!
Falljan blieb vor dem Bett stehen, schob beide Hände in die Taschen und starrte die Zwillinge verärgert an. In seinem Bett! Friedlich, als könnten sie kein Wässerchen trüben! Ha!
Er nahm sich eine Zigarette vom Tisch, zündete sie an, ging zur Staffelei und betrachtete seine neueste Arbeit. Eine Frau auf einem Pferd, nackt, im Damensitz. Benjamin würde wahrscheinlich behaupten, das sei ein Allessauger auf einem Feuerwehrauto!
Falljan kehrte zum Tisch zurück, drückte seine halb gerauchte Zigarette aus und sah auf die Uhr. Drei Minuten nach halb neun. Wo blieb diese Constanze nur?
Durch die Dachfenster tröpfelte das letzte Tageslicht, der Himmel war rotdurchtränkt, das Bellen eines Hundes zerriss die Abendstille. Falljan ging zum Fenster, öffnete es und sah hinunter. Was er sah, trug keineswegs zur Besserung seiner Laune bei. Dieser Köter, dieser Bobtail der Kostil, stürzte aus dem Haus, auf Falljans weißes Sportcabriolet zu, wedelte erfreut mit dem Schwanz, hob sein Bein und pinkelte den Wagen an.
»Weg da, du Mistvieh!«, brüllte Falljan, gerade, als auch Frau Kostil aus dem Haus trat.
Natürlich hatte sie Falljans wütende und wenig vornehme Beschimpfung gehört, er hatte ja laut genug geschrien. Aber sie würdigte ihn keines Blickes, flötete nur: »Komm, Picasso, mein Engel«, setzte ihren Sturzhelm auf und schwang sich auf ihre Beiwagenmaschine. Picasso japste erfreut, nahm Anlauf und sprang in den Beiwagen - Schnauze in Fahrtrichtung voraus.
Frau Kostil startete und fuhr los, so haarscharf an Falljans Wagen vorbei, dass dessen Herzschlag einige Takte lang aussetzte. Er knallte das Fenster zu, dass die Scheiben bebten und die Kinder aufwachten.
Frau Achter, die gerade die Fenster ihres Ladens putzte, sah erst die Straße runter, dann am Nachbarhaus rauf. Sie schüttelte seufzend den Kopf und gedachte wehmütig der Zeiten, als hier noch rechtschaffene, ehrenwerte Bürger gewohnt hatten, Leute ihres Schlages eben.
Geraldine rieb sich verschlafen die Augen, gähnte und blinzelte den Schatten am Fenster an. Da Falljans Gesicht im Dunkeln lag, konnte sie nicht erkennen, ob er gerade grantig oder freundlich war, aber sie tippte auf grantig.
»Ist es schon morgen?«, fragte sie zögernd.
»Nein, es ist noch heute«, knurrte er, hob seinen Arm und sah auf die Uhr. Dreiviertel neun! Er ging zum Lichtschalter, um ihn anzuknipsen. Die Zwillinge betrachteten fasziniert eine Reihe kleiner Spots, die am Deckenbalken befestigt waren und effektvoll Falljans Gemälde anstrahlten.
»Ist das aber schön!«, riefen beide wie aus einem Mund und krabbelten vom Bett.
Die Müllmieze richtete sich gähnend auf, besah sich das alles mit schwankendem Köpfchen. Junge Katzen hinterlassen fortwährend den Eindruck, als hätten sie sich einen zu viel hinter die Binde gegossen. Sie gähnte ein zweites Mal, machte einen Buckel, schwankte zum Bettrand und stürzte sich nach einigem Zögern in die Tiefe. Dann lief sie zu den Kindern, sah sie erwartungsvoll an und miaute aus Leibeskräften.
»Sie hat Hunger«, übersetzte Geraldine für Falljan, der die Katzensprache bestimmt nicht verstand.
»Ich auch!«, rief Benjamin, was diesmal sogar stimmte.
Falljan ging wortlos zum Eisschrank, nahm Wurst - natürlich nicht die Trüffelpastete! - heraus, ließ ein paar Scheiben fallen, belegte mit dem Rest zwei Brote und stellte sie auf die Küchenbar.
Die Zwillinge erklommen im Sturm die hohen Stühle und grinsten Falljan selig an. Die Müllmieze riss sich ihre Beute unter die Krallen und verschlang sie knurrend und fauchend. Das Leben bei Falljan war gar nicht so übel!
Als Benjamin den Mund aufriss - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wollte er etwas fragen - sagte Falljan kurzerhand: »Mit vollem Mund spricht man nicht«, und Benjamins Mund klappte wieder zu. Falljan war stolz auf sich, einen Punkt für ihn!
Inzwischen war es neun Uhr geworden. Falljan trommelte mit vier Fingern ‚Taram-tam-tam‘ auf den Tisch - eine Methode, sich selber nervös zu machen, die den Zwillingen unbekannt war, weil Roberta nicht dazu neigte. Sie hielten es für ein Spiel.
Geraldine konzentrierte sich auf den Rhythmus, schob ihre Hand ein Stück vor und versuchte es auch. Benjamin stützte seinen Kopf in die linke, schob seine rechte ebenfalls ein Stück vor und schloss sich an. Jetzt trommelten sie zu dritt, nur Falljan wesentlich lauter und natürlich exakter. Aber trotz dieses vereinten Getrommels kam Constanze nicht.
Langsam begann Falljan sich Sorgen zu machen, ernsthafte Sorgen. Was, wenn die Kinder um zehn immer noch hier rumhingen? Schließlich hatte er heute Abend noch ein paar Verpflichtungen. Er konnte sie noch nicht einmal in die Speisekammer sperren, denn er hatte keine. Ins Bad auch nicht, das würde Rebecca Storm benutzen wollen. »Wie heißt eure Tante noch? Ich meine, außer Nadoni.«
»Sie heißt bloß Constanze«, klärte Geraldine ihn auf. »Und unsere Tante ist sie auch nicht, sie ist Mamis Busenfreundin!«
»Nicht möglich«, bemerkte Falljan trocken. Er hätte dazu gern noch mehr gesagt, ließ es aber dann doch sein. Constanze Nadoni hieß die Dame also. Er nahm das Telefonbuch, knallte es auf die Küchenbar und schlug N auf. Die Kinder sahen ihm interessiert zu.
»Na... Nab ... Nach ...«, murmelte er, während sein Finger über die Seite glitt. »Hier! Nadoni Constanze!« Er wählte die Nummer und wetzte schon mal die Krallen. »Kein Anschluss unter dieser Nummer, kein Anschluss unter dieser Nummer ...« Falljan ließ den Hörer auf die Gabel fallen.
»Was sagt das Telefon?«, wollte Benjamin wissen.
Falljan antwortete nicht. Er trommelte wieder ‚taram-tam-tam‘, die Kinder trommelten mit.
»Hat eure Tante ein Handy?“, fragte er seufzend.
„Klar.“
„Kennt ihr die Nummer?“
Sie schüttelten beide den Kopf.
„Wisst ihr dann wenigstens, wo eure Tante wohnt?«
»Sie ist nicht unsere Tante!«
»Gut. Wo wohnt also Constanze?«
»In einem ganz neuen Haus, hat die Mami gesagt. Und einen eigenen Garten hat sie jetzt auch. Aber ein Telefon hat sie noch nicht«, erzählte Benjamin bereitwillig.
Falljan starrte ihn aus zusammengekniffenen Augen an. »Warum, zum Teufel, sagst du mir das nicht gleich!«, rief er.
»Du hast ja nicht gefragt«, antwortete das Kind kleinlaut.
»Ist sie umgezogen?«
Benjamin nickte.
»Wann?«
»Vor ein paar Tagen«, sagte Geraldine.
»Und ihr kennt natürlich die Adresse nicht?«
Geraldine schüttelte den Kopf, ihr Pferdeschwanz flog dabei hin und her.
Falljan starrte blicklos vor sich hin. Kaum zu fassen! Nicht zu glauben! Man hatte ihm zwei Kuckuckseier ins Nest gelegt! Er sah auf die Uhr. In zehn Minuten sollte Rebecca kommen. Was nun? Er hatte keine Wahl, er musste die Verabredung mit ihr abblasen.
Wieder schlug er das Telefonbuch auf, wieder hatte er keinen Erfolg, denn auch Rebecca war erst vor vier Wochen im Nebenhaus eingezogen - und ihre Handynummer kannte er nicht.
»Ihr rührt euch nicht von der Stelle!«, fuhr Falljan die Kinder plötzlich an.
Sie zuckten erschrocken zusammen und sahen ihm mit großen grünen Kulleraugen nach. Falljan verließ die Wohnung im Laufschritt, polterte die Treppe runter, stürzte aus dem Haus, wurde von Picasso unterlaufen, stolperte und landete in Frau Kostils Armen.
Frau Kostil rümpfte die Nase, schob Falljan abrupt von sich, putzte sich imaginären Schmutz vom Overall und ging wortlos an Falljan vorbei ins Haus.
Falljan ballte die Hände zu Fäusten und schwor sich, dieser verrunzelten, verrückten Emanze die Meinung zu sagen, sobald Roberta zurückkommen würde. Wenn's doch schon soweit wäre!
Er trat auf den Eingang des Nachbarhauses zu, klingelte bei Storm, zweiter Stock. Die Tür sprang auf, er hastete hinauf, ordnete noch im Laufen seine braune Haarpracht und setzte ein jungenhaft verlegenes Lächeln auf. Gut nuanciert, denn Übertreibungen wirken unglaubwürdig.
Beim Anblick...




