Costello / Richards | Mydworth - Spur nach London | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 147 Seiten

Reihe: beTHRILLED

Costello / Richards Mydworth - Spur nach London

Ein Fall für Lord und Lady Mortimer
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7325-7319-6
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Fall für Lord und Lady Mortimer

E-Book, Deutsch, 147 Seiten

Reihe: beTHRILLED

ISBN: 978-3-7325-7319-6
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die junge Lizzie Spence träumt davon, Schauspielerin zu werden. Sie beschließt, von zuhause wegzulaufen und ihr Glück in einem der unzähligen Theater im Londoner West End zu suchen. Dort verschwindet sie spurlos. Harry und Kat werden auf den Fall aufmerksam und machen sich auf die Suche nach dem vermissten Mädchen.

Ein glamouröses Ermittlerduo, ungewöhnliche Verbrechen, schnelle Autos, schicke Kleider und rauchende Revolver - das ist Mydworth, die neue Serie von Matthew Costello und Neil Richards, den Autoren der britischen Erfolgsserie Cherringham. Sir Harry Mortimer, der ehemalige Spion im Dienste Seiner Majestät, ermittelt zusammen mit seiner umwerfenden Ehefrau Kat, die es mit jedem Bösewicht aufnehmen kann! Mydworth ist eine spannende Zeitreise ins England der 20er Jahre - für Fans von Babylon Berlin, Downton Abbey, und Miss Fishers mysteriösen Mordfällen.

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!



Matthew Costello ist Autor erfolgreicher Romane wie Vacation (2011), Home (2014) und Beneath Still Waters (1989), der sogar verfilmt wurde. Er schrieb für verschiedene Fernsehsender wie die BBC und hat dutzende Computer- und Videospiele gestaltet, von denen The 7th Guest, Doom 3, Rage und Pirates of the Caribbean besonders erfolgreich waren. Er lebt in den USA. Neil Richards hat als Produzent und Autor für Film und Fernsehen gearbeitet sowie Drehbücher für die BBC, Disney und andere Sender verfasst, für die er bereits mehrfach für den BAFTA nominiert wurde. Für mehr als zwanzig Videospiele hat der Brite Drehbuch und Erzählung geschrieben, u.a. The Da Vinci Code und, gemeinsam mit Douglas Adams, Starship Titanic. Darüber hinaus berät er weltweit zum Thema Storytelling. Bereits seit den späten 90er Jahren schreibt er zusammen mit Matt Costello Texte, bislang allerdings nur fürs Fernsehen. Seit 2013 schreiben das transatlantische Duo Matthew Costello und Neil Richards die Serie CHERRINGHAM, in der inzwischen 34 Folgen erschienen sind. MYDWORTH ist ihr neues gemeinsames Projekt.
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2. Besorgte Eltern
 


Sir Harry Mortimer stieg um 17.35 Uhr aus dem Zug von der Victoria Station, klemmte sich seine Ausgabe der Times unter den Arm und wanderte schnellen Schrittes mit den anderen Pendlern die Station Road hinauf nach Mydworth.

Diese Pendler sind wie eine gut abgerichtete Herde, dachte er. Was ihn selbst betraf, war er sich nicht ganz sicher, ob er sich die Arbeit für das Außenministerium so vorgestellt hatte.

Alles fühlte sich, nun ja, recht heimisch und brav an.

Auch dieser Weg wurde ihm zusehends vertrauter, seit er nach Jahren im Regierungsdienst vor einigen Monaten mit seiner Frau Kat in den kleinen Ort in Sussex zurückgekehrt war.

Er nickte und lächelte seinen Mitreisenden zu, die einer nach dem anderen in unterschiedliche Richtungen nach Hause eilten. Zweifellos freuten sie sich alle auf ein Wochenende fernab vom Trubel, Lärm und Qualm der Großstadt.

Sie waren Büroangestellte, Buchhalter, Bankkaufleute und einige Staatsbedienstete, die allesamt – wie er – in Anzug und Hut gewandet waren. Harry schmunzelte vor sich hin. Keiner von ihnen ahnte, welche ziemlich ungewöhnliche Rolle er in der verborgenen Regierungsabteilung beim St. James' Park spielte.

Verborgen – und streng geheim.

Was seine Stellung ohne Frage interessant machte. Nicht einmal Kat durfte Einzelheiten erfahren. Obwohl es nicht viel gab, was er ihr verschwieg. Er würde ihr sein Leben anvertrauen.

Natürlich wusste sie, dass seine Arbeit hier eine Fortsetzung seiner Tätigkeit in Kairo und er an eine Vertraulichkeitsvereinbarung gebunden war.

Da sie selbst einige Jahre eine ähnliche Position beim U.S.-Außenministerium bekleidet hatte, stellte sie nicht allzu viele Fragen, was Harry zu schätzen wusste.

Es war noch hell – das Wunder des Sommers! –, als er den Marktplatz überquerte und in die kleine Kopfsteinpflasterstraße abbog, hinauf zur alten Kirche und ihrem Haus dahinter.

Harry trat durch die Gartenpforte, ging die Kieseinfahrt hinauf, lockerte seine Krawatte und nahm den Hut ab. Er freute sich sehr darauf, ein wenig Zeit zu Hause mit seiner wunderschönen amerikanischen Ehefrau zu verbringen – mit ihr gemeinsam den ach so ersehnten Gin Tonic zu trinken und dabei durch den Garten zu schlendern, um Sträucher und Beete zu planen. Sie würden sich vor dem Dinner zusammensetzen und über die Ereignisse des Tages plaudern.

Andererseits musste er sich seine Sorge eingestehen, dass ihr das Leben hier in Sussex nicht genügend Abwechslung bot. Er kannte seine Kat und wusste, dass die junge Frau aus der Bronx ein wenig Aufregung mochte.

Als er die Eingangsstufen erreichte, ging die Haustür auf – und Kat stand im Mantel und mit der Handtasche über der Schulter da.

Sie war nicht wie üblich in einer langen, weiten Hose, sondern eher wie zu einer Verabredung gekleidet.

Erstaunlich …

»Der Krieger ist zurückgekehrt«, sagte sie und ging auf ihn zu.

»Lady Mortimer.«

»Sir Harry.«

Sie küssten sich.

»Hm«, sagte er einige Sekunden später. »Nun denn. Was den heutigen Abend betrifft … Überspringen wir den Gin und gehen direkt zum Hauptgang über?«

Wieder küsste sie ihn und sah ihn mit sanftem Blick an.

»Würde ich ja gern …«

Ihre blaugrünen Augen waren weit geöffnet und verbargen nichts.

»Aber?«

»Genau«, sagte sie. »Aber.«

»Ah, verstehe.« Er trat einen Schritt zurück und nahm seine beste Detektivpose ein. »Lass mich raten: Mantel, Handtasche, elegante Schuhe. Wir sind … eingeladen?«

»Nun ja«, erwiderte sie, zog seine Krawatte stramm und nahm Harry den Hut aus der Hand, um ihn ihm wieder aufzusetzen. »So etwas in der Art.«

»Was du nicht sagst. Ein neuer Fall?«, fragte Harry.

»Oh ja, ein Fall.«

»Haben wir vorher noch Zeit für die Cocktails, oder …«

»Die müssen wohl warten«, antwortete Kat.

Nun nahm sie seine Aktentasche und die Times und legte beides in die Diele, ehe sie die Tür hinter ihnen schloss und sich bei ihm einhakte.

»Es scheint dringend«, sagte er.

»Ich erzähle dir alles – oder so viel, wie ich weiß – unterwegs.« Gemeinsam drehten sie sich um und gingen zurück die Einfahrt hinunter.

»Vor sechs Wochen«, sagte Kat, als sie die Straße bei der Kirche überquerten und die High Street hinuntergingen, »ist Lizzie Spence, die einundzwanzigjährige Tochter von Aubrey und Glenys Spence – beides aufrechte Bürger von Mydworth – weggelaufen, um ihr Glück im Londoner West End zu suchen.«

»Ach, die alte Geschichte. Die Verlockung des Rampenlichts. Der Duft von Theaterschminke, was?«

»So ungefähr. Das Problem ist, dass die Eltern, abgesehen von ein paar Postkarten, nichts von ihr gehört haben.« Sie sah ihren Mann direkt an, während er überlegte. »Glenys, die Mutter, ist außer sich vor Sorge und hat sich bereits alle möglichen schrecklichen Dinge ausgemalt, die ihrem armen Mädchen zugestoßen sein könnten.«

»Und wie ich das West End kenne«, sagte Harry, »könnte ihre Fantasie der Wahrheit recht nahekommen. Was ist mit der Polizei?«

»Tja, na ja, Sergeant Timms sagt, die junge Frau ist alt genug, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie ist eindeutig aus freien Stücken fortgegangen, und deshalb können sie nicht helfen.«

»Meines Erachtens hat er recht. Ihm sind die Hände gebunden«, sagte Harry. »Sie ist einundzwanzig, nicht? Damit ist sie erwachsen.«

»Was bist du für ein Herzchen, Harry.«

»Jetzt warte mal! Die Leute tun mir ehrlich leid. Die junge Frau auch. Aber Gesetz ist nun mal Gesetz.«

Kat schüttelte den Kopf. »Na, ich hoffe, du wirst diese Haltung nicht einnehmen, wenn unsere Tochter von zu Hause wegläuft.«

»Oh, aber da irrst du, meine liebe Kat. Unsere Tochter? Sie wird niemals von zu Hause weglaufen, weil sie uns schlicht zu sehr liebt. Und außerdem … wir wollten doch ganz viele Söhne bekommen. Ich denke da an Cricket, Rugby und …«

»Jede unserer Töchter würde all das nicht minder genießen.«

»Mit dir als Mutter? Das bezweifle ich nicht. Also, wann genau hattest du vor, diesen ›Töchter und Söhne‹-Plan in die Tat umzusetzen?«

Kat grinste. »Das werden wir sehen. Zuerst musst du deine Vorstellungen von Familie modernisieren.«

»Verstanden. Übrigens ist es gar nicht so einfach, ein durch und durch moderner Ehemann zu sein.«

Kat streckte eine Hand aus und berührte seine Schulter. Es tut so gut, ihn an meiner Seite zu haben. Und es ist so spaßig, mit ihm zusammen zu sein.

»Doch im Ernst, Kat, keiner kann eine erwachsene Frau zwingen, bei ihren Eltern zu bleiben, wenn sie es nicht will.«

Kat blieb an der Ecke zum Marktplatz stehen. Obwohl sie das Ortszentrum mittlerweile kannte, hatte sie das Labyrinth der Straßen drum herum nach wie vor nicht durchschaut. »Rosemary Lane – die ist irgendwo da hinten, oder?«

»Ja, geradeaus runter, die zweite links, wenn ich mich recht entsinne«, antworte Harry, der nun ihren Arm nahm und sie führte.

»Die Sache ist die, Harry. Ich glaube nicht, dass sie Lizzie nach Hause holen wollen«, fuhr Kat fort. »Sie wollen lediglich wissen, wo sie ist – und ob es ihr gut geht.«

»Ach so. Das finde ich vernünftig«, sagte Harry, als er an der Ecke einer letzten Häuserreihe stehen blieb. »Da wären wir – Rosemary Lane. Nebenbei bemerkt ist es eine der vornehmsten Gegenden von Mydworth.« Er beugte sich zu ihr. »Voller hoch ehrbarer Leute. Und welche Nummer suchen wir?«

Kat blickte die baumgesäumte Straße hinunter. Sie konnte größere Häuser mit ausladenden Gärten sehen. »Das Haus hat keine Nummer. Es heißt … Elm Croft.«

»Dann hoffen wir, dass sie ein Schild draußen haben. Sonst könnte es schwieriger werden als gedacht.«

Langsam schritten sie die Häuserreihe ab und blickten im fahler werdenden Licht nach den Namen auf den Toren. Die Häuser machten einen soliden und, ja, ehrbaren Eindruck. Die Rasenflächen vorn waren gepflegt, und in den meisten Einfahrten standen Autos.

Am Ende einer kleinen Sackgasse fanden sie endlich »Elm Croft«, geziert von einem unechten Tudor-Giebel und Stabkreuzfenstern. Der große Garten machte einen sehr gepflegten Eindruck, und in der gepflasterten Auffahrt parkte ein edler Wagen.

»Hm … das alles hier dürfte einiges wert sein«, konstatierte Harry, als sie die Einfahrt hinaufgingen. »Ich finde, wenn wir diesen ›Fall‹ annehmen, solltest du die Spence...



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