E-Book, Deutsch, Band 2, 409 Seiten
Reihe: Kyle Swanson
Coughlin / Davis Dead Shot
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7325-8092-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Thriller
E-Book, Deutsch, Band 2, 409 Seiten
Reihe: Kyle Swanson
ISBN: 978-3-7325-8092-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Packende Action, mitreißend erzählt' Booklist
Ein grausamer Terroranschlag erschüttert die Hochzeit des britischen Königshauses. Hunderte Unschuldige sterben. Die Attentäter haben eine Waffe eingesetzt, die selbst dem Geheimdienst Rätsel aufgibt. Die Suche nach den Terroristen stellt den Eliteagenten Kyle Swanson auf eine harte Probe, denn der Drahtzieher ist offenbar sein alter Freund Juba. Einst waren sie die beiden besten Scharfschützen der Welt - jetzt entscheidet sich das Schicksal der Menschheit im Duell der zwei ehemaligen Kameraden ...
Ein spannender Militärthriller für alle Fans von Tom Clancy, Lee Child und Will Jordan.
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.
Jack Coughlin (*1966) ist ein pensionierter Unteroffizier der US-Marine. Als Scharfschütze war er in verschiedenen internationalen Krisenherden im Einsatz, u.a. in Somalia und im Irak, und wurde für seine Verdienste mit der "Bronze Star"-Medaille ausgezeichnet.
Donald A. Davis (*1939) ist ehemaliger Kriegsberichterstatter und schreibt seit vielen Jahren Bücher über Militärgeschichte und Thriller, darunter sieben New-York-Times-Bestseller.
Bekannt geworden sind beide vor allem durch ihre packende Militärthriller-Reihe um den Scharfschützen Kyle Swanson.
Weitere Infos & Material
Kapitel eins
Die Grüne Zone
Bagdad, Irak
Es war nur eine Frage des Abwartens. Juba war gut im Warten. Geduld gehörte für ihn zum Handwerkszeug, wie für alle Scharfschützen. Die irakische Wüstensonne briet ihn und dörrte ihn aus, und dennoch blieb seine Seele gefasst. Ruhe und Trost bezog er aus den Anweisungen seiner zwei Väter und dem sicheren Wissen, dass die Jagd begonnen hatte. Erneut war er das Schwert des Propheten. Gott ist groß!, flüsterte er und fühlte sich gleich schuldig, da er das Gelübde gebrochen und die Worte der Lobpreisung ausgesprochen hatte.
Seit drei Tagen hockte er nun schon in dem Loch. In der größten Hitze des glühenden Nachmittags boten nur einige Büsche etwas Schatten. Gesicht und Nacken waren verbrannt von der Sonne. Seine Rationen teilte er sich genau ein und aß und trank nur gerade so viel, um am Leben zu bleiben. Die letzte Schokolade seiner Marschverpflegung hatte er gegessen, am Vortag den Rest Wasser aus den Feldflaschen getrunken. Er hatte Hunger. Der Durst riss an seiner Kehle. Gut so.
Während der ganzen Zeit waren keine fünfzig Meter entfernt immer wieder Fahrzeuge am Versteck vorbeigefahren. Gelegentlich war in der Ferne eine Detonation zu hören gewesen. Jeden Morgen fuhr eine amerikanische Patrouille vorbei und wirbelte Staubwolken auf. Wenn er gewollt hätte, hätte er jederzeit Hilfe bekommen können. Aber er wollte es nicht.
Als am vierten Morgen nach Sonnenaufgang die Temperatur erneut anstieg, sah er in der Ferne die Staubwolken der herannahenden Patrouille. Kein Wunder, dass man die Amerikaner so einfach aus dem Hinterhalt überfallen konnte. Er kroch aus seinem Versteck, verwischte die Spuren seines Aufenthalts mit Zweigen eines Buschs und taumelte zur Straße. Inzwischen war das Fahrzeug mit bloßem Auge auszumachen, und das bedeutete, dass die Soldaten ihn inzwischen auch sahen: einen schwankenden Soldaten, allein in der Wüste.
Er nahm die Hände hoch, als wollte er sich ergeben, und wartete auf das erste Bradley Fighting Vehicle, dessen Kaliber-.50-Maschinengewehr in der Sonne aufblitzte. Dann brach er zusammen. Ein Leutnant der 1. US Cavalry Division erkannte sofort das Tarnmuster der Uniform und das abgetragene Barett des britischen Soldaten und sprang vom Schützenpanzer, um zu helfen. Zwei Mann zogen den bewusstlosen Mann in den Schatten des großen Fahrzeugs.
Der Schweiß lief ihm über das staubige Gesicht, Dreck klebte an der verschmutzten Uniform. Als die Soldaten ihm ein wenig Wasser in den Mund träufelten, griff der Mann gierig nach der Feldflasche. Der Amerikaner zog sie jedoch zurück. »Langsam, Junge. Einen Schluck nach dem anderen. Du bist bald wieder okay.« Er bot ihm noch einen Schluck an. Ein Sanitäter verteilte eine kühlende Salbe auf dem sonnenverbrannten Gesicht, dem roten Nacken und den Händen.
Juba antwortete langsam mit britischem Akzent und erklärte stockend, sein Scharfschützenteam sei vor etwa einer Woche entdeckt und sein Assistent im nachfolgenden Kampf getötet worden. Daraufhin sei er den Aufständischen entkommen, habe an diesem Tag die Straße gefunden und sei endlos lange gelaufen, da er hoffte, dass die Alliierten ihn noch vor den Aufständischen finden würden. Die Amerikaner bemerkten indes nicht, dass der erschöpfte Mann sowohl die Uniform als auch das Gewehr einem britischen Soldaten abgenommen hatte, den er außerhalb von Basra getötet hatte.
Als ein Hubschrauber eintraf, konnte Juba schon wieder aus eigener Kraft stehen, bedankte sich bei den amerikanischen Soldaten und kletterte in die Maschine. Dreißig Minuten später setzte der Helikopter auf der Landefläche eines Militärhospitals innerhalb der Grünen Zone Bagdads auf. Dort warteten schon Sanitäter mit einer Trage, aber Juba bedeutete den Männern, dass er lieber gehen wolle. Man führte ihn in einen kühlen Korridor und schließlich in einen großen klimatisierten Raum, in dem andere Soldaten auf Pritschen lagen. Eine Krankenschwester half ihm aus der Uniformjacke und legte einen Tropf an, damit der dehydrierte Körper langsam und gleichmäßig mit Nährlösung versorgt wurde. Juba war so lange in der Hitze gewesen, dass ihm aufgrund der kühlen Flüssigkeit, die direkt in seine Venen lief, und der Klimaanlage fröstelte. Er begann zu zittern, als sei ihm furchtbar kalt. Die Krankenschwester stufte die Reaktion als normal ein und legte dem Patienten gerade eine Decke um die Schultern, als ein Arzt hinzutrat, um nach ihm zu sehen. Diagnostiziert wurden körperliche Erschöpfung, starker Sonnenbrand und Dehydrierung, aber keine äußeren Verletzungen. Juba streckte sich lang auf der Pritsche aus und genoss die kurze Ruhepause in der klimatisierten Luft.
Als der Tropf allmählich aufgebraucht war, trat ein höflicher US Intelligence Captain an Jubas Pritsche. Er hatte die britischen Kommandeure bereits wissen lassen, dass ihr Mann gerettet worden war. »Die glaubten, Sie wären tot«, sagte der Captain und nahm auf einem Stuhl Platz. Er fand, dass der Mann furchtbar aussah. »Also, was ist dort draußen passiert, Sergeant?«
Der Offizier machte sich ein paar Notizen, während Juba noch einmal von dem Auftrag erzählte, der schiefgelaufen war. »Tut mir leid, das mit Ihrem Kollegen«, sagte der Amerikaner und steckte das Notizbuch wieder ein. »Verdammter Mist.«
»Gehört eben zum Job.« Juba seufzte und legte den Kopf wieder auf das grüne Laken der Metallpritsche.
»Ihre Instruktionen lauten, dass Sie sich ausruhen sollen und erst dann zu Ihrer Einheit zurückkehren, wenn Sie gesundheitlich wiederhergestellt sind«, erklärte der Captain.
Der viel beschäftigte uniformierte Arzt kam noch einmal kurz zu Juba, untersuchte ihn und zog die Kanüle aus der Armbeuge. »Ihr Entlassungsschein ist schon unterschrieben, Sergeant«, sagte er. »Sie sind bald wieder fit, werden aber hier und da noch ein paar Schmerzen haben, nicht zuletzt wegen des Sonnenbrands. Trinken Sie viel und essen Sie ordentlich. Hier ist noch etwas Salbe gegen den Sonnenbrand. Wenn Sie noch mehr davon brauchen, dann kommen Sie einfach zur Medikamentenausgabe. Möchten Sie für heute Abend noch ein Schlafmittel?«
»Nein, Sir. Ich habe schon Schlimmeres durchgemacht.«
»Also gut. Dann dürfen Sie jetzt gehen. Viel Glück.«
Der Intelligence Officer hatte unterdessen gewartet. »Kommen Sie mit, Sergeant. Ich bringe Sie zur Kantine und besorge Ihnen für heute Nacht ein Bett in unserem Gästehaus. Sie ruhen sich aus und melden sich dann bei Ihrem Hauptquartier. In der Zwischenzeit sind Sie Gast auf Uncle Sams Kosten.«
Juba richtete sich auf der Pritsche auf, stand langsam auf und reckte sich. Sein Körper war schlank und muskulös. Er zog die Uniformjacke an. »Danke, Sir, aber ich habe da meine eigenen Pläne. Ich nehme mir ein Hotelzimmer, plündere die Minibar, werde lange duschen, etwas Anständiges essen und dann zwei Tage lang schlafen.«
»Verstehe«, sagte der Offizier. »Ich habe alles notiert, was ich wissen musste. Passen Sie auf sich auf.« Er brachte Juba zu den Duschräumen, wo der Scharfschütze sich in einer Kabine einschloss und die Hose herunterließ. Aus einer Plastikfolie, die genau über seinem rechten Stiefel gesteckt hatte, holte er Dokumente hervor und schob diese nun in seine Hemdtasche. Dann verließ er die Kabine, unterschrieb an der behelfsmäßigen Waffenausgabe einen Zettel, nahm sein Gewehr entgegen und verließ das Hospital. Er war wieder auf der Jagd. Und dem Ziel näher als zuvor.
Beim Überqueren des Militärgebiets in der Grünen Zone ließ er sich Zeit und hielt auf das neue Nineveh Hotel zu: ein Fünfsterneluxuspalast mit vierhundert Zimmern, der Sicherheit gewährte. Zur opulenten Ausstattung gehörten auch ein Schwimmbad, ein Feinschmeckerrestaurant und andere luxuriöse Angebote für ausländische Besucher, Diplomaten und Geschäftsreisende. Mit dem charakteristischen schlanken Turm und den Kommunikationssystemen auf dem Dach gehörte das Hotel zu den höchsten Gebäuden Bagdads.
Auf den ersten Blick unterschied sich die Hauptstadt des Irak kaum von den anderen Metropolen des Mittleren Ostens, aber selbst das geschäftige Treiben in den Straßen und die rege Handelstätigkeit konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bagdad nach wie vor eine militärisch kontrollierte Stadt war. Daher kam es dem Concierge an der Hotelrezeption keineswegs eigenartig vor, als Juba ihm die Papiere reichte, die er in der Plastikhülle aufbewahrt hatte. Die Dokumente ermöglichten Juba freien Zugang zu der Suite im zwölften Stock für eine nicht näher spezifizierte »notwendige militärische Maßnahme«. In der besetzten Stadt öffnete dieser Code einem Tür und Tor. Der Concierge führte den Soldaten zu der gewünschten Suite und scherzte während der Fahrt im Aufzug, dass die Lage sich doch allmählich stabilisierte. Leise unaufdringliche Musik dudelte aus dem Lautsprecher.
Juba bedankte sich, schloss dann die Zimmertür hinter sich ab und entledigte sich des Gepäcks und seiner Kleidung. Er duschte ausgiebig, rasierte sich, säuberte die Uniform und zog sie wieder an. Danach nahm er drei Kissen vom Bett, stapelte sie auf dem kleinen Esstisch in der Mitte der Suite übereinander und legte zuletzt seinen Rucksack obendrauf, um einen sicheren Halt für das lange Gewehr zu haben. Auf allen vieren kroch er schließlich zu der Schiebetür aus Glas, die zum Balkon führte, und schob sie knapp fünfzehn Zentimeter auf. Genauso vorsichtig kroch er wieder zurück zum Tisch, stand auf und blickte hinaus auf die Rasenflächen vor dem Hotel, die dank der Bewässerungsanlagen ein sattes Grün aufwiesen.
Juba griff nach seinem L115A1 Gewehr mit großer Reichweite, hergestellt von der britischen Firma Accuracy International: die...




