E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Cox Auf Italienisch sagt man "Ti amo"
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1986-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-1986-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine Villa am Comer See, Weltreisen ... Der charmante italienische Hotelier Dante Romano lockt Anna mit Luxus, seit er von den süßen Folgen ihrer einen sinnlichen Nacht weiß. Doch hat er ihr irgendwann gesagt, dass er sie liebt? Ohne die magischen Worte will Anna ihn nicht heiraten ...
Schreiben und Lesen gingen bei Maggie Cox schon immer Hand in Hand. Als Kind waren ihre liebsten Beschäftigungen Tagträumen und das Erfinden von Geschichten. Auch als Maggie erwachsen wurde, zu arbeiten begann, heiratete und eine Familie gründete blieben ihre erfundenen Heldinnen und Helden ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Was immer auch am Tag geschehen mochte - nachts kehrte Maggie in ihr Bett zurück und ließ ihre Figuren neue spannende und romantische Abenteuer erleben. Während ihrer langjährigen Karriere als Sekretärin drehte sich Maggies ganzes Leben um das Schreiben: Tagsüber verfasste sie nüchterne Geschäftsbriefe, abends füllte sie Seite um Seite in ihren Notizbüchern. Diese romantischen Geschichten blieben allerdings viele Jahre lang ihr Geheimnis - bis Maggie eines Tages ihren zweiten Mann kennenlernte, die große Liebe ihres Lebens! Er brachte Maggie dazu, ihre Geschichten bei verschiedenen Verlagen einzureichen. Und im Juli 2002 war sie endlich am Ziel ihrer Träume: Der berühmte Liebesromanverlag Mills & Boon veröffentlichte Maggies ersten Roman, der bei CORA unter dem Titel: Vertrau auf dein Herz erschien. Seitdem kann Maggie sich endlich ganz der Liebe widmen. Inzwischen sind bereits zahlreiche romantische Geschichten aus ihrer Feder erschienen, und ihre weltweite Fangemeinde wächst mit jedem neuen Buch.
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1. KAPITEL
Wenn sich spätabends der Betrieb etwas legte, hatte sie Muße, ihrem Hobby nachzugehen. Dann sie ließ den Blick über die wenigen Gäste wandern, die an Tischen oder an der Bar saßen, und dachte sich Geschichten über sie aus. Schon als Kind hatte Anna sich in ihre Fantasiewelt geflüchtet, wenn die Realität zu grausam wurde.
Nun wurde ihr Blick erneut magnetisch von einem attraktiven Mann angezogen, der etwas abseits an einem Tisch saß und Löcher in die Luft starrte. Vor mindestens zwei Stunden hatte er in einem der stilvollen weinroten Sessel Platz genommen und sich nicht einmal die Mühe gemacht, seinen Mantel auszuziehen. Die anderen betuchten Gäste interessierten ihn nicht. Er schien sie nicht einmal wahrzunehmen. Offensichtlich konzentrierte er sich nur auf seine eigenen Sorgen.
Diese Geistesabwesenheit hatte Annas Neugier geweckt. Es war einfach zu verlockend, hinter das Geheimnis dieses faszinierenden Träumers zu kommen. Verstohlen musterte sie ihn. Sie hatte ihm noch nicht in die Augen gesehen, vermutete jedoch, dass er jedes Gegenüber hypnotisch in seinen Bann ziehen konnte. Ein ahnungsvoller Schauer rann ihr über den Rücken.
Nachdem sie sich pflichtbewusst vergewissert hatte, dass keiner der Gäste eine weitere Bestellung bei ihr aufgeben wollte, widmete sie sich wieder ganz dem mysteriösen Unbekannten. Er hatte glattes mittelblondes Haar, das von wenigen silberfarbenen Fäden durchzogen war und bald wieder einen Schnitt vertragen konnte.
Es war dem Mann anzusehen, dass er wohlhabend war und über einen guten Geschmack verfügte. Außerdem merkte man ihm an, dass er Macht und Einfluss besaß. Allerdings ließ er die breiten Schultern zurzeit vor Kummer hängen. Ihn umgab eine Aura, die deutlich spürbar zum Ausdruck brachte, dass er allergrößten Wert darauf legte, ungestört zu bleiben. Ob ein wichtiges Geschäft geplatzt war? War er von jemandem hintergangen worden? Oder hatte ihn jemand enttäuscht? Jedenfalls macht man sich diesen Mann besser nicht zum Feind …
Nachdenklich musterte Anna ihn erneut. Nein, sie hatte sich geirrt. Er trauerte um jemanden. Deshalb trug er auch einen schwarzen Mantel und wirkte so gequält. Mitfühlend betrachtete sie sein schönes Profil und das ausgeprägte Grübchen im Kinn. Sie sollte jetzt wirklich aufhören, ihn anzustarren. Es war sehr unhöflich, außerdem hatte sie sein Geheimnis ja jetzt gelüftet. Der arme Mann! Er musste am Boden zerstört sein.
Auch das dritte Glas Scotch on the Rocks war inzwischen geleert. Ob er noch einen Drink bestellen wollte? Aus bitterer Erfahrung wusste sie, dass Alkohol keine Lösung war. Ihr Vater jedenfalls war unter Alkoholeinfluss nur noch aggressiver geworden.
Die Hotelbar schloss um halb zwölf, und es war bereits Viertel nach elf, wie Anna bei einem Blick auf ihre Armbanduhr feststellte. Sie griff sich ein leeres Tablett, ging leichtfüßig zwischen den Tischen hindurch und blieb klopfenden Herzens und mit einem freundlichen Lächeln vor dem Tisch des Mannes stehen.
„Entschuldigen Sie bitte die Störung, Sir, aber hätten Sie gern noch einen Drink? Ich frage nur, weil die Bar in einer Viertelstunde geschlossen wird.“
Ein eisiger Blick aus glitzernden blaugrauen Augen traf sie. Nach einer Schrecksekunde sah Anna ein, es nicht besser verdient zu haben. Schließlich hatte seine Körpersprache deutlich genug signalisiert, dass er nicht gestört werden wollte. Doch dann umspielte ein kaum merkliches Lächeln seine Lippen.
„Was meinen Sie? Sehe ich aus, als brauchte ich noch einen Drink, Schönheit?“
Sein britischer Akzent wies eine leichte mediterrane Färbung auf. Aber was sollte die Anrede? Sie war doch keine Schönheit! Abgesehen von dem rostroten Haar, das sie nach Feierabend löste und ihr bis zur Taille reichte, fand Anna sich eher unscheinbar. Dennoch wurde ihr bei dem unerwarteten Kompliment heiß, auch wenn es vielleicht nicht ganz ernst gemeint war.
„Ich bilde mir wirklich nicht ein zu wissen, was Sie brauchen, Sir“, antwortete sie.
„Bitte sagen Sie Dan zu mir“, gab er zurück. So wurde er in London genannt. Gerade an diesem Abend hätte er es nicht ertragen, mit Dante angeredet zu werden, dem Namen, den seine Mutter ihm gegeben hatte.
Diese Bitte brachte sie ein wenig aus der Fassung. Oder war es der brennende Blick, mit dem er sie musterte? „Es wird hier nicht gern gesehen, wenn wir die Gäste mit dem Vornamen anreden“, erklärte sie.
„Halten Sie sich denn immer an Regeln?“
„Sicher, schließlich möchte ich meinen Job behalten.“
„Dieses Hotel könnte auf die Dienste einer jungen Frau wie Ihnen wohl kaum verzichten.“
„Sie kennen mich doch gar nicht!“
„Vielleicht würde ich das ja gern ändern.“ Sein sinnliches Lächeln sprach für sich.
Ein erregtes Sehnen durchflutete sofort Annas Körper. „Das kann ich mir kaum vorstellen“, widersprach sie jedoch ernst. „Sie suchen doch nur nach etwas Ablenkung.“
„Ach, wirklich? Und wovon will ich mich ablenken?“ Amüsiert zog er eine dunkelblonde, mit einem leichten Kupferton durchzogene Augenbraue hoch.
„Von den traurigen Gedanken, die Sie offensichtlich bedrücken.“
Das Lächeln verging ihm. Abweisend sah er sie an. „Woher wissen Sie, was mich bedrückt? Können Sie Gedanken lesen?“
„Nein.“ Beschämt biss Anna sich auf die Lippe. „Ich beobachte Menschen und spüre, was sie beschäftigt.“
„Das ist aber ein ziemlich gefährlicher Zeitvertreib. Warum beschäftigen Sie sich damit? Haben Sie keine eigenen Sorgen? Dann wären Sie eine absolute Ausnahmeerscheinung.“
„Ich habe sehr wohl eigene Probleme“, widersprach sie. „Hätte ich ein sorgenfreies Leben geführt, wäre ich wohl kaum in der Lage, mich in andere Menschen hineinzuversetzen und zu spüren, was in ihnen vorgeht. So oberflächlich bin ich aber nicht.“
„Und ich dachte, Sie seien eine einfache, unkomplizierte Servierkraft. Stattdessen entpuppen Sie sich als Philosophin.“
Anna war nicht beleidigt. Wieso auch? Sie spürte ja die tiefe Verzweiflung des Mannes und konnte ihm nicht böse sein. Von ganzem Herzen wünschte sie sich, ihn irgendwie aufmuntern zu können.
„Ich wollte Ihnen wirklich nicht zu nahe treten, aber Sie wirkten so einsam und traurig, da dachte ich, Sie würden sich vielleicht gern den Kummer von der Seele reden. Ich kann sehr gut zuhören. Manchmal fällt es einem leichter, sich einer fremden Person anzuvertrauen. Na ja, vergessen Sie einfach, was ich gesagt habe. Wahrscheinlich würde Ihnen ein weiterer Drink mehr helfen.“
Dante zuckte mit den Schultern. „Ich komme ganz gut allein zurecht. Trotzdem vielen Dank für das freundliche Angebot. Wie heißen Sie?“
„Anna.“
„Nur Anna?“
„Anna Bailey.“
Ein schrecklicher Gedanke durchzuckte sie: Beabsichtigte er etwa, sich über sie zu beschweren? Sie wollte doch nur nett sein. Nichts hätte ihr ferner gelegen, als ihn zu beleidigen. War er etwa so einflussreich, dass sich die Hotelleitung genötigt sehen würde, sie an die Luft zu setzen? Hoffentlich nicht!
Das gemütliche Familienhotel in einer ruhigen Ecke von Covent Garden war seit drei Jahren ihr Zuhause. Sie fühlte sich hier sehr wohl, und die Arbeit machte ihr Spaß. Es machte ihr auch nichts aus, manchmal bis in die späten Abendstunden zu arbeiten. Ihre Arbeitgeber waren sehr nett und großzügig, was sich nicht zuletzt in einer üppigen Gehaltserhöhung widerspiegelte, die ihr ein Leben ohne Geldsorgen ermöglichte. Es wäre furchtbar, wenn sie wieder in die alten Verhältnisse zurückkehren und von der Hand in den Mund leben müsste.
„Hören Sie, Mr. …“
„Ich sagte doch, Sie sollen mich Dan nennen.“
„Das geht nicht.“
„Warum nicht?“, fragte er irritiert.
„Weil das nicht professionell wäre. Ich bin hier angestellt und Sie sind Gast.“
„Und doch haben Sie mir angeboten, mich bei Ihnen auszuheulen. Machen Sie allen Gästen so ein Angebot, Anna?“
Verlegen senkte sie den Kopf. „Natürlich nicht! Ich wollte doch nur …“
„Der einzige Grund, mich nicht Dan zu nennen, besteht also darin, dass Sie sich strikt an die Regeln halten, oder?“
„Ich lasse Sie jetzt lieber wieder allein.“
„Nein, bitte bleiben Sie. Könnten Sie sich nicht überwinden, etwas weniger förmlich zu sein? Oder gibt es einen Ehemann oder Freund, der zu Hause auf Sie wartet?“
Überrascht sah Anna auf. „Nein.“ Unauffällig blickte sie sich um, um zu prüfen, ob jemand sie beobachtete.
Brian, ihr junger dunkelhaariger Kollege, polierte gerade die halbmondförmige Bar und unterhielt sich dabei mit einem Gast. Ein elegant gekleidetes Paar mittleren Alters saß Händchen haltend an einem Tisch und hatte nur Augen füreinander. Begeistert hatten sie Anna vorhin erzählt, wie sehr ihnen der Theaterbesuch anlässlich ihrer Silberhochzeit gefallen hatte. Die beiden wirkten so verliebt wie am ersten Tag.
Mit einem Seufzer wandte sie sich wieder um und bemerkte, dass Dante sie interessiert von Kopf bis Fuß musterte. Als er den Blick besonders lange auf Hüften und Brüsten verweilen ließ, spürte Anna ein sinnliches Ziehen. Die lila Bluse mit dem Stehkragen und der gerade geschnittene graue Rock hatten nichts Aufreizendes an sich, aber der Röntgenblick des Mannes schien durch die Kleidung hindurchzugehen. Offenbar stellte er sich Anna nackt und willig in seinem Bett vor.
Eine lustvolle Woge heißen Verlangens erfasste...




