E-Book, Deutsch, Band 2005, 144 Seiten
Reihe: Julia
Cox Die Juwelen des Scheichs
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-017-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2005, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-017-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Umweht vom betörenden Duft des Jasmins betritt Gina den Palast von Kabuyadir. Der Scheich hat sie eingeladen, weil ihr Auktionshaus kostbare Juwelen für ihn verkaufen soll. Was für ein Schock, als sie entdeckt, dass ihr Gastgeber kein Unbekannter ist! Er ist der geheimnisvolle Zahir, mit dem sie vor Jahren eine magische Liebesnacht unter dem sternenübersäten Himmel der Wüste verbrachte. Sofort ist die Anziehung wieder da, hingebungsvoll genießt Gina Zahirs heiße Küsse. Bis sie erfährt, dass ihr Traummann eine arrangierte Ehe mit der Tochter des Emirs plant!
Schreiben und Lesen gingen bei Maggie Cox schon immer Hand in Hand. Als Kind waren ihre liebsten Beschäftigungen Tagträumen und das Erfinden von Geschichten. Auch als Maggie erwachsen wurde, zu arbeiten begann, heiratete und eine Familie gründete blieben ihre erfundenen Heldinnen und Helden ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Was immer auch am Tag geschehen mochte - nachts kehrte Maggie in ihr Bett zurück und ließ ihre Figuren neue spannende und romantische Abenteuer erleben. Während ihrer langjährigen Karriere als Sekretärin drehte sich Maggies ganzes Leben um das Schreiben: Tagsüber verfasste sie nüchterne Geschäftsbriefe, abends füllte sie Seite um Seite in ihren Notizbüchern. Diese romantischen Geschichten blieben allerdings viele Jahre lang ihr Geheimnis - bis Maggie eines Tages ihren zweiten Mann kennenlernte, die große Liebe ihres Lebens! Er brachte Maggie dazu, ihre Geschichten bei verschiedenen Verlagen einzureichen. Und im Juli 2002 war sie endlich am Ziel ihrer Träume: Der berühmte Liebesromanverlag Mills & Boon veröffentlichte Maggies ersten Roman, der bei CORA unter dem Titel: Vertrau auf dein Herz erschien. Seitdem kann Maggie sich endlich ganz der Liebe widmen. Inzwischen sind bereits zahlreiche romantische Geschichten aus ihrer Feder erschienen, und ihre weltweite Fangemeinde wächst mit jedem neuen Buch.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Wer liebte je, wenn nicht beim ersten Blick?
William Shakespeare: „Wie es euch gefällt“
Königreich von Kabuyadir
Der Wind trug das Schluchzen zu Zahir. Zuerst glaubte er an eine Einbildung. Doch als er auf den Balkon trat, der auf den Innenhof mit dem Mosaikboden hinausging, hörte er es wieder.
Eigentlich hatte er sich entschlossen, die Party zu verlassen, da er nicht in der richtigen Stimmung zum Feiern war und nach Hause fahren wollte. Er hatte sich in den Salon seines Freunds Amir zurückgezogen, um ein paar Minuten dem oberflächlichen Geplauder zu entkommen, an dem er sich nur mit größter Mühe beteiligen konnte. Kurz darauf hatte er sich beim Gastgeber entschuldigt, dass er früher gehen würde. Und Amir, der Zahirs Situation zu Hause kannte, verstand ihn voll und ganz.
Doch jetzt ging Zahir plötzlich in den Innenhof hinunter, wo ihn warme Luft und betörende Düfte umfingen. Neugierig sah er sich um. Aber wonach sollte er eigentlich suchen? War es ein Kind gewesen, das geschluchzt hatte? Oder vielleicht ein verwundetes Tier? Möglicherweise hatten sein müder Geist und sein bedrücktes Herz ihm aber auch einen Streich gespielt und er hatte sich das leise Schluchzen nur eingebildet.
Für einen Moment übertönte das plätschernde Wasser, das aus dem Mund einer Meerjungfrau in den wie eine Muschel geformten Springbrunnen lief, jedes andere Geräusch.
Plötzlich sah Zahir aus dem Augenwinkel etwas Rosafarbenes aufblitzen. Er kniff die Augen ein wenig zusammen und starrte zu der im Dunkel liegenden Ecke mit der Steinbank, die beinahe ganz von einem großen Jasminstrauch verdeckt wurde. Zwei ausgesprochen hübsche Füße lugten darunter hervor. Interessiert trat er näher.
„Wer ist da?“
Um nicht bedrohlich zu klingen, hatte er bewusst leiser gesprochen. Trotzdem schwang die ihm eigene Autorität in seiner Stimme mit. Ein Schniefen, ein leises Luftholen, dann tauchte ein langer, schlanker Arm aus dem Busch auf und schob die schützenden Zweige zur Seite. Zahir holte zischend Luft.
„Ich bin’s … Gina Collins.“
Dieser mit lieblicher Stimme gegebenen Erklärung folgte der Anblick der erstaunlichsten blauen Augen, die er je gesehen hatte. Sie leuchteten mit der gleichen kristallklaren Stärke wie der helle Mond.
„Gina Collins?“ Mit dem Namen konnte Zahir nichts anfangen, dafür umso mehr mit der hellhaarigen Schönheit, die barfuß in einem bodenlangen Kleid in Rosa vor ihm stand.
Ein Abbild von Schönheit, das kein Mann so schnell vergessen würde. Kein Wunder, dass sie sich hier draußen vor den Blicken der anderen versteckt. Kein heißblütiger Mann könnte dieser Versuchung widerstehen.
Schniefend wischte sie sich mit dem Handrücken über die feuchten Wangen.
„Jetzt weiß ich immer noch nicht, wer Sie sind“, erklärte Zahir und hob eine Braue.
„Ich … tut mir leid. Ich bin Professor Moyles Assistentin. Wir sind hier, um Mrs Husseins Bücher zu katalogisieren.“
Vage erinnerte Zahir sich daran, dass Amirs Frau Clothilde, die als Dozentin an der Kunstakademie arbeitete, erwähnt hatte, dass sie sich für ihre große und kostbare Bibliothek Hilfe holen wollte.
„Ist die Arbeit denn so entsetzlich, dass Sie sich hier draußen verstecken müssen?“, zog er die schöne Fremde sanft auf.
Ihre großen blauen Augen weiteten sich. „Ganz und gar nicht. Die Arbeit macht mir Spaß.“
„Dann würde ich gern wissen, warum Sie geweint haben?“
„Ich … ich habe einfach …“
Zahir spürte, dass es ihm nicht das Geringste ausmachte, auf die Antwort zu warten. Für Ungeduld war jetzt kein Platz, als er ihre exquisiten Züge betrachtete. Sie wirkten, als wären sie von einem göttlichen Künstler geschaffen worden, der sie angebetet hatte. Besonders ihre vollen Lippen, die leicht zitterten.
Auch in ihrem leisen Seufzer schwang ein Zittern mit. „Ich habe heute erfahren, dass es meiner Mutter nicht gut geht und sie im Krankenhaus liegt. Meine Arbeitgeber haben mir freundlicherweise sofort einen Flug gebucht, sodass ich morgen früh nach England zurückfliegen kann.“
Eine Welle aus Mitgefühl und Verständnis erfasste Zahir. Er wusste nur zu gut, wie es war, wenn die Mutter erkrankte, wie es sich anfühlte, hilflos zusehen zu müssen, wie es ihr mit jedem Tag schlechter ging, ohne etwas tun zu können. Was ihn aber zutiefst entsetzte war die Verwirrung, die ihn bei ihrer Erklärung befallen hatte, dass sie wieder nach Hause fliegen würde.
„Es tut mir sehr leid, dass Sie diese traurige Nachricht bekommen haben … und trotzdem ist es sehr bedauerlich, dass Sie wieder nach Hause fliegen, bevor wir uns richtig kennengelernt haben.“
Eine Falte erschien auf ihrer glatten Stirn. „Obwohl meine Mutter krank ist, würde ich lieber bleiben. Finden Sie das sehr schlimm von mir? Mir war bisher gar nicht bewusst, wie schmerzlich der Abschied für mich sein würde. Aber über diesem Ort liegt eine Art Zauber, der mich in seinen Bann zieht.“
Ihre Antwort überraschte ihn so sehr, dass Zahir einen Moment kaum wusste, was er denken oder sagen sollte. „Also gefällt Ihnen dieser Teil der Welt? Dann müssen Sie bald zurückkommen, Gina … sehr bald. Vielleicht wenn Ihre Mutter wieder ganz gesund ist?“ Er verschränkte die Arme über der Brust, ein freundliches, wohlwollendes Lächeln auf den Lippen.
„Ja, das würde ich tatsächlich sehr gern. Auch wenn ich es nicht erklären kann, habe ich das Gefühl, hier mehr zu Hause zu sein als in meiner Heimat. Ich liebe dieses Land.“
Plötzlich leuchtete ihr Gesicht auf, als würde es von innen erstrahlen. Und Zahir hatte es mit einem Mal gar nicht mehr eilig, Amirs Anwesen zu verlassen.
„Sie halten mich jetzt sicher für sehr unhöflich, weil ich allein hier draußen sitze, während alle anderen im Haus sind. Aber die Feier zu Ehren von Mr Husseins Neffen, der seinen Abschluss gemacht hat, sollte eine fröhliche Angelegenheit sein, die ich durch meine traurige Stimmung nicht verderben wollte. Mir fiel es plötzlich schwer, mich zu unterhalten, weil ich so aufgewühlt bin.“
„Es gibt hier sicher keine Menschenseele, die nicht Verständnis für Ihre Lage hätte, Gina. Aber es ist schön, dass Sie an der Party teilgenommen haben. Es ist hier üblich, Freunde und Bekannte einzuladen, um sie daran teilhaben zu lassen, wenn in der Familie etwas gefeiert wird.“
„Das gefällt mir ja so an den Menschen hier. Die Familie ist ihnen sehr wichtig.“
„Ist es anders, da wo Sie herkommen?“
Sie zuckte mit den Schultern und sah zur Seite. „Einige empfinden vielleicht genauso … aber nicht alle.“
„Jetzt habe ich Sie wieder traurig gemacht.“
„Nein, das haben Sie nicht. Sicher bin ich traurig, weil meine Mutter krank ist. Aber ehrlich gesagt haben wir nicht das liebevolle Verhältnis, das ich mir wünschen würde. Meine Eltern sind eingefleischte Akademiker. Bei ihnen geht es um Fakten, nicht um Gefühle. Die stehen ihnen nur im Weg. Doch jetzt habe ich Sie lange genug mit meinen Problemen gelangweilt. Es war sehr nett, Sie kennenzulernen, aber Sie sollten wohl besser wieder hineingehen.“
„Das eilt nicht. Haben Sie Lust, noch ein bisschen mit mir hier draußen zu bleiben? Ganz egal, was gerade in unserem Leben passiert, es ist doch eine wunderschöne Nacht, oder nicht?“
Als Zahir die Hand ausstreckte, um sie zurückzuhalten, weiteten sich ihre lebhaften blauen Augen überrascht. Er reagierte auf ihren verwunderten Blick nicht nur mit Faszination. Gina Collins’ seidenweiche Haut machte ihn fast schwindelig vor Verlangen. Ihm war, als würde ein heißer Wüstenwind durch seinen Blutkreislauf jagen. Er schaffte es kaum, den Blick von ihr zu lösen.
„Na schön, dann bleibe ich noch ein oder zwei Augenblicke. Sie haben recht, es ist wirklich eine wunderschöne Nacht.“ Gina verschränkte die Arme vor der Brust und trat ein Stück zurück, als wäre ihr plötzlich bewusst geworden, dass sie sich viel zu nah waren. „Sind Sie mit Mr Husseins Familie verwandt?“
Zahir bemerkte den Anflug von Neugier in ihrem Blick.
„Nein, verwandt sind wir nicht, aber Amir und ich sind seit Langem befreundet. Für mich ist er wie ein Bruder. Ich heiße übrigens Zahir“, stellte er sich mit einer respektvollen Verbeugung vor.
Ob sie wohl wegen der Verbeugung errötet oder weil ich nur meinen Vornamen genannt habe? dachte Zahir. In der westlichen Welt mochte man sich so leger verhalten, wenn man sich ungezwungen auf einer Party kennenlernte. Aber hier in Kabuyadir benahmen sich Männer in seiner Position nicht so – vor allem dann nicht, wenn sie dazu bestimmt waren, einmal ein Königreich zu regieren.
„Zahir …“ Leise wiederholte sie seinen Namen, als wäre er etwas ganz Besonderes. Der sinnliche Klang ihrer Stimme sandte Zahir einen Schauer über den Rücken. „Selbst die Namen hier umgibt ein geheimnisvoller Zauber“, fügte sie schüchtern hinzu.
„Kommen Sie.“ Sein Blut erhitzte sich noch mehr bei dem Gedanken, sie für eine Weile ganz für sich allein zu haben. „Spazieren wir ein bisschen über das Anwesen. Es wäre doch zu schade, diesen herrlichen Vollmond einem leeren Garten zu überlassen, ohne dass jemand ihn gebührend bewundert. Meinen Sie nicht auch?“
„Wird man Sie denn im Haus nicht vermissen?“
„Sollten meine Gastgeber sich Gedanken machen,...




