Cox | Full Hart | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 365 Seiten

Reihe: Die Harty Boys

Cox Full Hart


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96797-293-1
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 365 Seiten

Reihe: Die Harty Boys

ISBN: 978-3-96797-293-1
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Joy to the world.

Es ist Winter und die Hart-Brüder und ihre Familien freuen sich auf ein lautes, verrücktes und wunderbares Weihnachtsfest. Als sie dann im Haus ihrer Mutter ankommen, erleben sie eine faustdicke Überraschung ...

Nachdem sie vor dreißig Jahren ihren Mann verloren hat, zog Joy Hart ihre vier Söhne alleine auf, promovierte und wurde eine erfolgreiche Therapeutin. Sie liebt es sehr Oma, Mutter und Schwiegermutter zu sein, doch sie will mehr von ihrem Leben. Und nach langer Zeit trifft sie endlich wieder auf einen Mann, der ihr Herz höherschlagen lässt. Ihre Söhne sind allerdings von Grant gar nicht begeistert und versuchen ihm gemeinsam das Leben schwer zu machen.

Werden Brock, Chase, Rex und Heath zu weit gehen und mit ihren Sturköpfen allen das Weihnachtsfest verderben?

Das Finale der neuen Romantic Suspense Serie von Bestseller-Autorin Whitley Cox. Wir empfehlen die Titel in der richtigen Reihenfolge zu lesen.



Whitley Cox ist an der kanadischen Westküste geboren und aufgewachsen. Sie studierte Psychologie und unterrichtete zeitweise in Indonesien, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrte. Heute ist sie mit ihrer Highschool-Liebe verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.

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KAPITEL 1


Brock & Krista

»Der am besten bestückte Bruder bekommt den größten Baum, richtig?«, fragte Heath mit einem Grinsen, als er seinen siebzehn Monate alten Sohn aus dem Kindersitz hob und auf seine Hüfte setzte.

Brock verzog das Gesicht, genervt von seinem jüngsten und übermütigsten Bruder. »Selbst von den Jungbäumen war keiner kurz genug, um deinem Wiener Würstchen zu ähneln, Kleiner.« Er öffnete die Heckklappe seines Pick-ups, während Krista, seine Frau, den Kindern auf dem Rücksitz beim Aussteigen half. Rex stieß nun auch zu ihnen, seine Frau und seine Tochter im Schlepptau, während sich Chase, der am weitesten entfernt vom Haus geparkt hatte, mit Stacey und seinen beiden Kindern auf dem Gehweg näherte.

»Ah«, sagte Heath lachend, »wir wissen doch alle, wer der größte Bruder ist. Er ist vielleicht nicht der Älteste, aber dafür der Größte.« Er stupste seine Frau mit seinem Ellenbogen in die Seite, dann Rex’ Frau Lydia. »Wenn ihr wisst, was ich meine?«

Als Antwort wurden Augen verdreht, während sie sich vor Joys Einfahrt versammelten und ihr Atem Wolken vor ihren Gesichtern bildete.

Heath ließ sich kein bisschen entmutigen. Er warf mit einer schnellen Kopfbewegung seine schulterlangen blonden Haare aus dem Gesicht. »Ich schlage vor, wir gehen nach der Größe. Der größte Bruder kriegt den größten Baum, der zweitgrößte den zweitgrößten und so weiter. Mum kriegt den kleinsten, weil —«

»Sie keinen Schwanz hat?«, fragte Lydia und rückte Maeve, ihre zehn Monate alte Tochter, auf ihrer Hüfte zurecht. »Hätte sie einen, würde sie den Vergleich mit euch wahrscheinlich gewinnen. Schließlich sind allein schon ihre cojones groß wie Grapefruits.«

Krista, Pasha und Stacey nickten und brummten zustimmend.

Die Letzte, die mit einem Baby auf dem Arm aus Heaths Pick-up glitt, war Pashas Schwester Rayma. Sie trug Heaths und Pashas sechs Wochen alte Tochter Eve an ihrer Schulter. »Was höre ich hier von cojones

»Wir reden gerade davon, dass Joy in der Familie die größten hat. Von uns allen«, erklärte Pasha ihrer Schwester.

Rayma nickte, und ihre goldbraunen Augen funkelten. »Das lässt sich nicht bestreiten. Oma Joy hat Eier wie Bowlingkugeln. Ich bin nicht sicher, wie diese zierliche Person damit laufen kann, aber —«

Brock stieß ein Räuspern aus. »Genug gequatscht. Hier draußen ist es kalt.« Er zog den kleinsten Baum — der immer noch mindestens eins achtzig hoch war — von der Ladefläche seines Pick-ups und wuchtete ihn auf seine Schulter. Rex wollte ihm zu Hilfe kommen, aber Brock knurrte ihn weg. »Das schaff ich allein.«

Mehr Augenrollen.

Seit Frauen zu ihrer Familie gestoßen waren und inzwischen die Männer zahlenmäßig übertrafen, schien ständig mit den Augen gerollt zu werden. Und gewöhnlich geschah es wegen Brock oder einem seiner Brüder.

Sie waren nicht nur Brüder durch Blutsverwandtschaft, sie waren außerdem Partner in ihrem eigenen Wach- und Sicherheitsdienst für gehobene Ansprüche. Brocks Frau hatte sich damals den Namen für die Firma ausgedacht, und obwohl Brock anfangs selbst mit den Augen rollte, fand er ihn inzwischen ganz gut: Harty Boys Security. Der Name funktionierte, selbst wenn er ein bisschen kitschig klang.

»Warum ist Oma nicht mitgekommen und hat sich selbst einen Baum ausgesucht?«, fragte Zoe, Brocks siebenjährige Tochter, die neben ihm her hüpfte, sodass ihre zwei seitlichen Zöpfe, zu denen ihr lockiges rotes Haar gebunden war, mithüpften.

»Oma hatte einen Friseurtermin«, antwortete Krista, die Zane, ihren Dreijährigen, an der Hand hielt, als nun alle in Richtung Haustür gingen. »Aber jetzt ist sie wieder da. Ihr Wagen steht in der Einfahrt.«

»Und nicht nur ihrer«, murmelte Chase hinter Brock. »Kennt jemand diesen SUV?«

Allgemeines Kopfschütteln.

Es handelte sich um einen hellgrauen Ford Explorer, ein ziemlich neues Modell mit mächtigen Winterreifen. Ein Blick durch das Fahrerfenster lieferte keine weiteren Informationen darüber, wer ihre Mutter gerade besuchte.

»Zane will klingeln«, sagte Brocks Sohn, der sich seit Kurzem in der Phase seiner Sprachentwicklung befand, in der er von sich selbst in der dritten Person redete.

»Ich helfe ihm«, sagte Zoe, als die ganze Truppe im Gänsemarsch dem Weg zur Haustür folgte, der am Panoramafenster von Joys Wohnzimmer vorbeiführte. Zoe stürmte mit ihrem kleinen Bruder vor zur Tür und hievte ihn dann vom Boden hoch, ihre Arme von hinten um seine Taille geschlungen, seinen Rücken an ihrem Oberkörper.

»Das ist nicht nötig«, sagte Brock und schob sich an seinen Kindern vorbei. »Das ist Omas Haus. Wir können einfach reingehen.« Er drehte den Knauf, aber die Tür war abgeschlossen.

Er stieß ein verwirrtes Brummen aus.

»Ich hab einen Schlüssel«, sagte Krista und drängte sich an ihrem Mann und ihren Kindern vorbei, während sie aus ihrer Tasche ihr Schlüsselbund angelte. Ihre blauen Augen funkelten amüsiert, als sie den Schlüssel ins Schloss steckte und umdrehte. Ihre Wangen passten farblich zu ihren feuerroten Haaren, die unter ihrer Strickmütze hervorquollen. Sie drehte den Knauf und hielt dann die Tür auf, um den anderen den Vortritt zu lassen.

»Oma!«, rief Zoe.

»Oma!«, stimmte Zane mit ein.

Chase’ und Staceys achtjähriger Sohn Connor drängelte sich zwischen den Erwachsenen durch zu seinem Cousin und seiner Cousine und rief nun auch. »Oma!«

»Oma!«, krähte seine Schwester Thea im Chor und zappelte auf dem Arm ihrer Mutter, weil sie zu ihrem Bruder hinunterwollte.

»Wo ist sie?«, murmelte Chase in einem verwunderten und leicht beunruhigten Ton, der sich mit Brocks Bauchgefühl deckte.

Irgendetwas stimmte hier nicht.

Im Haus war es still.

Dunkel.

Kühl.

Das war sonst nie so, wenn seine Mutter da war. Selbst wenn die Heizung nicht lief, verbreitete Joys Anwesenheit immer Wärme im Haus. Und fast immer summte seine Mutter vor sich hin oder klapperte in der Küche. Und sie schloss tagsüber nie die Jalousien an ihrem Panoramafenster, und doch war das Wohnzimmer nun verdunkelt, was im Innern eine Atmosphäre erzeugte, als läge ein großer Schatten über dem Haus.

»Mum!«, rief Heath und schob sich im Flur an den anderen vorbei, den kleinen Raze noch immer auf seiner Hüfte. »Mum, wo bist du?«

Ein lautes Poltern und ein »Shit!« hallten aus dem hinteren Flur.

Sie verharrten alle still.

Dann hörte man Getuschel. Zwei Stimmen.

Was zum Teufel?

»Mum?«, rief Brock, lauter als die anderen.

»Hat jemand eine Waffe?«, fragte Rex.

Einer nach dem anderen verneinte mit einem Kopfschütteln. Alle bis auf Krista. »Meine Dienstpistole liegt im Handschuhfach«, sagte sie. »Soll ich sie schnell holen gehen?«

Brock nickte, ohne seine Frau anzusehen.

Sie wandte sich um und verschwand nach draußen.

»Schafft die Frauen und die Kinder raus«, sagte er.

Heath drehte sich zu seiner Frau und murmelte etwas, dann gab er ihr Raze.

Gegen den Willen der Kinder machten alle wieder kehrt, um im Gänsemarsch das Haus zu verlassen, als Krista zurückkam.

Ein Klicken an der Schlafzimmertür ließ die ganze Schar innehalten, selbst diejenigen auf der Türschwelle.

Brock beobachtete, wie der Knauf gedreht wurde und die Tür sich einen Spalt öffnete.

Sein Herz schlug schneller.

Er wedelte hektisch mit den Fingern, um nach der Dienstwaffe seiner Frau zu verlangen.

»Ich kann besser schießen als du«, murmelte sie leise und drängte sich mithilfe ihres Ellenbogens vor ihn.

Mit angehaltenem Atem und starrem Blick fixierte er wieder die Schlafzimmertür seiner Mutter, hinter der geflüstert wurde. Es waren zwei Personen. Das wusste er nun.

»Mum?«, rief er so laut, dass seine Frau vor ihm zusammenzuckte und ihm einen wütenden Blick über die Schulter zuwarf.

Joy streckte den Kopf aus dem Zimmer und starrte mit gerunzelter Stirn zu der versammelten Mannschaft.

Ein kollektives Aufseufzen ging durch den...



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