Craig | J.C. - Agent unter Beschuss | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 336 Seiten

Reihe: Die Agent J.C.-Reihe

Craig J.C. - Agent unter Beschuss


Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-641-22886-6
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 336 Seiten

Reihe: Die Agent J.C.-Reihe

ISBN: 978-3-641-22886-6
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Most wanted: Jimmy Coates, 13 Jahre, Superagent

Jimmy Coates, dem jugendlichen genetisch modifizierten Superagenten, ist in einigen Monaten mehr widerfahren, als James Bond und Jason Bourne in ihrem ganzen Leben: Mittlerweile ist er nicht nur Staatsfeind Nummer 1 der britischen Regierung, sondern auch auf den Fahndungslisten der CIA ganz weit oben gelandet. Verzweifelt versucht Jimmy einen Ausweg zu finden und gleichzeitig seine Familie und Freunde aus dem Visier der Geheimdienste zu schaffen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man von allen Seiten unter schwerem Beschuss steht ...

Die Abenteuer von Agent J.C. sind atemberaubende actionreich und bieten Spannung der Extraklasse - Lesevergnügen pur für alle Fans von rasanten Szenen und überraschenden Wendungen!

Joe Craig, geboren 1981 in London, arbeitete als erfolgreicher Songwriter, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben von Jugendbüchern entdeckte. Mit seinen J. C.-Agententhrillern schaffte er den internationalen Durchbruch. Wenn er nicht schreibt, liest er an Schulen, spielt Klavier, erfindet Snacks, spielt Snooker, trainiert Kampfsport oder seine Haustiere. Er lebt mit seiner Frau, Hund und Zwergkrokodil in London.

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KAPITEL 2

»Na, Eva, sollen wir dann mal?«, rief Miss Bennett.

Eva Doren fühlte sich wie ein kleines Schulmädchen. Doch im Gegensatz zu den meisten 14-Jährigen ging sie nicht mehr in die Schule. Sie befand sich vielmehr in einem Besprechungsraum in den Bunkern des NJ7, des technologisch fortschrittlichsten Geheimdienstes der Welt, tief unter den Straßen Londons.

Vermutlich gab es nicht viele Mädchen, die jeden Tag an einem derartigen Ort arbeiteten: drei massive Betonwände, kahl und grau, bis auf die vielfarbigen Kabelstränge an der Decke und eine vierte, erst kürzlich installierte Glaswand, die etwas Licht vom Korridor hereinließ.

Der Raum hatte keine Tür – es gab kaum Türen im NJ7-Hauptquartier. Die ganze Anlage war so gebaut, dass sie im Falle einer Evakuierung innerhalb von zwei Minuten komplett von der Themse geflutet werden konnte, um die Geheimnisse in ihrem Inneren zu schützen.

»Ich dachte, wir warten auf jemanden?«, erwiderte Eva.

»Richtig«, erwiderte Miss Bennett. »Aber er kommt zu spät. Daher fangen wir ohne ihn an.«

Eva zog ihren Pferdeschwanz stramm, dann zückte sie einen Notizblock und einen Bleistift aus der Brusttasche ihrer Bluse. Sie saß an einem gläsernen Konferenztisch für zwölf Personen, an dem im Augenblick aber nur drei Platz genommen hatten.

Miss Bennett saß rechts neben ihr. Auch ihr Haar war straff nach hinten gebunden, aber es war länger als Evas und, wie Eva fand, auch glänzender. Manchmal fragte sich Eva, ob Bennett mit jeder ihrer grausamen Aktionen noch schöner wurde.

Miss Bennett ging einen Stapel Aktenordner durch, alle schlicht und braun bis auf das NJ7-Emblem auf der Vorderseite – ein vertikaler, grüner Streifen. Dann zog sie einen winzigen Digitalrekorder hervor und legte ihn in die Mitte des Konferenztischs. Sie drückte den Startknopf, räusperte sich und begann in geschäftsmäßigem Tonfall: »Anwesend sind der NJ7-Spezialagent Mitchell Glenthorne und meine persönliche Assistentin Eva Doren …«

Sie nannte einige weitere Details des Meetings, während Eva den ihr gegenübersitzenden Mitchell beobachtete. Er hielt wie üblich den Blick gesenkt, aber seine Schultern schienen noch breiter zu werden, und er wirkte, als platze er förmlich vor Stolz, weil er als Spezialagent bezeichnet worden war.

»Oh, und dann ist da natürlich meine Wenigkeit«, fügte Miss Bennett hinzu. »Miss Bennett, Direktorin des NJ7

Sie hatte kaum geendet, da fiel ein Schatten quer über den Konferenztisch. Im Eingang stand ein unglaublich großer Mann. Eva meinte noch nie einen größeren gesehen zu haben; allerdings wirkte er nicht sehr kräftig und muskulös. Er war so dünn, dass Eva sich fragte, ob ihn irgendjemand in seiner Wachstumsphase künstlich in die Länge gezogen hatte. Er musste sich bücken, um den Raum betreten zu können.

»Ah«, bemerkte Miss Bennett, lehnte sich zurück und lächelte knapp. »Offenbar hat unser Gast sich doch entschlossen, uns Gesellschaft zu leisten.«

Der große Mann ließ sich schweigend auf dem Stuhl Miss Bennett gegenüber nieder. Sein Gesicht erinnerte ein wenig an das eines Indianers und seine Nase war lang und schmal wie der übrige Körper. Sein Haar war pechschwarz und an den Seiten rasiert, was ihn nur noch größer erscheinen ließ.

»Müssen denn bei jedem Meeting Kids dabei sein?«, fragte der Mann, bevor er seine langen Beine unter dem Tisch verstaute. Er starrte Eva an. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, aber sie verzog keine Miene. Sie hatte gelernt, ihre Gefühle zu beherrschen. »Ich kann ja verstehen, dass Mitchell dabei ist, aber sie hier …«

»Eva«, stellte sich Eva vor. Sie fühlte den Drang aufzustehen, unterdrückte ihn aber. Sie hätte sich im Vergleich zu diesem Giganten nur noch kleiner gefühlt. Stattdessen senkte sie den Blick auf ihren Notizblock und begann etwas zu kritzeln.

»Eva hat eine wichtige Rolle beim NJ7«, erklärte Miss Bennett. »Und besonders in meinem Büro.«

»Ist es nicht an der Zeit, sie nach Hause zu schicken«, wandte der Mann ein. »Soweit ich weiß, halten ihre Eltern sie für tot.«

Jetzt erst blickte Eva wieder auf. Mach den Eindruck, als hättest du Heimweh, befahl sich Eva. Überraschenderweise stellte sich dieses Gefühl umgehend ein. Täusche ich es wirklich nur vor? Spiel einfach deine Rolle. Sei das loyale kleine Mädchen. Sie spürte Mitchells prüfenden Blick auf sich ruhen, fixierte aber weiter das Gesicht des Mannes.

»Wie lange wollen Sie diesen Zustand noch aufrechterhalten?«, fragte er.

»Unbeschränkt«, erwiderte Miss Bennett. »Jemand mit Ihrem Hintergrund müsste eigentlich wissen, wie wertvoll es ist, wenn einen die Welt für tot hält. Übrigens, was ist eigentlich ganz genau Ihr Hintergrund?«

Eva entspannte sich ein wenig. Miss Bennett war eine Meisterin im Lenken von Unterhaltungen. Manchmal war es sehr lehrreich, jemanden so Mächtigen wie sie aus der Nähe studieren zu können.

Der Mann schwieg. Er lächelte nur knapp, mit zusammengepressten Lippen.

Mitchell durchbrach die eintretende Stille.

»Ohne Eva«, erklärte er, »hätten wir in New York niemals Jimmy Coates erledigen können.«

Evas Puls beschleunigte sich erneut, aber diesmal vor Erleichterung. Mitchell beobachtete sie immer noch. Daher sorgte sie dafür, dass ihre Miene nicht das Geringste verriet. Du dienst deinem Land, dachte sie, um ihren eigenen Körper mit dieser Lüge zu täuschen. Jimmy war ein Verräter.

Gleichzeitig summte jede Zelle ihres Körpers vor Freude, dass ihr Freund in Wirklichkeit unerkannt und lebendig New York verlassen hatte.

Schließlich zuckte der Mann mit den Achseln und zog seine Akten heraus.

»Das ist William Lee«, erklärte Miss Bennett Eva und Mitchell. »Der neue Chef des Spezialkommandos. Er ersetzt Paduk.«

Der lange Mann streckte ihnen die Hand hin und zeigte mit einem übertriebenen Grinsen seine strahlend weißen Zähne.

Eva schüttelte ihm die Hand, doch Mitchell weigerte sich.

»Sie haben Ihren Posten jetzt schon angetreten?«, fragte Mitchell. »Wo Paduks Leiche möglicherweise noch nicht mal richtig kalt ist. Wo auch immer sie sich befinden mag.«

»Unwahrscheinlich, dass seine Leiche noch warm ist«, erwiderte Lee gelassen. »Er ist in tausend kleine Stücke zerfetzt und im Radius von zehn Quadratkilometern über die Nordsee verstreut worden. Ganz zu schweigen von den Stückchen, die bereits von den Fischen gefressen …«

»Danke für diese etwas dramatische Darstellung«, unterbrach ihn Miss Bennett. »Ich glaube, wir haben verstanden.«

»Ach, Sie finden diese Vorgänge also nicht dramatisch?«, fragte Lee ironisch. »Wenn unsere größte Ölbohrplattform explodiert? Wenn mein Vorgänger bei seinem Rettungseinsatz versagt und in die Luft gesprengt wird? Oder wenn unsere Wirtschaft und unsere Energieversorgung in eine massive Krise geraten?«

Schweigen machte sich breit, und alle vermieden es, sich anzublicken.

»Das ist eine der Angelegenheiten, die wir diskutieren wollen«, murmelte Miss Bennett schließlich und deutete auf ihre Akten.

»Dann legen Sie doch mal los«, erwiderte Lee.

Miss Bennett breitete eine Reihe von Papieren auf dem Tisch aus.

Eva beugte sich vor, obwohl sie die Unterlagen bereits kannte. Es waren einige Fotos der Ölbohrinsel darunter, doch das meiste waren eng beschriebene Seiten – der Bericht des SAS. Auf allen Papieren prangte der leuchtende grüne Streifen.

»Laut meinem Spurensicherungsteam«, begann Miss Bennett, »weist alles darauf hin, dass es der Sabotageakt eines einzelnen Agenten war«.

»Ein einzelner Agent?«, wiederholte Lee. »Ein Agent, der offenbar nicht die Absicht hatte, sich zusammen mit der Plattform in die Luft zu sprengen, richtig?«

»Es war ein Mädchen«, schaltete sich Mitchell ein. Alle drehten sich zu ihm.

»Mitchell war dort«, erklärte Miss Bennett. »Er war Teil des SAS-Teams.«

»Verstehe«, brummte Lee. »Und du hast den Agenten gesehen?«

Mitchell nickte.

»Sie war maskiert und mit Öl verschmiert, aber von ihrer Statur und ihren Fähigkeiten her war es eindeutig Zafi.«

»Und Zafi ist …«, William Lee studierte einen Augenblick seine eigenen Akten, »… die französische Kinderagentin, richtig? Mitchells Gegenstück? Eine weitere genetisch programmierte, humanoide Agentin?« Er stieß ein trockenes Lachen aus.

»Humanoid?«, rief Mitchell aufgebracht. »Was erlauben Sie sich –«

»Genau«, unterbrach ihn Miss Bennett scharf. »Zafi ist die französische Kinderagentin.«

»War«, verbesserte sie Mitchell....


Craig, Joe
Joe Craig, geboren 1981 in London, arbeitete als erfolgreicher Songwriter, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben von Jugendbüchern entdeckte. Mit seinen J. C.-Agententhrillern schaffte er den internationalen Durchbruch. Wenn er nicht schreibt, liest er an Schulen, spielt Klavier, erfindet Snacks, spielt Snooker, trainiert Kampfsport oder seine Haustiere. Er lebt mit seiner Frau, Hund und Zwergkrokodil in London.



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