Craig | J.C. - Agent zwischen den Fronten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 304 Seiten

Reihe: Die Agent J.C.-Reihe

Craig J.C. - Agent zwischen den Fronten


Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-641-23258-0
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 6, 304 Seiten

Reihe: Die Agent J.C.-Reihe

ISBN: 978-3-641-23258-0
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Halb Junge, halb Waffe – 100% tödlich!

Jimmy Coates, der 13-jährige, genetisch veränderte Superagent ist zurück in London. Verzweifelt versucht er, den drohenden Krieg zwischen seinem Heimatland und Frankreich in letzter Minute zu verhindern. Doch geschwächt durch die radioaktive Vergiftung, die er sich bei seinem letzten Abenteuer zugezogen hat, läuft ihm die Zeit davon. Und seine Gegner beim britischen Geheimdienst sind bereit, für den Erhalt ihrer Macht alles zu tun. Nun ist es an Jimmy, sich als Agent zwischen alle Fronten zu wagen ...

Die Abenteuer von Agent J.C. sind atemberaubende actionreich und bieten Spannung der Extraklasse - Lesevergnügen pur für alle Fans von rasanten Szenen und überraschenden Wendungen!

Joe Craig, geboren 1981 in London, arbeitete als erfolgreicher Songwriter, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben von Jugendbüchern entdeckte. Mit seinen J. C.-Agententhrillern schaffte er den internationalen Durchbruch. Wenn er nicht schreibt, liest er an Schulen, spielt Klavier, erfindet Snacks, spielt Snooker, trainiert Kampfsport oder seine Haustiere. Er lebt mit seiner Frau, Hund und Zwergkrokodil in London.

Craig J.C. - Agent zwischen den Fronten jetzt bestellen!

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KAPITEL 1

»Hier ist Jimmy Coates …«

Der Junge zögerte kurz und starrte in die winzige Kamera am oberen Rand des Computermonitors. »Ich wollte sagen, ich bin Jimmy Coates.« Seine Stimme zitterte ein bisschen, aber das spielte jetzt keine Rolle. Er musste diese Botschaft rüberbringen und seine Geschichte erzählen. Die Menschen mussten endlich die Wahrheit erfahren.

»Es klingt vielleicht verrückt –« Jimmy unterbrach sich mitten im Satz, als er hinter sich ein Geräusch hörte. Er blickte sich um. Das orangefarbene Licht der Straßenlaterne, gefiltert durch die Jalousie und die Regentropfen auf der Fensterscheibe, warf düstere Schatten auf den Boden des kleinen Büros im ersten Stock. Aber sonst konnte Jimmy nichts Ungewöhnliches entdecken.

Er spähte hinauf zu dem Infrarotdetektor an der Zimmerdecke. Die Anlage würde ihn nicht warnen. Erst vor wenigen Minuten hatte er das Alarmsystem des Büros selbst ausgeschaltet, damit sein Eindringen nicht bemerkt wurde. Allerdings hätte ein zufälliger Passant den bläulichen Schimmer des Monitors im Büro wahrnehmen können. Und wenn so jemand genauer nachgeforscht hätte und Jimmys provisorische neue Verdrahtung des Sicherheitssystems an der Eingangstür entdeckt, hätte er mit Sicherheit die Polizei verständigt. So spät in der Nacht hielt sich üblicherweise niemand mehr in den Redaktionsräumen der Hailsham Gazette auf.

»Ich weiß, ich wirke wie ein ganz normaler Junge«, fuhr Jimmy fort und versuchte ruhig zu atmen. »Ich bin dreizehn. Aber …« Erneut hielt er inne. Es fiel ihm schwer, seine Gedanken zu formulieren. Am liebsten hätte er laut herausgebrüllt: Ich bin ein perfekter Agent und Killer. Sie haben mich dazu gemacht. Sie haben meine DNA in einem Reagenzglas erschaffen …

Gleichzeitig war ihm klar, dass bestimmte Teile der Wahrheit besser ungesagt blieben. Niemand würde ihm glauben, und selbst wenn, würde das die Menschen eher in Panik versetzen, als sie zum Zuhören zu bewegen.

Jimmy konzentrierte sich und richtete die Webcam neu ein, damit sein Gesicht auf dem Monitor scharf zu sehen war. Er fand es merkwürdig, sich selbst so zu betrachten. Seine Gesichtszüge wirkten irgendwie fremd. Seine Wangen wirkten eingefallen und seine Augen waren matt.

Doch vor ihm auf dem Schreibtisch lag etwas, dass ihm Kraft und Entschlossenheit gab. Es war die aktuelle Ausgabe der Gazette. Auf der Titelseite prangte die Schlagzeile:

NACH FRANZÖSISCHER ATTACKE

AUF UNSERE ÖLBOHRINSEL

DROHT GROSSBRITANNIEN

MIT VERGELTUNGSSCHLAG

»Die Regierung lügt«, setzte Jimmy seine Rede fort. »Die Franzosen haben die Ölbohrinsel gar nicht angegriffen. Die britische Regierung behauptet das nur, und sie kontrolliert die Zeitungen, das Fernsehen und das Internet …« Aufgebracht knüllte Jimmy die Gazette zusammen.

»Aber jetzt sollen Sie die Wahrheit erfahren. Ich habe die Ölbohrinsel in die Luft gesprengt – aus Versehen.« Die Worte sprudelten jetzt nur so aus Jimmy heraus. »Jeder soll das wissen. Die Öffentlichkeit muss erfahren, dass die Gründe der Regierung für einen Krieg auf Lügen beruhen. Menschen werden für nichts und wieder nichts sterben.«

Jimmy holte tief Luft. Es gab noch so viel mehr zu sagen, doch plötzlich bemerkte er eine Spiegelung im Monitor – ein blaues Flackern. Die Polizei war im Anrücken. Er war schon zu lange hier.

»Verbreiten Sie diese Botschaft«, sagte Jimmy drängend in die Webcam. »Und protestieren Sie auf alle möglichen Arten. Ich weiß, Sie dürfen nicht wählen, aber …« Erneut schweiften seine Gedanken ab. Die Regierung hatte schon vor Jahren freie Wahlen abgeschafft und die sogenannte Neodemokratie eingeführt. Jimmy fragte sich, welche Arten von Protest überhaupt möglich sein würden. Das Geheul einer Sirene unterbrach seine Gedanken.

»Verbreiten Sie einfach diese Botschaft«, wiederholte Jimmy flehend. »Erzählen Sie es allen weiter.«

Er schaltete die Webcam aus. Es kostete ihn weniger als eine Minute, um seinen Clip auf so vielen Websites wie möglich zu posten. Natürlich würden die Zensoren der Regierung das Video sofort entfernen. Möglicherweise würden sie sogar die Webseiten komplett schließen. Er konnte nur hoffen, dass es vorher genügend Menschen sehen und auf anderen Seiten teilen würden.

Als Nächstes rief Jimmy die Software der Zeitung auf und gestaltete rasch eine neue Schlagzeile für die Gazette:

FRANZOSEN HABEN NICHT ANGEGRIFFEN.

KEIN GRUND FÜR EINEN KRIEG MIT FRANKREICH.

DIE REGIERUNG LÜGT.

Natürlich würde die Zeitung niemals wagen, etwas Derartiges zu veröffentlichen, aber vielleicht ließ sich der ein oder andere Journalist ja dazu bewegen, seine Botschaft auf anderem Wege zu verbreiten.

Das Sirenengeheul wurde immer lauter und das ganze Büro war jetzt von blauem, rotierendem Licht erfüllt. Jimmy sprang auf, schnappte sich die halb zerknüllte Zeitung und flitzte zur Tür. Sein Gehirn berechnete die Sekunden bis zum Eintreffen der Polizei. Jeder einzelne Muskel drängte ihn, sich in Sicherheit zu bringen, aber obwohl seine Hand bereits auf dem Türgriff lag, hielt ihn ein Gedanke zurück: Möglicherweise fände er in der Zeitungsredaktion Informationen über den Verbleib seiner Familie. Vielleicht konnte er sie sogar aufspüren und sich dann gemeinsam mit ihnen ein neues Leben aufbauen. Ein normales Leben.

Jimmy spürte die leichten Vibrationen im Fußboden. Jemand war in das Gebäude eingedrungen. Die Muskeln seiner Oberschenkel machten sich zur Flucht bereit. Bleib, forderte ihn eine innere Stimme auf. In Jimmys Innerstem kämpften zwei Anteile seiner Persönlichkeit gegeneinander. Und nur einer davon war menschlich.

38 Prozent von Jimmys DNA-Bestandteilen waren identisch mit denen aller übrigen Menschen auf dieser Welt. Doch die anderen 72 Prozent bestanden aus etwas völlig Neuem. Er war der Prototyp eines organisch konstruierten Agenten. Kein Roboter und keine Maschine, sondern etwas noch viel Gefährlicheres. Ein im Labor erschaffenes Wesen, das im Auftrag der britischen Regierung handeln und töten sollte. Jimmys Zukunft war in seine Zellen eingeschrieben. Doch sein menschlicher Anteil wehrte sich beharrlich gegen diese vorherbestimmte Zukunft. Das hatte ihn von der gefährlichsten Waffe der Regierung zu ihrem meistgesuchten Feind werden lassen.

Doch die Agenten-Instinkte in Jimmy wurden mit jedem Tag stärker. Eigentlich war er so konditioniert, dass erst mit achtzehn Jahren seine menschliche Seite komplett von seiner Agenten-DNA kontrolliert würde. Doch extreme Gefahren hatten seine Entwicklung beschleunigt. Jimmy hatte keine Ahnung, wann genau der Killer in ihm die vollständige Kontrolle übernehmen würde. Doch eines wusste er mit Sicherheit: Ihm blieb nicht mehr viel Zeit.

Er spürte diese innere Zerrissenheit in jedem Moment seines Lebens. Aber jetzt empfand er sie so schmerzhaft wie nie zuvor. Der Agent in ihm kommandierte seinen Körper, als wäre er auf einer Mission. Flucht. Überleben. Und verstandesmäßig wusste Jimmy, dass er diesen Instinkten vertrauen konnte. Gleichzeitig sah er die Gesichter seiner Mutter Helen, seiner Schwester Georgie und seines besten Freundes Felix vor sich. Waren sie immer noch zusammen? Lebten sie noch? Am liebsten hätte er dieses Büro auf den Kopf gestellt und jede Notiz, jeden Artikel und jede Reportage gesichtet. Irgendjemand muss doch Nachricht haben, was mit ihnen geschehen war.

BOOM!

Er hatte zu lange gezögert. Die Tür flog auf. Das Holz krachte gegen Jimmys Schulter und der Türgriff bohrte sich in seine Rippen. Bevor er reagieren konnte, stürmte eine riesige Gestalt in den Raum. Eine weitere folgte – zwei Polizisten, die durch ihre Hawk-801-Panzerwesten noch mächtiger wirkten. Jimmy wurde zu Boden geschleudert, doch seine außergewöhnlichen Energien hatten sich bereits aktiviert und pumpten durch seinen Körper.

Seine Finger hatten sich um den Türgriff gekrallt, und während er fiel, hieb er den Absatz mit aller Kraft gegen das untere Türscharnier. Splitternd löste sich die Tür aus dem Rahmen. Und bevor die beiden Polizisten auch nur den Kopf drehen konnten, hatte Jimmy sein Gleichgewicht wiedergefunden und wirbelte das Türblatt herum. Es krachte gegen den ersten Polizisten und traf den zweiten frontal, sodass auch er zu Boden ging.

Über ihr Stöhnen hinweg hörte Jimmy zwei Geräusche. Das erste war das Knistern eines Polizeifunkgerätes. Verstärkung nahte. Das zweite war das Klicken einer Pistole – eine Sig Sauer P229.

Jimmy hatte keine Lust herauszufinden, ob sie wirklich auf einen Jungen schießen würden. Vielleicht hatten sie ihren Angreifer nicht einmal richtig gesehen – so schnell, wie er sich bewegt hatte. Also rannte Jimmy stattdessen zur Eingangstüre. Wenn jetzt erst Verstärkung unterwegs war, dann hatten sie möglicherweise noch niemanden im Korridor oder vor dem Gebäude postiert.

Dann krachte ein Schuss. Doch für Jimmy kam er nicht überraschend. All seine menschlichen Gefühle hatten sich jetzt tief in sein Inneres zurückgezogen und er wurde nur noch von seinen Agenteninstinkten gesteuert. Der Schuss klang geradezu lächerlich im Vergleich zu dem, was Jimmy bereits in seinem Bewusstsein vorweggenommen hatte. Und seine besonderen Fähigkeiten hatten wieder einmal sein Leben gerettet.

Jimmy hatte das lose Türblatt blitzschnell hinter seinen Rücken geschwungen und hielt es nun dort wie einen Schild. Die Kugel bohrte sich mit einem dumpfen Schlag in das Holz. Ein weiterer Schuss folgte, doch da hatte Jimmy die Tür bereits fallen...


Craig, Joe
Joe Craig, geboren 1981 in London, arbeitete als erfolgreicher Songwriter, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben von Jugendbüchern entdeckte. Mit seinen J. C.-Agententhrillern schaffte er den internationalen Durchbruch. Wenn er nicht schreibt, liest er an Schulen, spielt Klavier, erfindet Snacks, spielt Snooker, trainiert Kampfsport oder seine Haustiere. Er lebt mit seiner Frau, Hund und Zwergkrokodil in London.



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