E-Book, Deutsch, Band 1869, 160 Seiten
Reihe: Julia
Craven Ein Apartment für zwei!
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-409-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1869, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-409-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jetzt erst mal in die Dusche: Der Ingenieur Mark Benedict ist froh, nach der anstrengenden Reise wieder zu Hause zu sein! Doch leider ist die Dusche bereits besetzt: Eine hinreißende junge Frau steht unter dem warmen Wasserstrahl! Mark hat sie noch nie zuvor gesehen - wer ist diese nackte Schönheit? Erst allmählich klärt sich die prickelnde Situation: Sein Halbbruder hat ihm einen Streich gespielt und der angehenden Autorin Tallie den Schlüssel überlassen! Nicht erklären kann sich Mark jedoch, warum er plötzlich darauf brennt, dass die süße Badenixe bei ihm bleibt ...
Sara Craven war bis zu ihrem Tod im November 2017 als Autorin für Harlequin / Mills & Boon tätig. In über 40 Jahren hat sie knapp hundert Romane verfasst. Mit mehr als 30 Millionen verkauften Büchern rund um den Globus hinterlässt sie ein fantastisches Vermächtnis. In ihren Romanen entführt sie ihre Leserinnen in eine sommerliche mediterrane Welt und sorgt für Stunden voller Unterhaltung und Herzklopfen. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin fand sie auch noch die Zeit, sich von 2011 bis 2013 als Vorsitzende der Romance Novelists' Association zu engagieren.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Tallie schloss ihren Laptop und lehnte sich mit einem erleichterten Seufzer in dem gepolsterten schwarzen Ledersessel zurück.
Endlich konnte sie in Ruhe arbeiten, ohne den ständigen Lärm von Josies Fernseher oder Amandas Stereoanlage.
Und ohne Gareth.
Sie atmete tief durch, um den plötzlichen Schmerz zu verdrängen. Nun, wenigstens wusste sie jetzt, was es hieß, sich zu verlieben. Tallie ahnte jetzt, warum ein Mädchen wie ihre Romanheldin Mariana sich in ein Abenteuer stürzte, um den Mann wiederzufinden, den sie liebte.
Den Kloß in ihrem Hals versuchte sie mühsam hinunterzuschlucken. Sie selbst hatte noch keinerlei Erfahrung mit der Liebe – anders als ihre Heldin. Mariana und ihr prächtiger William mit seinen lachenden blauen Augen und seinem schiefen Lächeln.
Und die Art, wie er mit ihr sprach. Als sei er wirklich daran interessiert, was sie zu sagen hatte …
Tallie hielt hastig inne. Oh Gott, sie dachte nicht nur über ihr Buch nach. Sie war in Gedanken wieder bei Gareth. Diese jämmerliche Selbsttäuschung, die beim Lunch im Café Rosso begonnen hatte.
Es war schlicht ein ganz normales Mittagessen gewesen – Lasagne und ein paar Gläser offener Rotwein – aber für Tallie war es, als habe sie Kaviar und Champagner vor sich.
Gareth wollte wissen, was sie in London mache. „Ich hatte gedacht, du würdest immer in der Nähe von Cranscombe bleiben.“
Mit anderen Worten: Ich hatte gedacht, du bist langweilig und berechenbar.
Sie senkte den Blick. „Ich nehme mir so etwas wie eine Auszeit – während ich überlege, was ich künftig machen will.“ Sie beschloss, den Roman nicht zu erwähnen. Es schien ihr zu angeberisch, solange die Geschichte noch so sehr in den Kinderschuhen steckte. „Und wie geht es dir als Anwalt?“
„Es hat seine guten Seiten.“ Er winkte den Kellner heran, um eine Nachspeise zu bestellen. „Wusstest du, dass meine Eltern Cranscombe auch verlassen? Sie haben ihr Haus verkauft und bauen gerade in Portugal – dort ist es wärmer, und es gibt unzählige Golfplätze.“
Erschrocken sah sie ihn an. „Das heißt, wenn du heute nicht zufällig ins Büro gekommen wärst, hätte ich dich vielleicht niemals wiedergesehen?“
In dem Moment, als sie es sagte, hätte sie sich am liebsten die Zunge abgebissen. Sie fühlte, wie eine heiße Röte in ihrem Gesicht aufstieg und wünschte, sie könnte einfach aufstehen und aus dem Restaurant fliehen. Doch stattdessen spürte sie, dass Gareth ihre Hand nahm. Er streichelte sanft ihre Finger.
„Noch schlimmer“, sagte er, „ich hätte dich vielleicht niemals wiedergesehen. Sollen wir es mit einem Tiramisu feiern, dass wir dieser schlimmen Katastrophe glücklich entgangen sind?“
Beim Kaffee schlug er vor, dass sie sich am Samstagabend verabreden könnten – vielleicht ins Kino oder in eine Bar. Mit Enttäuschung in der Stimme musste Tallie ihm erklären, dass sie einen zweiten Job hatte, den sie nicht verlieren durfte, und deshalb keine Zeit hatte.
Doch er schien nicht beleidigt zu sein. Stattdessen schlug er vor, dass sie sich dann mittags treffen könnten, zum Essen am Fluss. Später könnten sie noch spazieren gehen.
„Die beste Art, London kennenzulernen, ist zu Fuß“, klärte er sie auf. „Und ich kann es kaum erwarten, dir die Stadt zu zeigen.“
Auf einer Wolke der Glückseligkeit segelte sie zurück ins Büro, sie konnte kaum glauben, dass sie ihn wiedersehen würde. Dass er Zeit mit ihr verbringen wollte.
Der Samstagnachmittag verging wie im Traum. Gareth wusste alles über London – kannte alle interessanten Plätze und faszinierenden Geschichten, und Tallie hörte hingerissen zu. Es war deutlich zu spüren, dass das Leben in der Stadt ihm weitaus mehr zusagte als das Landleben.
Als sie sich verabschiedeten, küsste er sie. Gareths Kuss war der erste Kuss, der ihr jemals etwas bedeutet hatte.
Vor dem nächsten Treffen – er hatte sie für den nächsten Samstag eingeladen – verbrachte sie die ganze Woche in solcher Vorfreude, dass die Wirklichkeit nur enttäuschend werden konnte. Allerdings begann das Wochenende gut – es war ein Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch –, und dieses Mal hatte Gareth vorgeschlagen, durch den Hyde Park zu schlendern. Die Grünanlagen schienen voller Liebespaare zu sein. Wenn Tallie sich umschaute, sah sie nur Paare – junge, glückliche Menschen, die Hand in Hand gingen oder eng umschlungen auf den Bänken saßen. Sie schienen sich unentwegt anzusehen und zu berühren, blind für alles um sie herum.
Auch sie selbst suchte Gareths Nähe, während sie spazieren gingen. Sie hoffte, dass er ihre Hand nehmen oder den Arm um ihre Schulter legen würde. Sie wollte ebenfalls Teil eines Paares sein – die Hälfte von ihm, was auch immer das bedeutete. Etwas, das sie sich bisher nie ersehnt hatte.
Aber ein Seitenblick auf Gareth machte ihr deutlich, dass diese Träume unwahrscheinlich waren. Er hielt sein Gesicht der Sonne entgegen statt sie anzublicken, und er schien, mit recht finsterem Blick, völlig in Gedanken zu sein.
Sie versuchte mit fröhlicher Stimme die liebevolle Nähe der vergangenen Woche wiederherzustellen. „Ein Penny für deine Gedanken.“
„Was? Ach so!“ Er zögerte. „Ich habe darüber nachgedacht, was wir machen könnten. Lass uns zum Tee bei Fortnums einkehren.“
„Ja“, erwiderte Tallie begeistert. „Gute Idee.“
Vor der Tür zu Fortnums mussten sie warten, weil gerade jemand herauskam. Josie!
„Natalie“, sagte Josie überrascht, „ich wusste gar nicht, dass du dir Orte wie diesen leisten kannst.“ Selbstgefällig lächelnd drehte sie sich um und sah Gareth an. Tallie sah, wie Josies Augen leuchteten, während ihr Blick auf ihm liegen blieb.
Für einen kurzen Moment – nur ein paar Herzschläge lang – war es ganz still. Dann fragte Josie: „Willst du uns nicht vorstellen?“
„Gareth Hampton. Ein … ein Freund aus Cranscombe.“
„Meine Güte“, sagte Josie charmant. „Wenn ich mir vorstelle, dass ich gerade gehen wollte.“ Sie lächelte. „Nun, ich bin Natalies Cousine, und ich wette, sie hat mich nicht mit einer Silbe erwähnt.“
„Nein, das hat sie tatsächlich nicht.“ Gareths Stimme klang seltsam, beinahe heiser. Er fixierte sie ebenfalls, und er schien wie betäubt.
Tallie hatte den seltsamen Eindruck, dass diese zwei in einer anderen Welt seien, und hörte sich selbst mit hölzerner Stimme sagen: „Wir wollten gerade Tee trinken.“
Sie nahm wahr, dass die beiden sich zu ihr umdrehten und sie erstaunt ansahen, als hätten sie vergessen, dass Tallie überhaupt existierte. Dann wurde ihr klar, dass es genau so war.
Josie lächelte wieder. „Was für eine schöne Idee“, entgegnete sie mit weicher Stimme.
Irgendwie schaffte Tallie es, den Arm zu heben und auf ihre Uhr zu schauen. „Aber mir war nicht bewusst, wie spät es schon ist. Ich muss ganz schnell zur Arbeit.“
Es war noch früh am Nachmittag, doch sie wusste, dass sie genauso gut hätte sagen können, sie ginge jetzt Bungee-Jumping vom Turm der St. Pauls Kirche, ohne dass Josie und Gareth es überhaupt wahrgenommen hätten. Sie ging davon, schnell genug, um den Eindruck zu vermitteln, dass sie in Eile war – schließlich wurde sie noch anderswo erwartet –, aber nicht so schnell, dass es aussah, als renne sie davon.
Hatte die Wohnung sie schon zuvor eingeengt, wurde sie jetzt zum echten Albtraum. Es schien so, als sei Gareth zu jeder Tages- und Nachtzeit dort. Und es kostete Tallie äußerste Anstrengung zu verbergen, wie sehr es ihr wehtat, Gareth hier zu sehen oder seine Stimme zu hören.
Ein einziges Mal kam sie heim und traf ihn allein an. Sie stoppte in spürbarem Entsetzen, murmelte „Entschuldige mich“ und wollte in ihr Zimmer gehen.
Doch er folgte ihr. „Bitte, Natalie, können wir nicht vernünftig miteinander umgehen?“, fragte er gereizt. „Ich habe das Gefühl, ich hätte dir einen Todesstoß versetzt. Und jetzt sagt Josie noch, du willst ausziehen.“
Dann ergänzte er, als wolle er sich verteidigen: „Um Himmels Willen, es ist ja nicht so, als wäre etwas zwischen uns gewesen. Du bist Guys kleine Schwester, das ist alles.“
Nicht für mich – für mich niemals …
Sie schwang herum, um ihn anzusehen. „Das … das war mir nicht klar.“
„Es wäre niemals mehr daraus geworden.“
„Warum nicht?“ Plötzlich fühlte sie sich wieder klein und hässlich. „Bin ich so abstoßend?“
„Nein, natürlich nicht.“ Er sprach widerstrebend, ganz eindeutig tat es ihm bereits leid, das Gespräch angefangen zu haben.
„Was ist es dann? Ich möchte es wirklich gern wissen.“
Er zögerte, sichtlich betreten, dann fuhr er fort. „Weißt du, Natalie, es war so offensichtlich, dass du vollkommen unerfahren bist. Ich konnte damit nicht umgehen. Ich wollte es auch nicht.“
Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie ihn falsch verstanden hatte. „Ich dachte, Männer mögen das – zu wissen, dass sie der Erste sind.“
„Ich nicht.“ Er schüttelte den Kopf.
Sie war unglaublich verletzt. Doch entscheidend war in diesem Moment, Haltung zu bewahren und ihn nicht spüren zu lassen, wie sehr er ihr wehgetan hatte.
Dieser Moment war das letzte Mal gewesen, dass sie mit ihm gesprochen hatte. Und vielleicht hatte ein Teil des Schmerzes, den sie noch immer fühlte, nichts mit seiner Zuneigung zu Josie zu tun. Niemand, sagte sie sich,...




