Craven | Sonnenaufgang über dem Languedoc | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Craven Sonnenaufgang über dem Languedoc


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5779-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5779-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als Meg die Rolle ihrer Schwester Margot übernimmt und nach Frankreich fährt, ahnt sie nicht, dass sie diese Entscheidung bald bitter bereuen wird. Meg verliebt sich leidenschaftlich in Jérôme, der sie aber für die leichtfertige, intrigante Margot hält. Soll sie ihm die Wahrheit sagen?



Sara Craven war bis zu ihrem Tod im November 2017 als Autorin für Harlequin / Mills & Boon tätig. In über 40 Jahren hat sie knapp hundert Romane verfasst. Mit mehr als 30 Millionen verkauften Büchern rund um den Globus hinterlässt sie ein fantastisches Vermächtnis. In ihren Romanen entführt sie ihre Leserinnen in eine sommerliche mediterrane Welt und sorgt für Stunden voller Unterhaltung und Herzklopfen. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin fand sie auch noch die Zeit, sich von 2011 bis 2013 als Vorsitzende der Romance Novelists' Association zu engagieren.
Craven Sonnenaufgang über dem Languedoc jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

„Ich hab’s! Du fährst für mich – das ist die Lösung!“, erklärte Margot Trant.

Darauf folgte eisiges Schweigen.

Schließlich räusperte Meg Langtry sich. „Damit wir uns richtig verstehen“, sagte sie zögernd. „Du erwartest also, dass ich nächsten Monat zu deiner Patentante auf das Château, das Schloss in Südfrankreich, fahre und behaupte, ich sei Margot Trant.“ Sie hielt inne und warf ihrer Stiefschwester einen langen, vielsagenden Blick zu. „So soll die Sache deiner Meinung nach ablaufen, nicht wahr?“

„Ja. Was gefällt dir daran nicht?“, erkundigte Margot sich. „Die alte Dame braucht für vier Wochen eine Vertretung für ihre Gesellschafterin, die Urlaub machen will. Wo liegt für dich das Problem, wenn du dort einfach als Margot Trant auftauchst?“

„Für dich ist das natürlich kein Problem“, gab Meg ironisch zurück. „Es spielt auch gar keine Rolle, dass wir uns überhaupt nicht ähnlich sehen!“

Margot zuckte die Schultern. „Ich bin blond, und du bist brünett.“ Geringschätzig musterte sie Megs braunes Haar. „Das kann man leicht ändern. Alles andere ist egal, denn meine Tante kann kaum noch sehen. Deshalb braucht sie ja jemanden, der ihr hilft. Sie wird dich nur verschwommen wahrnehmen.“

„So etwas habe ich mir schon immer gewünscht“, entgegnete Meg spöttisch.

„Komm schon, Meg.“ Margots Stimme klang scharf. „Du könntest es ohne Weiteres tun. Dieser antiquarische Buchladen, in dem du jetzt noch arbeitest, macht Ende der Woche endgültig zu. Dann bist du sowieso arbeitslos. Und dass ich hier nicht weg kann, liegt doch auf der Hand.“

„Warum kannst du denn nicht weg?“, wandte Meg ein. „Ich dachte, im Parlament sei bald Sommerpause. Steven würde dich bestimmt gehen lassen.“

„Wahrscheinlich schon, wenn ich ihn fragen würde.“ Margots Miene wirkte plötzlich angespannt. „Aber er ist endlich soweit, dass er Corinne um die Scheidung bitten will. Deshalb kann ich nicht ausgerechnet jetzt wegfahren.“

„Ach ja“, meinte Meg nun Sie fand es nicht richtig, was ihre Stiefschwester tat. Seit Margot für Steven Curtess, einen jungen Abgeordneten, der aussichtsreicher Kandidat für einen Ministerposten war, als Sekretärin arbeitete, hatte sie zielstrebig darauf hingearbeitet, dass er sich scheiden ließ.

„Außerdem hat meine Patentante kein Recht, mich aus heiterem Himmel zu sich zu zitieren“, fuhr Margot verdrießlich fort. „Meine Güte, als ich sie das letzte Mal sah, war ich neun Jahre alt.“

„Ich wunderte mich schon, warum du sie nie erwähnt hast.“ Margot zuckte die Schultern. „Sie ist eigentlich meine Großtante – Dad war ihr Lieblingsneffe, deshalb hat man mich nach ihr benannt. Wir alle drei, du, meine Tante und ich, heißen Margaret“, fuhr sie triumphierend fort. „Das trifft sich gut, nicht wahr?“

„Ja, erstaunlich.“ Meg schüttelte den Kopf. „Aber es ändert nichts. Am besten schreibst du ihr, dass du hier unabkömmlich bist.“

„Nein. Das wäre eine große Dummheit“, lehnte Margot bissig ab. „Sie hat keine Kinder und auch sonst keine Verwandten. Die Aussicht, ein Schloss im Languedoc zu erben, kann ich nicht einfach in den Wind setzen. Deshalb will ich es mir mit ihr nicht verderben.“ Plötzlich lächelte sie Meg an. „Du siehst, du musst unbedingt für mich hinfahren.“

„Unter keinen Umständen.“ Meg biss sich auf die Lippe. „Das würde man uns sowieso nicht abnehmen, einmal ganz abgesehen davon, dass ich das Ganze für unmoralisch halte.“

„Natürlich nimmt man uns das ab. Margot Trant soll kommen, und eine Margot Trant wird pünktlich dort erscheinen. Außerdem kannst du viel besser mit langweiligen alten Damen umgehen als ich. Du musst sie mir warmhalten. Dafür werde ich dir ewig dankbar sein.“

„Das ist natürlich genau das, was ich brauche“, entgegnete Meg gleichmütig und schob den Stuhl zurück. „Du bist wirklich unmöglich, Margot. Mit deinen schmutzigen Angelegenheiten will ich nichts zu tun haben.“

„Oh, willst du weg?“ Margot betrachtete einen kleinen Fleck auf einem ihrer lackierten Fingernägel. „Ich dachte, der Buchladen hätte mittwochs immer geschlossen.“

„Hat er auch. Aber wie jeden Mittwoch gehe ich auch heute zu Nanny Turner.“

„Natürlich, in ihr kleines niedliches Cottage – oder sollte ich besser unser Cottage sagen?“

Meg zögerte kurz und runzelte dann die Stirn. „Nanny hat ein lebenslanges Wohnrecht in Brydons Cottage“, sagte sie schließlich. „Mein Vater hat das vor seinem Tod klar und deutlich bestimmt.“

„Ja, aber nicht schriftlich, meine Liebe. Sie hat also keinen Rechtsanspruch darauf. Zufällig hat sich Mummy vor einigen Tagen mit dieser Sache befasst. Freunde von ihr, die Nestors, suchen ein Wochenendhaus, und Brydons wäre für sie geradezu ideal.“

Meg schaute sie ungläubig an. „Meinst du das etwa ernst? Nanny hängt doch so sehr an dem Cottage.“

„Darauf wette ich“, gab Margot gehässig zurück. „Es lässt sich gut darin leben.“

„Aber wo sollte sie denn sonst wohnen?“, wollte Meg wissen. „Sie kann ja ins Sandstead-Heim gehen. Freunde von Mummy arbeiten im Sozialdienst, die würden sicher etwas für sie tun.“ Meg war schockiert. Nanny würde es nicht überleben, wenn man sie ins Heim steckte. „Sie macht doch noch alles allein, ist voller Energie und Tatendrang.“

„Gut, du hast es in der Hand.“ Margots Worte klangen unbeteiligt und endgültig. „Wenn du für mich ins Languedoc fährst, werde ich Mummy überzeugen, dass es Verrat am Andenken deines Vaters wäre, Nanny das Cottage zu kündigen.“

„Ach, du meinst, das würde deine Mutter beeindrucken?“, fragte Meg leicht ironisch.

„Ja, denn sie hat deinen Vater sehr gern gehabt. Allerdings ging ihr Nanny mit ihrer rechthaberischen Art auf die Nerven“, entgegnete Margot unbekümmert. „Außerdem habe ich momentan bei Mummy einen Stein im Brett, deshalb kann ich sie herumkriegen, wenn ich es will. Sie kann es kaum erwarten, ein Regierungsmitglied als Schwiegersohn zu bekommen.“

Was aus Corinne Curtess und den Kindern wird, ist ihr wohl völlig gleichgültig, dachte Meg bitter.

„Ich kann sie auch dazu bringen, Nanny das Wohnrecht schriftlich zu garantieren, wenn du die vier Wochen bei meiner Patentante verbringst, ohne dass sie merkt, wer du wirklich bist“, plapperte Margot unbekümmert weiter. „Ich brauche deine Hilfe, Meg. Ich muss unbedingt hier bleiben, um Druck auf Steven ausüben zu können.“

„Wenn ich mich wirklich dazu überreden lasse, dann nur Nanny zuliebe, aber bestimmt nicht, um dich in deiner Affäre mit einem verheirateten Mann zu unterstützen.“

„Oh, tu doch nicht so verdammt erhaben.“ Margot streckte sich wohlig. „Du kannst einen Monat kostenlos Urlaub in Frankreich machen. Und das mitten in der Saison. Was willst du eigentlich mehr?“ Sie lächelte selbstgefällig. „Du kannst auch heute mein Auto nehmen, um zu Nanny zu fahren. Für deinen Frankreichaufenthalt musst du in Übung bleiben.“

Meg biss die Zähne zusammen. „Ich habe noch nicht zugesagt.“ Margot lächelte hinterhältig. „Aber du wirst es tun“, stellte sie fest. „Sonst hat nämlich die arme alte Nanny bald keine Wohnung mehr.“

Obwohl ihr die ganze Sache überhaupt nicht gefiel, war Meg vierzehn Tage später auf dem Weg nach Frankreich.

Sie hatte bei ihrer Weigerung bleiben wollen. Doch als sie sah, wie glücklich Nanny Turner in dem behaglich eingerichteten Haus war und dass sie nicht die geringste Ahnung davon hatte, was ihr durch Iris Langtry und deren Freunde drohte, hatte Meg ihren Standpunkt noch einmal überdacht.

Iris war keineswegs erfreut über das, was ihre Tochter ausgeheckt hatte, akzeptierte es aber trotzdem, wenn auch widerwillig. „Margot verdient es, glücklich zu werden“, meinte Iris seufzend. „Steven ist so ein feiner Mann. Seine Frau soll sehr häuslich sein. Er braucht jedoch eine Frau, die an seiner Seite repräsentiert und ihm zuarbeitet und ihn in seiner politischen Karriere unterstützt.“

Wenn er Margot so gute Eigenschaften zuschreibt, dann ist es kein Wunder, dass das Land in so einem katastrophalen Zustand ist, dachte Meg, während sie Vorbereitungen für die unfreiwillige Reise traf. Niemand würde auf die Idee kommen, ihre Stiefschwester als häuslich zu bezeichnen.

Iris hatte darauf bestanden, Meg neu einzukleiden. So hatte die Sache wenigstens einen guten Aspekt.

„Man nimmt ja an, dass du meine Tochter Margot seist“, wehrte sie Megs Einwände ab. „Deshalb kannst du nicht in deinen alten Klamotten herumlaufen.“

Die neue Haarfarbe gefiel Meg überraschend gut. Sie hatte das braune Haar dunkelblond färben und mit Strähnen aufhellen lassen.

Sie war so beschäftigt, dass sie keine Zeit fand, traurig über das Schließen des Buchladens zu sein, in dem sie achtzehn Monate gearbeitet hatte. Der Inhaber wollte sich zur Ruhe setzen. Noch machte sie sich keine Gedanken darüber, wo sie nach dem Abenteuer Frankreich arbeiten würde. Vorerst hatte sie genug andere Probleme zu lösen.

Mr. Otway, ihr Arbeitgeber, hatte beifällig genickt, als sie ihm von der bevorstehenden Reise erzählte. „Ah, ins Languedoc, das Land der Troubadours und der Katharer“, hatte er gemeint.

„Katharer?“, erkundigte sich Meg.

„Ja, eine strenge mittelalterliche Sekte. Sie glaubten, das ganze Leben sei grundsätzlich ein Elend und eine unaufhörliche Suche nach dem Licht. Von der...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.