Crawford | 13 SHADOWS, Band 40: SAAT DES BÖSEN | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 40, 179 Seiten

Reihe: 13 Shadows

Crawford 13 SHADOWS, Band 40: SAAT DES BÖSEN

Horror aus dem Apex-Verlag!
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7487-1860-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Horror aus dem Apex-Verlag!

E-Book, Deutsch, Band 40, 179 Seiten

Reihe: 13 Shadows

ISBN: 978-3-7487-1860-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



England in den 1960er Jahren: Joanna Bruce ist jung, hübsch und mittellos. Sie hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Eine Zufallsbegegnung in der U-Bahn bringt sie mit dem alten und mürrischen Martin Crask zusammen, der im Rollstuhl sitzt. Der steinreiche Crask bietet ihr sofort einen Job als Gesellschafterin an. Der einzige Nachteil: Sie muss ihn nach Cornwall auf sein Anwesen begleiten. Joanna willigt ein. Das ihr angebotene Gehalt ist einfach zu gut. Zunächst genießt Joanna ihr Luxusleben. Sie liest Mr. Crask vor und fährt ihn durch die wild-romantische Landschaft. Dabei entdeckt sie die Brandruine auf dem Anwesen und wird eindringlich vor den aufgegebenen Zinngruben gewarnt... SAAT DES BÖSEN von Petrina Crawford wurde erstmals im Jahre 1967 in den USA veröffentlicht; in Deutschland erschien der Roman 1971 in der Reihe HORROR EXPERT. SAAT DES BÖSEN erscheint als durchgesehene Neuausgabe in der Horror-Reihe 13 SHADOWS aus dem Apex-Verlag, die ganz in der Tradition legendärer Heftroman-Reihen wie GESPENSTERKRIMI und VAMPIR-HORROR-ROMAN steht.

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  Vorspiel
    Mit Hass im Herzen, in dem noch vor kurzem Dankbarkeit und Liebe gewesen waren, lenkte der Reiter sein Pferd durch die Nacht. Der kalte Regen schlug ihm unter dem Schirm der Offiziersmütze ins Gesicht und vermischte sich mit dem Schweiß des hellbraunen Warmbluthengstes, den er ritt. Es wäre, für die meisten Männer, ein unmöglicher Ritt gewesen, zumal in dieser regnerischen und sturmdurchtobten nächtlichen Schwärze; aber er kannte die Straße, kannte die ganze Landschaft so gut wie sein Gesicht im Rasierspiegel. Vielleicht kannte er sie sogar besser, denn sein Gesicht hatte sich während der verflossenen Monate verändert. Seine Wangen waren eingefallen, seine Backenknochen waren deutlich zu sehen, die Augen waren tief in ihren Höhlen eingesunken. Von Tag zu Tag war sein Gesicht stärker eingefallen, so dass es schließlich eher an einen Totenschädel erinnerte. Kurz vor dem Tor ließ er sein Pferd langsamer gehen, zog dann die Zügel straff und stieg ab. Nach wenigen Schritten hatte er den Pfad entdeckt, schlang die Zügel des Pferdes um den dicken Zweig eines Gebüsches und ging zu Fuß weiter. Das Haus befand sich über ihm und machte einen drohenden Eindruck. Er konnte es mehr fühlen als sehen. Er bahnte sich einen Weg durch die Sträucher, von denen das Haus umgeben war, ging um eine Ecke herum und sah über sich einen Lichtstreifen, der durch einen Vorhangschlitz im ersten Stock schimmerte. Er starrte ihn an und presste die Zähne zusammen. Die Kinnmuskeln in seinem hageren Gesicht spannten sich. Nach drei Schritten hatte er eine tief in die Wand eingesetzte Tür erreicht und drückte deren Klinke nieder. Die Tür öffnete sich langsam, doch wenn dabei ein Geräusch entstand, so ging es in dem von Blitzen ausgelösten Donner unter. Drinnen brannte kein Licht, aber er war auch nicht darauf angewiesen. Er bewegte sich so zielstrebig wie ein Blinder in seiner eigenen Wohnung. Er befand sich im Kellergeschoss. Seine Finger tasteten nach dem kalten, feuchten Metallgeländer in Hüfthöhe, und er ging halb um den kompletten Kreis herum, den dieses Geländer beschrieb. Seine Lippen verzerrten sich zu einem sonderbaren Lächeln, als er an den Zweck und den Grund dachte, aus dem dieses Gebäude darüber erbaut worden war. Jetzt ging er auf die hintere Wand zu und stieg dort eine Treppe hinauf. Er öffnete eine weitere Tür und trat aus dem feuchten Keller in das Erdgeschoss des vollkommen ruhigen Hauses. Nach dem Toben des draußen herrschenden Gewittersturms konnte er seinen Atem und das leicht quietschende Geräusch seiner Stiefel hören, als er sich auf die nächste Treppe zubewegte. Er zog seinen Mantel aus und ließ ihn auf den Fußboden neben der untersten Treppenstufe fallen. Seine Mütze legte er obendrauf. Eine Hand auf das richtungsweisende Treppengeländer gelegt, stieg er - trotz seiner Größe und seines Körpergewichts - mit leichten Schritten nach oben. Dort blieb er stehen und blickte den Korridor entlang. Unter der einen Tür sah er einen Lichtschein, der wie ein silbernes Spinngewebe auf dem Läufer zu liegen schien. Er bewegte sich geräuschlos, wie ein seine Beute anschleichender Tiger, auf diesen Lichtschein zu. Dann griff er mit der einen Hand nach dem Türknopf. Drinnen hörte er zunächst das Lachen eines Mannes - dann das vergnügte Gelächter einer jungen Frau. Er drehte den Türknopf herum, öffnete die Tür und trat mit einer fließenden Bewegung ein. Das Paar in dem Himmelbett blickte ruckartig zur Tür, sah die große Gestalt in der Uniform mit den drei Sternen eines Captains auf den Schultern und einem Revolverhalfter an seinem Gürtel. Und diese Gestalt starrte sie an. Die Frau saß auf der Bettkante und hatte sich gegen die Kissen gelehnt. Das weiche blonde Haar fiel ihr über die Schultern; ihre Augen waren groß und erschrocken. Sie trug einen leichten blauen Morgenmantel mit weißem Pelzbesatz, der von einem breiten Gürtel zusammengehalten wurde. Die eine Hälfte war zur Seite gezogen, so dass man die volle rosige Brust sehen konnte. Der auf der Bettkante sitzende Mann - er hatte sich über die Frau gebeugt trug eine Khakihose und ein Uniformhemd aus dem gleichen Stoff. Als er den Eindringling sah, wirkte sein Gesicht noch verstörter als das der Frau. Der Mann an der Tür zitterte jetzt; seine Muskeln wurden steinhart, als er diese Szene in sich aufnahm. Die Frau schlug die Hände vor ihr Gesicht, als wolle sie sich vor dem Anblick von etwas Unerträglichem schützen. Der Mann fand seine Stimme wieder und stieß durch seine zusammengepressten Zähne hervor; »Dann ist es also wahr. Die ganze Zeit mit ihm und anderen. O Gott! Mit wie vielen anderen...« Sie konnte nicht sprechen. Der Mann erhob sich langsam von der Bettkante und wich blassen Gesichts bis zur Wand zurück. Er wusste, dass er gekommen war, um seine Verabredung in Samarra einzuhalten. Da sprang der große Captain auf den Mann los; seine linke Hand packte die Kehle, die Finger gruben sich in das weiche Fleisch des Halses, und die Faust des anderen Arms schlug wieder und wieder gnadenlos zu. Der andere Mann versuchte, die Hand von seiner Kehle zu reißen, die sich wie ein Schraubstock daran festgeklammert hatte, aber sie ließ nicht locker. Er sank in die Knie, wurde in dieser Position festgehalten, während die eiserne Faust unerbittlich weiter auf ihn einschlug. Die Frau sprang aus dem Bett und wollte den wie ein Dreschflegel schwingenden Arm festhalten. »Du wirst ihn umbringen!... Tue es nicht... Ich verspreche dir...« Er kümmerte sich nicht um sie; seine Augen waren auf den Mann vor seinen Füßen gerichtet. Er stoppte - gerade lange genug, um seinen Arm aus den Händen der Frau zu befreien und ihr - noch aus dem Schwung heraus - einen Rückhandschlag zu versetzen, der ihr die Nase und das Kinn brach und sie ins Bett zurückschleuderte. Die Wucht, mit der dieser Hieb ausgeführt wurde, war so verheerend, dass sie auf der anderen Bettseite auf den Boden stürzte und die Petroleumlampe auf dem Nachttisch mit hinunterriss. Doch der Angreifer blickte nicht einmal in diese Richtung; er sah nur den Mann, der jetzt bewusstlos auf dem Boden lag. Er bückte sich, packte den Mann mit beiden Händen und warf ihn ohne sichtbare Anstrengung über seine Schulter. Dann machte er kehrt, ging zur Tür und verließ den Raum auf dem gleichen Weg, den er gekommen war. Das ausgelaufene Petroleum der Nachttischlampe fing Feuer, und das Feuer züngelte gierig nach dem' Bettzeug und den Vorhängen des Baldachins. Dann hatte es auch den blauen Morgenmantel ergriffen. Die Frau erwachte schmerzgepeinigt aus ihrer Bewusstlosigkeit, stützte sich auf ihre Knie, schrie gellend und schlug mit ihren Händen auf die Flammen ein. Doch es war schon zu spät; der ganze Raum brannte lichterloh. Hörte der Mann, der die Treppe hinunterging, diese Entsetzens- und Schmerzensschreie, so widmete er ihnen keinerlei Aufmerksamkeit. Er trug seine Last ins Kellergeschoss, legte sie auf den Boden und zündete ein Streichholz an, um nach der Lampe zu suchen, die auf einem Regal stehen musste. Er fand die Lampe, hielt die Streichholzflamme an den Docht, stützte sich mit beiden Händen auf das kreisrunde Geländer und blickte nach unten. Nichts hatte sich verändert. Er streckte eine Hand aus und zog an einer Kette, die am Ende einen Haken hatte. Er beugte sich weit vor und ließ den Haken in der metallenen Haspe einer hölzernen Falltür einrasten. Die Kette lief über einen primitiven Flaschenzug. Als er an ihr zog, öffnete die Falltür sich langsam, und ein merkwürdiger Leichengeruch erfüllte den Raum. Als die Klappe offen war, bückte er sich und zog die reglose Gestalt ohne jede Gefühlsregung an den Rand des Schachts. Kopf und Schultern hingen über, während der Rest des Körpers noch auf dem Kellerboden lag. Jetzt hob er die Beine an, bis der Körper das Übergewicht bekam und mit dem Kopf voran in die höllische Finsternis stürzte. Der Mann zählte schweigend die Sekunden, bis er einen dumpfen Aufprall hörte. Dann schloss er wieder die Falltür und ging mit festen Schritten nach oben. Als er den Korridor erreicht hatte, schlugen die Flammen bereits aus der offenen Tür. Wie aus einem Traum erwachend, in die Wirklichkeit gestürzt, rannte er darauf zu. In der Flammenhölle des Zimmers konnte keine Spur von Leben mehr vorhanden sein. Die anderen Lampen waren explodiert und hatten für einen Feuerregen gesorgt, der nichts verschont hatte. Er stand in geduckter Haltung da, während schreckliche, fast tierische Schreie über seine Lippen kamen. Dann machte er plötzlich kehrt und rannte blindlings die Treppe hinunter, während ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Er stöhnte laut und murmelte zusammenhanglose Worte. »Mögen Sie vergehen... Das Feuer wird reinigen... sie werden mich nicht so behandeln - mich nicht!« Wieder draußen im Gewitterregen, konnte er das Feuer im Fenster sehen. Als er beobachtete, zersplitterte das Fenster; die Außenluft drang ein, trieb das Feuer vor sich her in den Korridor hinaus und hinein in die anderen Räume. »Das werden sie mir niemals antun!«, schrie er laut. »Niemals!!!« Ohne noch einmal zurückzublicken hetzte er durch die Sträucher und den Pfad hinunter zu seinem ungeduldig wartenden Pferd. Er keuchte heftig, als er sich auf das Pferd schwang und in die Nacht hineingaloppierte.   Keine Tat ist jemals beendet und erledigt, keine Handlung ganz abgeschlossen. Selbst das Fallen der Henkerklappe bedeutet nur das Ende für einen Menschen....



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