E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Crews Bleib diese eine Nacht, Prinzessin!
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3464-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-3464-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Prinzessin Carliz ist daran gewöhnt, dass alle ihre Wünsche erfüllt werden! Doch es gibt einen Mann in ihrem Leben, den sie will, aber nicht haben kann. Denn beharrlich kämpft der Jet-Set-Milliardär Valentino Bonaparte gegen die Leidenschaft zwischen ihnen an. Aus traurigen Gründen, von denen die verliebte Prinzessin nichts ahnt. Auch als sie endlich eine berauschende Nacht lang auf seinem Anwesen am Mittelmeer zusammenfinden, schickt Valentino sie am nächsten Tag fort. Doch diesmal geht die Prinzessin mit mehr als mit Tränen in den Augen ...
Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm 'Stolz und Vorurteil' mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.
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1. KAPITEL
Noch nie war Prinzessin Carliz ungeladen in eine Trauung geplatzt.
Sie erhielt mehr als genug Einladungen. Es gab kaum einen Grund, sich noch eine zusätzliche Feier anzutun.
Doch diese Hochzeit war anders.
Ihr ganzes Leben hing davon ab, heute das Richtige zu tun. Was sich natürlich sehr dramatisch anhörte, aber der reinen Wahrheit entsprach.
Die Hochzeit würde ihr Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Es lag allein an ihr, diesen Tag zu einer guten Erinnerung zu machen oder zu einer unsäglich traurigen. Carliz wusste genau, dass danach nichts mehr wie früher sein würde.
„Nur kein Druck“, murmelte sie trocken vor sich hin, als sie das kleine Rennboot bestieg, das sie in der Marina di Pisa gebucht hatte, zehn Kilometer außerhalb der Stadt, die für ihren schiefen Turm bekannt war.
Sie ging das ganze Unterfangen wie ein Rätsel an, die sie schon immer gerne gelöst hatte. Sich darauf zu konzentrieren, wie sie es auf eine Privatinsel voller Wachleute und zu einer der aufsehenerregendsten und bestgeschützten Trauungen des Jahres schaffen sollte, war interessanter, als sich zu fragen, wie sie etwas so Dummes tun konnte.
Das größte Rätsel jedoch war und blieb Valentino Bonaparte, Vale für seine Freunde, zu denen sich Carliz nicht unbedingt zählte.
Ihr ganz persönlicher Fluch war ihr Entschluss, dieses Rätsel ohne Kompromisse zu lösen.
Das Boot samt Kapitän zu mieten stellte kein Problem dar. Sie war eine Prinzessin, und auch wenn die italienische Küste alle Touristen willkommen hieß, waren die reichen doch besonders beliebt. Carliz über diesen strahlend blauen Teil des Mittelmeers zu befördern, war also kein Problem. Besonders nicht an einem so herrlichen Sommertag. Die kleine Insel, die sich seit Generationen im Besitz von Valentinos Familie befand, war zwar über eine lange Sandbank mit dem Festland verbunden, doch so ging es schneller.
Während das Boot mühelos durch die Wellen schnitt, wickelte sich Carliz sorgfältig einen Seidenschal um den Kopf. Auf dieser Reise betrachtete sie sich als Heldin der Geschichte, die tapfer tat, was getan werden musste, egal wie hoch der Preis dafür war.
Da spielte es auch keine Rolle, dass sie wusste, wie undankbar Valentino sich zeigen würde.
Seine Familie nahm für sich in Anspruch, direkt von Napoleon abzustammen, doch niemand nahm diese Behauptung ernst. Einmal hatte sie Valentino auf einer Party sagen hören, seine Linie der Bonapartes stamme eher von einem besonders fantasiebegabten Ziegenhirten ab. Denn das war alles, was es auf der Insel gab. Ziegen, wilden Oleander und drei Herrenhäuser. Eines gehörte dem als unausstehlich geltenden Milo Bonaparte, der Valentino und dessen unehelichen Halbbruder Aristide in einem öffentlich ausgetragenen Dauerkonflikt hatte groß werden lassen. Als sie achtzehn waren, hatte ihr Vater die ganze Insel – bis auf die Landzunge, auf der er selbst lebte – in zwei Hälften aufgeteilt und seinen Söhnen aufgetragen, ihm zu beweisen, welcher von ihnen es am ehesten verdiente, nach seinem Tod alles zu erben. Denn es würde nur einen Erben geben.
Sie hatten sich auf dem jeweiligen Teil der Insel ihre eigenen Prachtbauten errichten lassen.
Es war allgemein bekannt, dass die beiden Bonaparte-Söhne, wenn auch unterschiedlicher Herkunft, einst eng befreundet gewesen, jetzt aber Todfeinde waren. Manch einer glaubte, die Feindschaft gründete darauf, dass sie beide auf die Erbschaft hofften, doch das schien wenig logisch zu sein, da beide Männer mit eigenen Unternehmen schwindelerregend reich geworden waren.
Aber Carliz wusste auch, dass Valentino jahrelang mit einem Konflikt leben konnte, ohne das Bedürfnis zu verspüren, ihn aufzulösen. Als zöge er es vor, unglücklich zu sein. Was auch ein Grund dafür ist, dass ich heute hier bin, sagte sie sich, als das Boot anlegte.
Das und die Tatsache, dass sie selbst überhaupt nichts vom Unglücklichsein hielt.
Zuerst allerdings musste sie herausfinden, wo die Trauung stattfand. Die Insel war zwar klein, aber groß genug, um in drei Teile mit jeweils einem eigenen Anwesen unterteilt zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, in die falsche Richtung zu laufen, war groß, und was dann? Sie bezweifelte, dass es auf Privatinseln Taxistände gab.
Wenn sie ehrlich war, hatte sie diesen Teil nicht besonders gut durchdacht. Wenn ihr Vater noch am Leben wäre, hätte sie ihn mit ihrer Unvernunft zur Verzweiflung getrieben. Aber das hätte sie auch mit einem Eintritt ins Kloster geschafft.
Stattdessen hatte sie, nachdem ihre ernsthafte ältere Schwester nach dem Tod des Vaters den Thron bestiegen und ihre Mutter sich in einen wandelnden Gedenkschrein verwandelt hatte, einfach gemacht, wozu sie Lust hatte.
Denn ihrer Meinung nach war genau das der Sinn und das Privileg der königlichen Nachkommen, die keine Thronerben waren.
Und so war sie in der gesamten Geschichte ihres winzigen Königreichs das erste Mitglied ihrer Familie, das die Universität besucht hatte. Und das auch noch in England, umgeben von Bürgerlichen. Im Anschluss an ihr Kunststudium hatte Carliz mit dem Gedanken an ein Bohème-Leben gespielt, aber schnell herausgefunden, dass sie dafür zu königlich war. Sie konnte malen, was sie wollte – und das tat sie wirklich gerne –, doch was die Menschen sahen, waren nicht ihre Bilder, sondern die Regentschaft ihrer Schwester.
Also hatte sie Mila – Königin Emilia für alle anderen – damit aufgezogen, dass es nunmehr ihre Pflicht sei, den Stachel im Fleisch der royalen Familie zu spielen.
Du kannst tun, was du möchtest, hatte ihre Schwester mit der ihr eigenen Gelassenheit erwidert. Alles, was ich erwarte, ist, dass deine Skandale unterhaltsam sind, aber nicht blamabel.
Das hatte Carliz versprochen. Und sie stand zu ihrem Wort.
In den folgenden Jahren hatte sie ihr Licht in ganz Europa erstrahlen lassen, an den warmen Stränden Spaniens und in den prächtigen Villen und Jachten an der Côte d’Azur. Sie war in der Schweiz Ski gelaufen, unter den Palmen und auf den breiten Boulevards von Los Angeles herumspaziert und hatte eine Saison lang inneren Frieden und veganes Essen – die einander ihrer Erfahrung zufolge eher ausschlossen – in einem entlegenen Canyon bei Malibu ausprobiert.
Deine Schwester verwöhnt dich, hatte ihre Mutter irgendwann mürrisch konstatiert. Carliz wusste nicht mehr genau wann, vielleicht zu Beginn ihrer ersten Pariser Phase. Vielleicht auch während der zweiten Saison in Mailand. Es war schwer zu sagen, denn irgendwann sahen die Nobelhäuser alle gleich aus, die Abende begannen nach Mitternacht und dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Aber früher oder später wirst du deinen Beitrag zur Krone leisten müssen.
Ich finde, mein Beitrag in Sachen Lebensfreude ist mehr als genug, hatte Carliz nur halb im Scherz geantwortet. Ich bringe Mila zum Lachen.
Du wirst heiraten müssen. Ihre Mutter lachte nicht. Das tat sie nie, seit sie ihre Trauer mit sich herumschleppte wie eine Rüstung. Deine Schwester ist noch kinderlos. Selbst du weißt, was das bedeutet. Auch du trägst Verantwortung, Carliz, ob es dir gefällt oder nicht.
Dabei war es gar nicht so, dass Carliz Verantwortung ablehnte. Aber da war diese Ruhelosigkeit in ihr, eine Art Sehnsucht, die alles durchdrang. Sie war gut darin, sorglos zu lachen oder einen witzigen Kommentar zu machen, eine lustige Geschichte so zu erzählen, dass sämtliche Partybesucher in Gelächter ausbrachen. Sie schaffte es, die Stimmung in jedem Raum, den sie betrat, zu verändern. Sie war überzeugt davon, dass es eben diese Ruhelosigkeit war, die ihr diese Dinge ermöglichte. Denn sie trieb nicht nur auf der Oberfläche und behandelte auch andere Menschen nicht, als täten sie es.
Aber diese Fähigkeiten wurden nicht als Gabe angesehen. Es waren einfach Party-Tricks. Und obwohl es ihrer Meinung nach Aufgabe der Reserve-Prinzessin war, auf so vielen Partys wie möglich zu glänzen, waren ihre Tricks anscheinend nicht genug.
Sie hatte viel darüber nachgedacht, was sie tun könnte, um nicht nur dekorativ zu sein, sondern auch etwas Gutes zu bewirken.
Außerdem war Carliz insgeheim bewusst geworden, dass dieses funkelnde Auftreten in den Metropolen der Welt sie allmählich langweilte, auch wenn sie es nicht eilig hatte, einen Ehemann zu finden, den ihre Mutter als standesgemäß bezeichnen würde. Eine Freundin hatte ihr Wohltätigkeitsarbeit vorgeschlagen, wie sie fast jede reiche Erbin leistete, um zumindest guten Willen zu zeigen.
Und Carliz hatte herausgefunden, dass sie diese Tätigkeit wirklich liebte. Sie hatte mit Waisenkindern gearbeitet, zu Hause und im Ausland und zum allerersten Mal einen Blick darauf erhalten, was es bedeutete, etwas Sinnvolles zu tun, anstatt ein Leben im Luxus zu führen.
Doch dann war sie Valentino begegnet.
Sie blieb auf dem felsigen Strand stehen und stieß die Luft aus, denn allein an ihn zu denken, veränderte die Temperatur. Die der Luft. Des Himmels. Ihres Körpers. Allein der Gedanke an ihn ließ sie schwindeln.
So war es, seit ihre Blicke sich getroffen hatten.
Um einander festzuhalten.
Es war auf einer Wohltätigkeitsgala in Rom gewesen. Der Abend war mild, und so hatte fast die gesamte Veranstaltung...




