Crews | Castello di Felici - Schloss des Glücks | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2073, 144 Seiten

Reihe: Julia

Crews Castello di Felici - Schloss des Glücks


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-526-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2073, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-95446-526-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Leo di Marco ist Bethanys Märchenprinz, sie seine Prinzessin. Doch gleich nach der Blitzhochzeit zerplatzt der Traum vom Glück. Kaum ist Bethany auf seinem Schloss Castello di Felici angekommen, kümmert Leo sich immer weniger um sie. Bis sie schließlich aus ihrem goldenen Käfig flieht, zurück nach Kanada in ihr bürgerliches Leben. Jetzt muss sie sich nur noch scheiden lassen, um endgültig wieder frei zu sein. Aber anders als gedacht, lässt Prinz Leo sie nicht gehen. Bethany muss erst zu ihm nach Italien reisen! Und was er dort von ihr verlangt, ist einfach unfasslich ...



Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm 'Stolz und Vorurteil' mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.

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2. KAPITEL

Leo sagte kein Wort, aber sein mörderischer Blick ging Bethany durch und durch. Sie sah, wie er sich versteifte, und unwillkürlich hielt sie die Luft an.

Habe ich den Verstand verloren? Wie kann ich nur so etwas behaupten? Es war reine Erfindung, und immerhin war sie noch mit ihm verheiratet. Ihre Knie wurden weich, und einen Moment verschwamm der Saal vor ihren Augen. Sie zwang sich, tief durchzuatmen – das fehlte noch, dass sie jetzt in Ohnmacht fiel!

Noch immer sagte er nichts. Das Schweigen wurde mit jeder Sekunde unerträglicher. Dann verlagerte er sein Gewicht, und sie atmete insgeheim auf.

„Und wer ist der Glückliche?“, fragte er kalt. „Dein Liebhaber, nehme ich an.“

„Ich …“ Hätte sie doch nur nichts gesagt! Aber der Wunsch, seine eiserne Selbstkontrolle ins Wanken zu bringen, war einfach übermächtig gewesen. Warum sollte er zur Abwechslung nicht auch mal die Fassung verlieren und verunsichert sein? Sie hatte ihn treffen und Gleiches mit Gleichem vergelten wollen, damit er wenigstens eine Ahnung davon bekam, wie es sich anfühlte, wenn man verletzt wurde. Außerdem war es das beste Mittel, um ihm begreiflich zu machen, dass es ihr mit der Scheidung ernst war.

„Wir … wir sind uns an der Uni begegnet“, log sie mutig weiter. „Wir verstehen uns wunderbar. Er ist aufmerksam und rücksichtsvoll und hat die gleichen Interessen wie ich …“

Im Gegensatz zu dir, fügte sie stillschweigend hinzu.

Vom ersten Tag nach ihrer Ankunft in Felici hatte Leo sie vernachlässigt, unter dem Vorwand, dass ihn geschäftliche Verpflichtungen zu sehr in Anspruch nahmen. Vom ersten Tag an hatte er sie sich selbst überlassen, in einem fremden Land, einer ihr völlig neuen Umgebung und einem Milieu, das sie nicht kannte. Vom ersten Tag an hatte er sie aus seinem Leben verbannt. Der Mann, der behauptet hatte, sie über alles zu lieben, existierte plötzlich nicht mehr. Es gab nur noch den Prinzen, der ständig von Pflicht und Standesbewusstsein und Verantwortungsgefühl sprach und damit lediglich meinte, dass sie seinen Anweisungen widerspruchslos nachzukommen habe.

Und Leo hatte die starke sexuelle Anziehung, die zwischen ihnen bestand, vom ersten Tag an als Waffe gegen sie eingesetzt. Im Schlafzimmer waren sie vereint, da gab er ihr, wonach sie sich sehnte. Sie dachte an die heißen Nächte mit ihm, an seinen perfekten Körper, den sie bis ins Kleinste erforscht hatte, an die leidenschaftlichen Küsse – und erkannte am Glitzern in seinen schwarzen Augen, dass er in diesem Moment ebenfalls daran dachte.

Bethany wandte sich ab und holte tief Luft. Warum quälte sie sich so? Die Wunden waren vernarbt, sie hatte die Zeit mit ihm überlebt. Das Einzige, was noch zu tun blieb, war, die Scheidung durchzusetzen. Was war daran so kompliziert? Tausende von Ehen wurden täglich geschieden, es war eine reine Formalität.

„Dein neuer Liebhaber ist offensichtlich ein Muster an Vollkommenheit“, bemerkte er und hob ironisch die Brauen.

„Stört dich das?“, konterte sie gereizt. Warum nur gab er ihr permanent das Gefühl, noch ebenso dumm und naiv wie vor fünf Jahren zu sein?

„Gott behüte! Mir liegt es absolut fern, einem so perfekten Glück im Weg zu stehen.“

Verdrossen legte sie die Stirn in Falten. „Auf deinen Sarkasmus kann ich verzichten.“

„Ich werde meine Anwälte verständigen.“

Einen Moment hielt sie dem bezwingenden Blick stand, dann drehte sie den Kopf zur Seite. Wie war es nur möglich, dass sie diesen Mann nach allem, was er ihr angetan hatte, noch immer begehrte? Er brauchte sie nur anzusehen, und ihr Puls schoss in die Höhe. Würde sich das jemals ändern? Wenn nicht, wäre es sinnvoller, sich damit abzufinden, anstatt diesen aussichtslosen Kampf mit sich selbst fortzusetzen.

„A…nwälte?“, echote sie, nur um etwas zu sagen.

Wie gern wäre sie Leo begegnet, wenn sie mehr Lebenserfahrung besessen hätte. Vielleicht wäre sie ihm gegenüber dann nicht so wehrlos. Hätte sie im Haus ihres Vaters nicht so eine behütete Jugend gehabt und ihn nicht so lange pflegen müssen, wäre sie heute vielleicht ebenso selbstsicher wie die meisten Frauen in ihrem Alter. Doch ‚wäre‘ und ‚hätte‘ brachten sie nicht weiter, die Vergangenheit ließ sich nicht ändern. Und außer ihr war niemand da gewesen, der sich um ihren Vater hätte kümmern können. Es tat ihr auch nicht leid – sie war froh, dass sie ihm die letzten Jahre ein wenig erleichtert hatte.

Mit neunzehn hatte sie seinetwegen ihr Studium abgebrochen. Und mit dreiundzwanzig war sie nach seinem Tod nach Hawaii geflogen, um seine Asche dort ins Meer zu streuen, so wie er es sich gewünscht hatte. Wie hätte sie auch ahnen sollen, dass ihr dabei ein waschechter Prinz über den Weg laufen würde?

Woher hätte sie wissen sollen, dass Männer wie Leo tatsächlich existierten und dass ausgerechnet sie einem begegnen würde? War es ein Wunder, dass er ihr Herz im Sturm eroberte? Ein einziger Blick aus den samtschwarzen Augen hatte genügt, und sie war sein gewesen.

„Ja, Anwälte“, wiederholte Leo. „Sie werden das Notwendige einleiten und mich beraten. Auf diesem Gebiet habe ich leider noch keine Erfahrung.“ Er lächelte dünn.

Bethany biss sich auf die Lippe. Sie hatte nicht erwartet, dass er es ihr so leicht machen würde und sich auf einen erbitterten Kampf vorbereitet. Nicht weil er sie liebte oder auch nur brauchte. Es ging um seinen männlichen Stolz – keine Frau hatte ihn jemals verlassen – und natürlich um seine Ehre als Prinz.

„Ist das ein Trick?“, fragte sie argwöhnisch.

„Wie bitte?“ Irritiert sah er sie an, ganz der blaublütige Aristokrat, dem man unredliche Absichten unterstellte.

„Als ich abgereist bin, hast du mir klipp und klar mitgeteilt, dass unsere Trennung nicht endgültig ist“, erwiderte sie steif. „Und es kommt mir nicht so vor, als hättest du deine Meinung geändert. Wie kann ich dir glauben, dass du aufrichtig bist?“

Kein Muskel bewegte sich in dem markanten Gesicht, auch sein Blick blieb unverändert. Er schwieg, während die Spannung zwischen ihnen wuchs. Bethany fiel es mit jeder Sekunde schwerer, ihren inneren Aufruhr zu verbergen. Der Schatten eines Lächelns huschte über seine Züge, dann streckte er einen Arm aus und nahm ihre Hand in seine.

Der unerwartete Kontakt durchfuhr sie wie ein elektrischer Schlag. Er weckte Emotionen, die sie seit einer Ewigkeit nicht mehr empfunden hatte, und es kostete sie all ihre Überwindung, sich seinem Griff nicht zu entziehen. Aber das Zittern konnte sie nicht verbergen.

Leo spürte es. Sein Blick glitt zu ihrer Hand, und er strich sanft mit dem Daumen über die zarte Haut.

Bei der winzigen Liebkosung lief Bethany ein Schauer über den Rücken. „Wa…was tust du?“, wisperte sie.

„Wo ist dein Ehering“, fragte er. „Hast du ihn verloren?“

„Nein, aber ich trage ihn nicht mehr“, brachte sie mühsam hervor. „Schon lange nicht mehr“, bekräftigte sie.

„Natürlich nicht.“ Er murmelte etwas auf Italienisch, das sie zum Glück nicht verstand.

„Eine Weile hatte ich vor, ihn ins Pfandhaus zu bringen“, fuhr sie trotzig fort. „Aber dann dachte ich, das wäre kindisch.“

Er sah auf – in seinen Augen glitzerte es. „Und was immer du auch sein magst, diesen Vorwurf kann man dir nicht machen.“ Mit einem ironischen Lächeln gab er ihre Hand frei. „Bethany ist niemals kindisch, das wissen wir beide, nicht wahr?“

Vom Panoramafenster der Penthouse-Suite, die man für ihn reserviert hatte, sah Leo auf das nächtliche Toronto. Obwohl es bereits Mitternacht war, brannten noch zahlreiche Lichter in den Geschäftshochhäusern der Bay Street. Aber der Autoverkehr hatte nachgelassen. Vom CN-Tower strahlte in regelmäßigen Abständen ein roter Scheinwerfer in den schwarzen Himmel. Nichts von all dem nahm er wahr.

Er konnte nicht schlafen und gab dem Wetter die Schuld. Es regnete, und vom Ontariosee blies ein nasskalter Wind, beides nicht ungewöhnlich für den kanadischen Herbst. Was er brauchte, war noch ein Drink, vielleicht half das, um sich endlich etwas zu entspannen.

Aber natürlich war Bethany schuld – genauer gesagt der Ausdruck von Verletzlichkeit, den er in ihrem Blick erhascht hatte. Er ließ ihm keine Ruhe.

Sie zog ihn in ihren Bann – wie eine Zauberin. Ihre magische Wirkung auf ihn hatte nicht einen Deut nachgelassen.

Als er sie damals in der Brandung am Strand von Waikiki aufgefangen hatte, weil sie das Gleichgewicht verloren hatte, waren es ihre Augen gewesen, die ihn verzaubert hatten. Augen, so weit und blau und strahlend wie der Himmel von Hawaii. Und der Mund mit den weichen sinnlichen Lippen. Wie gut er sich noch an jenen Moment erinnerte: Sie hatte ihn angesehen, als wäre er der einzige Mann auf der Welt, und genauso hatte er sich gefühlt.

Ihretwegen hatte er die eiserne Selbstkontrolle verloren, für die er bekannt war. Ihretwegen war er seinen Prinzipien untreu geworden, hatte die Wünsche seiner Familie in den Wind geschlagen und ein naives, unbedeutendes Mädchen aus Kanada geheiratet – ein Land, das sich von seinem geliebten Norditalien unterschied wie der Tag von der Nacht. Leo war der Nachfahre eines Geschlechts, dessen Stammbaum sich bis ins dreizehnte Jahrhundert zurückverfolgen ließ. Von seiner zukünftigen Gemahlin erwartete man, dass sie ihm ebenbürtig sein würde.

...



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