Crews | Im Sturmwind der Gefühle | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2066, 144 Seiten

Reihe: Julia

Crews Im Sturmwind der Gefühle


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-413-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2066, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-95446-413-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Von Paparazzi gejagt, kehrt das schöne, skandalumwitterte Partygirl Larissa der Glitzerwelt New Yorks den Rücken. Auf einer abgelegenen Insel vor der Küste Maines will sie unerkannt ein neues Leben beginnen. Doch da taucht überraschend Jack Sutton auf, mit dem sie vor Jahren eine heiße Affäre verband. Sofort spürt sie wieder seine gefährlich sinnliche Macht, stärker als jede Naturgewalt. Kaum erobert Jack sie mit einem heißen, berauschenden Kuss, schon ist Larissa verloren. Auch wenn sie weiß, dass der zügellose Playboy nur sein berechnendes Spiel mit ihr treibt ...



Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm 'Stolz und Vorurteil' mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.

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1. KAPITEL

Larissa Whitneys kurzes Glück verflog, als die schwere Tür mit lautem Knall zufiel.

Sie wandte den Blick vom Fenster ab, hinter dem sich weit unten der Atlantische Ozean mit seinen sturmgepeitschten Wellen erstreckte, die gegen die felsige Küste der abgelegenen Insel vor der Küste von Maine schlugen. Kurz sah sie zur Tür des kleinen Restaurants, das sich in dem einzigen Gasthof befand, den es auf dieser verlassenen Insel gab. Weit weg von allem – und genau deshalb war sie hergekommen. Um allein zu sein, wie schon in den vergangenen paar Tagen.

Bis er hereinkam.

Ihr sank das Herz, als sie den Mann an der Tür erkannte. Hastig blinzelte sie, als wäre er nichts als eine Erscheinung, die sie auf diese Weise in die Tiefen ihrer Erinnerung verbannen könnte. Aber nein! Jack Endicott Sutton war wirklich hereingekommen, schüttelte den Regen von seiner Jacke und hängte sie an den Garderobenhaken.

„Ausgerechnet Jack Sutton“, flüsterte Larissa in sich hinein. Fest umklammerte sie den Becher mit Kaffee, an dem sie gedankenverloren genippt hatte, während sie über ihr chaotisches Leben nachdachte. „Bitte nicht …“ Aber niemand hörte ihr zu, überdies war es sowieso sinnlos.

Er war es. Jemand anders konnte es wohl kaum sein.

Sie erkannte ihn sofort, so wie jeder andere Mensch es ihrer Meinung nach tun würde, der zwei gesunde Augen im Kopf hatte. Dieses ausgesprochen markante Gesicht. Seine Züge waren ihr genauso vertraut wie die der großen Filmstars, deren Fotos man in jedem Hochglanzmagazin fand. Wahrscheinlich war er ihr noch vertrauter, weil sie ihn persönlich kannte. Diesen großen, schlanken, athletischen Körper, von dem sich so viele schöne Frauen angezogen fühlten.

An diesem Abend – oder war es erst Nachmittag, schwer zu sagen so weit oben im Norden – trug er ein schlichtes schwarzes T-Shirt, dazu verwaschene Jeans, die seine schmalen Hüften und die muskulösen Beine perfekt betonten. Seine Füße steckten in Arbeitsstiefeln. Er sah aus, als hätte er sich verkleidet, weil er sonst nur Designerkleidung trug. Eigentlich hätte er hier unter den Einheimischen, die genauso angezogen waren wie er, nicht auffallen dürfen.

Aber Jack Sutton würde immer hervorstechen und sich von allen anderen abheben, daran zweifelte sie keinen Moment. Ein Gedanke, der ihr Herz schneller schlagen ließ.

Mit seinem dichten dunklen Haar und den schokoladenbraunen Augen war er nicht nur ein umwerfend gut aussehender Mann. Überdies floss in ihm das blaue Blut von Generationen erfolgreicher Vorfahren, die maßgeblich das Vergoldete Zeitalter Manhattans mitgeprägt hatten. Großindustrielle, Visionäre, Wohltäter, und er war jeder Zoll ihr Erbe. Ein Erbe mit Macht und Einfluss, das er jedoch mit einer lässigen Selbstverständlichkeit trug.

Sie wusste, wer er war und woher er kam. Denn sie entstammte der gleichen privilegierten Gesellschaftsschicht. Aber sie sah ihn auch noch in einem anderen Licht. Er war ihr schrecklichster Albtraum. Und er versperrte ihr den einzig möglichen Fluchtweg.

Na toll, dachte Larissa, die zwischen Verzweiflung und Verbitterung schwankte. Selbst am Ende der Welt schaffst du es nicht einmal unterzutauchen.

Aber es machte jetzt keinen Sinn, hysterisch zu werden. Sie ließ sich auf ihren Stuhl fallen und zog den Kapuzenpullover enger um sich, als könnte sie sich hinter der dicken grauen Wolle verstecken. Als könnte sie darin verschwinden, so wie sie vom Erdboden verschwinden wollte – oder zumindest von all dem, was sie kannte. Was ihr Leben ausgemacht hatte.

Sie zwang sich, den Blick von dem unwiderstehlichsten und begehrtesten Junggesellen Manhattans abzuwenden und sah wieder hinaus zu den hohen Wellen, die erbarmungslos gegen die Felsen krachten. Wahrscheinlich erkennt er mich nicht einmal, redete sie sich selbst ein. Schon vor Monaten hatte sie New York verlassen und niemandem gesagt, wohin sie gehen würde. Zudem hätte wohl kaum jemand sie in Jeans und Pullover an diesem gottverlassenen Ort vermutet, der Tausende Meilen vom nächsten Wellnessparadies entfernt lag. Außerdem hatte sie vor ihrer Abreise ihre langen blonden Locken abgeschnitten, einst ihr Markenzeichen, und die Haare dunkel gefärbt. Weil sie eben nicht erkannt werden wollte, vor allem nicht von Menschen aus ihrem früheren Leben, einem Leben, das reichlich chaotisch gewesen war.

Wobei sie das unangenehme Gefühl beschlich, das Jack Sutton sich nicht so leicht hinters Licht führen ließ. Selbst nicht von Larissa, die es so gut verstand, anderen etwas vorzumachen. Fühlte sie sich deshalb plötzlich so angespannt, so verletzlich?

Sie befahl sich, ruhig zu atmen, so wie die Ärzte in New York es ihr vor Monaten geraten haben. Atme. Er würde sie nicht einmal bemerken, und wenn doch, würde ihm sicher nicht bewusst werden, wer sie war …

„Larissa Whitney.“

Seine Stimme, kühl und tief, war wie eine Berührung, die sie bis ins Innerste erzittern ließ, auch wenn sie völlig reglos dasaß.

Atme.

Er wartete nicht einmal darauf, dass sie ihn bat, Platz zu nehmen, sondern ließ sich auf den Stuhl ihr gegenüber fallen. Sie fürchtete sich davor, in seinen Augen etwas aufleuchten zu sehen, das sie kannte – sollte sie endlich den Mut aufbringen, seinem Blick zu begegnen. Er streckte seine langen Beine unter dem kleinen Tisch aus, sodass sie ihre Beine unweigerlich zurückzog. Sie hasste sich für diese Schwäche, die zeigte, wie sehr er ihr immer noch unter die Haut ging. Zur Hölle mit ihm.

Warum musste von all den Menschen, die sie kannte, ausgerechnet Jack Sutton hier auftauchen? Was hatte er überhaupt hier zu suchen? Er war der Einzige, den sie nie hatte täuschen können. Warum musste ausgerechnet er hier sein? Es hatte Monate gedauert, bis überhaupt jemand von ihrem Namen erfuhr, und jetzt saß sie mit einem Mann auf dieser unwirtlichen Insel gefangen, der zu viel wusste. So war es schon immer gewesen. Aber nicht nur deshalb war er so gefährlich für sie.

Sie könnte so tun, als wäre sie eine andere und würde ihn nicht kennen. Ich habe keine Ahnung, wer Larissa Whitney ist, könnte sie sagen. Und das wäre nicht einmal gelogen, oder? Sie könnte ihre eigene Existenz schlicht leugnen und so ihrem früheren Leben vielleicht entfliehen, das so schwer auf ihr lastete. Ein Teil von ihr wollte es sogar, mit so einer Heftigkeit, die sie eigentlich nicht hätte schockieren sollen.

Doch sein Blick verriet ihr, dass er sie ohne jeden Zweifel erkannt hatte.

Also schenkte sie ihm ein oberflächliches Lächeln, in dem sie schon seit ihrer Kindheit geübt war. Ein Lächeln, das nie ihre Augen erreichte.

„Schuldig im Sinne der Anklage“, sagte sie betont gelassen und gab sich unbeeindruckt von diesem Mann, in dessen Nähe ihr ein Schauer über den Rücken lief – dieser Mann, der so stark und männlich war, so lebendig. Sie rutschte auf ihrem Stuhl hin und her, behielt jedoch eine gelassene Miene bei. Einen leeren Blick, so wie er es wohl erwartete. Weil sie tatsächlich auch nichts als Leere zu bieten hatte, wie sie befürchtete.

„Nun, ich höre.“ Herausfordernd sah er sie an, ein Grinsen auf den Lippen. Oder war es ein Zeichen kühler Verachtung? „Ich habe hier weder eine Horde von Paparazzi entdecken können, noch Jachten an der Küste, die im Novembersturm hin und her geschaukelt werden. Keine Clubs für die Reichen und rettungslos Gelangweilten. Hast du die Küste von Maine vielleicht mit der von Südfrankreich verwechselt?“

„Ich freue mich auch, dich zu sehen“, murmelte sie, als würde sein anklagender Tonfall ihr nichts anhaben. Warum auch? Inzwischen sollte sie sich doch daran gewöhnt haben, hatte sie doch ihr ganzes Leben lang nichts anderes als Vorhaltungen gemacht bekommen. „Wie lange ist das jetzt her? Fünf Jahre? Oder sechs?“

„Was machst du hier, Larissa.“ Er klang weder freundlich noch höflich. Und das bei einem Mann, der jeden Menschen bezaubern konnte, wenn es ihm gefiel – schon sein ganzes privilegiertes Leben lang. Sie hatte selbst erlebt, wie außerordentlich charmant er sein konnte.

„Kann man als Frau nicht mal Urlaub machen?“, fragte sie in lässig-scherzhaftem Ton, obwohl sie nicht so empfand. Aber sie würde ihm sicher nicht zeigen, wie es wirklich in ihr aussah.

„Nicht hier.“ Mit leicht zusammengekniffenen Augen musterte er sie, während sie sich einzureden versuchte, dass sie nicht auf ihn reagierte. „Hier gibt es doch nichts für dich von Interesse. Ein Geschäft, diesen Gasthof, und nicht mal fünfzig Häuser. Das ist alles. Die Fähren zum Festland fahren nur zwei Mal pro Woche, und das auch nur, wenn das Wetter mitspielt.“ Sein perfekt geformter Mund verzog sich zu einem grimmigen Strich. „Ich sehe absolut keinen Grund, warum es einen Menschen wie dich hierher verschlagen sollte.“

„Wegen der Gastfreundschaft“, sagte sie trocken und nickte ihm zu, als hätte er sie mit offenen Armen empfangen.

Sie lehnte sich auf dem Stuhl zurück. Warum sie gerade jetzt einen Knoten im Magen verspürte und sich plötzlich schwach fühlte, wusste sie selbst nicht. Schließlich kannte sie Jack schon ihr ganzes Leben lang. Sie entstammten den gleichen Kreisen von New Yorks Superreichen, einer Glitzerwelt voller Luxus und Langeweile. Sie hatten die gleichen teuren Privatschulen und später die gleiche Eliteuniversität besucht. Waren auf den gleichen Partys gewesen, in Aspen, den Hamptons, Miami oder Martha’s Vineyard.

Larissa erinnerte sich, Jack auf...



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