E-Book, Deutsch, 132 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
Criswell Eine Braut gehört dazu
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7457-5347-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 132 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-7457-5347-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Keine Braut, keine Hochzeit - so einfach ist das. Also muss die hinreißende Hochzeitsausstatterin Meredith für den Millionär Adam Morgan erstmal eine Braut finden, denn Adam will ganz schnell heiraten. Nach dem ersten leidenschaftlichen Kuss, der ersten sinnlichen Nacht fällt Adam dann plötzlich ein, wen er am liebsten heiraten würde - Meredith ...
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1. KAPITEL
Verblüfft starrte Meredith den Mann an, der ihr an dem runden Tisch aus Mahagoni gegenübersaß und unablässig Schalen von Sonnenblumenkernen auf ihren neuen Teppich fallen ließ. Er wirkte sehr seriös in seinem teuren weißen Hemd und dem Anzug von Armani, der mindestens zweitausend Dollar gekostet haben musste. Doch trotz seines Geldes, seines guten Aussehens und seiner Bildung musste er völlig verrückt sein.
„Ich brauche wirklich eine Frau, Miss Baxter“, wiederholte er. „Ich möchte, dass Sie so schnell wie möglich eine finden. Ich stehe sehr unter Termindruck und bin bereit, eine hübsche Summe für Ihre Bemühungen zu zahlen.“ Er knackte einen weiteren Sonnenblumenkern mit seinen strahlend weißen, äußerst ebenmäßigen Zähnen.
Während sie auf das Scheckbuch starrte, mit dem er wedelte, klopfte sie unablässig mit dem Fuß auf den Teppichboden. Manche Leute kauten an den Fingernägeln oder spielten mit den Haaren, wenn sie nervös waren. Meredith tippte mit dem Fuß auf. Sie war eine ausgezeichnete Hochzeitsplanerin und stolz darauf, dass sie diesen besonderen Tag ihrer Kunden perfekt zu gestalten verstand. Doch sie war keine Zauberin oder Ehevermittlerin.
Dieser Adam Morgan brauchte keine Frau. Er brauchte einen Seelendoktor. Und mit seinen Millionen konnte er sich den besten Psychiater leisten, den Morgantown zu bieten hatte.
„Vielleicht haben Sie nicht richtig verstanden, was ich tue, Mr. Morgan. Ich richte Hochzeiten aus und bin keine Kupplerin. Best Laid Plans arrangiert gern eine Kirche und einen Festsaal für den Empfang, besorgt die Blumen, die Musik und die Verpflegung. Aber was die Braut angeht, können wir nur das Brautkleid beschaffen.“
Adam Morgan schnippte ein imaginäres Staubkörnchen von seinem makellos geschneiderten marineblauen Jackett und trommelte mit den manikürten Fingern auf den Tisch. Alles an ihm war perfekt gepflegt, von den perfekt geschnittenen, dunklen Haaren bis hin zu den auf Hochglanz polierten Lederschuhen. Sie war sicher, dass er keine gewöhnliche Unterwäsche, sondern seidene Boxershorts trug.
„Ist mit meiner Kleidung etwas nicht in Ordnung, Miss Baxter? Sie starren auf meinen Schoß.“ Adam zog eine Augenbraue hoch, doch seine Miene blieb nichts sagend. Er unterdrückte den Drang, über ihre offensichtliche Verlegenheit zu lachen. Als Rothaarige mit milchigem Teint errötete sie leicht, sodass es ihr schwer fiel, ihre Gedanken zu verbergen. Und woran sie momentan offensichtlich dachte, faszinierte ihn. Wäre seine Lage nicht so trübe gewesen, wäre er versucht gewesen, der Sache nachzugehen.
„Oh nein. Es ist alles in Ordnung.“ Meredith hoffte, dass ihr Gesicht nicht so rot wie ein Hummer war. Sie verschränkte die Finger auf dem Tisch und versuchte, geschäftsmäßig auszusehen und ihre Enttäuschung zu verbergen.
Als Morgan eine halbe Stunde zuvor in ihr Geschäft gekommen war, hatte sie ihn sofort erkannt. Sein Foto war ständig in den Zeitungen zu sehen, entweder im Finanzteil oder in den Klatschspalten. Als er verkündet hatte, dass sie eine extravagante Hochzeit für etwa tausend Gäste ausrichten sollte, war ihr beinahe schwindelig vor Vorfreude geworden. Doch seine Forderung nach einer Braut ließ darauf schließen, dass er nur scherzte oder völlig verrückt war. Der wachsende Haufen Schalen auf ihrem Fußboden deutete auf das Zweite.
Adam machte sich nicht die Mühe, seine Verärgerung zu verbergen. Er hatte keine Zeit, seine Motive zu erläutern, und pflegte es auch nicht zu tun. Die meisten, die für ihn arbeiteten, befolgten seine Instruktionen ohne Widerrede. Doch diese Rothaarige schien sehr eigensinnig zu sein.
„Ich bin mir über die Funktionen einer Hochzeitsplanerin durchaus im Klaren, Miss Baxter. Ich bin zu Ihnen gekommen, weil meine Zeit äußerst begrenzt ist. Ich habe drei Monate, um eine Braut zu finden und zu heiraten. Deswegen bin ich bereit, einen beträchtlichen Betrag für Ihre Mühe zu zahlen. Mir ist klar, dass es gewöhnlich nicht zu Ihren Aufgaben gehört, eine Braut zu finden, und ich werde Sie dementsprechend belohnen.“
Merediths Herz schlug höher. Sie konnte gewiss Geld gebrauchen. Und selbst wenn Morgan ein bisschen verrückt war, was schadete es schon? Schließlich war es sein Geld, seine Entscheidung, wenn er sich eine Frau kaufen wollte. Die Ausrichtung dieser pompösen Hochzeit würde mehr Aufträge nach sich ziehen, als sie bewältigen konnte. Die Reichen pflegten Beispielen zu folgen wie Schafe, weil sie nicht den Mumm hatten, Individualität zu zeigen. Trends wurden gesetzt, Mode diktiert und akzeptiert.
Abgesehen von Adam Morgan. Eine Hochzeit ohne eine Braut zu planen, war entschieden eine neue Idee.
„Ich nehme an, Ihre zukünftige Braut soll gewisse Kriterien erfüllen“, bemerkte sie.
Er zog einen Umschlag aus der Innentasche seines Jacketts und legte es auf den Tisch. „Hier ist eine Liste, die ich zusammengestellt habe. Intelligenz ist natürlich die wichtigste Eigenschaft.“
Meredith riss erstaunt die grünen Augen auf. Sie hätte auf große Brüste getippt. Wohlhabenden Männern wie Adam Morgan lag gewöhnlich mehr an Äußerlichkeiten als an inneren Werten.
Er blickte auf seine goldene Rolex und runzelte die Stirn. „Ich habe in zwanzig Minuten einen Termin mit meinem Anwalt. Ich fürchte, ich brauche sofort eine Antwort. Sonst sehe ich mich gezwungen, zu Ihrer Konkurrenz zu gehen.“
Sie musterte seine langen Finger, seine beeindruckend breiten Schultern, seinen dunklen Teint und seine Augen, die so grau wie die Regenwolken draußen waren. Unwillkürlich fragte sie sich, ob er im Bett auch so geschäftsmäßig und beherrschend war.
„Miss Baxter?“
Hastig verdrängte Meredith ihre abschweifenden Gedanken und lächelte zögernd. „Obwohl Ihr Anliegen sehr ungewöhnlich ist, nehme ich den Job an. Ich brauche eine Anzahlung von zehntausend Dollar, angesichts der Größenordnung der geplanten Hochzeit.“
„Ausgezeichnet.“ Ohne mit der Wimper zu zucken, füllte er das Scheckformular aus, stand auf und reichte es ihr. „Seien Sie morgen früh um zehn Uhr bei mir zu Hause. Dann bereiten wir die Berichterstattung vor.“
„Berichterstattung?“, hakte sie erstaunt nach.
„Der schnellste Weg, eine Braut zu finden, ist über die Medien. Sobald bekannt wird, dass ich eine Braut suche, werden Presse und Fernsehen uns sehr bereitwillig bei unserer Suche helfen. Ich beabsichtige, sie schamlos zu benutzen. Und das werden Sie auch tun.“
Sie schluckte schwer. „Das werde ich?“
„Verdammt richtig, das werden Sie. Diese Geier haben meine Familie jahrelang gehetzt und ausgenutzt. Es ist an der Zeit, es ihnen heimzuzahlen. Und darin bin ich sehr gut, das können Sie mir glauben.“
Das wilde Funkeln in seinen Augen veranlasste Meredith, es ihm zu glauben. Adam Morgan war ein Mann, der es gewohnt war, seinen Kopf durchzusetzen.
„Eine Hochzeit sollte eigentlich eine freudvolle Angelegenheit sein, Mr. Morgan. Manche Leute warten ihr Leben lang darauf, die richtige Person zu finden und sich zu verlieben. Sind Sie sicher, dass Sie die Sache gründlich durchdacht haben? Ich meine – was ist mit Liebe?“
„Sie klingen allmählich wie ein schlecht geschriebener Liebesroman, Miss Baxter.“
Sie reckte das Kinn vor. „Zufällig mag ich Liebesromane, Mr. Morgan.“
Er setzte zu einer zweifellos sarkastischen Entgegnung an, überlegte es sich dann anders und sagte stattdessen: „Ich bin nicht romantisch veranlagt. Ich habe keine Zeit für solche Dinge. Mein Vorhaben kann mit einer geschäftlichen Fusion verglichen werden. Zwei Parteien mit ähnlichen Ansichten und Interessen kommen zusammen, um eine erfolgreiche Union zum Besten der Firma oder in diesem Fall der Familie zu gründen.“
Im Stillen bemitleidete sie die arme Frau, die dumm genug war, diesen kalten, herzlosen Mann zu heiraten. „Also, um mit den unsterblichen Worten von Tina Turner zu sprechen: What’s love got to do with it? “
Er blickte sie entfremdet an. „Wer ist Tina Turner?“
„Eine alte Freundin der Familie. Machen Sie sich keine Sorgen, Mr. Morgan. Ihre bevorstehende Hochzeit ist in den besten Händen.“
Er blickte hinab auf diese besten Hände und bemerkte: „Ihr Nagellack ist abgeblättert, Miss Baxter. Und Sie haben eine Laufmasche in Ihrem linken Strumpf.“
Ihre Augen verdunkelten sich vor Zorn über seine Dreistigkeit. „Vielen Dank, Sie Kretin, arroganter Neandertaler“, stieß sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, doch er war bereits zur Tür hinaus und hörte es nicht mehr.
Ihr Assistent Randall kam gerade rechtzeitig aus dem Hinterzimmer, um durch das Schaufenster einen Blick auf Adam zu erhaschen. „Jemand, den ich kenne?“
Meredith unterdrückte ihren Zorn. „Adam Morgan, unser neuer Klient.“ Sie erläuterte die Details der unorthodoxen Hochzeit und wiederholte die unverschämten Bemerkungen.
Randall grinste. Mit seinen blond gebleichten Haaren, der gebräunten Haut und den strahlend blauen Augen sah Randall Cosby aus wie ein kalifornischer Strandjunge. Er war zierlich gebaut, aber muskulös. Er arbeitete halbtags für Meredith, während er an der Universität von West Virginia Jura studierte. „Der Mann hat offensichtlich einen guten Geschmack, was Frauen angeht.“ ...




