Crosby / Galitz / Betts | Baccara Exklusiv Band 108 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 0108, 384 Seiten

Reihe: Baccara Exklusiv

Crosby / Galitz / Betts Baccara Exklusiv Band 108


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-754-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0108, 384 Seiten

Reihe: Baccara Exklusiv

ISBN: 978-3-95446-754-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



DER VIEL ZU SCHÖNE TRAUM von GALITZ, CATHLEEN
Heiß knistert es zwischen der jungen Nanny Ella und ihrem Boss, dem vermögenden Hawk. Seine Umarmungen sind ein Traum - der in Gefahr gerät, als eine arrogante Rivalin auftaucht: High-Sociecty-Lady Frannie. Sie will Ella, das 'Dienstmädchen', aus Hawks Herzen verbannen ...
WIE EIN SINNLICHER TRAUM von BETTS, HEIDI
Was für eine Nacht! Verschlafen greift Ethan neben sich, um Gwen zärtlich an sich zu ziehen. Gestern hat er sie zum ersten Mal geliebt, jetzt will er mehr. Aber er greift ins Leere - und ist hellwach! Er hat nicht mal ihre Adresse! Wie soll er sie jemals wiederfinden?
FEUERPROBE DES SCHICKSALS von CROSBY, SUSAN
Ein kalter Hauch weht Cassie an, als sie Heath Ravens düsteres Haus betritt. Dabei ist der attraktive Architekt einfach unwiderstehlich sexy, wenn er - was selten genug geschieht - lächelt, findet sie. Was ist geschehen, dass er eine Mauer um seine Seele gebaut hat?



Susan Crosby fing mit dem Schreiben zeitgenössischer Liebesromane an, um sich selbst und ihre damals noch kleinen Kinder zu unterhalten. Als die Kinder alt genug für die Schule waren ging sie zurück ans College um ihren Bachelor in Englisch zu machen. Anschließend feilte sie an ihrer Karriere als Autorin, ein Ziel, dass sie schon seit langer Zeit ins Auge gefasst hatte. Aufgewachsen ist sie, zu der Blütezeit der Beach Boys an den weißen Stränden von Südkalifornien. Noch immer liebt sie das Gefühl des Sandes zwischen ihren Zehen, ein frühmorgendliches Bad im blauen Ozean und sie würde gern noch einmal in den gelb gepunkteten Bikini von damals schlüpfen. Susan hat zwei erwachsene Söhne, eine wunderbare Schwiegertochter und zwei perfekte Enkelkinder.

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1. KAPITEL

„Sie sind mir vielleicht ein schöner Vater!“

Mit müden Augen sah Hawk vom Computer auf. Vor ihm stand eine wildfremde Frau, die offenbar den Verstand verloren hatte. Dennoch galt sein erster Blick ihrer ausgesprochen weiblichen und sehr sexy Figur. Der zweite fiel auf ihre Haare, die von einem leuchtenden Kastanienrot waren und die sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Ein paar widerspenstige Strähnen hatten sich aber daraus gelöst. An einem ihrer wohlgeformten Beine hatte sie eine Laufmasche. Für Hawks Geschmack als Geschäftsmann und Arbeitgeber war dieser Rock etwas zu kurz. Persönlich fand er ihn jedoch durchaus reizvoll.

Als er sah, dass sie nach seiner gründlichen Musterung so wütend dreinblickte, dass ihre Augen nur so blitzten, war er froh, dass sie offenbar nicht bewaffnet war.

Ihm war niemals in den Sinn gekommen, dass er mitten in der Einsamkeit Wyomings einen Bodyguard benötigen könnte.

Der anklagende Satz, den die Frau ihm entgegengeschleudert hatte, klang ihm noch in den Ohren. In gewisser Weise hatte er sich diesen Vorwurf nach dem Tod seiner Frau schon oft genug selbst gemacht. Sie hatte ihn als alleinerziehenden Vater zurückgelassen, der keine Ahnung gehabt hatte, was für eine Herausforderung diese Rolle für ihn sein würde. Er war überrascht gewesen, wie viel schwieriger es war, zwei kleine Kinder zu beaufsichtigen, als die Verantwortung für eine Firma zu tragen, deren Angestellte sich ohnehin überschlugen, ihm alles recht zu machen.

Deshalb fiel es ihm jetzt auch nicht schwer, zu erraten, wer diese Person in sein Haus gelassen hatte. Die Schuldigen standen rechts und links neben ihr – der fünfjährige Billy und seine vierjährige Schwester Sarah.

Selbst an einem der seltenen Tage, an dem alles glattlief, wäre Hawk verärgert gewesen über die Unterbrechung und eine derartige Anschuldigung. Und heute war wahrlich kein solcher Tag. Sein Tag hatte damit angefangen, dass das Frühstück angebrannt war. Dann hatte er lange mit Sarah die Notwendigkeit des Haarekämmens debattieren müssen. Später hatte er sich den Zeh an einem herumliegenden Spielzeuglaster gestoßen und dabei Orangensaft auf einen wichtigen Vertrag gekippt.

Nun versuchte er seit geraumer Zeit, einen wichtigen Handel abzuschließen. Noch ein einziger Stromausfall, schwor sich Hawk, und mein nagelneuer Computer fliegt aus dem Fenster. Und er selbst würde mit Kind und Kegel zurück nach New York fliegen.

„Entschuldigen Sie bitte“, entgegnete er kühl. „Aber was sagten Sie?“

„Um Verzeihung bitten sollten Sie allerdings“, erwiderte die Verrückte und wedelte mit dem abgebrochenen Absatz ihres Schuhs vor seinem Gesicht herum. Sie schien nicht im Mindesten beeindruckt von seinem formellen Auftreten. „Ich würde Sie gern dem Jugendamt melden!“

„Ach, würden Sie das?“, murmelte Hawk in gespieltem Erstaunen, als zweifle er an ihrer Zurechnungsfähigkeit.

Sie hingegen schien ihn für etwas begriffsstutzig zu halten, denn sie wählte ihre nächsten Worte mit Bedacht und sprach jetzt sehr langsam.

„Ich bin Ella McBride, Ihre Nachbarin. Auch auf die Gefahr hin, Sie zu beleidigen, möchte ich wiederholen, dass ich doch wirklich wissen will, was für ein Vater seine Kinder ohne Aufsicht durch die Gegend wandern lässt, ohne sich darum zu kümmern, was ihnen alles zustoßen könnte. Wissen Sie, wie gefährlich das ist? Muss ich es aufzählen? Bären? Schlangen? Sittenstrolche!“

Verwirrt richtete Hawk seine Aufmerksamkeit auf seine Kinder, die sich rasch hinter dem Rücken ihrer Beschützerin versteckten. Langsam dämmerte ihm, was geschehen war. Ein kalter Schrecken durchzuckte ihn. Was hätte alles passieren können! Und er hatte die ganze Zeit geglaubt, Billy und Sarah wären im Kinderzimmer und guckten Zeichentrickfilme!

„Soll das etwa heißen, dass ihr ohne Erlaubnis das Haus verlassen habt?“, fragte er mit leiser Stimme, aber lautes Gebrüll hätte kaum mehr effektvoll sein können.

Die Kinder zuckten zusammen. Selbst Ella erbebte innerlich.

Noch nie hatte eine Stimme eine solche Wirkung auf sie gehabt. Sie beobachtete, wie Hawk mit den Fingern durch sein dunkles Haar fuhr, das an den Schläfen leicht silbergrau schimmerte. Ein distinguierter Mann, dachte sie und strich sich nun ebenfalls eine Strähne aus dem Gesicht. Sofort bereute sie diese etwas kokette Geste. Was kümmerte sie ausgerechnet jetzt ihr Aussehen? Sie war schließlich hierhergekommen, um diesem Mann gehörig die Meinung zu sagen!

Da machte es nicht den geringsten Unterschied, dass er nicht wie der Schurke aussah, den sie sich vorgestellt hatte. Er hatte weder die blutunterlaufenen Augen eines Trinkers noch den gehetzten Blick von jemandem, der ein schweres Vergehen begangen hatte. Im Gegenteil, er war sogar ziemlich attraktiv. Dass ihr Letzteres überhaupt auffiel, machte Ella noch wütender. Denn diese sehr subjektive Beobachtung durfte keine Rolle spielen angesichts dessen, was offenkundig eine Tatsache war: Dieser Mann kümmerte sich mehr um seinen Computer als um seine Kinder.

Dabei musste er eine Menge Geld haben. Auf der Suche nach den Eltern der beiden Ausreißer hatte sie nicht nur das Grundstück zu sehen bekommen, sondern auch einige der luxuriös ausgestatteten Räume dieses Hauses. Er konnte sich doch bestimmt ohne Weiteres ein Kindermädchen leisten.

„Kommt mal bitte her, ihr beiden“, sagte Hawk und stand auf, „und erzählt mir, was los ist.“

Es ärgerte ihn, dass Billy und Sarah, indem sie sich so albern versteckten, den Eindruck erweckten, er habe nicht nur seine Fürsorgepflicht vernachlässigt, sondern sei auch noch gewalttätig.

Schüchtern traten die zwei hinter dem Rücken ihrer Beschützerin hervor und ihrem Vater gegenüber. Ella legte jedem Kind eine Hand auf die Schulter, um es zu beruhigen. Sie glaubte zwar nicht, dass er die Kleinen schlagen würde, dazu wirkte er zu besorgt, aber sie war früher schon für geringere Vergehen verprügelt worden und wollte die beiden instinktiv schützen.

„Vielleicht sollte ich mit ihrer Mutter sprechen“, schlug sie vor.

„Das wäre sicher vorzuziehen“, erwiderte Hawk, „aber da die leider verstorben ist, müssen Sie mit mir vorliebnehmen.“

Ella war bestürzt. Ihr Ärger legte sich ein wenig. „Das tut mir leid. Wie lange …?“

„Noch kein ganzes Jahr.“

Sie bedauerte, gefragt zu haben. Es ging sie nichts an. Außerdem konnte sie da ohnehin nichts anderes tun, als die Kinder fest in die Arme zu nehmen. Sie wusste, wie es war, wenn man in frühen Jahren die Mutter verlor.

Wie gern hätte sie ihnen geholfen. Aber dazu fehlte ihr die Zeit. Sie sah auf die Uhr. An jedem anderen Tag hätte sie es vermutlich sogar genossen, einen abenteuerlichen Ausflug durchs Gebüsch und Unterholz gemacht zu haben, die ihren kleinen Garten von dem riesigen Nachbargrundstück trennten, um ihren neuen, reichen Nachbarn kennenzulernen. Ausgerechnet heute aber musste sie zu einem Bewerbungsgespräch – sicher nicht für den grandiosesten Job, aber sie brauchte ihn trotzdem dringend. Die Absagen, die sich auf ihrem Schreibtisch stapelten, hielten ihr deutlich vor Augen, dass etwas geschehen musste.

Wieder sah sie auf die Uhr, die unerbittlich tickte, sosehr sie auch wünschte, die Zeit würde stillstehen. Falls ihr Wagen ansprang, konnte sie in zwanzig Minuten in der Stadt sein. Das ließ ihr kaum noch Zeit, sich zu sammeln und ihre Haare zu kämmen, um sich für einen weiteren aussichtslosen Kellnerinnenjob vorzustellen.

Die beiden Kinder waren genauso überraschend vor ihrer Tür aufgetaucht wie die Kätzchen vor ein paar Wochen. Und es war ein Fehler gewesen, sie zu Keksen und Milch hereinzubitten, genauso wie es falsch gewesen war, die Kätzchen bei sich zu beherbergen. Aber sie hatte einfach ein Herz für verlassene, hilflose Wesen.

Ella hatte sich gesagt, dass sie für diese Kinder nicht verantwortlich sei, aber das hatte ihr wenig geholfen. Sie hatten sie so treuherzig angesehen und ihre Gesichter waren so schokoladenverschmiert gewesen, dass sie die zwei einfach nicht hatte fortschicken können.

„Wir haben bei unseren Großeltern gewohnt“, erklärte Billy.

„Aber nur, bis ich den Umzug hierher unter Dach und Fach hatte“, warf Hawk ein. Diese Frau sollte nicht auch noch annehmen, dass er seine Kinder bei seinen Eltern ablud. „Ich dachte, eine Ortsveränderung würde uns allen guttun“, fuhr er fort. „Leider ist es schwieriger, als ich annahm, Geschäfte per Computer abzuwickeln. Stromausfälle sind hier an der Tagesordnung. So allmählich kommen mir doch Zweifel, das muss ich gestehen.“

Er wirkte so niedergeschlagen, dass Ella ihn jetzt am liebsten in ihren Trost mit einbezogen hätte. Der Gedanke ließ ihr das Blut ins Gesicht schießen – sie kannte den Mann doch überhaupt nicht!

„Und zu allem Überfluss“, sagte Hawk, dem es offenbar guttat, seine Gedanken mit einem anderen Erwachsenen teilen zu können, „ist das Kindermädchen, das ich angestellt hatte, vor zwei Tagen mit einem Fernfahrer durchgebrannt und hat mich sitzen lassen.“

Das ist eine ziemlich glaubhafte Erklärung, dachte Ella. Dabei hatte sie Hawk noch vor wenigen Minuten der Jugendbehörde melden wollen.

„Ich hatte die Kinder vor einer Stunde vor den Fernseher gesetzt und gehofft, dass ich wenigstens diese eine Arbeit erledigen könnte. Ich hätte nicht geglaubt, dass sie weglaufen, was natürlich keine Entschuldigung ist.“ Er machte sich schwere Vorwürfe.

Er hockte sich vor die Kinder und sah sie an. Und...



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