Cross | Die Stimme der Rache | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 478 Seiten

Reihe: Die Ackerman & Shirazi-Reihe

Cross Die Stimme der Rache

Thriller
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7325-9441-2
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 2, 478 Seiten

Reihe: Die Ackerman & Shirazi-Reihe

ISBN: 978-3-7325-9441-2
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Band 2 der Serie um Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI

Ein abgelegenes Farmhaus in Virginia. Hier versteckt die Polizei die junge November McAllister. Sie ist das letzte Opfer des berühmt-berüchtigten Black Rose Killers und die einzige, die ihm bis jetzt entkommen konnte. Francis Ackerman jr. und Nadia Shirazi persönlich sind auf dem Weg dorthin, um die junge Frau zu beschützen. Aber der Black Rose Killer ist schneller als sie. Er tötet die anwesenden Polizisten und entführt November ein zweites Mal. Damit ist die Jagd offiziell eröffnet, aber es scheint, als könne der Killer selbst Ackermans genialste Schachzüge vorhersagen ...



Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Thriller-Autors. Er bereicherte die Welt fiktiver Serienkiller um ein besonderes Exemplar: Francis Ackerman jr. Der gnadenlose Serienkiller erfreut sich seitdem großer Beliebtheit: Jeder Band der sechsbändigen Shepherd-Reihe stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Der Autor lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Illinois.
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1


Zwischen den Weidenbäumen des kleinen Wäldchens draußen vor dem alten Farmhaus konnte US Marshal Shawna Hadfield ihn nicht sehen, aber sie wusste, dass er dort war. Dass er beobachtete und auf eine Gelegenheit lauerte, auch sie, Shawna, zu töten, wie zuvor die drei Kollegen aus ihrem Team. Und ihr war klar, dass ihre Chance, mit dem Leben davonzukommen, verschwindend gering war. Schließlich wusste sie, mit wem sie es zu tun hatte – mit dem Black Rose Killer, einem mörderischen Psychopathen.

Das Markenzeichen dieses Verrückten war, die von ihm entführten jungen Frauen als Sklavinnen zu halten. Er brandmarkte seine Opfer an der ebenso intimen wie empfindlichen Innenseite des Oberschenkels mit einem Tattoo, das eine schwarze Rose zeigte, die aus einem Yin-Yang-Symbol herauswuchs. Nach einiger Zeit ließ »Black Rose«, wie er von den Cops auch genannt wurde, seine Opfer frei, wenngleich verbunden mit der Ankündigung, sie schon bald wieder holen zu kommen; er lasse ihnen nur Zeit, ihre Angelegenheiten zu ordnen und sich auf den Tag seiner Rückkehr vorzubereiten – ein Tag, der eher früher als später käme, falls sie sich mit den Cops in Verbindung setzten.

Black Rose hatte diese Drohung bisher jedes Mal wahrgemacht. Wie ein Schatten in der Nacht hatte er sieben seiner Opfer ein zweites Mal heimgesucht. Die Cops waren sicher, dass diese sieben Frauen nicht mehr lebten, auch wenn nur die Leichen zweier Opfer entdeckt worden waren. Doch von den anderen abermals Entführten hatte man nie wieder etwas gehört, sodass die Ermittler auch sie für tot hielten.

November McAllister, die junge Frau, für deren Schutz Shawna Hadfield verantwortlich zeichnete, war in den zurückliegenden sechs Monaten vom Zeugenschutzprogramm betreut worden. November gehörte zu den wenigen Opfern, die beschlossen hatten, gegen Black Rose aufzubegehren. Sie war zur Polizei gegangen und umgehend unter Personenschutz gestellt worden. Seitdem waren Shawna und ihr Team vom US Marshals Service für Novembers Schutz verantwortlich.

Nun aber gab es dieses Team nicht mehr. Black Rose hatte sich einen nach dem anderen geholt.

Ohne den Blick vom Wintergarten auf der Rückseite des Farmhauses zu nehmen, versuchte Shawna ein weiteres Mal, den letzten Überlebenden ihrer Mannschaft über Funk zu erreichen. »Jenkins? Melden Sie sich, verdammt!«

Totenstille.

Spätestens jetzt wusste Shawna, dass auch Jenkins nicht mehr lebte. Der Black Rose Killer hatte ihr Team vernichtet, einen nach dem anderen.

Bis auf sie, Shawna.

Angespannt ließ sie den Blick schweifen. Das Haus war eine Ruine – ein baufälliger Kasten mit Obergeschoss und einer Vorderveranda, deren rostiges Blechdach von zerbröckelnden pseudorömischen Säulen getragen wurde. In den Zimmern verrotteten die Tapeten, und der feuchte Putz fiel von den Wänden. Überall roch es nach Schimmel und Verwesung. Dennoch hatten FBI und Marshals Service diese Ruine als Treffpunkt ausgewählt, an dem November McAllister aus der Obhut der Marshals an das Bureau überstellt werden sollte – ein Unterfangen, das Black Rose auf brutale Weise zunichtegemacht hatte.

Und nun saßen Shawna und ihre Schutzbefohlene hier fest. Shawna konnte weder die Leitstelle erreichen, noch hatte sie eine Mobilfunkverbindung. Möglicherweise benutzte Black Rose einen Störsender.

Shawna und November hatten sich in die dunkelste Ecke des Wintergartens verkrochen und hielten ängstlich nach dem Killer Ausschau. Doch Shawna ahnte schon jetzt, dass sie ihn erst sehen würden, wenn es zu spät war. Diese Bestie hatte im Voraus gewusst, dass die Marshals und das FBI sich hier treffen würden, um Novembers Austausch vorzunehmen, und hatte ihnen eine Falle gestellt. So war es schon bei früheren Zusammentreffen zwischen Black Rose und der Polizei gewesen. Einmal hatte er ein ganzes Ermittlerteam ausgeschaltet, das eines seiner Opfer beschützt hatte; in drei anderen Fällen waren die jungen Frauen in vermeintlich sicherer Schutzhaft gewesen. Jedes Mal war Black Rose wie ein Ungeheuer aus der Hölle über sie gekommen, hatte die Beschützer getötet und seine Beute mit sich gerissen. Die Leichen der meisten Opfer waren nie gefunden worden, was zu Spekulationen Anlass gab, dass die Frauen noch lebten und von Black Rose an einem unbekannten Ort gefangen gehalten wurden. Aber das wusste niemand.

Novembers Stimme riss Shawna aus ihren Gedanken. »Was machen wir jetzt?«

Shawnas rechte Hand umklammerte ihre Glock 40, während sie die Schatten absuchte. Dann schaute sie November an und hob einen Finger vor die Lippen. November sah wie ein kleines, verängstigtes Mädchen aus. Sie war Anfang zwanzig, aber so zart und zierlich, dass sie ein Teenager hätte sein können.

November bemerkte Shawnas Blick. »Wir können doch nicht untätig hier sitzen und darauf warten, dass er kommt und uns umbringt«, jammerte sie. »Ich gehe nicht zu diesem Irren zurück! Eher sterbe ich!«

Shawna legte der jungen Frau eine Hand auf die Schulter. »Der Kerl legt tödliche Fallen. Vermutlich hat er Haus und Grundstück vermint. Wenn wir fliehen, ist es unser sicherer Tod. Er will, dass wir überstürzt losrennen, uns in seinem Netz fangen und jämmerlich krepieren.«

Auf Novembers Gesicht spiegelte sich Panik. Dünn und blass, war sie das genaue Gegenteil von Shawna, einer kräftigen, sportlichen Schwarzen Mitte dreißig. November schüttelte Shawnas Hand ab. »Ihr habt gesagt, ihr könnt mich beschützen«, flüsterte sie. »Geben Sie mir eine Waffe. Ich töte ihn selbst.«

»Reden Sie keinen Unsinn«, sagte Shawna streng. »Lassen Sie mich nachdenken. Wir finden einen Weg.«

Doch Shawnas Optimismus war nur gespielt. Sie wusste selbst nicht, was sie als Nächstes tun sollten. Zu den Autos durchbrechen? Versuchen, durch den Wald zum Highway zu gelangen? Oder einfach die Stellung halten und auf Unterstützung warten?

Die Entscheidung wurde Shawna abgenommen, als sie den Rauch sah, der unter der Küchentür hervordrang. Sie sprang auf, huschte die wenigen Schritte zum Gebäude und spähte ins Innere. Im Wohnzimmer leckten grelle Flammen die Wände hoch. Shawna fluchte lautlos. Black Rose hatte das Feuer gelegt, kein Zweifel. Auf diese Weise zwang er sie, nach hinten aus dem Haus zu fliehen – genau in seine Arme. Bestimmt lauerte er ihnen im Dunkeln auf.

Shawna kehrte zu ihrer Schutzbefohlenen zurück.

»Wir müssen hier weg!«, jammerte November, die die Flammen ebenfalls gesehen hatte. »Wir müssen zu den Wagen!«

»Jenkins war auch zu den Wagen unterwegs«, erwiderte Shawna und wartete, bis ihr Schützling begriffen hatte, was sie unausgesprochen ließ: Jenkins war tot. Dennoch, November hatte recht. Sie mussten den Ausbruch versuchen, sonst steckten sie in einer Flammenhölle fest.

Shawna holte tief Luft, machte erneut kehrt, trat die Hintertür der Veranda auf und winkte November, ihr in die Dunkelheit des Weidenwäldchens zu folgen.

2


Nadia Shirazi war in Sullivan’s Island aufgewachsen, einer kleinen Vorstadt von Charleston, South Carolina, stammte aber aus dem Iran. Als sie mit dreizehn Jahren in die Vereinigten Staaten gekommen war, hätte sie sich nicht träumen lassen, einmal für das FBI zu arbeiten. Das junge Mädchen hatte damals bereits sein Leben vorausgeplant. Es war vorgesehen, dass Nadia für die Softwarefirma ihres Vaters arbeitete, die Advanced Innovation Manufacturing. Schließlich schrieb Nadia Computerprogramme, seit sie sieben war; die Mathematik schien ihr im Blut zu liegen. Sie würde einen netten Muslim heiraten und fünf Kinder zur Welt bringen, drei Jungen und zwei Mädchen, am liebsten Zwillinge. Ruhig und glücklich sollte ihr Leben sein.

Dann aber war jener schreckliche Tag gekommen, der alle Pläne Nadias zunichtemachte. Sie war von einer Bestie überfallen und missbraucht worden, und nichts war mehr gewesen wie zuvor. Nadia hatte Jahre damit verbracht, auf die Chance hinzuarbeiten, den Vergewaltiger zu fassen. Der Gedanke, vielleicht mit den Schrecken der Vergangenheit aufräumen zu können, verlieh ihr Kraft.

Bevor sie Ackermans Partnerin geworden war, hatte Nadia bei der Abteilung für Computerkriminalität der New Yorker Außenstelle des FBI gearbeitet, weil sie dort ihre technische Begabung am besten einsetzen konnte. Doch den eigentlichen Grund, weshalb sie ins Bureau eingetreten war, hatte sie nie aus den Augen verloren: die Hoffnung, eines Tages den Black Rose Killer zur Strecke zu bringen – das Monster, das ihr die Träume gestohlen hatte.

Und jetzt schien es, als könnte sie es tatsächlich schaffen. Endlich war Nadia Shirazi ihrem persönlichen Schreckgespenst auf der Fährte; endlich bekam sie die Chance, sich von dem Albtraum zu befreien, der ihr bisheriges Erwachsenenleben überschattet hatte.

Nadia war bewusst, dass sie diesen Erfolg nicht allein ihren Fähigkeiten zu verdanken hatte. Es lag auch nicht daran, dass sie die Macht des FBI im Rücken wusste. Nein, es lag einzig und allein an ihrem Partner, einem der gefährlichsten Männer, die es in den USA jemals gegeben hatte: Francis Ackerman junior, der einstige Serienkiller, eine Legende, wenn auch von der düsteren Sorte. Niemand wusste, wie viele Menschen Ackerman auf dem Gewissen hatte, wahrscheinlich nicht einmal er selbst. Vor wenigen Jahren hatte er auf verschlungenen Pfaden die Seiten gewechselt, um unter dem Decknamen Franklin Stine für das FBI zu arbeiten. Aber das war eine lange Geschichte.

Anfangs hatte Nadia panische Angst vor Ackerman gehabt. Doch bald...


Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Thriller-Autors. Er bereicherte die Welt fiktiver Serienkiller um ein besonderes Exemplar: Francis Ackerman jr. Der gnadenlose Serienkiller erfreut sich seitdem großer Beliebtheit: Jeder Band der sechsbändigen Shepherd-Reihe stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Der Autor lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Illinois.



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