E-Book, Deutsch, Band 1, 250 Seiten
Reihe: Devourer Series
Crowe Devourer of Men
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98718-490-1
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 250 Seiten
Reihe: Devourer Series
ISBN: 978-3-98718-490-1
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
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Das Zimmer des Captains zu betreten, ist gar nicht schwer.
Mills, die Gastwirtin, gab mir nur zu gerne einen zusätzlichen Schlüssel, als ich ihr sagte, dass ich meinen Captain James Hook, überraschen wollte.
»Er sah aus, als bräuchte er einen«, sagte Mills. »Einen Freund, meine ich.«
»Du hast ja keine Ahnung«, antwortete ich.
Als ich sein Zimmer betrete, finde ich ihn schlafend in einem klapprigen Stuhl vor, die Pistole schlaff in der Hand. Es ist noch nicht einmal Geisterstunde. Die Nacht ist noch jung.
Ich lasse die Tür offen, gehe zu ihm hinüber und beuge mich hinunter. Es ist nur ein Fuß Abstand zwischen uns.
Ich atme ein und der Duft von steigt mir in die Nase. Rum und Gewürze und alte Zigarren.
Sein Mund ist leicht geöffnet, die gleichmäßigen Atemzüge des Schlafes kommen über seine Lippen.
Er hat sich in den Tagen, seit er mich verlassen hat, rasiert.
Warum?
Er sieht um die Hälfte jünger aus. Weniger verwegener Pirat, mehr Kaufmannssohn, der vorgibt, etwas anderes zu sein.
Vielleicht versucht er, sich vor mir zu verstecken, als ob ein Biest wie ich ihn in der Dunkelheit nicht erkennen würde.
Ich spüre ein merkwürdiges Gefühl in meiner Brust, ein stärker werdendes Pochen meines Herzens.
Als ich hierhersegelte, überlegte ich mir, wie ich Captain Hook zum Schreien bringen könnte. Aber jetzt, wo ich vor ihm stehe, scheint ein Schrei nicht ganz so befriedigend zu sein wie ein Jammern.
Vielleicht spiele ich zuerst mit ihm. Vielleicht werde ich es genießen.
Leise ziehe ich den anderen Stuhl unter dem Tisch am Fenster hervor und lümmle mich drauf.
Der Captain bewegt sich nicht.
Auf dem Nachttisch leuchtet noch eine Öllampe, die den Raum mit schwerem, flackerndem Licht erfüllt.
Ich ziehe eine Handvoll Erdnüsse heraus, knacke eine auf und warte.
Um Mitternacht kommt er wieder zu sich.
Seine Wimpern flattern gegen seine Wangen und dann richtet er sich auf und streckt seine Beine aus. Ganz allmählich scheint er sich daran zu erinnern, dass er vor sehr furchterregenden Biestern auf der Hut sein sollte, und springt auf.
Als er mich auf der anderen Seite des Raumes sieht, übernimmt sein Instinkt die Kontrolle. Er hebt die Pistole und drückt ab.
Die Kugel schlägt knapp über meiner Schulter in der Wand ein und der Putz rieselt auf den Boden.
»Du hast mich vermisst, Captain«, sage ich und werfe eine Erdnussschale auf den Boden. »Ich habe dich auch vermisst.«
Er ist blitzschnell auf den Beinen, und weil er ein bisschen betrunken und verwirrt ist, weiche ich ihm einfach aus.
Ich bin auch schneller. Ein uraltes, übernatürliches Monster zu sein, hat einige Vorteile.
Er dreht sich um und macht große Augen. »«, sagt er.
»Ich«, antworte ich, werfe mir eine Erdnuss in den Mund und rede mit vollem Mund. »Hast du jemand anderen erwartet? Mach mich nicht eifersüchtig, Captain.«
Er stürmt wieder auf mich zu und ich lasse zu, dass er mich in seinen Armen einschließt.
Er zerrt mich zurück und ich stoße mit einem übertriebenen Schwung gegen die gegenüberliegende Wand. Er drängt sich an mich.
Sein Atem ist heiß, seine Augen sind groß und blutunterlaufen. »Ich werde dich umbringen.«
Ich lache ein wenig. »Das sagst du immer wieder.«
»Hör auf zu grinsen, verdammt!«
»Vielleicht solltest du versuchen, zu grinsen, Captain.« Ich zeige ihm meine Zähne. »Vielleicht gebe ich dir einen Grund zu grinsen.«
Er schnaubt verächtlich und setzt die scharfe Spitze seines Hakens an meiner Kehle an. Er gräbt sie in mein Fleisch, durchbohrt die Haut, und als die erste heiße Blutspur an die Oberfläche kommt, bin ich hart.
Mein Herz rast in meinen Ohren, mein Magen schwankt und ich liebe es.
Wird er mich umbringen?
Der Tod mag die Schwester des Abenteuers sein. Das Herz pocht sicherlich genauso.
»Mach schon«, sage ich ihm. »Vergieß mein Blut und schau, was passiert.«
Was wird passieren? Ich weiß es nicht. Aber ich bin gespannt darauf, es herauszufinden.
»Du hast mich angelogen«, spuckt er aus.
Er bezieht sich auf Wendy Darling.
»Du hast mich verlassen«, erwidere ich.
»Ich hätte dich töten sollen, als du bewusstlos warst.«
Ich schnalze mit der Zunge. »Und was hätte dein Vater davon gehalten? Einen Mann zu töten, während er bewusstlos unter deinem Dach liegt? .«
Er knirscht mit den Zähnen und lehnt sich mit seinem ganzen Gewicht gegen mich, um den Haken tiefer in meinen Hals zu drücken. Aber jetzt, wo er näher ist, ist die Beule zwischen meinen Schenkeln nicht zu übersehen.
Ich lächle wieder.
Die ganze Farbe weicht aus seinem Gesicht.
Die Anspannung weicht aus seinem Körper und er taumelt zurück.
So ist das also.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich enttäuscht oder erfreut bin, einen wunden Punkt gefunden zu haben. Ich war gerade auf Entdeckungsreise und habe mich für die erste, offensichtlichste Lösung entschieden.
Der Captain hat eindeutig Vaterballast, den er anpacken muss.
Den habe ich auch, wenn ich ehrlich bin. Ich ignoriere meinen nur besser. Vane und ich, wir beide. Wir wuchsen als die Dunkelland-Elite auf, die mit einer Lüge gefüttert wurde. Wir mögen gefräßige Tiere sein, aber es gibt Dinge, die wir nicht schlucken können.
»Halt die Klappe«, sagt der Captain schlaff.
»Wozu soll das gut sein?«
Er sackt in seinem Stuhl zusammen, immer noch ein wenig verwirrt, vielleicht ein wenig besiegt.
Das Unbehagen in meiner Brust … Ist es das, was man unter Schuld versteht?
»Captain«, sage ich.
Er blinzelt zu mir hoch. Sein dunkelbraunes Haar ist zerzaust, ein bisschen trocken und wellig von der salzigen Seeluft. Er ist müde und erschöpft und ja, das könnte meine Schuld sein. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben Schuldgefühle gehabt, außer als meine Schwester starb.
Ich gehe zum Tisch, gieße einen Schuss Rum ein und reiche ihn ihm. »Trink.«
Mit einem vorsichtigen Funkeln in den Augen betrachtet er das Glas und schaut dann auf die Flasche hinter ihm.
»Ich kann dir versichern, Captain, wenn ich dich tot sehen wollte, würde ich dich einfach essen. Jeden leckeren kleinen Bissen.«
Schnaubend nimmt er das Angebot an und kippt den Rum runter. Er verzieht das Gesicht wegen des Brennens und fährt sich dann mit den Fingerknöcheln über den Mund, um die überschüssigen Tropfen wegzuwischen.
Was für schöne, feuchte Lippen.
In meinem Bauch pocht es und ich wünschte, ich könnte es mit etwas anderem als Verlangen verwechseln.
Jetzt ist nicht die Zeit zum Ficken und doch …
»Was machst du hier?«, fragt er schließlich.
»Eine sehr dumme Frage, wenn du die Antwort genau kennst.«
Das Glas neigt sich in seiner Hand, also nehme ich es ihm ab.
»Sie ist nicht hier«, sagt er. »Ich habe tagelang nach einem Hinweis gesucht und niemand hat von ihr gehört.«
»Vielleicht suchst du an den falschen Stellen und stellst die falschen Fragen.«
Er runzelt die Stirn und blickt mich finster an. »Ich weiß, wie man verdammte Fragen stellt.«
Ich ziehe meinen Stuhl in die Mitte des Raums und drehe ihn so, dass ich rittlings darauf sitzen kann und meine Arme über die Lehne lege. »Dein Stolz steht dir im Weg.«
»Tut er nicht«, sagt er scharf und abwehrend.
»Frag mich, ob ich irgendwelche Hinweise gefunden habe«, sage ich ihm.
Sein Blick verfinstert sich weiter und seine Mundwinkel verziehen sich. »Hast du?« Die Worte kommen leise und voller Hoffnung heraus.
»Ja.«
Er beugt sich nach vorne. »Wie? Wann?«
»Ich bin effizient. Und überzeugend.«
»Und du nennst mich stolz.«
»Ich habe gesagt, dass dein Stolz dir in die Quere kommt. Du kannst stolz sein und nicht darüber stolpern.«
»Komm zur Sache, Biest.«
Ich beuge mich vor, als würde ich ihm ein Geheimnis verraten. Auch er beugt sich vor, als würde er gleich eines hören.
»Ich habe gestern Abend ein Mädchen getroffen«, beginne ich.
Er rollt mit den Augen und lehnt sich dramatisch zurück, und ich schmecke den Hauch von Eifersucht in der Luft.
»Und als ich bis zu den Eiern in ihrer süßen Pussy steckte –«
Sein Kiefer spannt sich an, als er mit den Backenzähnen knirscht.
»Erzählte sie mir eine Geschichte.«
Das ist nur teilweise wahr. Ich stupse ihn nur gerne an, um zu sehen, wie er tanzt.
Die Wahrheit ist, dass ich tatsächlich ein Mädchen kennengelernt habe, doch diese Informationen habe ich mithilfe einer verbannten Faekönigin erlangt, die die Macht hat, in den Köpfen zu graben und wertvolle Informationen zu sammeln.
Es war kein Ficken im Spiel.
»Lass mich raten«, sagt der Captain. »Sie hat dir gesagt, dass du der beste Liebhaber bist, den sie je hatte?«
»Das versteht sich von selbst.«
Er schnaubt verächtlich.
»Ich ficke wirklich wie ein Gott. Frag jeden.«
»Das würde ich lieber nicht.«
»Ich könnte es dir zeigen.«
Er zappelt, verlagert sein Gewicht und der Stuhl nimmt seine Unruhe wahr und unterstreicht sie mit einem lauten Quietschen. Sein Gesicht brennt heiß. Ich glaube, er gefällt mir ganz gut ohne Gesichtsbehaarung. So kann er sich nirgends verstecken.
»Hör auf vom Thema abzulenken«, sagt er. »Wendy. Bleib bei Wendy.«
Ich spreize meine langen Beine. Der Blick des Captains...




