E-Book, Deutsch, 413 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Crownover Marked Men: In seiner Stimme
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-8783-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 413 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7325-8783-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als die 22-jährige Ayden den Sänger Jet kennenlernt, knistert es vom ersten Moment an zwischen ihnen. Doch Ayden wehrt sich erbittert gegen diese Anziehung. Jets Rock'n'Roll-Lifestyle erinnert sie zu sehr an ihre Vergangenheit, an fatale Entscheidungen, die fast ihr Leben ruiniert hätten. Aber je länger Ayden gegen ihre Gefühle kämpft, desto intensiver, desto unkontrollierbarer werden sie. Sie sind wie ein Feuer, das sie verzehrt. Und das nichts als die Asche ihrer zerstörten Träume zurücklässt ...
Die perfekte Mischung aus Drama und prickelnder Erotik - Die New-York-Times-Bestseller-Reihe 'Marked Men'.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Jay Crownover lebt in Colorado, wo auch ihre Romane spielen. Sie liebt Tattoos und Körperschmuck, und so ist es kein Wunder, dass ihre Helden allesamt tätowierte und gepiercte Bad Boys sind. Ihre Leidenschaft galt schon immer dem Lesen und Schreiben, und mit dem Erfolg ihrer Serie Marked Men ist ein Traum für sie wahr geworden. Mehr Informationen unter: www.jaycrownover.com
Autoren/Hrsg.
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1. Kapitel
Ayden
Ein Jahr später
Mein Laptop surrte, ich arbeitete an einer Biochemie-Hausarbeit. Meine Mitbewohnerin Cora saß auf der Couch im Wohnzimmer und lackierte sich die Fingernägel in einem krassen Neongrün, ehe sie zur Arbeit aufbrechen musste. Plötzlich ging die Tür des hinteren Schlafzimmers auf. Ich schob meine Brille ein Stück die Nase hinauf und warf Cora einen vielsagenden Blick zu. Sie drehte sich auf dem Sofa um, sodass sie auf der Rückenlehne lag und ihre Arme baumeln lassen konnte.
Wir warteten, und wir guckten.
Seit Jet vor drei Monaten zu uns gezogen war, war das eine Art Ritual für uns geworden. Mindestens zwei- bis dreimal in der Woche musste das Mädchen, das am Abend zuvor mit ihm nach Hause gegangen war, sich dem Walk of Shame aussetzen demütigend für die jeweilige Frau, aber absolut unterhaltsam für uns.
Cora und ich verliehen ihnen Punkte. Wie viele die Frau bekam, hing davon ab, wie fertig sie am nächsten Morgen aussah. Bisher waren es bei den meisten solide sieben oder acht Punkte gewesen. Ein paar Mädchen waren wütend abgerauscht, weil Jet nicht an einem Wiedersehen interessiert war, weshalb wir nicht mehr als vier oder fünf Punkte vergaben. Und die Frau, die sich im Badezimmer eingeschlossen und geweigert hatte, zu gehen, bis Cora gedroht hatte, ihr eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen, hatte nur einen einzigen Punkt bekommen.
Das Mädchen, das jetzt gerade aus Jets Schlafzimmer kam, war ziemlich gut.
Es hatte blonde Haare, große Brüste und lange Beine. Das verschmierte Make-up sah nicht mehr so toll aus, und das Kinn war von Jets Bartstoppeln ganz wund. Die Frau hatte denselben verträumten, verknallten Ausdruck auf dem Gesicht wie all die anderen, die dieses Zimmer verließen.
Da sie ihren BH nicht angezogen hatte, sondern ihn wie eine Rettungsleine in der Hand hielt, gab ich ihr automatisch einen Punkt mehr. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie auch ihr Seidenhemdchen verkehrt herum angezogen hatte. Ihr Blick huschte zwischen Cora und mir hin und her, und sie errötete verlegen.
Ich verstand nicht, warum Jet den Frauen nie sagte, dass er weibliche Mitbewohner hatte. Vielleicht lag es daran, dass er ein kranker Mistkerl war und den Spießrutenlauf genoss, den die Ladys absolvieren mussten, wenn er mit ihnen fertig war. Er hatte das weder bestätigt noch bestritten, als ich ihn danach gefragt hatte.
»Äh … Hallo.« Das arme Ding stammelte eine verlegene Begrüßung, und Cora grinste wie eine Wahnsinnige. An guten Tagen konnte man sie als vorlaut und unüberhörbar bezeichnen. Wenn man ihr aber Munition lieferte oder Schwäche zeigte, war sie wie ein Piranha.
Meine Mitbewohnerin sah aus wie eine zerbrechliche, kleine Märchenprinzessin nun ja, wie eine Prinzessin, die einen Tag lang ein Punk sein wollte. Coras Zierlichkeit war der Grund dafür, dass die armen Dinger, die arglos durchs Wohnzimmer schlichen, keine Gefahr witterten, obwohl meine Freundin nur auf den richtigen Moment wartete, um sich auf sie zu stürzen. Besagtes Mädchen schwebte also nach einer heißen Nacht auf Wolke sieben, aber ich ahnte, dass es sich nur noch um Sekunden handeln konnte, bis Cora sich mit ihrer Ostküstenfrechheit und ihrem beißenden Sarkasmus auf es stürzen würde.
»Hattest du eine schöne Nacht?«
Es war eine scheinbar harmlose Frage. Aber aus dem Mund einer temperamentvollen Blondine mit zwei verschiedenfarbigen Augen war sie alles andere als harmlos.
»Klar. Ich werde dann jetzt … äh … gehen. Sagt Jet, dass ich einen Zettel mit meiner Telefonnummer auf die Kommode gelegt habe.«
Cora fuchtelte mit der Hand in der Luft herum. »Natürlich. Er wird dich auch auf jeden Fall anrufen. Stimmt’s nicht, Ayden? Er will die Nummer unter keinen Umständen verlieren.«
Ich mochte es nicht, wenn sie mich in ihre verbalen Gemetzel hineinzog, also zuckte ich nur die Achseln und hob den Kaffeebecher, um dahinter mein Lächeln zu verbergen, das sich ganz gegen meinen Willen auf mein Gesicht geschlichen hatte. Es war, als würde ich einen Autounfall beobachten, der sich direkt vor meiner Nase ereignete ich wollte wegsehen, doch das ging irgendwie nicht.
Cora wedelte dramatisch mit den Armen und sagte zu der verwirrten blonden Frau: »Ich bin sicher, dass er die Rothaarige von gestern Morgen angerufen hat. Ich bin sicher, dass er die Brünette angerufen hat, die das ganze Wochenende über bei ihm war. Und ich bin mir absolut sicher, dass er dich auch anrufen wird, meinst du nicht, Ayden?« Damit verdrehte sie die Augen und ließ sich auf die Couch zurückfallen, als hätte sie gerade nicht die romantischen Hoffnungen und Träume dieser jungen Frau zerstört.
Sie sah zu mir und dann wieder zu Cora. Ich bemerkte, wie sie die Lippen aufeinanderpresste, ehe sie »Schlampe!« zischte und aus der Wohnung stürmte. Ich gab ihr noch einen Extrapunkt, als mir auffiel, dass sie ihr Höschen von gestern in die hintere Hosentasche gestopft hatte.
Ohne aufzublicken, hob Cora die Hände über den Kopf und zeigte sieben Finger. »Sie hat nicht mal versucht, sich zu wehren. Ich hätte ihr eine Acht gegeben, wenn sie ›Fick dich!‹ oder so etwas gesagt hätte.«
Ich schüttelte den Kopf. »Du warst echt gemein.«
Sie lachte. »Irgendwie muss ich ja auf meine Kosten kommen. Was gibst du ihr?«
Ich wollte gerade antworten, als noch jemand aus dem Zimmer kam. Nach drei Monaten WG hätte ich mich eigentlich daran gewöhnt haben sollen, Jet Keller mit freiem Oberkörper zu sehen. Schließlich stieß ich immer wieder zufällig mit ihm zusammen, weil wir uns ein Badezimmer teilten. Oder er rannte ohne Shirt durch die Wohnung. Oder er hüpfte halb nackt auf der Bühne herum.
Aber als er nun durch den Flur kam und dabei sein schwarzes T-Shirt anzog, vergaß ich, was ich sagen wollte. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Wie immer.
Nach dem katastrophalen Erlebnis im letzten Winter hatten wir eine seltsame Art von Freundschaft entwickelt. Ich wusste, welche Grenzen ich Jet zu setzen hatte, und er behandelte mich, als wäre ich eine jungfräuliche Göttin, die er auf keinen Fall beflecken, die er nicht entehren durfte. Irgendwie funktionierte es, und uns ging es mehr oder weniger gut damit.
Als Shaw sich endgültig entschlossen hatte, mit Rule zusammenleben zu wollen, hatten Nash, Cora und ich uns Gedanken darüber gemacht, wer ihren Mietanteil übernehmen könnte. Glücklicherweise war die Frau, mit der Jet damals zusammen gewesen war, durchgedreht und hatte während seiner letzten Tour seine sämtlichen Sachen vor die Tür gestellt. Also war er nach seiner Rückkehr praktisch obdachlos gewesen und hatte dringend eine Bleibe gebraucht. So hatte sich alles ergeben. Ich sah ihn jeden Tag und verbrachte viel Zeit mit ihm.
Dennoch brachte der Anblick der Bauchmuskeln, der Tattoos und der Brustwarzenpiercings meine guten Vorsätze und meine strengen Regeln mächtig ins Wanken. Wenn ich ihn sah, fiel es mir schwer, die Zurückweisung nicht zu vergessen und mir ins Gedächtnis zu rufen, was ich eigentlich tun sollte. Stattdessen ließ ich mich von seinem frechen Grinsen ablenken, hatte mich nicht mehr im Griff und konnte nicht mehr klar und vernünftig denken.
Ich wandte den Blick ab und zwang mich, nicht tief einzuatmen, als er sich über mich beugte, um sich die Hälfte von meinem unberührten Bagel zu schnappen. Es stand mir nicht zu, an ihm zu schnuppern auch wenn er nach Versuchung und Rock ’n’ Roll duftete.
Er zog eine dunkle Augenbraue hoch, als er mich ansah, und wies mit dem Bagel in der Hand in Coras Richtung.
»Was habt ihr beiden wieder angestellt? Ich habe das Türknallen bis nach hinten gehört.« Er setzte sich und streckte seine langen Beine aus, die in einer superengen schwarzen Jeans steckten. Wieder einmal fragte ich mich, wie er in die Hose hineingekommen sein mochte. Ich hatte noch an keinem Mann eine so enge Hose gesehen, doch ihm stand es irgendwie. Ich verbrachte unanständig viel Zeit damit, mir zu überlegen, wie ich ihm diese Hose ausziehen könnte.
»Cora hat deiner neuesten Eroberung nur eine gute Heimfahrt gewünscht.«
Er hielt kurz inne, ehe er in den Bagel biss und auf Coras Hinterkopf starrte. »Was hast du wirklich zu ihr gesagt?«
Wir sahen, wie Coras Schultern zuckten, als sie ihr Lachen unterdrückte. Sie drehte sich nicht um, als sie antwortete. »Nichts. Na ja, nichts, was nicht gestimmt hätte.«
Wieder biss er von seinem Bagel ab und kniff die Augen zusammen. Sie waren so dunkel, dass schwer zu sagen war, wo die Pupillen endeten und die Iris anfingen. Aber um die Iris herum war ein goldener Ring, der zu glühen schien, wenn Jet wütend oder aufgeregt war.
»Du bist doch nur sauer, weil Miley Cyrus deine Frisur kopiert hat. Und das lässt du jetzt an allen unschuldigen Mädels des Landes aus.«
Überrascht lachte ich auf, während Cora aufsprang und das Fläschchen Nagellack, das sie gerade noch benutzt hatte, in Jets Richtung schleuderte. Glücklicherweise hatte er gute Reflexe und fing es in der Luft auf, bevor es ihn im Gesicht traf oder auf dem Holzfußboden zu Bruch ging.
»Ich trage mein Haar schon seit Ewigkeiten so! Es ist nicht meine Schuld, dass sie sich plötzlich entschieden hat, eine Rock-Göre zu sein.« Sie dampfte verärgert ab, und ich grinste Jet zu.
»Auf dieses Thema reagiert sie ganz sensibel. Sei nicht so gemein zu ihr.«
»Es ist ja auch nicht nett von euch, jede Frau, die ich mit nach Hause bringe, nach einer Punkteskala zu bewerten, aber ich beschwere mich nicht, oder?«
Ich wandte mich wieder meinem Laptop zu.
»Eines Tages wird es eine Zehn geben, und dann...




